TV – Serie: "Homeland, Staffel 4"


Ich habe mir die komplette Staffel folgender Showtime-Serie angeschaut:

„Homeland, 4. Staffel“ (dt. Free-TV-Premiere ab 10.07.15 auf KABEL EINS) 12 x approx. 50 min drama, thriller
dir. Lesli Linka Glatter, Keith Gordon, Michael Offer, Charlotte Sieling, Carl Franklin, Alex Graves, Seith Mann, Dan Attias, Clark Johnson cast: Claire Danes, Rupert Friend, Mandy Patinkin, Nazanin Boniadi, Maury Sterling, Laila Robins, Tracy Letts, F. Murray Abraham, Nimrat Kaur, Michael O´Keefe, Corey Stoll, Suraj Sharma

Carrie Mathison (Claire Danes) leitet mittlerweile die CIA-Basis in Kabul, Afghanistan. Von dem CIA-Leiter in Islamabad, Pakistan, Sandy Bachman (Corey Stoll) erfährt sie den Aufenthaltsort eines der von der CIA meistgesuchten Top-Terroristen. Carrie erteilt den Auftrag, das Ziel zu bombardieren. Bei dem Anschlag wurde jedoch scheinbar nicht nur der Taliban-Führer (Numan Acar) getötet, sondern auch 40 Zivilisten. Der Luftangriff hat eine gesamte Hochzeitsgesellschaft getroffen. Einer der Verletzten, Aayan (Suraj Sharma) hat gerade die Feierlichkeiten und den Bombenangriff gefilmt und dieses Video landet schließlich bei YouTube, was den Zorn der pakistanischen Bevölkerung hervorruft. Carrie fliegt zunächst nach nach Islamabad, um sich mit ihrem Informanten, Sandy Bachman zu treffen und aufzuklären, wie es dazu kommen konnte. Dort trifft sie auch wieder auf Peter Quinn (Rupert Friend), der als Agent in Pakistan arbeitet. Es kommt zu einem dramatischen Überfall und Carrie und Quinn werden zurück nach Langley zitiert. Carrie will aber so schnell wie möglich zurück nach Islamabad und den Fall klären. Der CIA Direktor Andrew Lockhart (Tracey Letts) will sie keinesfalls gehen lassen, aber Carrie kann sich durchsetzen und wird die CIA-Basis in Islamabad, Pakistan leiten.

B+ (Wertung von A bis F) Die Dynamik der ersten drei „Homeland“-Staffeln entstand hauptsächlich durch eine psychisch instabile Top Agentin der CIA und einem jahrelang in Al-Quaida-Gefangenschaft gehaltenen U.S. Marine, der befreit wurde und zurück in die USA kam. Die CIA-Agentin Carrie Matthison hatte geglaubt, dass der Elite-Soldat Brody von den Terroristen umgedreht wurde und in den U.S.A. einen Terroranschlag plant. So zumindest begann Carries Geschichte, zwischendurch ist viel geschehen, aber als die eher durchwachsene dritte Staffel zu Ende ging, konnte ich mir nicht vorstellen, wie man „Homeland“ fortsetzen kann.

Gut, Carrie Matthison (gespielt von Claire Danes) ist ein exzellenter Seriencharakter, aber was sollte schon mit der vierten Staffel kommen?

„Homeland“ musste sich neu erfinden und die gute Nachricht, es ist den Serienmachern gelungen. Zunächst beginnt die in der vierten Staffel erzählte Geschichte nicht da wo die der dritten endete. Diese Staffel spielt zunächst in Kabul, Afghanistan, aber dann hauptsächlich in Islamabad, Pakistan. Die CIA hat dort eine Dependance und ist ständig auf der Jagd nach Taliban-Führern und anderen Terroristen. „Homeland 4“ schafft es einen, in eine ganz andere Welt zu ziehen. Sie gibt einen guten Einblick, wie amerikanische Geheimdienstarbeit in einem Land wie Pakistan funktioniert. Wie operiert die CIA konkret in einem solchen Land, inwieweit kollidieren die Regierungsinteressen der beiden Länder mit denen der Nachrichtendienste? Die CIA kann bzw. muss mit dem etwas undurchsichtigen pakistanischen Geheimdienst ISI zusammenarbeiten. Kann die CIA den Agenten der ISI überhaupt trauen?

