L. A. – Film: "The Giver"


Ich war am 16.08.14 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Giver“ (dt. Filmtitel: „The Giver – Hüter der Erinnerung“, dt. KInostart: 02.10.14) 97 min fantasy, sci-fi, adaptation
dir. Phillip Noyce cast: Jeff Bridges, Meryl Streep, Brenton Thwaites, Alexander Skarsgard, Katie Holmes, Taylor Swift

Oberflächlich betrachtet lebt der 15-jährige Jonas (Brenton Thwaites) in einer idealen Welt. Die Bewohner bekommen von den Wissenschaftlern jeden Morgen eine Injektion verabreicht, der alle Erinnerungen ausgelöscht hat und die sie keine Angst, kein Schmerz, kein Leiden und keinen Hass empfinden lässt. Durch den Einfluss der Medikamente können sie aber auch keine Farben sehen und erfahren nicht was Freude und Liebe ist. In dieser emotionslosen Gesellschaft sind alle Menschen gleich. Es gibt kein Neid und es entstehen auch keine Konflikte. Die Bewohner stehen unter ständiger Beobachtung des Ältestenrates, der ihr Leben von Geburt bist zum Tod plant und kontrolliert. Mit dem 16. Geburtstag werden den Kindern neue Aufgaben in der Gemeinschaft zugewiesen. Die Vorsitzende des Ältestenrates (Meryl Streep) teilt ihnen ihre zukünftige Bestimmung mit. Jonas wurde auserkoren und zum neuen „Hüter der Erinnerung“ ernannt. Er soll die Erinnerungen der Menschheit verwalten. Von dem derzeitigen Hüter der Erinnerung (Jeff Bridges) wird er ausgebildet. Jonas erfährt alles über die Geschichte und Vergangenheit der Menschen und lernt zum ersten Mal was Gefühle sind, sieht plötzlich Farben, lernt etwas Musik und Literatur. Plötzlich sieht Jonas nicht mehr viel Positives an der alten, kontrollierten Welt…

F (Wertung von A bis F) „The Giver“ basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Lois Lowry. Der Teenager-Roman erschien in den U.S.A. bereits im Jahr 1993. Ich habe das Buch nicht gelesen.

Der Roman erschien also bereits vor zwanzig Jahren. Jeff Bridges hat die Rechte an dem Buch bereits zwei Jahre nach Erscheinen des Romans erworben, ursprünglich sollte sein Vater Lloyd die Rolle des Hüter der Erinnerung spielen. Ich habe mich gefragt, wie der Film vor fünfzehn Jahren eingeschlagen hätte, als von den ganzen dystopischen Jugendbuchverfilmungen (The Hunger Games, „Divergent“, etc.) noch nicht die Rede war.

Mal angenommen jemand hätte ein solides Drehbuch geschrieben, man hätte dem Regisseur Phillip Noyce („Patriot Games“, „Clear and Present Danger“, „The Quiet American“, Salt) mind. 50 Millionen Dollar mehr Geld, einen versierteren Kameramann und anderes Personal, das in technischen Dingen sein Handwerk versteht, zur Verfügung gestellt und man hätte für den Film Jungdarsteller mit einem herausragenden Talent und außergewöhnlicher Präsenz (eine geklonte Jennifer Lawrence sozusagen) rekrutieren können, vielleicht wäre sogar am Ende ein okayer Film entstanden. Aber nur vielleicht, als ich das Kino verlassen habe, kam ich eigentlich zu dem Entschluss, dass die Romanvorlage einfach nicht gut sein kann. Wenn man diesen Teenager-Sci-Fi-Film sieht, dann dürfte einem kaum mehr ein böses Wort über die „The Hunger Games“-Verfilmungen über die Lippen kommen, denn was man in „The Giver“ zu sehen bekommt, ist wirklich Mist und Teenager-Verblödung.

Für mich war der Film eine einzige Qual. Ich habe mir den Film in den U.S.A. am Eröffnungswochenende angeschaut, der Film stand bei 30% Rotten Tomatoes (ich wusste also auf was ich mich einlasse). Es passiert schon mal, dass mir der Film trotz negativer Kritiken gefällt. Nicht hier, der Film ist wirklich schlimm und wenn man denkt es kommt jetzt garantiert nicht noch schlimmer, dann kommt die Sache mit der Flucht und dem Baby (und damit zu meiner „F“-Bewertung)

