NYC – Film: „Black Mass“

Ich war am 24.09.15 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Black Mass“ (dt. Filmstart: 15.10.15) 122 min crime, adaptation, biopic
dir. Scott Cooper cast: Johnny Depp, Joel Edgerton, Benedict Cumberbatch, Kevin Bacon, Peter Sarsgaard, Dakota Johnson, Corey Stoll, Jesse Piemons

Im Jahr 1975 ist Jimmy „Whitey“ Bulger (Johnny Depp) einer der gefährlichsten Gangsterbosse in Amerika. Er ist der Anführer der irischen Mafia Winter Hill Gang. John Connolly (Joel Edgerton) arbeitet als Spezialagent beim FBI und kennt Jimmy von klein auf. Jetzt versucht er ihn davon zu überzeugen, als Informant für das FBI zu arbeiten. Das FBI will durch seine Aussagen andere Mafia-Familien zu Fall bringen.

C+ (Wertung von A bis F) „Black Mass“ basiert auf dem Buch „Black Mass: The True Story of an Unholy Alliance Between the FBI and the Irish Mob“ von Dick Lehr und Gerard O´Neill. Jack Nicholsons Figur Frank Costello in Martin Scorseses Film „The Departed“ basierte wage auf Whitey Bulger.

„Black Mass“ ist erst der dritte Film von Regisseur Scott Cooper. Sein Regiedebüt Crazy Heart war okay, hat aber immerhin Jeff Bridges seinen wohlverdienten Oscar eingebracht. Sein zweiter Film Out of the Furnace war in meinen Augen auch nicht so doll, hatte aber erneut einige herausragende Performance hervorgebracht. Und in diese Reihe fügt sich „Black Mass“ mit Leichtigkeit ein. Whitey Bulger war eine durchaus interessante Gangsterpersönlichkeit, die in meinen einen wesentlich besseren Film verdient hätte. Dafür wird man mit einigen grandiosen Performances belohnt. Bemerkenswert finde ich, dass ich wesentlich öfter lachen musste, als ich dies vermutet hatte.

Ein Hauptgrund für mich diesen Film zu sehen, war zweifelsfrei Johnny Depp. Ist das die Rolle für die er mit einem Oscar ausgezeichnet wird? In jeden Fall wird er dafür hochgehandelt. Es ist zweifelsfrei eine untypische Johnny Depp-Performance. Äußerlich ist er kaum wiederzuerkennen. Er hat eine ganz andere Statur, eine Halbglatze und unfassbar viel Make-up verwandeln sein Gesicht in ein völlig anderes. Reicht das um ihn mit der höchsten aller Schauspielerehren auszeichnen? Ich finde nicht. Gerade in den Nahaufnahmen nimmt ihn sein maskenhaftes Gesicht jegliche Ausdrucksstärke. Definitiv wäre hier weniger Make-up besser gewesen, auf die farbigen Kontaktlinsen hätte man beispielsweise gänzlich verzichten sollen, Seine starren, leblosen Augen lenken zu sehr ab. Auf der anderen Seite wird er seinem Schauspielkollegen Benedict Cumberbatch (der hier den Bruder von Johnny Depps Charakter spielt) wahrscheinlich nie wieder so ähnlich sehen wie in diesem Film. Man kann Johnny Depp für diese Rolle für den Oscar nominieren, dann hätte man aber auch Leonardo DiCaprio in J. Edgar nominieren müssen. Johnny Depp ist in jedem Fall nicht dran den Academy Awrd zu gewinnen. Er wurde bislang 3 x nominiert (für „Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl“, „Finding Neverland“ und Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street), da kann er sich hinter dem bereits 4x als Schauspieler (+ 1x als Produzent) für den Oscar nominierten und wesentlich vielseitigeren Leonardo DiCaprio einordnen.

Johnny Depp wird in „Black Mass“ auch nie zu seiner Filmfigur, ganz im Gegensatz zu anderen Schauspielern im Film. Am Besten hat mir eindeutig Peter Sarsgaard gefallen. Leider ist seine Rolle nicht sonderlich groß, aber in der kurzen Zeit ließ er mich die Luft anhalten. Bravourös meistert auch Joel Edgerton seinen komplexen Charakter. Positiv aufgefallen sind mir auch Rory Cochrane (der die rechte Hand von Jimmy spielt), Dakota Johnson (die Jimmys Ex spielt) und, mal wieder, Corey Stoll.

„Black Mass“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2015 gezeigt.

„Black Mass“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Johnny Depp), Bester Nebendarsteller (Kevin Bacon, Benedict Cumberbatch), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Our Brand is Crisis“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: David Gordon Greens neuer Film mit Sandra Bullock und Billy Bob Thornton
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Creed“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Wie viele Boxer-Filme muss ich eigentlich noch gucken? Rocky-Spin-off mit Sylvester Stallone.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Martian“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ridley Scotts neuer Film mit Matt Damon, Jessica Chastain, Jeff Daniels
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: gestern in einem Sneak Screening auf dem New York Film Festival gesehen

Trailer v. Film: „The Walk“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Robert Zemeckis neuer Film, habe im Trailer schon Gänsehaut bekommen. Joseph Gordon-Levitt Akzent lenkt mich zu sehr ab. Unbedingt muss ich den Film in 3D gucken
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: gerade auf dem New York Film Festival gesehen

Trailer v. Film: „Legend“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Wenn ich weiß, dass Tom Hardy in einem Film mitspielt, kaufe ich mir gedanklich bereits die Eintrittskarte. Hier gibts für das Geld sogar zwei Tom Hardys.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Secret in Their Eyes“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Remake des gleichnamigen argentinischen Films. Dieser Thriller ist mit Nicole Kidman, Chiwetel Ejiofor und Julia Roberts besetzt. Ein mit einer schwarzhaarige Perücke verändertes Äußeres macht aus Julia Roberts nicht auf einmal eine gute Schauspielerin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bin immer noch am überlegen