Boston – Film: "Wild"


Ich war am 13.12.14 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Wild“ (dt. Filmtitel: „Wild: Der große Trip“, dt. Kinostart: 15.01.15) 115 min drama, biopic, adaptation
dir. Jean-Marc Vallée cast: Reese Witherspoon, Laura Dern, Thomas Sadoski, Gaby Hoffman

Der frühe Krebstod ihrer geliebten Mutter (Laura Dern) hat bei Cheyl Strayed (Reese Witherspoon) eine tiefe Krise ausgelöst. Jetzt hat sie sich kürzlich von ihrem Ehemann (Thomas Sadoski) scheiden lassen und begibt sich ganz allein, ohne Trekking-Erfahrung, auf einen 1800 Kilometer langen Wandertrip durch den Westen der U.S.A.

B+ (Wertung von A bis F) „Wild“ basiert auf Cheryl Strandes Memoiren „Wild: From Lost to Found on the Pacific Crest Trail“. Der britische Autor Nick Hornby („High Fidelity“, „About a Boy“) hat das Drehbuch zu dem Film geschrieben. „Wild“ ist der neueste Film von dem kanadischen Regisseur Jean-Marc Vallée (Dallas Buyers Club)

Als ich den ersten Trailer von „Wild“ gesehen habe, ist mir natürlich sofort Sean Penns Film Into the Wild eingefallen – einen Film, den ich liebe. Die Story bei „Wild“ ist jedoch eine andere, während sich der junge Protagonist in „Into the Wild“ noch von gesellschaftlichen Zwängen befreien will und der Film auch irgendwie eine Geschichte über die Zurückgelassenen schildert, erzählt „Wild“ über eine Frau in einer Lebenskrise.

Am Anfang des Films habe ich noch gedacht, dass ich mich niemals allein auf so einen Tour begeben würde (und schon gar nicht mit diesem Rucksack). Im Verlauf der Story fand ich die Idee einer solchen Reise nicht nur allein mutig, sondern auch zunehmend faszinierend. Vielleicht habe ich sie sogar etwas für ihre Erlebnisse und die Begegnungen, die zwangsläufig aus so einer Tour resultieren, beneidet. Ich glaube, wenn ich mal in einer Lebenskrise stecke, dann laufe ich auch den landschaftlich atemberaubenden PCT (Pacific Crest Trail), eine Art Jakobsweg für Nicht-Gläubige.

Ich habe persönlich ein Problem mit Reese Witherspoon. Auf mich wirkt sie sehr ehrgeizig und streberhaft, wahrscheinlich war sie so eine Erste-Reihe-Sitzerin in der Schule, sehr verbissen und auch finde ich sie etwas bieder. Die Frau, die sie hier darstellt ist aber eine interessante, die den Tod ihrer Mutter nie verarbeiten konnte und sich dann in zu viel Alkohol, Drogen und außerehelichen Sex geflüchtet hat. Jetzt versucht sie ihr Leben neu zu ordnen und die Vergangenheit aufzuarbeiten. Es gab nur ein paar wenige Szenen, in denen ich vergessen konnte, hier die Schauspielerin Reese Witherspoon zu sehen. Wahrscheinlich hätte mir der Film noch besser gefallen, wenn eine andere Schauspielerin die Rolle gespielt hätte.

Wesentlich sympathischer und auch glaubwürdiger fand ich Laura Dern – als Mutter von Reese Witherspoons Charakter. Im Rückblick werden einige Szenen gezeigt, die für mich zu den besten des Films zählen. Meine Lieblingsszene im Film ist jedoch eine, die Cheryl Strayeds verkorkstes Leben und ihren Absturz zeigt (unterlegt mit Simon & Garfunkels „El Condor Pasa – If I Could“). Überhaupt ist die Musik im gesamten Film sehr passend gewählt und eingesetzt.

„Wild“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2014 gezeigt.

„Wild“ ist am 3.12.14 in ganzen 21 amerikanischen Kinos gestartet. Eine Woche später war er dann in weiteren 95 Kinos zu sehen. Seit dem 19.12.14 läuft der Film in einem wide release mit 1061 Kopien.

Reese wird sehr wahrscheinlich für diese Rolle mit einer Oscar-Nominierung belohnt werden. Wenn sie nicht bereits (unverdienterweise) einen Academy Award für „Walk the Line“ gewonnen hätte, würde sie ihn vielleicht für „Wild“ absahnen. Zweifelsfrei ist dies die beste Performance, die sie in ihrer bisherigen Karriere gezeigt hat. Wenn AMPAS am 15.01.15 die Oscar-Nominierungen verkündet und Gone Girl (hoffentlich) als Bester Film nominiert wird, könnte sie gleich zwei Mal nominiert sein. Reese Witherspoon ist eine der Produzenten von „Gone Girl“.

„Wild“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Bester Regie, Beste Hauptdarstellerin (Reese Witherspoon), Beste Nebendarstellerin (Laura Dern), Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Kamera, Bester Schnitt, Bester Ton, Bester Tonschnitt

Trailer zu sehen:

Vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Unbroken“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Dieses Mal wurde ein Clip gezeigt, bei dem Angelina Jolie und der in der Zwischenzeit verstorbene Louis Zamperini zu Wort kommen . Angelina Jodies Biopic/Drama mit Jack O´Connell. Es ist mittlerweile fraglich, ob „Unbroken“ für den Oscar nominiert wird.
Wie oft schon im Kino gesehen: 9 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Chappie“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Neil Blomkamps neuer Film sieht aus wie ein Sci-Fi-Film für Teenager. Erschwerend dazu kommt, dass Dev Patel und Hugh Jackman mitspielen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Danny Collins“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Tragikomödie mit Al Pacino (der immer schlechtere Perücken zu tragen scheint), Annette Bening, Christopher Plummer und Bobby Cannavale
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Gambler“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Remake des gleichnamigen Films aus dem Jahr 1974. Mit Mark Wahlberg, Jessica Lange, Brie Larson und John Goodman (der hier wieder mal einen sehr guten Eindruck macht. War mal für Oscar-Nominierungen im Gespräch.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Age of Adaline“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Drama mit Blake Lively, Harrison Ford und Ellen Burstyn. Der Film kann ganz gut sein, aber auch fürchterlich.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: RT Bewertungen abwarten

Trailer v. Film: „Black Sea“
Bewertung des Trailers: B (wieder neuer Trailer)
Kommentar: Kevin Macdonalds neuer Film mit Jude Law. Das Problem ist eigentlich nur, dass der Film in den U.S.A. im Januar startet und in diesem Monat naturgemäß keine guten neuen Filme ins Kino gebracht werden.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wenn ich nichts anderes zu tun habe

Trailer v. Film: „The Second Best Exotic Marigold Hotel“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Ich habe den ersten Teil nicht mal komplett gesehen. Dieser ist neben Maggie Smith, Bill Nighy, Judi Dench auch mit Richard Gere und David Strathairn
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „Far from the Madding Crowd “
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Romanverfilmung mit Carey Mulligan, Matthias Schoenaerts und Michael Sheen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Meine Güte – acht Trailer geht´s noch?

2 Gedanken zu “Boston – Film: "Wild"

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