Für mich gab es drei Gründe, „The Giver“ sehen zu wollen: Meryl Streep, Jeff Bridges und Alexander Skarsgard (der selbst in den überflüssigen schwarz/weiß-Sequenzen umwerfend ausschaut). Bevor ich ins Kino gegangen bin, wurde Harvey Weinstein im Frühstücksfernsehen zu dem, von ihm produzierten Film interviewt. Entgegen seiner sonstigen Art hat er wenig über den Film an sich gesprochen, eigentlich hat er es darauf begrenzt, warum er „The Giver“ produziert hat. Seine Töchter lieben nämlich das Buch und haben nun von ihrem einflussreichen Produzenten-Papa verlangt, dass er das Buch verfilmt. Harvey Weinstein hat dann umgehend Meryl Streep angerufen und zu ihr gesagt, sie möge bitte nur ihre Töchter fragen, ob sie in der Verfilmung des beliebten Bestsellers mitwirken soll. Mrs Streep hat ihn dann kurze Zeit später zurückgerufen und zugesagt.

Meryl Streep spielt hier die Vorsitzende des Ältestenrates. Auf dem Papier liegt es natürlich nahe, sie für diese Rolle zu besetzen. Aber selbst Meryl Streep kann diesen Film nicht retten, mit ihrer grauen Langhaar-Perrücke sieht sie seltsam aus und auch schauspielerisch fand ich sie nicht zufriedenstellend. Es wird bereits gemunkelt, dass nicht mal die Auslandspresse sie für diese Rolle für einen Golden Globe nominieren will. Gut, wer sich jetzt Sorgen um Meryl Streeps Popularität in Hollywood und/oder ihre Karriere macht, der sei beruhigt. Außerdem hat die Auslandspresse dieses Jahr noch die Möglichkeit, sie für ihre Rollen in der Verfilmung des Broadway-Musical „Into the Woods“ oder in Tommy Lee Jones „The Homesman“ zu nominieren.

Die Hauptfigur, der 16-jährige Jonas, wird von dem unscheinbaren, zu den Dreharbeiten bereits 24-jährigen Australier Brenton Thwaites dargestellt. Hollywood hat die Hauptfigur im Film allerdings bereits an die Zielgruppe angepasst. Im Roman „The Giver“ ist diese Figur nämlich erst 11 bzw, 12 Jahre alt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Hunger Games: Mockingjay – Part 1“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar:Jetzt der dritte Teil, der in zwei Parts ins Kino kommt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Hobbit – The Battle of the Five Armies“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Der dritte und letzte Teil von Peter Jacksons „The Hobbit“. Das CGI im Trailer sieht wirklich billig und schlecht aus, praktisch wie im Film „The Giver“. Für mich war es komisch, Lester Nygaard aus „Fargo“ im Trailer zu sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Unbroken“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Angelina Jolies Biopic/Drama mit Jack O´Connell. Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „When the Game Stands Tall“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Sportfilm mit Laura Dern und Jim Caviezel
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Maze Runner“
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer)
Kommentar: Fantasy/Sci-Fi-Teenagarromanverfilmung, kann gar nicht schlechter als „The Giver“ sein.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei 80% RT

Trailer v. Film: „St. Vincent“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Tragikomödie mit Bill Murray, Melissa McCarthy, Chris O´Down und Naomi Watts (die ich im Trailer nicht erkannt habe) Oscar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Paddington“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Ja, goldig der Bär. Toller Trailer. Selten einen Trailer gesehen, bei dem das Publikum so mitgeht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ach warum nicht.

2 Gedanken zu “L. A. – Film: "The Giver"

  1. Oh man hier habe ich schon der PV zugestimmt, aber da muss ich durch, wusste ich ja, dass er scheiße wird :))
    Und Yeah ein „F“ :))
    Brenton Thwaites muss jetzt aber auch in jeden zweiten Film mitmachen was? Den sieht man echt oft.
    „The Maze Runner“ wirkt zwar etwas besser, aber eigentlich ist das alles der selbe Müll.
    „Paddington“ sah mir aber sehr blöd aus. Den gucke ich auf keinen Fall. Ich lasse mir meinen Paddingtonbär nicht kaputtmachen :))

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  2. Naja ich wusste ja auch, dass der Film Mist ist und bin trotzdem reingerannt. :no: Ja, ich war so verärgert, dass ich ein „F“ geben musste. Die Zeit verging aber auch wirklich gar nicht.
    Brenton Thwaites kannte ich nicht, wirkt aber sehr austauschbar. Irgendwann während des Films habe ich mir notiert, dass er wohl als eine Art junger James Franco besetzt wurde. :))

    Echt, den „Paddington“-Trailer, den ich gesehen habe, fand ich lustig. Mal gucken, wenn der schlechte Kritiken hat, gehe ich nicht rein.

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