Boston – Film: „Amy“


Ich war am 14.07.15 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Amy“ (Kinostart war der 16.07.15) 128 min documentary
dir. Asif Kapadia cast: Amy Winehouse

Diese Dokumentation begleitet die Ausnahmekünstlerin Amy Winehouse von ihrem 14. Lebensjahr bis zu ihrem viel zu frühen Tod am 23.07.2011. Die Musikerin mit der einzigartigen Stimme starb im Alter von 27 Jahren an einer Alkoholvergiftung.

B+ (Wertung von A bis F) „Amy“ ist eine Dokumentation über die fragile Musikerin Amy Winehouse, die wahrscheinlich an ihrem Ruhm zerbrochen ist.

Die Dokumentation beginnt im Jahr 1998. Amy ist 14 Jahre alt und ein relativ unbekümmerter Teenager, die einfach nur singen will. In den folgenden Jahren sieht man, wie die begabte Sängerin für ihre Musik lebt, berühmt wird (etwas nach dem sie nie gestrebt hat), ihre verhängnisvolle Liebe zu Blake Fielder-Civil, ihre Selbstzweifel, ihre Depressionen und ihren Hang zur Selbstzerstörung. Sie litt schon in jungen Jahren an einer Essstörung, später dann ihre Abhängigkeit von Drogen und Alkohol und entsprechende Abstürze. Stets wurde sie von Paparazzi begleitet, die eine gute Story witterten. Irgendwann war sie dann ein Weltstar, von den harten Drogen und dem Alkohol kam sie aber dann nicht mehr los, die sensationsgierige Boulevardpresse hat jeden ihrer Abstürze dokumentiert.

In meinen Augen war Amy Winehouse eine der wenigen echten Künstlerinnen. Die Texte zu ihren Liedern schrieb sie selbst. Sie spiegelten ihre Gefühle, Erlebnisse oder einfach was sie gerade bewegte wieder.

Es ist eine sehr persönliche Dokumentation, eigentlich sieht man Amy Winehouse in praktisch jeder Einstellung. Zum Teil werden ihre eigene verwackelten Heimvideos gezeigt, aber auch Videos von Freunden, Produzenten, Handy-Videos von Fans oder auch öffentliches Bild- und Filmmaterial. Freunde, Verwandte, Manager und andere Wegbegleiter sprechen aus dem Off über die Sängerin. Der Film zeigt auch das Entstehen einzelner Songs. Mir hat besonders gut gefallen, dass die Texte immer eingeblendet wurden. Dadurch hat meinen einen noch besseren Bezug zu ihren Liedern, versteht warum sie sie geschrieben und auch warum sie diese später (z. B. eines ihrer größten Hits „Back to Black“, der von ihrem Ex-Mann handelt) nicht mehr singen wollte. Im Jahr 2011 sollte sie ein Konzert in Belgrad, Serbien geben. Sie trat torkelnd auf die Bühne und brachte kaum einen Ton raus und wurde letztlich ausgebuht. Wenige Wochen später wurde sie in ihrem Apartment tot aufgefunden.

Ich war den ganzen Film über gebannt und gerührt von dieser Persönlichkeit Amy Winehouse. Ich war aber auch zornig auf ihr näheres Umfeld und diese Paparazzi, die sie einfach nicht in Ruhe gelassen haben. Viele haben von ihrer Berühmtheit profitiert, aber letztlich war sie allein. Am Ende der Doku hatte ich für einen ganz kurzen Moment die Hoffnung, hier einen fiktiven Film zu sehen. Einen Film, der zeigt wie es ihr ergangen wäre, wenn sie nicht irgendwann die Kurve gekriegt hätte. Dann war aber diese kurze Moment wieder vorbei und ich musste schmerzlich realisieren, dass sie nicht mehr unter uns weilt und uns nicht schon bald mit neuer Musik verzücken wird. Diese Dokumentation wirkt nach. Sie hat mich dazu inspiriert, eine neue Playlist mit auch älteren Songs von Amy Winehouse zu erstellen. Ihre Songs lassen mich beim Hören jetzt immer etwas wehmütig zurück.

„Amy“ ist wieder ein Film von meinem amerikanischen Lieblingsverleiher A24 (Under the SkinLockeThe RoverA Most Violent YearEx MachinaSlow West)

 

„Amy“ ist im Gespräch für eine Oscar-Nominierung als bester Dokumentarfilm.

„Amy“ hat 1 Oscar-Nominierung als Bester Dokumentarfilm erhalten.

Update: „Amy“ hat einen Oscar (Bester Dokumentarfilm) gewonnen. 

Der Film wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2015 gezeigt.

Trailer zu sehen:

Ihre Wahnsinnsstimme zu hören:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Mistress America“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Noah Baumbachs neuer Film mit Greta Gerwig
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Pawn Sacrifice“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Tobey Maguire endlich mal wieder in einem scheinbar guten Film. Biografisches Drama auch mit Peter Sarsgaard und Liev Schreiber
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Suffragette “
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Carey Mulligan, Brendan Gleeson und Meryl Streep
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „We Are Your Friends“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Film mit Zac Efron. Leider nehme ich ihm immer noch nicht den coolen Frauenschwarm nicht ab.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Straight Outta Compton“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Biopic über Musiker mit Paul Giamatti
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Diary of a Teenage Girl“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: sehenswerte Tragikomödie mit Alexander Skarsgard und Bel Powley.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf der Berlinale gesehen

Trailer v. Film: „The End of the Tour“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Wieder ein Film von meinem Lieblingsverleiher A24. Biografisches Drama mit Jesse Eisenberg und Jason Segel
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

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