NYC – Film: „The Lobster“


Ich war am 27.09.15 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Lobster“ 118 min drama, comedy
dir. Yorgos Lanthimos cast: Colin Farrell, Rachel Weisz, Jessica Barden, Olivia Colman, Lea Seydoux, John C. Reilly, Ben Whishaw

In einer etwas anderen Welt. Verwitwete, geschiedene oder getrennt lebende Menschen – halt Alleinstehende – sind für die Welt nutzlos und werden verhaftet. Sie müssen in einem abgelegenen Hotel einchecken und sind verpflichtet, innerhalb von 45 Tagen einen neuen Partner zu finden. Gelingt ihnen das, sind sie wieder Teil der Gesellschaft, scheitern sie, werden sie in ein Tier ihrer Wahl verwandelt und ausgesetzt. Die Hotelgäste können aber nicht einfach so vorgeben, eine neue Beziehung zu haben, sie müssen schon plausible Gemeinsamkeiten mit ihrem neuen Partner vorweisen (beispielsweise Nasenbluten). Bei dem Ganzen liegt es nahe vor der Verwandlung aus dem Hotel zu flüchten und in dem Wald mit den anderen geflüchteten, partnerlosen Menschen zu leben – wären da nicht die Hotelgäste, die regelmässige Jagden veranstalten. Wenn die Hotelgäste auf einen der flüchtigen Singles schießen und diesen betäuben, bekommen sie einen zusätzlichen Tag für die Partnersuche gutgeschrieben. David (Colin Farrell) wurde von seiner Frau verlassen und landet mit seinem Bruder Bob, einem Hund, (der bereits vor Jahren bei der Partnerwahl versagte) in dem Hotel. Die strenge Hotelmanagerin (Olivia Colman) macht ihn mit den Regeln vertraut und fragt ihn, in was für ein Tier er sich verwandeln lassen möchte. David hat sich entschlossen, in einen Hummer transformiert zu werden.

B+ (Wertung von A bis F) „The Lobster“ ist das englischsprachige Spielfilmdebüt des griechischen Regisseurs Yorgos Lanthimos. Sein verstörenden Film Dogtooth war im Jahr 2011 überraschend für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert.

„The Lobster“ ist nicht minder verstörend. Der Film ist skurril, zynisch, krass, wahnsinnig witzig, aber auch liebenswert und vor allen Dingen einzigartig.

Vordergründig ist „The Lobster“ eine Beziehungssatire, es ist aber auch eine Liebesgeschichte. Wenn man einen in eine solche verrückte Welt führt, muss man dem Zuschauer erklären, wie diese funktioniert. Der Filmemacher hat ein durchdachtes Regelwerk aufgestellt und so war ich von Beginn an gefesselt und fasziniert zugleich.

Was macht einen herausragenden Film aus? Für mich sind es Filme, die mir noch lange in Erinnerung bleiben. „The Lobster“ ist kein perfekter Film, aber da ist diese absurde Idee und diese abgefahrene Welt, die ich wahrscheinlich nie vergessen werde. An einige schräge Szenen (beispielsweise diese inszenierten Theaterstücke, die zeigen warum es wichtig ist, einen Partner zu haben) bringen mich jetzt noch zum Lachen, wenn ich nur an sie denke. Dann gibt es diese Szene beim Tanztee, bei der die strenge Hotelmanagerin (gespielt von der wunderbaren Olivia Colman, bekannt aus Tyrannosaur und der TV-Serie Broadchurch 1. Staffel und 2. Staffel) auf der Bühne steht und beginnt, zu singen – da sind mir beinahe die Tränen gelaufen, so glücklich hat mich dieser absurde Film zu dem Zeitpunkt bereits gemacht.

„The Lobster“ ist festgesetzt in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2015.

Ich habe den Film auf dem NYFF 53 gesehen und selbstverständlich ist dieser Film bei den New Yorkern begeistert aufgenommen worden.

„The Lobster“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2015 gezeigt. Auf diesem Festival hat der Film den Jury Prize und den Queer Palm gewonnen (zusätzlich wurde Bob mit dem Palm Dog Award ausgezeichnet). Wie bereits erwähnt, habe ich den Film auf dem New York Film Festival 2015 gesehen. Yorgos Lanthimos, Rachel Weisz und Ariane Labed (siehe Fotos) haben sich im Anschluss an den Film den Fragen des Publikums gestellt. Der Film hat bereits einen amerikanischen Verleiher, bislang aber noch keinen amerikanischen Starttermin. Sony Pictures hat die Vertriebsrechte für den deutschsprachigen Raum erworben.

Trailer zu sehen:

Kleiner Ausschnitt zu sehen:

NYFF53
NYFF53 „The Lobster“ Q&A mit Ariane Labed, Rachel Weisz und Regisseur Yorgos Lanthimos
NYFF53
NYFF53 „The Lobster“ Q & A mit Ariane Labed, Rachel Weisz und Regisseur Yorgos Lanthimos
NYFF53
NYFF53 „The Lobster“ Q & A mit Ariane Labed, Rachel Weisz und Regisseur Yorgos Lanthimos

4 Gedanken zu “NYC – Film: „The Lobster“

  1. Oha, hört sich ja echt schräg an. Interessant auf jeden Fall.
    „Dogtooth“ und „Alpen“ habe ich bis heute noch nicht gesehen. Wenigstens den ersten wollte ich mal nachholen. Aber so wenig Zeit und so viel, was ich sehen will :))

    Liken

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