VOD – Film: "Force Majeure"


Folgenden Film habe ich mir über iTunes (U.S.) als Leihvideo angeschaut:

 

„Force Majeure“ (Originaltitel: „Turist“, dt. Filmtitel: „Höhere Gewalt“, dt. Kinostart: 20.11.14) 118 min drama
dir. Ruben Östlund cast: Johannes Kuhnke, Lisa Loven Kongsli, Clara Wettergren, Vincent Wettergren

 

Tomas (Johannes Kuhnke) und Ebba (Lisa Loven Kongsli) verbringen ihre Winterferien mit ihren beiden kleinen Kindern Vera (Clara Wettergren) und Harry (Vincent Wettergren) in einem noblen Ski-Resort in den französischen Alpen. Fünf Tage hat sich Tomas von seiner Arbeit freigenommen, um sie mit seiner Familie zu verbringen. Am zweiten Tag, die Familie sitzt gerade zum Mittagessen auf der Sonnenterrasse, ist eine Lawine dabei, sich vom Hang zu lösen. Die Schneemassen rasen auf das Restaurant zu. Das Verhalten des Familienvaters löst eine Ehekrise aus.

B+ (Wertung von A bis F) Der schwedische Film „Force Majeure“ ist ein hervorragendes, smartes Beziehungsdrama, das bis zum Schluss spannend bleibt. Für mich hat der Film leider ein unbefriedigendes Ende, ansonsten hätte er gute Chancen, in meiner Top Ten Liste zu landen.

Es ist ein psychologisch interessanter Film, der überall in der westlichen Welt verstanden wird und der zweifelsfrei große Diskussionen anregen kann. Männer und Frauen haben sicher nicht selten eine unterschiedliche Auffassung von dem Verhalten des Mannes.

Die Familie wird sehr glaubhaft portraitiert. Der Film fühlt sich für mich wie eine Reportage an, bei der eine normale, vierköpfige Familie über ein paar Ferientage begleitet wird. Das Ehepaar wirkt sehr verbunden und vertraut. Der Vorfall bzw. das Fehlverhalten des Mannes lässt der Ehefrau keine Ruhe, sie muss das für sich erst mal richtig einordnen, schließlich geht es um etwas Grundsätzliches. Richtig will oder kann sie sich mit ihrem Mann nicht aussprechen und so wird sie erst im Beisein von Anderen angriffslustig. Dadurch kommt es zu diesen peinlichen Situationen, in denen sich keiner wiederfinden will. Wer möchte schon in den Konflikt anderer Leute hineingezogen werden? „Force Majeure“ ist eine wunderbare Verhaltensstudie.

Der schwedische Filmemacher Ruben Östrund hat einen sehr puristischen und atmosphärischen Film inszeniert. Ein drohendes Szenario hat man praktisch von Anfang an vor Augen. Durch den wiederholenden Part eines klassischen Musikstückes (aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“) und anderen bewusst eingesetzten Geräuschen (Kanonenschläge, elektrische Zahnbürste, elektronisches Spielzeug) fühlt man sich nie sicher.

„Force Majeure“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2014 gezeigt und dort mit dem Preis der Jury in der Reihe Un certain regard ausgezeichnet. Der Film wurde am 24.10.14 in den U.S.A. in ganzen zwei Kinos gestartet. Den widest release hatte er in landesweit 68 Kinos. Ich habe den Film in der Originalfassung mit englischen Untertiteln als Leihvideo über iTunes (U.S.) gesehen.

„Force Majeure“ wurde von Schweden als Bester fremdsprachiger Film bei den Oscars 2015 eingereicht. Er ist bereits auf der sogenannten Shortlist gelandet, ich gehe davon aus, dass er am 15.01.15 für den Academy Award nominiert wird.

Trailer zu sehen:

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