Die Hauptfiguren der vierten Staffel sind Carrie, Quinn und Saul. Es geht um ihre Beziehungen zueinander, um Vertrauen und Vertrauensbruch, aber auch um Schuldgefühlte, die jeder einzelne aus unterschiedlichen Gründen hat.

In meinen Augen dauert es drei Folgen bis die vierte Staffel von „Homeland“ richtig in Schwung kommt. Bis zum Ende der dritten Episode („Shalwar Kameez“) war ich semi-interessiert. Der letzte Dialog, das Telefongespräch hat mich dann gleich auf zwei Ebenen erreicht. Dann ist diese Staffel richtig spannend und wenn man dann noch etwas mehr Geduld aufbringt, erreicht die Serie spätestens mit der 8. Episode („Halfway to a Donut“) und, vor allen Dingen mit meiner Lieblingsfolge, der 9. Episode („There’s Something Else Going On“) die Brillanz, die sie zuletzt mit der ersten und zweiten Staffel gezeigt hat. Leider war ich dann aber wieder mit den letzten Minuten des Staffelendes, der 12. Folge („Long Time Coming“) enttäuscht.

Mein Lieblingszitat der Serie: There´s a theory: Men secretly fear their wives are crazy and women secretly fear their husbands are losers.

Ich liebe den Seriencharakter Quinn (gespielt von Rupert Friend) mittlerweile. Seine Charakterentwicklung in der vierten Staffel ist großartig. Sein gesamtes Verhalten ist nachvollziehbar. Ich mag seine Eigensinnigkeit, seine Furchtlosigkeit, seine Unberechenbarkeit und wie er in den größten Stresssituationen die Ruhe bewahren kann. Er ist männlich und sexy und ganz besonders gefällt mir, wie er (in der vierten Staffel) zu Carrie steht. Quinn übt seinen Job mit einer großen Leidenschaft und Bedingungslosigkeit aus. Das zeichnet wahrscheinlich Top-Spione aus, sie leben für ihre Arbeit mit allen Konsequenzen – und das gilt ebenso für Carrie und Saul.

Natürlich liebe ich auch Carrie. Ihre psychischen Probleme sind bekannt, die scheinen aber bei ihrer Tätigkeit als Geheimagentin auch hilfreich zu sein. Carrie trifft in der vierten Staffel einige Entscheidungen, die verwundern. Ach und dann gibt es da noch Franny, in meinen Augen führt Franny weder die Serienfigur Carrie, noch die Story in eine interessante Richtung. Sie hat aber eine verblüffende Ähnlichkeit mit ihrem Vater. Vergleichbar mit der Boris Becker-Tochter Anna Ermakova mit ihrem Vater.

Es gab ein paar Logiklücken in der vierten Staffel. Hauptsächlich hängen sie für mich mit der Nutzung bzw. Nichtnutzung von Handys zusammen. Außerdem mochte ich nicht wie die Pakistani untereinander Englisch gesprochen haben. Das fand ich insbesondere bei dem Top-Terroristen und seiner Gefolgschaft sehr unglaubwürdig. Haissam Haqqani, der Top-Terrorist und Taliban-Führer spricht zu gut Englisch und zu wenig mit einem ortsüblichen Akzent. Das störte mich sehr. Erst bei der Recherche habe ich herausgefunden, dass Haissam Haqqani tatsächlich von einem deutschen Schauspieler (Numan Acar) gespielt wird. Auch eine andere deutsche Schauspielerin, Nina Hoss, spielt in einer Folge („Krieg Nicht lieb“) mit.

