Berlin – Film: "Maps to the Stars"


Ich war am 16.09.14 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Maps to the Stars“ (dt. Kinostart war der 11.09.14) 112 min drama
dir. David Cronenberg cast: Julianne Moore, Mia Wasikowska, Olivia Williams, John Cusack, Robert Pattinson, Evan Bird, Sarah Gadon

Agatha (Mia Wasikowska) wird nach einigen Jahren aus der Psychiatrie entlassen. Sie ist auf dem Weg nach Los Angeles und lernt dort den Chauffeur Jerome (Robert Pattinson) kennen. Jerome ist natürlich nicht nur Limousinenfahrer, sondern hat auch Ambitionen als Schauspieler und Drehbuchautor. Der ehemalige Kinderstar Benji (Evan Bird) ist dreizehn Jahre alt und hat schon seinen ersten Drogenentzug hinter sich gebracht. Seine Mutter (Olivia Williams) ist seine Managerin und versucht seine Karriere wieder in Schwung zu bekommen. Sein Vater (John Cusack) ist ein bekannter Psychotherapeut und hat durch die Selbsthilferatgeber, die er geschrieben hat, Millionen verdient. Derzeit therapiert er die in die Jahre gekommene Schauspielerin Havana Segrand (Julianne Moore), die immer im Schatten ihrer berühmten Mutter stand…

C+ (Wertung von A bis F) Grundsätzlich mag ich Filme über Hollywood. Um die zahlreichen Anspielungen in „Maps to the Stars“ zu verstehen, sollte man sich vielleicht etwas mit den Zusammenhängen und den Verbindungen in Tinseltown auskennen.

„Maps to the Stars“ spielt in der Stadt der Eitelkeiten, in der einzig Jugend und Schönheit zählt und in der quasi jeder in der Unterhaltungsindustrie arbeitet oder arbeiten will. Der Film zeigt die Befindlichkeiten, die Neurosen und das schlechte Benehmen einzelner egozentrischen Persönlichkeiten. Mir gingen die meisten Charaktere wahnsinnig auf die Nerven, die scheinbar normalste und auch sympathischste Hauptfigur ist die gerade aus der psychiatrischen Heilanstalt entlassene Agatha (gespielt von der wunderbaren Mia Wasikowska). Sie ist sicherlich auch eine ganz schön schräge, psychisch gestörte Type, aber bis zu einer gewissen Szene kann man ihr Verhalten nachvollziehen, das der meisten anderen Protagonisten bleibt noch mehr im Dunkeln. Ich hätte mir etwas mehr Hintergrundwissen über die einzelnen Charaktere gewünscht, vielleicht sind sie aber auch wirklich nur oberflächlich und auf sich fixiert.

„Maps to the Stars“ ist eine Hollywood-Satire und überzeichnete Figuren gehören dazu, die Katastrophe auf die die einzelnen Hauptfiguren hinsteuern, jedoch nicht. Das fand ich völlig unnötig. Mir war der Film außerdem viel zu lang.

Der kanadische Regisseur („The Fly“, „Naked Lunch“, „eXistenZ“, „History of Violence“, „Eastern Promises“) hat seinen Film „Maps to the Stars“ offiziell auf dem Cannes Film Festival 2014 das erste Mal gezeigt. Der Film lief im Wettbewerb und Julianne Moore wurde für ihre Rolle in diesem Werk als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

Obwohl „Maps to the Stars“ in Cannes eher durchwachsene Kritiken erhalten hat, war der Film ursprünglich mal im Gespräch für verschiedene Oscar-Nominierungen. Der Film hat erst kürzlich einen amerikanische Verleiher (Focus World) gefunden, der den Film erst im Jahr 2015 ins amerikanische Kino bringen will. Um am großen Oscar-Spiel teilzunehmen, muss sich ein Film qualifizieren. Der Film muss in dem jeweiligen Filmjahr für mindestens eine Woche in L.A. County in einem regulären Kino einem zahlenden Publikum zugänglich gemacht werden. „Maps to the Stars“ wird demnächst auf dem New York Film Festival gezeigt und vielleicht entscheiden die Verantwortlichen dort, ob sie in eine (mitunter bis zu zwanzig Millionen Dollar teure) Oscar-Kampagne für Julianne Moore investieren wollen. Meiner Meinung nach hat der Film bei der Academy nicht die geringsten Chancen auf irgendwelche Oscar-Nominierungen. Was Julianne Moore angeht, ist sie mit dem Film „Still Alice“ bereits im Oscar-Rennen und ganz aktuell ist sie diejenige, die es zu schlagen gilt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Hunger Games: Mockingjay – Part 1“ (in der OV gezeigt)
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar:Jetzt der dritte Teil, der in zwei Parts ins Kino kommt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Judge“ (in der OV gezeigt)
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Tragikomödie mit Robert Downey Jr., Robert Duvall, Vera Farmiga und Billy Bob Thornton. Film soll nicht gut sein.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Walk Among the Tombstones“ (in der OV gezeigt)
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Thriller mit Liam Neeson.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei mind. 60% RT

Trailer v. Film: „Gone Girl“ (in der OV gezeigt)
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: David Finchers neuer Film mit Ben Affleck, Rosamunde Pike, Neil Patrick Harris. Ich verliere immer mehr den Glauben daran, dass dies ein Oscar-Film ist. Der Romanfigur nach ist aber eine Oscar-Nominierung für Rosamunde Pike wahrscheinlich.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

2 Gedanken zu “Berlin – Film: "Maps to the Stars"

  1. Erst wollten wir in die PV, dann haben wir geschoben und uns gedrückt, dann dachte ich, vielleicht doch, aber nun bestätigst Du mein erstes Gefühl zum Film.
    Vielleicht warte ich dann doch auf die DVD.
    „The Judge“ sah mir so nach rührseligem Vater Sohn Drama aus, aber ich mag Duvall so gerne…
    Ist „Gone Girl“ nicht von Fincher? Werde ich auch auf jeden Fall sehen. Ich mag die Pike und halte sie für echt unterbewertet (bislang).

    Liken

  2. Ja, der Film ist echt anstrengend, auf DVD reicht völlig.

    :)) Ja, „Gone Girl“ ist in der Tat von Fincher. Das sollte da auch stehen, nur führt diese automatische Rechtschreib-Prüfung hier anscheinend ein Eigenleben. :)) … insbesondere bei Eigennamen kommt es zu sehr merkwürdigen Fantasiewörtern.

    Ja die Pike mag ich auch. Ich bin auch ziemlich gespannt auf sie in „Gone Girl“

    Liken

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.