TV – Serie: "Daredevil, 1. Staffel"


Ich habe mir die komplette Staffel folgender Netflix-Serie angeschaut:

„Daredevil, 1. Staffel“ 13 x 55 min action, crime, drama, adaptation
dir. Phil Abraham, Adam Kane, Ken Girotti, Farren Blackburn, Guy Ferland, Brad Turner, Stephen Surjik, Nelson McCormick, Nick Gomez, Euros Lyn, Steven S. DeKnight cast: Charlie Cox, Elden Henson, Deborah Ann Woll, Rosario Dawson, Toby Leonard Moore, Vincent D´Onofrio, Vondie Curtis-Hall, Bob Gunton, Ayelet Zurer, Peter McRobbie, Peter Shinkoda, Wai Ching Ho, Scott Glenn, Phyllis Somerville

New York. Matt Murdock (Charlie Cox) und Foggy Nelson (Elden Henson) sind Anwälte und beste Freunde. Gerade haben sie Räumlichkeiten für ihre erste eigene Kanzlei in Hell´s Kitchen angemietet. Bislang haben sie noch kein Mandat, dann erfahren sie jedoch von einer jungen Frau, Karen Page (Deborah Ann Woll), die verdächtigt wird, einen Mann ermordet zu haben. Matt hatte als Kind einen Unfall, bei dem seine Augen mit giftigen Chemikalien in Berührung kamen. Dabei hat er sein Augenlicht verloren, zeitgleich wurden aber seine anderen Sinne übernatürlich geschärft. Er nutzt diese Gabe um nachts in seinem Viertel Hell´s Kitchen für Recht und Ordnung zu sorgen. Dabei kämpft er gegen Kriminelle. Irgendwann bekommt er es dann mit dem skrupellosen Unterwelt-Boss Wilson Fisk (Vincent D´Onofrio) zutun.

B (Wertung von A bis F) Die Serie „Daredevil“ basiert auf der gleichnamigen Figur der Marvel Comics. Die Geschichte beginnt nachdem die Ereignissen von Marvel´s The Avengers endeten. Der Serienschöpfer ist Drew Goddard. Er hat sich zuvor als Drehbuchschreiber einiger Episoden der Erfolgsserien „Buffy the Vampire Slayer“, „Angel“, „Alias“ und „Lost“, sowie der Kinofilme Cloverfield, „The Cabin in the Woods“ und World War Z hervorgetan. Bei dem Horrorfilm „The Cabin in the Woods“ gab er zugleich sein Regiedebüt.

Ich bin ja bekanntlich kein Marvel-Fan (und kenne mich zugegebenermassen in dem Marvel-Universum auch überhaupt nicht aus). Den einzigen Comic-Helden den ich cool finde ist Batman und der ist von DC Comics. Die einzige Assoziation, die ich mit „Daredevil“ hatte, war dieser unsägliche „Daredevil“-Film aus dem Jahr 2003. Wahrscheinlich gibt es kaum jemanden der blöder in einem Superhelden-Kostüm aussah als Ben Affleck. Na jedenfalls hat diese augenfeindliche Inszenierung sicherlich nicht die Basis für eine Freundschaft zwischen mir und Daredevil geschaffen.

Dann habe ich aber von dieser neuen Netflix-Serie gehört. Nicht nur von den Nerds und Marvel-Fans wurde die Streaming-Serie „Daredevil“ begeistert aufgenommen. Ich wollte – wie so oft – nur mal kurz reinschauen. Schnell hat mir die düstere Bildästhetik und der Stil gefallen. Zu meiner großen Verblüffung mochte ich sogar den Comic-Helden Matt Murdock – vielleicht weil er mich irgendwie an Batman erinnert. Matt Murdock/Der Mann mit der (schwarzen) Maske/Daredevil weist tatsächlich Parallelen zu Batman, aber auch zu meinem TV-Serienmörderliebling Dexter auf. Matt Murdock hat auch keine völlig unrealistischen Superkräfte, geht tagsüber einen ganz normalen Job nach und sorgt nachts für mehr Gerechtigkeit in der Welt (oder in New York, bzw erst einmal in seinem Kiez in Manhattans Hell´s Kitchen). Ich habe ziemlich schnell die Welt gekauft, in die mich die Serie führt.

