TV – Serie: "Rectify, 1. Staffel"


Ich habe mir die komplette Staffel folgender Sundance-Channel-Serie angeschaut:

„Rectify, 1. Staffel“ 6 x approx. 45 min drama, thriller
dir. Keith Gordon, Billy Gierhart, Nicole Kassell, Jim McKay, Romeo Tirone, Ray McKinnon cast: Aden Young, Abigail Spencer, Adelaide Clemens, Clayne Crawford, Luke Kirby, Jake Austin Walker, J. Smith-Cameron, Hal Holbrook, Michael O´Neill, Johnny Ray Gill, J. D. Evermore

Daniel „Danny“ Holden (Aden Young) ist ein verurteilter Vergewaltiger und Mörder. Im Alter von achtzehn Jahren soll er seine damals 16-jährige Freundin ermordet haben. Danny hat seinerzeit ein Geständnis abgelegt und und wurde zum Tode verurteilt. 19 Jahre saß er in einer Todeszelle im Bundesstaat Georgia. Nachdem entlastendes DNA-Material aufgetaucht ist, wird Danny aus dem Gefängnis entlassen. Das ist keine einfache Situation für alle Beteiligten. Seine Mutter und seine Schwester haben immer an seiner Unschuld geglaubt, andere Familienmitglieder sehen das mitunter anders. Auch die Bewohner der Kleinstadt haben ihre Meinung zu dem Fall und zu Danny.

B (Wertung von A bis F) Die erste Staffel von „Rectify“ umfasst nur sechs Folgen und wurde von dem Schauspieler, Autor und Regisseur Ray McKinnon geschrieben und kreiert. Als Schauspieler ist Ray McKinnon durch die TV-Serien „Deadwood“ und „Sons of Anarchy“ und die Kinofilme „Take Shelter“ und „Mud“ bekannt.

Ich bin mittlerweile ein großer Fan von Mehrteilern und Serien, die nicht mehr als 10 Folgen beinhalten. Die erste Staffel von „Rectify“ könnte man als Appetithäppchen sehen. Man lernt den Protagonisten Danny kennen und erlebt mit ihm, nach beinahe 20 Jahren Gefängnisaufenthalt, seine erste Woche in Freiheit. Wenn man Gefallen daran findet, wird man wissen wollen, wie die Geschichte weitergeht. Die erste Staffel endet ziemlich dramatisch und ich wünschte ich hätte Zeit, gleich die zweite Staffel zu gucken.

„Rectify“ ist eine unglaublich intensive Drama-Serie und zugleich Charakterstudie mit greifbarer Südstaaten-Atmosphäre. Die langsame Erzählweise ermöglicht einem, Danny – gefühlt in Echtzeit – kennenzulernen, eine Woche zu begleiten und mitzuerleben, wie er seine Freiheit wahrnimmt. Danny entdeckt eine neue Welt, in zwanzig Jahren hat sich die Kleinstadt und vieles andere so verändert. Daniel Holden kam als Teenager ins Gefängnis und hat mehr als sein halbes Leben dort verbracht. Als er nun nach bald zwanzig Jahre entlassen wird, ist er ein Fremder in dieser Welt. Eigentlich hatte er nie die Gelegenheit bekommen, erwachsen zu werden. Der Knast härtet ab, aber wird man dort auch erwachsen? Daniel muss sich draußen wieder zurecht finden, die Vergangenheit verarbeiten und einen Platz im Leben finden.

Danny ist ein introvertierter Mann Mitte 30, er redet nicht viel und trotzdem versteht man was ihm in der einen oder anderen Situation durch den Kopf geht. Gegen Ende der ersten Staffel hatte ich das Gefühl, irgendwie zu wissen, wie er tickt. Besonders rührend fand ich die Szene, in der er seine alte Musikkassetten-Sammlung und seinen Walkman wiederfindet und sich seine damals selbst aufgenommene Kassetten anhört. Amüsant und ehrlich sein ungläubiges Staunen, wenn er das erste Mal einen Walmart betritt. Danny wirkt mitunter sehr unbeholfen und scheint sich nur mit Kindern und Jugendlichen wohlzufühlen, vielleicht weil er damals, als er weggesperrt wurde, selbst ein Jugendlicher war. Seit seiner Entlassung lässt er sich einfach treiben, lebt planlos in den Tag hinein. Auf andere Menschen wirkt er seltsam. Es kommt zu merkwürdigen Begegnungen und Danny gerät vielleicht auch in die eine oder andere gefährliche Situation. Beklemmend ist die Serie immer dann, wenn Danny auf seine Zeit im Gefängnis zurückblickt. Diese Zeit im Todestrakt war von ständiger Angst und Gewalt geprägt. In seiner Einzelzelle blieben ihm nur die Bücher, die ihm seine Mutter geschickt hat. Später hat er aber auch hinter den Gefängnismauern einen richtigen Freund gefunden. Über die Zeit im Knast erfährt man als Zuschauer in kurzen, aber umso einprägsameren Rückblicken.

Was bei dieser Serie, zumindest bei der ersten Staffel, als Frage im Raum steht, ist, wer nun eigentlich dieses Mädchen vergewaltigt und getötet hat. Jeder in dieser Kleinstadt kannte dieses Mädchen und jeder hatte und hat auch heute noch seine Meinung zu dem Mordfall. Die DNA hat zwar zu Daniels Freilassung geführt, aber kaum einer scheint an seine Unschuld zu glauben. Ein mittlerweile pensionierter Polizist, ein Sheriff, ein Politiker und andere Personen versuchen, die damaligen Ereignisse zu rekapitulieren.