Apropos „Krieg Nicht lieb“ – Ich weiss nicht, ob ich eine Sprachsperre habe, aber ich verstehe partout nicht, was der Titel der 11. Episode bedeuten soll. Ist es eine misslungene Übersetzung von „(Make) Love not War“? Sehr verwirrend und die Folge selbst klärt dahingehend auch nicht auf. Das einzige was ich verstehe ist, warum die Autoren einen deutschen Titel verwenden wollten.

Anmerkungen zu einzelnen Episoden:

Episode 3 („Shalwar Kameez“) : Mit Ende der dritten Folge bin ich erst emotional richtig eingestiegen.

Episode 4 („Iron in the Fire“) und Episode 5 („About a Boy“) Carries Verhalten ist seltsam.

Episode 7 („Redux“) Ich fand die Folge besonders, weil gleich zwei wichtige Charaktere außer Gefecht gesetzt sind.

Episode 8 („Halfway to a Donut“) sehr spannende Folge

Episode 9 („There´s Something Else Going On“) ist zweifelsfrei die beste Folge der vierten Staffel. Als diese Folge zu Ende ging, war für mich an Schlaf nicht zu denken.

Meine Bewertungen der anderen drei „Homeland“-Staffeln:

Homeland, 1. Staffel habe ich mit einem A- bewertet.

Homeland, 2. Staffel habe ich ebenfalls mit einem A- bewertet.

Von der 3. Staffel von Homeland war ich etwas enttäuscht, habe sie aber immerhin noch mit einem B- bewertet.

Carrie und Saul habe ich bereits in ersten Staffel von Homeland vorgestellt. Peter Quinn habe ich spätestens mit meinem Beitrag zu der dritten Staffel von Homeland bekannt gemacht. Carrie und Quinn sind meine Lieblingscharaktere der vierten Staffel von „Homeland“.

In der vierten Staffel gibt es jedoch ein paar weitere, durchaus wichtige Figuren:

Andrew Lockhart ist der CIA Direktor. Auch ihn habe ich bereits in meinem Beitrag zu der dritten Staffel vorgestellt. In der vierten ist er aber auch wichtig. Gespielt wird Andrew Lockhart von Tracy Letts. Tracy Letts ist ein Multitalent. Der Amerikaner ist ein Charakterschauspieler und Dramatiker. Er hat die Bühnenstücke „Bug“, „Killer Joe“ und „August: Osage County“ geschrieben. Alle drei Theaterstücke wurden verfilmt. Für sein Bühnenstück „August: Osage County“ hat er den Pulitzer Prize und den Tony Award gewonnen. Als Schauspieler spielt er immer wieder am Theater und hat auch als Schauspieler einen Tony Award gewonnen. Er hat auch in einigen TV-Serien („Home Improvement“, „Seinfeld“, „Prison Break“) und einigen Kinofilmen (u.a. „Glengarry Glen Ross“) gespielt.

John Redmond war nach Sandys Tod eigentlich für den Posten als Chef des CIA-Stützpunktes in Islamabad, Pakistan vorgesehen. Dann wird ihm aber Carrie Mathinson vor die Nase gesetzt. Kann Carrie ihm trauen? Gespielt wird John Redmond von dem amerikanischen Schauspieler Michael O´Keefe. Er hat eine Oscar-Nominierung für den Film „The Great Santini“. Er hat in zahlreichen Kinofilmen (u.a. „Caddyshack“, „The Pledge“, „The Glass House“, Michael Clayton) mitgespielt.

Martha Boyd ist die amerikanische Botschafterin in Islamabad, Pakistan. Die Botschafterin wird von der amerikanischen Bühnen- und Fernsehschauspielerin Laila Robbins gespielt. Neben diversen Auftritten in TV-Serien war sie auch in manch einem Kinofilm („Planes, Trains and Automobiles“, „Oxygen“, „The Good Shepherd“) zu sehen.

