NYC – Film: „Bridge of Spies“


Ich war am 28.10.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Bridge of Spies“ (dt. Filmtitel: „Bridge of Spies – Der Unterhändler“, dt. Kinostart: 26.11.15) 141 min min drama
dir. Steven Spielberg cast: Tom Hanks, Mark Rylance, Amy Ryan, Alan Alda, Sebastian Koch

Brooklyn, New York im Jahr 1957. James B. Donovan (Tom Hanks) ist Anwalt und soll die Verteidigung des Sowjetspions Rudolf Abel (Mark Rylance) übernehmen. Ihm ist bewusst, dass er dafür von der amerikanischen Gesellschaft angefeindet werden würde, vielleicht bringt er dadurch sogar seine Familie in Gefahr. Er entscheidet sich aber dennoch, das Mandat zu übernehmen. Der Sowjetagent soll zum Tode zu verurteilt werden, James B. Donovan hält es jedoch für eine bessere Idee, ihn in Zeiten des Kalten Krieges zu einer Gefängnisstrafe zu verurteilen, um ihn dann vielleicht eines Tages zum Gefangenenaustausch zu nutzen.

B- (Wertung von A bis F) „Bridge of Spies“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert.

„Bridge of Spies“ ist nach „Saving Private Ryan“, „Catch Me If You Can“ und „Terminal“ die vierte Zusammenarbeit von Steven Spielberg und Tom Hanks. Es ist ein solider, typischer Steven Spielberg-Film. Alles was man an seinen Filmen mag oder nicht mag, wird man in diesem Film wiederfinden. Visuell ist es ein toller Film. Wie bei jedem Spielberg-Film seit dem Jahr 1993 stand auch hier wieder Janusz Kaminski hinter der Kamera und sorgt einmal mehr für eine elegante Bildsprache. Auch wenn es irgendwie immer etwas Altmodisches hat, Steven Spielberg und Janusz Kaminski erschaffen immer „großes Kino“.

„Bridge of Spies“ ist durchaus sehenswert. Ich mochte den ersten Akt, der in New York spielt und die Szenen auf  der Glienicker Brücke. Den zweiten Akt des Film fand ich sehr zäh. Das Taktieren der beiden Supermächte ist jedoch glaubhaft darstellt.

Die Coen Bros. haben das Drehbuch überarbeitet und bringen etwas von ihrer Leichtigkeit und ihrem Humor in den Film. Das überträgt sich gerade auf Mark Rylance Charakter.

Ich würde ja gerne mal wissen, wo sich Mark Rylance so lange vor mir versteckt hielt. Gut, dieser englische Bühnenschauspieler war in der Vergangenheit selten in Kinofilmen zu sehen, aber dass sein Talent bislang quasi komplett meiner Aufmerksamkeit entgangen ist, ist eine Wissenslücke, die seinesgleichen sucht. Zugegebenermassen ist er mir kürzlich in „The Gunman“ aufgefallen. Da kam er mir komischerweise sehr vertraut vor, aber ich dachte, es wäre einer dieser Schauspieler, die ich bereits zig Mal in Nebenrollen gesehen habe und dessen Namen ich mir nicht merken kann. Weit gefehlt, seiner mageren Filmografie zufolge kann ich ihn bislang noch in kaum einem Kinofilm gesehen haben. Was für ein Verlust für die Filmwelt. Ich hoffe, dass sich das jetzt ändert, denn ich habe einen neuen Lieblingsschauspieler. So einen wie ihn gibt es nur ganz selten. Tom Hanks hat eine starke Leinwandpräsenz, er ist ein Filmstar, aber zugleich in meinen Augen auch ein sehr guter Schauspieler (wobei ich finde, dass seine Vielseitigkeit Grenzen hat). Wenn der zweimaliger Oscar-Gewinner aber in „Bridge of Spies“ neben Mark Rylance spielt, sah ich mich außerstande, meine Augen von diesem ausdrucksstarken, spitzbübischen Gesicht des Engländers zu lassen. Die besten Szenen in „Bridge of Spies“ sind die, in denen Mark Rylance spielt. Ich habe buchstäblich in jeder seiner Szenen eine Bild-Umrahmung mit vielen kleinen, goldenen Oscar-Statuen vor Augen gehabt..

Der fünfmalige Oscar-Gewinner John Williams komponiert seit 30 Jahren die Filmmusik für Spielbergs Filme. Da John Williams dieses Jahr an „Star Wars Episode VII: The Force Awakens“ gearbeitet hat, stand er für Steven Spielberg erstmalig nicht zur Verfügung. Den Score von „Bridge of Spies“ hat Thomas Newman komponiert. Thomas Newmans Score ist zurückhaltender als der, den man von John Williams gewohnt ist.

„Bridge of Spies“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Tom Hanks), Bester Nebendarsteller (Mark Rylance), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien.

„Bridge of Spiels“ hat 6 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Bester Nebendarsteller Mark Rylance, Bestes Originaldrehbuch, Bestes Szenenbild, Bester Ton, Beste Filmmusik) erhalten.

Update: „Bridge of Spies“ hat einen Oscar (Mark Rylance als Bester Nebendarsteller) gewonnen. 

„Bridge of Spies“ wurde erstmalig auf dem New York Film Festival 2015 gezeigt.

Trailer zu sehen:

Der liebenswürdige Mark Rylance im Jahr 2011 in einem Interview als er seinen zweiten Tony-Award (von drei) gewonnen hat:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Jungle Book“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Realverfilmung des Disney-Klassikers mit Bill Murray, Ben Kingsley, Idris Elba, Scarlett Johansson, etc. Sind die Schuhe nicht etwas zu groß für Regisseur Jon Favreau?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „The Secret in Their Eyes“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Remake des gleichnamigen argentinischen Films. Dieser Thriller ist mit Nicole Kidman, Chiwetel Ejiofor und Julia Roberts besetzt. Ein mit einer schwarzhaarige Perücke verändertes Äußeres macht aus Julia Roberts nicht auf einmal eine gute Schauspielerin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „The Finest Hours“
Bewertung des Trailers: D+ (neuer Trailer)
Kommentar: Disney-Katastrophenfilm mit Chris Pine
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: pfff

2 Gedanken zu “NYC – Film: „Bridge of Spies“

  1. Ja, Mark Rylance. Habe ich in ein zwei Filmen wahrgenommen und in einer Serie, aber stimmt, das Gesicht merkt man sich. Als ich den Trailer sah, erkannte ich ihn auch gleich wieder.
    Den Trailer fand ich spannend. Mal sehen, ob ich es ins Kino schaffe.
    Keine John Williams Musik macht Hoffnung. Ich finde seine Score echt nervig, auch wenn man sie teilweise nie vergisst, sind sie zu dominant und wenig abwechslungsreich.

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    • Ein toller Schauspieler. Ja, da habe ich etwas Nachholbedarf, auch was die Serien angeht. Ich glaube aber, dass ihn Hollywood mit diesem Film (und einer sehr wahrscheinlichen Oscar-Nominierung) für sich entdeckt hat. Im nächsten Spielberg-Film spielt er jedenfalls schon mal mit. 🙂

      Ja die John Williams-Musik geht einen meist für ne Weile nicht mehr aus den Kopf. Ich finde sie auch oftmals zu aufdringlich und sofort als seine erkennbar.

      Gefällt 1 Person

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