Meine Lieblingsfolge:

Folge 5: Ich mochte insbesondere die Kameraeinstellung, die seine Gefängniszelle und sein jetziges Zimmer im Haus der Familie zeigt. Sie symbolisiert seinen Gefühlszustand. Auch fand ich die Szene zum Schluss sehr eindrucksvoll.

Die Charaktere im Einzelnen:

Daniel „Danny“ Holden ist ein verurteilter Vergewaltiger und Mörder. Nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis muss er sich wieder in der Gesellschaft zurechtfinden. Gespielt wird Danny von dem australisch-kanadischen Schauspieler Aden Young. Ich habe ihn bislang noch nirgendwo gesehen, er hat aber in den Kinofilmen „The Tree“, „Killer Elite“, „I, Frankenstein“ gespielt

Amantha Holden ist Dannys jüngere Schwester, sie hat immer an die Unschuld ihres Bruders geglaubt. Atheistin. Sie hat eine Affäre mit Dannys neuem Anwalt Jon Stern. Amantha ist bildhübsch, mir war sie anfangs eine Spur zu hübsch, um immer noch in diesem Kaff zu leben. Außerdem hat sie einen blöden Namen, als ob die Eltern aus Versehen ein „S“ vergessen haben. Gespielt wird Amantha von der amerikanischen Schauspielerin Abigail Spencer. Sie hatte Gastauftritte in einigen TV-Serien wie „Mad Men“ und größere Rollen in den Serien „Hawthorne“, „Suits“ und „Burning Love“ und auch hat sie in einigen Kinofilmen („Cowboys & Aliens“, „This Means War“, „Oz the Great and Powerful“) mitgewirkt.

Jared ist der rothaariger Halbbruder von Danny. Während Danny im Gefängnis saß, verstarb sein Vater und seine Mutter hat erneut geheiratet. Mit ihrem neuen Mann hat Dannys Mutter ein weiteres Kind (Jared) bekommen. Wenn Danny mit Jared abhängt, sieht man ihn sogar lachen. Gespielt wird Jared von dem amerikanischen Schauspieler Jake Austin Walker. Er hat in einigen TV-Serien mitgewirkt und war auch in dem Kinofilm „No One Lives“ mitgespielt.

Ted Talbot Jr. ist Dannys Stiefbruder. Als Danny im Gefängnis saß, verstarb sein Vater und seine Mutter hat erneut geheiratet. Ihr neuer Mann (Ted Talbot Sr.) hat ein Kind (Ted) mit in die Ehe gebracht. Ted glaubt nicht an Dandys Unschuld, außerdem ist er eifersüchtig, weil seine Frau Tawney von Danny scheinbar fasziniert ist. Gespielt wird Ted von dem amerikanischen Schauspieler Clayne Crawford. Er hat u.a. in den Kinofilmen „A Walk to Remember“ und „A Love Song for Bobby Long“ mitgewirkt.

Tawney Talbot ist Dannys schüchterne, tiefreligiöse Schwägerin. Sie ist mit Ted verheiratet und fühlt sich zu Danny hingezogen. Sie glaubt, ihn zu ihrem Glauben bewegen zu können. Gespielt wird Tawney von der australischen Schauspielerin Adelaide Clemens. Sie hat u.a. in „X-Men Origins: Wolverine“ und „The Great Gatsby“ mitgespielt.

Jon Stern ist Dannys neuer Anwalt aus Atlanta. Dannys Schwester Amantha hat eine Affäre mit ihm. Gespielt wird Jon Stern von dem kanadischen Schauspieler Luke Kirby. Ich habe ihn bereits in den Kinofilmen „Shattered Glass“ und kürzlich in „Take This Waltz“ gesehen.

Janet Talbot ist Dannys Mutter. Sie hat auch immer an seine Unschuld geglaubt, ist aber jetzt nach der Freilassung mit der Situation überfordert. Janet Talbot wird von der amerikanischen Schauspielerin J. Smith-Cameron gespielt. Sie hat u.a. in „The First Wives Club“, „In & Out“ und „You Can Count on Me“ mitgespielt.

„Rectify“ ist die erste eigene Original-Serie des TV-Kanals Sundance Channel, der mittlerweile in SundanceTV umbenannt wurde. Die Serie passt ideal ins Sundance-Konzept.

Die erste Staffel von „Rectify“ wurde erstmalig vom 22.04.13 – 20.05.13 auf dem Sundance TV-Kanal ausgestrahlt. Die zweite Staffel wurde auch bereits ausgestrahlt und die dritte ist in Planung.

Trailer zu sehen:

http://www.youtube.com/watch?v=Cw-TTr3sK8o

3 Gedanken zu “TV – Serie: "Rectify, 1. Staffel"

  1. Hört sich gut an 🙂
    Ist ja auch alles andere als abwegig und ein echt grusliger Gedanke: unschuldig im Knast und dann noch im Todestrakt, insbesondere für einen so jungen Menschen,d er noch nicht Leben konnte.
    Ich werde jetzt erstmal „Fargo“ in Angriff nehmen. Habe mir den Probemonat Netflix gesichert – die haben die Serie 😀

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  2. Ja, die Grundidee von „Rectify“ ist schon recht gelungen.

    Ach, habe gelesen, dass Netflix jetzt auch in D. erhältlich ist. Bieten die auch Filme und Serien im Original an? Cool auf jeden Fall, dass sie „Fargo“ anbieten. Bin gespannt, ob Dir die Serie auch so gefällt. 🙂

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