Berlin (ale) – Film: "The Diary of a Teenage Girl"


Ich war am 9.2.15 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Diary of a Teenage Girl“ 102 min drama, adaptation
dir. Marielle Heller cast: Bel Powley, Kristen Wiig, Alexander Skarsgard, Christopher Meloni

San Francisco im Jahr 1976. Die 15-jährige Minnie (Bel Powley) vertraut ihre intimsten Erlebnisse und Gedanken ihrem Tonbandgerät an. Die Aufzeichnungen dienen ihr als Tagebuch. Gerade hat sie zum ersten Mal Sex gehabt und zwar mit Monroe (Alexander Skarsgard), dem Freund ihrer Mutter (Kristen Wiig).

B+ (Wertung von A bis F) „The Diary of a Teenage Girl“ basiert auf Phoebe Gloeckners gleichnamigen autobiografischen Comicroman. Der Film ist das Regiedebüt der amerikanischen Schauspielerin Marielle Heller (A Walk Among the Tombstones).

Die Filmfigur Minnie, ein 15-jähriger Teenager, hat künstlerische Ambitionen, sie zeichnet, was sich dann auch in einigen Illustrationen durch den Film zieht. Sonst ist sie etwas nervig und von Unsicherheiten geprägt. Sie macht ihre ersten Erfahrungen mit Alkohol, Drogen und Sex, weiss aber gar nicht was sie eigentlich will. „The Diary of a Teenage Girl“ ist – wie man dem Filmtitel entnehmen kann – ein Film über das Erwachsenwerden. Der Film zeigt realistisch, mit was für Fantasien, Träumereien, Spielereien und Wünschen sich ein Teeanger auseinandersetzt.

Minnies sexuelle Affäre mit dem 20 Jahre älteren Freund ihrer Mutter ergibt sich – so falsch sich diese Beziehung auch liest – ganz normal und irgendwie natürlich. Die Anziehungskraft konnte ich von beiden Seiten nachvollziehen und die Beziehung ist auch komplexer als man zunächst vermutet. Klar, hätte er (der einfach unwiderstehliche Alexander Skarsgard) vorher schon eine klare Grenze ziehen müssen, aber ich kann auch (anhand dieser erzählten Geschichte) verstehen, warum er es halt nicht konnte. Der Film lädt zu Diskussionen über dieses Thema ein. Wenn ein Film so etwas bei seinem Publikum bewirkt, ist er in meinen Augen schon hervorragend.

Die Schauspielerin Bel Powley ist dieser eigentlich unattraktive, etwas trampelige Teenager Minnie. Sie passt perfekt in die Zeit der 1970er Jahre. Bel Powley hat ein typisch britisches Gesicht (kein Wunder, sie ist auch Britin), sie hat eine starke Präsenz und vermutlich auch einen hohen Wiedererkennungswert. Ich bin sicher, dass man sie in den nächsten Jahren noch oft zu sehen bekommt.

„The Diary of a Teenage Girl“ hat einen sehr guten Soundtrack.

„The Diary of a Teenage Girl“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2015 gezeigt und hat dort den Cinematography Award: U.S. Dramatic gewonnen. Mit Sony Picture Classics hat der Film bereits einen amerikanischen Verleiher gefunden. Einen Starttermin in den U.S.A. gibt es aber bislang noch nicht. (Update: Der Film startet am 7.8.15 in einigen amerikanischen Kinos). Ich habe den Film auf der Berlinale 2015 gesehen. „The Diary of a Teenage Girl“ lief dort in der Sektion „Generation 14plus“. Noch während des Filmfestivals wurde der Film mit dem Großen Preis der Internationalen Jury von Generation 14plus ausgezeichnet. Nach Love & Mercy, Mr. Holmes „Mr. Holmes“Knight of Cups war „The Diary of the Teenage Girl“ mein vierter Film auf der Berlinale 2015. Zugleich war es die erste Vorstellung, die bis zum letzten Platz ausverkauft war. Es war auch der erste Film, der in der OV (also ohne störende deutsche Untertitel) gezeigt wurde.

Update: „The Diary of a Teenage Girl“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Bel Powley), Bester Nebendarsteller (Alexander Skarsgard), Beste Nebendarstellerin (Kristin Wiig), Bestes adaptiertes Drehbuch

Trailer zu sehen:

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