Fara ist Iranerin und von Carrie rekrutierte CIA-Agentin. Sie wird noch ausgebildet. Fara wird von der persischen Schauspielerin Nazanin Boniadi gespielt. Sie war regelmässig in einigen TV-Serien („General Hospital“, „How I Met Your Mother“, „Scandal“) zu sehen, hat bereits in der dritten Staffel von „Homeland“ gespielt. Nazanin Boniadi hat aber auch in einigen Kinofilmen (Charlie Wilson´s War, The Next Three Days) mitgespielt.

Max gehört zu Carries Beobachtungsteam. Gespielt wird Max von dem amerikanischen Schauspieler Maury Sterling. Er hatte Auftritte in diversen TV-Serien. Bei „Homeland“ ist er seit der ersten Staffel dabei.

Aayan ist ein pakistanischer Medizinstudent. Bei dem Anschlag ist er einer der wenigen Überlebenden. Er hatte die Feierlichkeit gefilmt. Aayan wird von dem indischen Schauspieler Suraj Sharma gespielt. Er war in Ang Lees Film Life of Pi zu sehen.

Aasar Khan ist der pakistanische Geheimdienstchef. Gespielt wird er von dem britischen Schauspieler Raza Jaffrey. Er hat regelmässig in den britischen TV-Serien „Spooks“ und „Mistresses“ gespielt.

Tasneem arbeitet für den pakistanischen Geheimdienst ISI. Gespielt wird Tasneem von der indischen Schauspielerin Nimrat Kaur.

Dennis Boyd lehrt Politikwissenschaft an einer Uni in Islamabad, Pakistan. Er ist der Ehemann der amerikanischen Botschafterin Martha Boyd (gespielt von Laila Robbins) in Islamabad. Wenn man nicht genau weiss, was einen richtigen Loser ausmacht, Dennis Boyd ist das Paradebeispiel. Gespielt wird Dennis von dem amerikanischen Schauspieler Mark Moses. Er hat in unzähligen TV-Serien gespielt. Regelmässig war er in „Desperate Housewives“, „Mad Men“ und „The Killing“ zu sehen. Er hat aber auch in einigen Kinofilmen („Platoon“, „The Doors“, „Deep Impact“) mitgespielt.

Haissam Haqqani ist ein Top-Terrorist und Taliban-Führer. Er ist die Nr. 4 der Most Wanted List der CIA. Ich habe bereits weiter oben erwähnt, dass ich mit diesem Charakter ein Problem habe. Haissam Haqqani wird von dem türkischstämmigen Deutschen Numan Acar gespielt. Auch wenn ich kürzlich Rosewater gesehen habe, in dem der Schauspieler auch besetzt war, ist er mir nicht aufgefallen. Da ich so gut wie keine deutschen Filme sehe, war er mir auch sonst nicht bekannt. Ich habe gelesen, dass er in den deutschen Filme „Kebab Connection“ noch „Kokowääh“ mitgespielt hat.

Astrid arbeitet für den deutschen Geheimdienst und kennt Peter Quinn. Gespielt wird Astrid von der deutschen Schauspielerin Nina Hoss. Bekannt ist sie seit dem Fernsehfilm „Das Mädchen Rosemarie“. Im letzten Jahr hat sie erst neben Philip Seymour Hoffman in A Most Wanted Man gespielt.

Die vierte Staffel von „Homeland“ wurde erstmalig v. 5.10.14 – 21.12.14 auf Showtime ausgestrahlt. Die Dreharbeiten der fünften Staffel haben gestern (am 2.6.15) in meiner Heimatstadt Berlin begonnen. Gedreht wird auch in den Babelsberger Filmstudios. „Homeland 5“ wird von dem Medienboard Berlin-Brandenburg mit einer Million Euro gefördert.

Das Opening der vierten Staffel:

Trailer zu sehen:

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