NYC – Film: "Get On Up"


Ich war am 10.08.14 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Get On Up“ (dt. Kinostart: 09.10.14) 138 min drama, musical, biopic
dir. Tate Taylor cast: Chadwick Boseman, Nelson Ellis, Viola Davis, Keith Robinson, Dan Aykroyd, Alison Janney, Octavia Spencer

James Brown (Chadwick Boseman) kommt aus ärmlichen Verhältnissen. Musik hat ihn immer schon begeistern können. Eines Tages bekommt er die Möglichkeit, der Armut zu entkommen und mit seiner Musik sein Lebensunterhalt zu verdienen. Der Godfather of Soul war einer der einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts.

C- (Wertung von A bis F) „Get On Up“ ist ein Biopic über die Soul-Legende James Brown.

Eigentlich hätte ich gewarnt sein müssen, vor einigen Jahren hatte der Regisseur Tate Taylor schon den Film The Help  inszeniert. Über diesen Film und den ganzen Hype hatte ich mich noch Monate später geärgert. Der Gipfel des Ganzen war dann noch der Oscar-Gewinn für die froschgesichtige Octavia Spencer. Das war einer dieser Oscars, der bis heute nicht zu erklären ist.

Jetzt kommt nun also von diesem (weißen) Regisseur ein Biopic über James Brown. Ursprünglich sollte Spike Lee einen Film über das Musikgenie drehen und man braucht keine große Vorstellungskraft um sicher zu sein, dass der (schwarze) Filmemacher einen wesentlich souveräneren Film inszeniert hätte. Das Drehbuch von „Get On Up“ ist eine einzige Katastrophe, der Filmschnitt ist miserabel und die Locations wirken wie Kulissen, ganz selten authentisch. Der Film beginnt 1988 und dann – ich habe es mir notiert – springt die Geschichte in die Jahre 1968, 1988, 1968, 1939, 1964, 1949, 1955, 1962, 1965, 1968, 1971,1988,1993. Die Erzählung ist wirr, enthält unzählige und scheinbar wahllose aneinander gesetzte Rückblenden, gefühlt noch viel öfter als die Jahreszahlen es andeuten. Als ob das nicht alles schon gereicht hätte, einen aus dem Film zu bringen, guckt und redet der James Brown-Darsteller dann auch noch hin und wieder direkt in die Kamera.

Gut es ist nicht alles unbefriedigend an diesem Film, es gibt auch ein paar gute Ansätze. Ich mochte beispielsweise drei Szenen im Film (Die „It´s a Man´s World“-Szene, die Szene, bei der James Brown später auf seine Mutter trifft und wenn James Brown gegen Ende des Film in einem roten Anzug zu sehen ist)

Chadwick Boseman verkörpert hier James Brown so selbstverständlich, dass er wahrscheinlich zum Ende der Dreharbeiten selbst geglaubt hat, er ist die Soul-Legende James Brown. Er hat eine sehr ähnliche Bühnenpräsenz und wie er James Brown tänzerisch imitiert ist unglaublich. Gut er singt hier nicht selbst, bewegt nur seine Lippen synchron, aber seine schrill-rauchige Sprechstimme und sein supernerviges Dauergequatsche erinnert doch sehr an den echten James Brown. Wenn man Chadwick Boseman auf der Bühne sieht, vergisst man irgendwann, dass er nicht selbst singt. Chadwick Boseman ist in den U.S.A. bereits ein Star, „Get On Up“ ist bereits sein zweites Biopic. Im letzten Jahr wurde er von den amerikanischen Kritikern bereits als Baseball-Spielerlegende Jackie Robinson in dem Film „42“ gefeiert. In „Get On Up“ portraitiert Chadwick Boseman James Brown im Alter von 16 bis 60 Jahre und für mich ist dies eine Oscar-Performance.

Ich hatte aber den Eindruck, dass die meisten Schauspieler ihr Bestes geben, hervorheben möchte ich auch Nelson Ellis (der Browns besten Freund Bobby Byrd spielt) und definitiv Viola Davis. Beide sind grandios. Viola Davis ist immer überragend, wenn sie die geeignete Rolle spielen darf. Hier spielt sie James Browns Mutter. Alle drei Schauspieler haben einen besseren Film verdient und James Brown wäre ein wirklich solideres Biopic zu wünschen gewesen.
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Für „Get on Up“ sind folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Hauptdarsteller (Chadwick Boseman), Bestes Make-up und beste Frisuren, Bester Ton und Beste Kostüme

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Kill the Messenger“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Thriller mit Jeremy Renner, Ray Liotta, Mary Elizabeth Winstead, Oliver Platt
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „All Is By My Side“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Jimi Hendrix Biopic mit André 3000 als Jimi Hendrix
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „The Judge“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Tragikomödie mit Robert Downey Jr., Robert Duvall, Vera Farmiga und Billy Bob Thornton. Mal gucken, ob der oscarmäßig was reißen kann.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „No Good Deed“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thriller mit Idris Elba
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei mind. 60% RT

Trailer v. Film: „Exodus: Gods and Kings“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ridley Scotts neuer Film mit Christian Bale, Joel Edgerton, Aaron Paul, Ben Kingsley und Sigourney Weaver. Ich weiß nicht, warum dieses Jahr so viele Bibel-Filme rauskommen. Die Bilder im Trailer wirken sehr imposant.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei mind. 60% RT

Trailer v. Film: „A Walk Among the Tombstones“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Thriller mit Liam Neeson. Ich hasse es, wenn Trailer bereits so viel spoilern. Das ist ein Grund, warum ich mir außerhalb des Kinos keine Trailer anschaue.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei mind. 60% RT

Trailer v. Film: „Unbroken“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Angelina Jolies Biopic/Drama mit Jack O´Connell. Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

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