„Daredevil“ ist sehr aufwendig produziert, das Production- und Setdesign sieht sehr hochwertig und edel aus. Visuell ist die Serie ein Hingucker. Die erste Staffel erzählt eine zusammenhängende Geschichte. Es ist eine Story, bei der die Comicfigur Matt Murdock die Hauptrolle spielt, das aber bevor er offiziell zu Daredevil wird. Bei seinen nächtlichen Aktionen trägt er zwar eine Art Uniform (schwarze Kleidung und eine Mütze, die auch seine Augen bedeckt), aber zunächst kein offizielles Superhelden- bzw. Daredevil-Kostüm. In der Öffentlichkeit wird er „The man in the (black) mask“ genannt. Die 13. und damit letzte Episode der ersten Staffel trägt bezeichnenderweise Titel „Daredevil“.

So sehr ich Matt Murdock mochte, so wenig mochte ich seinen Gegenspieler. Vincent D´Onofrio ist für mich als Wilson Fisk fehlbesetzt. Fisk ist ein sehr wichtiger Charakter der ersten Staffel von „Daredevil“. Der hätte, in meinen Augen, besser besetzt werden müssen. Dafür mochte ich aber, neben den Titelhelden, auch ein paar andere Charaktere der ersten Staffel. Mein Liebling ist eindeutig Wesley, aber ich mag auch Claire, Foggy, Karen und Ben.

Matt Murdock ist eine Figur aus einem Comic und das musste ich mir zwischendurch noch mal bewusst machen. Anders ist auch schwer nachzuvollziehen, wie sicher sich der blinde Held durchs das nächtliche New York bewegt, elegant und präzise asiatische Kampfsportarten praktiziert und selbst so viele durchaus schwerwiegende Verletzungen davonträgt, um dann kurz darauf schon wieder „in den Ring“ zu steigen. Es gibt natürlich noch mehr Ungereimtheiten, aber vieles ist durch diese Fantasie-Welt, in der die Serie angesiedelt ist, zu erklären. „Daredevil“ spielt in Manhattans Viertel Hell´s Kitchen. Die Figuren sind aus dem Marvel Universum.

Was mir außerordentlich gut gefallen hat, ist, dass am Ende der ersten Staffel nicht alle vermeintlich wichtigen Charaktere noch am Leben sind. Die Serientode waren mitunter überraschend und ungewöhnlich konsequent für eine TV-Serie.

Ich fand die erste Staffel von „Daredevil“ wirklich cool und stylisch. Sie ist aber auch ziemlich brutal und blutig. Die Kampfchoreographien sind beeindruckend und auch mochte ich, dass es mindestens zwei starke Frauencharaktere gibt. Vielleicht hätte ich eine noch bessere Bewertung spendiert, wenn die Serie etwas weniger actionreich wäre, mir der Bösewicht besser gefallen hätte und Matt Murdock (obwohl es zum Schluss wieder einen Sinn ergibt) nicht auch noch katholisch wäre. Sein andauernd-zum-Priester-Gerenne hat mich genervt.

Die Episoden im Einzelnen:

Mit der dritten Folge war mir klar, dass ich keine A-Bewertung vergeben kann. Zu unzufrieden war ich mit dem Bösewicht. Er hat einfach nicht die nötige Präsenz und auch mochte nicht wie er seine Stimme und Sprache einsetzt. Ich habe mich dabei ertappt, dass ich mir James Spader in dieser Rolle gewünscht habe.

Die Episode 10 ist meine Lieblingsfolge

Die Episode 12 mochte ich gar nicht. Zu sehr fehlt mir hier eine wichtige Figur.

Die Episode 13 bietet einen schönen Abschluss für eine solide erste Staffel

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Matt Murdock/ The man in the (black) mask/ Daredevil hatte als Neunjähriger einen Unfall, bei dem er mit radioaktiven Material in Berührung kam. Seit diesem Zeitpunkt ist er blind, dafür hat er einen sehr ausgeprägten Instinkt und einen übernatürlichen Hör- und Geruchsinn. Sein Vater war ein Preisboxer und ist früh verstorben. Matt Murdock ist katholisch und hat Jura studiert. Mittlerweile hat er mit seinem besten Freund Foggy (gespielt von Elden Henson) eine Kanzlei eröffnet. Matt führt ein geheimes Doppelleben. Nachts sorgt er für mehr Gerechtigkeit in seinem Viertel Hell´s Kitchen. In schwarzer Kleidung und mit heruntergezogener Mütze knüpft er jeden auf, der es verdient hat. Seine Opfer erleiden gerne fiese Augenverletzungen. Er selbst steckt dabei aber auch ordentlich Prügel ein. Matt will Hell´s Kitchen zu einem besseren Ort machen. In der Öffentlichkeit wird über ihn als „Der Mann mit der (schwarzen) Maske“ gesprochen. Erst später wird aus Matt Murdock nachts Daredevil. Gespielt wird Matt Murdock von dem englischen Schauspieler Charlie Cox. Ich habe ihn vor einigen Jahren noch in Matthew Vaughns Stardust gesehen. Kürzlich war er in dem, für einen Oscar nominierten Film   The Theory of Everything zu sehen. Er hat aber auch über zwei Staffeln in der HBO-Serie „Boardwalk Empire“ mitgespielt

