San Francisco – Film: "Mad Max: Fury Road"


Ich war am 07.05.15 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Mad Max: Fury Road“ (dt. Kinostart war der 14.05.15) 121 min action, sequel
dir. George Miller cast: Tom Hardy, Charlize Theron, Nicholas Hoult, Rosie Huntington-Whiteley, Zoe Kravitz, Riley Keough, Abbey Lee, Courtney Eaton,

In einer postapokalyptischen Zukunft wird der Einzelgänger Max (Tom Hardy) von dem Diktator Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne) versklavt und als lebender Blutspender missbraucht. Als ihm die Flucht gelingt, trifft er auf die Kriegerin Furiosa (Charlize Theron). Sie ist mit Immortan Joes entflohenen Ehefrauen (Rosie Huntington-Whiteley, Riley Keough, Zoe Kravitz, Abbey Lee, Courtney Eaton) unterwegs. Ihr Ziel ist das Grüne Land, dort hat Furiosa gelebt hat, bevor sie verschleppt wurde. Immortan Joe ist den Frauen und Max aber bereits auf den Fersen.

A- (Wertung von A bis F) Dreißig Jahre nachdem der letzte Teil seiner „Mad Max“-Trilogie in die Kinos kam, inszeniert der Filmemacher George Miller nun mit „Mad Max: Fury Road“, den vierten Teil seiner eigenen Reihe. Ich habe keinen der vorangegangenen „Mad Max“-Filme gesehen.

Ich gucke ziemlich viele Filme, mein Interesse gilt aber hauptsächlich den kleinen oder etwas größeren Indies und selbstverständlich sämtlichen Filmen, die zu irgendeinem Zeitpunkt mal im Gespräch für wichtige Oscar-Nominierungen sind oder waren. Mainstream-Filme gucke ich selten und noch weniger interessiere ich mich für teuer produzierten Quark. Ich habe immer öfter den Eindruck: Je höher die Produktionskosten, je dümmer der Film und meist das Publikum. Wenn dann meine Wahl mal auf einen Blockbuster fällt, dann entweder aus purer Langeweile oder weil ich denke, dass der Film aus irgendeinem Grund cool ist/sein müsste. „Mad Max: Fury Road“ hat mich zunächst gar nicht interessiert, nicht einmal als ich erfahren habe, dass Tom Hardy und Charlize Theron besetzt wurden. Als ich dann das erste Mal den überwältigende Trailer im Kino gesehen habe, war jedoch schnell klar, dass dies für mich ein Pflichtfilm ist.

Als „Mad Max: Fury Road“ Mitte Mai die Filmfestspiele von Cannes eröffnete, war es plötzlich DER Film des Jahres. Ich habe den Film erst drei Wochen nach dem weltweiten Kinostart gesehen und da stand der Film immer noch bei 98% RT. Meine Erwartung war immens. Und man sollte sich nichts vormachen, gehypte Filme haben es grundsätzlich schwer, die eigenen Erwartungen zu erfüllen – vor allen Dingen wenn man den Film dann erst Wochen später, nachdem praktisch alle Anderen ihn gesehen haben, sieht.

„Mad Max: Fury Road“ hat meine Erwartungen aber komplett erfüllt. Vielleicht ist der Film kein Meisterwerk, definitiv ist er aber ein Kunstwerk. Es ist ein zweistündiger George Miller-Erlebnispark. Natürlich gibt es keine große Story, der Film ist quasi eine einzige Verfolgungsjagd. Der Filmemacher George Miller setzt aber mit seiner Inszenierung ganz neue Maßstäbe, künftig wird sich jeder herausragende Actionfilm mit diesem Film messen lassen müssen, zumindest was den visuellen Stil angeht. Der 70-jährige Regisseur und sein 72-jähriger Kameramann John Seale (den George Miller eigens für diesen Film aus dem Ruhestand geholt hat) haben hier mit ganz wenig Computereffekten gearbeitet und einen handwerklich brillantes Filmwerk vollbracht. „Mad Max: Fury Road“ hat gerade auch die Kenner der Branche extrem beeindruckt.

Dieses Mammutprojekt (mit 150 Millionen Dollar Produktionskosten) hätte ganz leicht völlig in die Hose gehen können. „Mad Max: Fury Road“ hätte wie die Filme „Heaven´s Gate“, „Waterworld“, „Battlefield Earth“ oder ähnlich teuer produzierter Müll sowohl als Film als auch an der Kinokasse ein Desaster sein können.

