TV – Serie: "The Jinx – The Life and Deaths of Robert Durst"


Ich habe mir folgende HBO-Serie angeschaut:

„The Jinx – The Life and Deaths of Robert Durst“ (dt. Titel: „Der Unglücksbringer: Das Leben und die Tode des Robert Durst“, dt. Erstausstrahlung ab dem 14.05.15 auf SKY Atlantic) 6 x approx 45 min documentary
dir. Andrew Jarecki cast: Robert Durst, Andrew Jarecki

Der New Yorker Multi-Millionär Robert Durst geriet schon mehrfach unter Mordverdacht. Für den Tod seines Nachbarn im Jahr 2001 wurde er angeklagt und obwohl er zugegeben hat, Morris Black erschossen und seine Leiche zerstückelt zu haben, wurde er – Dank seiner brillanten Verteidiger – von der amerikanischen Rechtsprechung freigesprochen. Seine damalige Ehefrau Kathie ist seit dem 31.1.1982 spurlos verschwunden. Als der Fall Im Jahr 2000 neu aufgerollt wurde und die Pressesprecherin und enge Freundin von Robert Durst, Susan Berman, befragt werden sollte, ist sie wenig später erschossen aufgefunden worden. Diese Doku-Serie beleuchtet die Fakten zu den einzelnen Fällen, gibt Einblicke in das Leben und in die Psyche des rätselhaften Robert Durst.

A- (Wertung von A bis F) Die sechsteilige Dokumentation „The Jinx – the Life and Deaths of Robert Durst“ beschäftigt sich mit der Lebensgeschichte von Multi-Millionär Robert Durst und mit den drei Mordfällen, die ihm zu Last gelegt wurden. Der Regisseur Andrew Jarecki hatte bereits im Jahr 2010 einen Spielfilm über den exzentrischen Robert Durst inszeniert. Bei dem Kinofilm All Good Things mit Ryan Gosling und Kirsten Dunst wurden zwar die Namen geändert, erzählt wurde die Geschichte aber nach wahren Begebenheiten. Robert Durst scheint dieser Film gefallen zu haben, denn er kontaktierte den Regisseur und bot ihm sogar an, sich von ihm interviewen zu lassen.

Über die HBO-Serie „The Jinx“ wurde erst kürzlich in allen, sowohl amerikanischen als auch internationalen Medien berichtet, weil der 71-jährige Robert Durst in dieser Dokumentationsreihe versehentlich die Morde gesteht und exakt einen Tag vor der Ausstrahlung des letzten Teils unter Mordverdacht festgenommen wurde.

„The Jinx“ ist wirklich eine äußerst gelungene, sehr fesselnde Doku-Serie. An der Machart gibt es kaum etwas, was ich aussetzen kann. Das Einzige was ich seltsam finde, ist tatsächlich das Timing der Verhaftung. Die Interviews wurden an drei Tagen im Jahr 2010 geführt, ein weiteres Interview erfolgte im Jahr 2012.

Der Regisseur hat für diese Dokumentation zehn Jahre recherchiert und eindeutig belastende Beweise die für Robert Dursts Schuld an wenigstens einem Mordfall gefunden. Ich mag ja diese Geschichten über wahre Verbrechen („Aktenzeichen XY ungelöst“, „Medical Detectives“, „Anwälte der Toten“, die „Serial“-Podcast, etc. ), ob sie nun aufgeklärt werden oder immer noch nach dem Täter gefahndet wird – irgendwie üben diese Geschichten eine besondere Faszination auf mich aus.

Da bildet „The Jinx“ natürlich keine Ausnahme. Original Audio- und Videoaufnahmen bekommt man zu hören und zu sehen. Sämtliche Leute, Bekannte, Verwandte, Freunde von den Opfern und Robert Durst, seine zweite Ehefrau (sie alleine macht die Dokumentation schon sehenswert), Polizisten, Anwälte, die Staatsanwältin, die in dem damaligen Fall involviert waren, werden befragt. Andrew Jarecki hat seine Dokumentation auch mit vielen eindrucksvoll nachgestellten Szenen inszeniert – es ist eine bunte Mischung was diesen Doku-Sechsteiler so unterhaltsam macht. Besonders bzw. erstklassig wird diese Doku-Serie jedoch durch die Interviews mit Robert Durst. Diese Dokumentation ermöglicht dem Zuschauer, sich ein eigenes Bild von diesem undurchsichtigen und eigenbrötlerischen Typen zu machen. Robert Durst stammt aus einer der reichsten Familien New Yorks.

Robert Durst sprechen zu hören, zu sehen wie er andauernd blinzelt, diese kalten Augen, seine Ausdrucksweise, seine emotionslosen Schilderungen, die Selbstgespräche.. Man sollte bei „The Jinx“ nicht mal auf die Idee kommen, diese Dokumentationsreihe in synchronisierter Form zu sehen. Robert Durst ist zweifelsfrei eine Ausnahmeerscheinung. Wenn sich ein Drehbuchautor so einen skurrilen Charakter für einen Spielfilm ausgedacht hätte, würde man diese Figur wohl als „übertrieben“ abstempeln. Wahrscheinlich werde ich Robert Dursts prägnante Stimme und Sprache nie mehr aus meinem Kopf bekommen.

Mir gefällt der raffinierte Spannungsaufbau dieser Dokumentation. Zunächst erfährt man etwas von einem Mordfall, eine zerstückelte Leiche, dann das mysteriöse Umfeld des Toten und irgendwann führt die Spur zu diesem Exzentriker Robert Durst. Am Ende der ersten Folge hat man bereits so viel über diesen Mann erfahren und dann setzt er sich vor die Kamera. Er redet in der ersten Folge noch gar nicht, durch seine pure Präsenz habe ich aber regelrecht Gänsehaut bekommen. Als Zuschauer kann man es kaum abwarten, was Robert Durst zu all dem zu erzählen hat. Der Multi-Millionär hat seit mehr als zehn Jahren keine Fernsehinterviews gegeben und so sind diese Interviews natürlich einzigartig.

Auch wenn man im Groben Robert Dursts Geschichte kennt, hält der Regisseur mit jeder Folge irgendwie eine Überraschung parat. Ich habe erst kürzlich endlich Andrew Jareckis nicht minder interessante, für den Oscar nominierte Dokumentation „Capturing the Friedmans“ nachgeholt. Optisch wirkt Andrew Jarecki zwar auch irgendwie seltsam, aber mir gefällt die Arbeit dieses Regisseurs.

Die ersten beiden Episoden von „The Jinx – The Life and Deaths of Robert Dursts“ wurden erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2015 gezeigt.

Die komplette Doku-Reihe „The Jinx“ wurde erstmalig vom 8.2.15-15.3.15 auf HBO ausgestrahlt.

Der großartige Vorspann zu sehen:

Trailer zu sehen:

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