Foggy Nelson ist der beste Freund von Matt Murdock (gespielt von Charlie Cox). Die Beiden haben zusammen studiert. Foggy und Matt sind Rechtsanwälte und haben kürzlich ihre eigene Kanzlei in Hell´s Kitchen aufgemacht. Foggy ahnt nicht, was sein bester Freund nachts treibt. Foggy Nelson wird von dem amerikanischen Schauspieler Elden Henson gespielt. Er hat in den „The Mighty Ducks“-Filmen, „Castaway“, „“The Butterfly Effect, und in den „The Hunger Games: Mockingjay“,  Part 1 und Part 2 mitgespielt.

Karen Page ist die erste Klientin von Matt and Foggy (gespielt von Charlie Cox und Elden Henson). Karen Page wird von der amerikanischen Schauspielerin Deborah Ann Woll gespielt. Sie hat bereits in dem Kinofilm Ruby Sparks mitgespielt und hat in allen Staffeln der HBO-Serie  True Blood gespielt.

Claire Temple arbeitet als Krankenschwester und rettet Matt eines Nachts das Leben. Claire wird von der amerikanischen Schauspielerin Rosario Dawson gespielt. Sie hatte ihre erste Rolle in Larry Clarkes Skandalfilm „Kids“. Dann hat sie in einem meiner Lieblingsfilme „25th Hour“ mitgespielt, ausserdem in „Sin City“, Death Proof und  Trance. Erst kürzlich mochte ich sie in   Top Five.

Wilson Fisk ist ein einflussreicher Geschäftsmann in Hell´s Kitchen. Er ist aber auch der skrupellose Anführer eines Verbrechersyndikats. Er ist der große Bösewicht der Serie. Fisk wird von dem amerikanischen Schauspieler Vincent D´Onofrio gespielt. Seine Performance mochte ich von allen am Wenigsten. Ich mag nicht wie Vincent D´Onofrio seine Stimme einsetzt, um bedeutender zu klingen. Überhaupt hätte ich mir einen anderen Schauspieler gewünscht, Vincent D´Onofrio begleitet mich schon gefühlt ein Leben lang. Er hat in Stanley Kubricks „Full Metal Jacket“, „Mystic Pizza“, „JFK“, „The Player“, „Salt on Our Skin“, „Men in Black“, „The Cell“ mitgespielt. Vielen wird er aber durch seine Hauptrolle in „Law & Order: Criminal Intent“ bekannt sein. Ich habe ihn erst kürzlich in The Judge und Run All Night gesehen. In Jurassic World hat er mich vor kurzem genausowenig als Bösewicht überzeugen können.

James Wesley ist die rechte Hand von Unterwelt-Boss Wilson Fisk (gespielt von Vincent D´Onofrio). Optisch elegant und unscheinbar. Wesley wirkt auf mich aber von Anfang an undurchsichtiger und gefährlicher als Fisk. Wesley wird von dem australischen Schauspieler Toby Leonard Moore gespielt. Er war erst kürzlich in John Wick zu sehen. Ich mag Wesley sehr gerne.

Ben Urich arbeitet als Reporter bei der Tageszeitung New York Bulletin. Er ist mit Doris (gespielt von Adriene Lenox) verheiratet. Ben Urich wird von dem amerikanischen Schauspieler und Regisseur Vondie Curtis-Hall gespielt. Er hat regelmässig in der TV-Serie „Chicago Hope“ gespielt und war auch in Baz Luhrmanns „Romeo + Juliet“ zu sehen. Bei dem Mariah Carey Film „Glitter“ hat er Regie geführt.

Vanessa ist Betreiberin einer Kunstgalerie. Der Unterwelt-Boss Wilson Fisk (gespielt von Vincent D´Onofrio) interessiert sich für sie. Vanessa wird von der israelischen Schauspielerin Ayelet Zurer gespielt. Sie hat bereits in den Kinofilmen „Munich“, „Vantage Point“, „Angels & Demons“ gespielt. Ich fand ihren Seriencharakter nicht wirklich glaubwürdig.