Das Erste was mir im Film aufgefallen ist, war dieser grandiose Schnitt des Films (übrigens ist die Cutterin George Millers Ehefrau Margaret Sixel, die zuvor keine Erfahrung mit Actionfilmen hatte). Der Schnitt hat eigentlich aus dem Stand einen Oscar verdient. Dann die spektakulären Filmsets, die krassen Fahrzeuge (mein Lieblingstruck ist natürlich der irre Heavy-Metal-Truck mit dem Gitarristen und den vier Trommlern), die bizarren Kreaturen, die einfallsreichen Kostüme und Masken, diese coolen Waffen, die ganzen Details und dann die Kamerafahrten. Es ist gut möglich, dass ich den ganzen Film über mit offenen Mund im Kino saß.

Die Figur Mad Max ist eigentlich nur der titelgebende Charakter, der einen in George Millers verrückte Welt einführt. Max selbst ist aber eher eine Nebenfigur und vielleicht sogar der uninteressanteste Charakter im gesamten Film. Der Filmtitel ist daher etwas irreführend, eigentlich hätte der Film Furiosa heißen müssen oder zumindest hätte der Name irgendwo im Filmtitel auftauchen müssen. Fuiosa ist eindeutig der Held bzw. die Heldin des Films. Es ist ihre Geschichte. Es gilt als erwiesen, dass George Miller seinen Film ohne Mad Max im Filmtitel NIEMALS hätte finanziert bekommen.

Es ist schon eine Seltenheit, dass eine Frau die Hauptrolle in einem Actionfilm spielt. Was die künftigen Fortsetzungen der „Mad Max“-Reihe angeht, interessiert mich hauptsächlich wie es mit Fuiosas Geschichte weitergeht. Charlize Theron ist großartig in der Rolle der Furiosa.

Tom Hardy ist für mich ein Ausnahmeschauspieler, um so enttäuschter war ich zu Beginn des Films. Tom Hardy spielt Mad Max und ist zum Anfang des Films ein Gefangener, dem sie eine metallene Maske auf sein ausdrucksstarkes Gesicht gesetzt haben. Tom Hardy hat bereits als Bane in The Dark Knight Rises so ne olle Maske tragen müssen. Völlige Talentverschwendung. In „Mad Max: Fury Road“ sah er mit Maske aus wie Gerard Butler. Später im Film hatte ich auch Probleme mit ihm. Seine Stimme (und er redet vielleicht ganz zehn Sätze) hat nicht zu den Szenen gepasst. Für mich hat sich das so angehört, als ob er sich selbst später im Studio nachsynchronisiert hat. Überhaupt müssen die Dreharbeiten in Namibia extrem anstrengend gewesen sein. Charlize Theron kam wohl mit Tom Hardy gar nicht klar und Beide haben versucht, sich möglichst aus dem Weg zu gehen.

Tom Hardy hat in einem Interview (im April 2015, noch vor Kinostart) bekanntgegeben, dass er einen Vertrag für drei weitere Filme der „Mad Max“-Reihe bereits unterschrieben hat. Der Arbeitstitel des nächsten Films ist: „Mad Max: The Wasteland“.

Ich habe „Mad Max: Fury Road“ bewusst in 2D geschaut, die 3D-Fassung ist auch nur nachträglich konvertiert. Wichtig ist, dass man den Film auf der grösstmöglichen Leinwand sieht. Wobei nicht allein das Ausmaß der Leinwand ein Kriterium für die Wahl des Kinos sein sollte, sondern auch das Soundsystem.

Blockbuster werden von AMPAS nur registriert, wenn sie an der Kinokasse erfolgreich sind. Jetzt sind seit Kinostart bereits 4 Wochen vergangen und „Mad Max: Fury Road“ hat weltweit $318,577,827 eingespielt. Wenn ein Film wie „Gravity“ in den Kategorien Bester Film und Beste Regie für den Oscar nominiert wurde, dann hat „Mad Max: Fury Road“ schon lange Academy Award-Nominierungen in diesen beiden Königskategorien verdient. Nun, wenn der Film erst im November/Dezember 2015 in die Kinos käme, würde er hundertprozentig für Bester Film und Beste Regie nominiert werden. Jetzt ist aber noch mehr als ein halbes Jahr hin und wir alle, aber insbesondere aber die Academy-Mitglieder sind vergesslich. Der Verleiher (Warner Bros.) sollte alles daransetzen, dass „Mad Max: Fury Road“ bis dahin noch ganz präsent ist, eine Wiederaufführung und viele Academy-Screenings ins Auge fassen, dann sehe ich hier sogar einige wohlverdiente Auszeichnungen für den Film.

„Mad Max: Fury Road“ ist für folgende Oscars im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Charlize Theron), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Schitt, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Bestes Kostümdesign, Bestes Make-up und Frisuren, Bester Ton, Bester Tonschnitt, Beste Filmmusik, Beste visuelle Effekte. Schon länger Zeit soll eine neue Kategorie bei den Academy Awards an den Start gebracht werden: Beste Stunts. Sollte das unwahrscheinlicherweise noch in den nächsten Monaten geschehen, wäre „Mad Max: Fury Road“ gesetzt.

