Chicago – Film: "Rosewater"


Ich war am 20.11.14 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Rosewater“ 103 min drama, adaptation
dir. Jon Stewart cast: Gael Garcia Bernal, Kim Bodnia, Shohreh Aghadashloo

Am 21.06.2009 wird Maziar Bahari (Gael Garcia Bernal) bei seiner Mutter (Shohreh Aghdashloo) in Teheran verhaftet. Maziar Bahari ist gebürtiger Iraner und hat bis zu seinem 21. Lebensjahr im Iran gelebt. Mittlerweile arbeitet er als Journalist in London. Von dem Magazin Newsweek wurde er beauftragt, über die Präsidentschaftswahl 2009 direkt vor Ort zu berichten. Die iranischen Behörden werfen ihm vor, als Spion im Land zu sein. Über einen Zeitraum von 118 Tagen wird er im Gefängnis immer wieder von einem Beamten vernommen. Während der Befragung muss Bahari meistens eine Augenbinde tragen. Den Mann (Kim Bodnia), der ihn verhört, erkennt er aber auch so, er riecht nach Rosenwasser.

B (Wertung von A bis F) „Rosewater“ basiert auf auf einer wahren Geschichte. Jon Stewart hat die Story von Maziar Baharis Memoiren „Then They Came for Me: A Family´s Story of Love, Captivity and Survival“ adaptiert.

„Rosewater“ ist das Regiedebüt von Jon Stewart. Als Maziar Bahari für die Berichterstattung zu der Präsidentschaftswahl im Jahr 2009 in Teheran war, hat er für Jon Stewarts The Daily Show mit dem Comedian Jason Jones einen satirischen Einspieler aufgezeichnet. Dieser Einspieler war auch die Grundlage dafür, dass die iranischen Behörden den Journalisten Bahari verdächtigt haben, ein Spion zu sein. Vielleicht hat sich der medien- und regimekritische Polit-Show Moderator auch für Baharis missliche Lage mitverantwortlich gefühlt. Letztlich ist „Rosewater“ ziemlich genau der Film, den man von Jon Stewart erwartet.

Bei dem Film gibt es an der einen oder anderen Stelle vielleicht etwas Optimierungsbedarf (iranische Polizisten sprechen untereinander Farsi und ganz sicher nicht Englisch und das mit Baharis Vater fand ich nicht in jeder Szene gelungen) und der Film zieht sich zwischendurch auch etwas, mir blieb er aber sehr positiv in Erinnerung. Bevor „Rosewater“ zeigt, wofür der Iran alles im Negativen steht, gibt Jon Stewart auch der sympathischen und normalen Bevölkerung Raum.

„Rosewater“ ist zu großen Teilen ein Kammerspiel. Man kann sich in Baharis Lage versetzen. Der Film ist immer herausragend, wenn er aufzeigt, wie absurd Baharis Situation eigentlich ist. Bahari ist einem intellektuell und kulturell unterlegenen, sexuell ausgehungerten und von seinem Vorgesetzten unter Druck stehenden iranischen Vernehmungsbeamten ausgeliefert. Die Situation ist zweifelsfrei beklemmend und gefährlich, aber da die Vorwürfe so an den Haaren herbeigezogen ist, sind die Gespräche, die sich daraus entwickeln, auch erschreckend komisch. Besonders wenn Bahari von den doch so berühmten Massage Salons in New Jersey erzählt oder wenn die iranische Geheimpolizei während der Verhaftung Baharis persönliche Sachen beschlagnahmt und alles entweder für Porno (beispielsweise die HBO-Serie „The Sopranos“) oder jüdisch (die Filmzeitschrift Empire) hält.

Der Schluss (beginnend mit der Szene im Flugzeug) hat mir sehr gut gefallen.

Die Schauspieler, insbesondere Kim Bodnia und in einer kleinen Nebenrolle als Baharis Mutter Shohreh Aghadashloo (mir aus einem meiner Lieblingsfilme „House of Sand and Fog“ bekannt) sind hervorragend. Auch der mexikanische Schauspieler Gael Garcia Bernal gibt eine sehr gute Performance. Wie groß ist er eigentlich (1.40 m ?). Meines Erachtens ist er teilweise etwas unvorteilhaft fotografiert.

„Rosewater“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2014 gezeigt.

„Rosewater“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Gael Garcia Bernal), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Schnitt, Beste Filmmusik

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Mortdecai“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actionkomödie mit Ewan McGregor, Gwyneth Paltrow. Der blonde Typ sieht nicht nur aus wie Johnny Depp, er ist es sogar. Das einzige Problem ist, dass der Film einen U.S.A. Start im Januar hat und damit eigentlich nicht gut sein kann.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „A Most Violent Year“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: J.C. Chandors neuer Film. Oscar-Film mit Oscar Isaac, Jessica Chastain, David Oyelowo
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Chappie“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Neil Blomkamps neuer Film sieht aus wie ein Sci-Fi-Film für Teenager. Erschwerend dazu kommt, dass Dev Patel und Hugh Jackman mitspielen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Unbroken“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Angelina Jolies Biopic/Drama mit Jack O´Connell. So, der Film hatte seine Premiere, steht aber unter strengen Embargo. Mmh…
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Wild“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama mit Reese Witherspoon. Film sieht so aus wie Sean Penns „Into the Wild“ nur leider mit Reese in der Hauptrolle. Oscar-Film, mal gucken
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Black Sea“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Kevin Macdonalds neuer Film mit Jude Law. Das Problem ist eigentlich nur, dass der Film in den U.S.A. im Januar startet und in diesem Monat naturgemäß keine guten Filme ins Kino gebracht werden.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 70%

Trailer v. Film: „Little Boy“
Bewertung des Trailers: D-
Kommentar: Hilfe! Der Trailer war schon kaum aushaltbar.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

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