Die komplette erste Staffel von „Daredevil“ wurde bei Netflix (U.S. und Deutschland) am 10.04.15 zur Verfügung gestellt. Die zweite Staffel ist gerade (im Juli 2015) in Produktion gegangen.

Der exzellente Vorspann (von den Kreativen, die auch den Vorspann von  True Detective gestaltet haben) ist zu sehen:

Trailer zu sehen:

Zwei Trailer hintereinander durch die man einen guten Eindruck von dem Style der Serie bekommt:

5 Gedanken zu “TV – Serie: "Daredevil, 1. Staffel"

  1. Gut ich habe auch die ersten beiden Folgen gesehen und fand sie gar nicht sooo grottig :)) Nichtsdestotrotz finde ich Daredevil eine etwas blöde Figur, aber die neuen Comicvrfilmungen, also die Serien, sind schon außerordentlich liebevoll gemacht und das macht auch einiges Wett.
    Wundert mich echt, dass Du Gotham nicht gesehen hast. Hat den gleichen optischen Chic.
    Mal sehen, wann ich es schaffe weiterzugucken 😀

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  2. gar nicht soooo grottig :)) Ja irgendwie fand ich Daredevil bisher auch irgendwie blöd, vielleicht wegen Ben Affleck und diesem lächerlichen Kostüm. 🙂

    Na ich kann wirklich nur sehr dosiert Comic-Verfilmungen gucken. Fühle mich ja sehr schnell davon gelangweilt und finde die Filme/Serien dann irgendwie alle gleich. Bisher habe ich noch nicht gehört, dass „Gotham“ so gut sein sollte, bzw. sich von den ganzen Comic-Serien hervorhebt. Hast Du die gesehen?

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  3. Ja, ich habe die erste Staffel Gotham gesehen, dabei fällt mir ein, dass ich gar nix zu geschrieben habe! Muss ich noch mal nachholen!
    Also ich mag die Serie und finde das ist die erste gute Rolle Jada Pinkett Smiths und einer der wenigen Comicechtfilmserien, die ich mag und das mit DC Figuren! :))
    Wie gesagt, Daredevil werde ich sicherlich noch ansehen, die ist etwa auf dem gleichen Level.

    Ich habe übrigens gerade mit Entsetzen gelesen, dass Blog.de schließt. Das ist ja furchtbar!! Du musst bitte bitte unbedingt mit Deinem Blog umziehen und weitermachen! Den Inhalt kann man ja mitnehmen.
    Sorry ich bin gerade in Panikstimmung. Zwar ist mein Schäfchen im Trockenen, aber jemanden wie Dich will ich natürlich nicht „verlieren“ !

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  4. Du bist ja süß. 🙂 Ja mir steht auch gerade ziemlich die Panik in den Augen. Das kann ich doch wieder alles nicht alleine. Du bist doch vor einiger Zeit mit Deinem gesamten Blog „umgezogen“ – war das kompliziert? Also versetze Dich in der Lage von jemanden, die keine Ahnung von dem hat, was ihre hübschen Macs alles können und auch nicht sonderlich Lust, unnütze Zeit zu investieren. Ist das zeitaufwendig? Heul.

    Meine ich doch wohl, an einen „Gotham“-Artikel von Dir hätte ich mich doch erinnert. Ich kann Jada Pinkett nicht leiden, genausowenig wie ihre Gören.

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  5. Wirklich kompliziert ist es nicht, wenn man sich mit einem Standart Theme (Design) begnügt – da gibt es ja echt schöne.
    Man muss sich eben in die veränderten Features einpfriemleln; Blogger hat da echt viele Optionen und ist kostenfrei

    Hier auf Blogde wurde eine Gruppe gegründet Zwecks gemeinsamen Umzugs.
    Das ist vor allem für, die die nicht so viel Action machen wollen vielleicht ganz gut.
    Wichtig ist, dass Du bei Blogde eine XML-Datei Deines Blogs anforderst. Die brauchst Du egal ob Du zu Blogger oder WordPress gehst
    Mein Problem waren beim Umzug nach Blogger die Tags. Die musste ich kontrollieren und nachbearbeiten. Bei WordPress gab es damit keine Probleme, da fehlten nur ab und zu mal ein Bild.
    Jetzt wo Blog. de schließt werden mir viele Bilder fehlen, weil ich noch Verlinkungen habe. Das wird also noch Arbeit.

    Jada Pinkett hasse ich, aber die Rolle als „Fish“ passt so hundert pro zu ihr :))

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