„Mad Max: Fury Road“ hat 10 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Beste visuelle Effekte, Bestes Kostümdesign, Bestes Make-up und beste Frisuren, Beste Kamera, Bester Schnitt, Bester Ton, Bester Tonschnitt, Bestes Szenenbild) erhalten.

Update: „Mad Max: Fury Road“ hat 6 Oscars (Bester Schnitt, Bestes Kostümdesign, Bestes Szenenbild, Bestes Make-up und beste Frisuren, Bester Ton und Bester Tonschnitt) gewonnen: 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Ant-Man“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Muss ich mir tatsächlich wieder en Marvel-Film angucken?
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei 80% RT

Trailer v. Film: „Hitman: Agent 47“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Gut, es ist nicht Timothy Olyphant und auch nicht Quinn, aber Rupert Friend und den mag ich spätestens seit der vierten Staffel von „Homeland“ sehr.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Gift“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Thriller von und mit Joel Edgerton. Auch dabei Jason Bateman und Rebecca Hall. Solche Filme sehe zwischendurch ganz gerne
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Magic Mike XXL“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Fortsetzung des Männer-Striptease-Films, wieder mit Channing Tatum, aber auch Matt Bomer
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Intern“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Nancy Meyers neuer Film mit Robert De Niro und Anne-Freakface-Hathaway. Wann hört De Niro endlich auf, so einen Mist zu drehen?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: einen Film mit Hathaway gucke ich nur unter Zwang

Trailer v. Film: „The Last Witch Hunter“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Fantasy-Film mit Michael Caine und Vin Diesel
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

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2 Gedanken zu “San Francisco – Film: "Mad Max: Fury Road"

  1. Ein paar der erwähnten Kategorien halte selbst ich für angemessen, wenn es um das Goldmännchen geht, aber bester Film und beste Regie?
    Dafür war mir das Ganze doch zu albern und Du weißt, ich stehe auf Albernes :))
    Aber man steckt nicht drin und es sind noch reichlich Monate bis zu den Nominierungen.

    Bei Ant-Man dachte ich erst: ich hasse Rudd, aber an sich scheint es eine sehr humorvolle Verfilmung zu sein, also gebe ich dem Streifen eine Chance.

    Hitman…und Rupert Friend ? Der macht so einen verkniffenen Eindruck und die Trailer fand ich schlecht.

    Hm, und „The Last Witch Hunter“ hört sich auch verquer an :))

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  2. Genre-Filme erhalten sowieso ganz selten überhaupt eine Nominierung. Aber wenn ein Film wie „The Lord of the Rings“, „Avatar“, „District 9“, „Django Unchained“ oder halt „Gravity“(der auch nur visuell was her macht) als Bester Film nominiert werden, müssten Nominierungen für Film und Regie auch für „Mad Max: Fury Road“ drin sein. Der letzte der „The Lord of the Rings-Filme“ war sogar (stellvertretend für alle drei Teile) in 11 Kategorien nominiert und hat alle 11 auch gewonnen. Auch eigentlich unfassbar, den letzten habe ich mir nichtmal mehr angeguckt. „Gravity“ hat 7 Oscars gewonnen, inklusive Regie.

    Es geht um eine Verbeugung vor George Millers Leistung. Einem 70-jährigen Filmemacher, der Jahrzehnte keinen Actionfilm gedreht hat und jetzt mit so nem visuellen Hammer noch mal allen zeigt wo der Hammer hängt. Er ist auch der Academy nicht fremd, hat sogar schon einen Oscar gewonnen (für seinen Animationsfilm „Happy Feet“) und war einige Male nominiert. Ich denke tatsächlich, dass ihm die Nominierungen für Film und Regie sicher wären, würde der Film Ende November/Anfang Dezember erst in die Kinos kommen. Die Kritiker stehen beinahe einheitlich hinter dem Streifen, 98% Rotten Tomatoes erreichen die meisten, tatsächlich für einen Oscar nominierten Filme nicht mal. Die große Konkurrenz (wenn der Film dann tatsächlich gut ist) wird J.J. Abrams mit „Star Wars: The Force Awakens“ sein. Naja man wird sehen.

    Ja Ant-Man sieht irgendwie gut aus, nimmt sich scheinbar nicht so ernst. Wahrscheinlich habe ich aber wieder in der letzten Instanz gar keine Lust auf den Film.

    Vorsicht – Rupert Friend steht momentan unter meinem persönlichen Schutz. :))

    Michael Caine zieht mich ja generell ins Kino, aber Vin Diesel. :no:

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