San Francisco – Film: "Wish I Was Here"

Ich war am 18.07.14 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Wish I Was Here“ (dt. Kinostart: 09.10.14) 114 min drama, comedy
dir. Zach Braff cast: Zach Braff, Kate Hudson, Mandy Patinkin, Josh Gad, Joey King, Pierce Gagnon, Jim Parsons

Aidan Bloom (Zach Braff) ist ein arbeitsloser Schauspieler und Familienvater. Seine Frau (Kate Hudson) geht einer öden Bürobeschäftigung nach, aber auch die würde nicht die teure jüdische Privatschule der Kinder bezahlen. Aidans Vater (Mandy Patinkin) hatte bisher die Kosten für die Schule übernommen, der ist aber jetzt erneut an Krebs erkrankt und braucht das Geld, um für seine Arzt- und Krankenhausrechnungen aufzukommen. Einige Veränderungen kommen auf die Familie zu…

B (Wertung von A bis F) „Wish I Was Here“ ist eine Tragikomödie und Zach Braffs zweiter Kinofilm als Regisseur. Sein Regiedebüt hat der Schauspieler im Jahr 2004 mit dem Film „Garden State“ gegeben. An den Film kann ich mich kaum noch erinnern, aber ich weiß, dass ich ihn mochte.

„Wish I Was Here“ hat nicht so dolle Kritiken bekommen, ich fand den Film zwar etwas zu lang und habe ihn recht schnell wieder vergessen, aber im Kino hat er mir eine gute Zeit beschert.

Es ist ein schön fotografierter Film über Veränderungen im Leben und über Träume, Glauben, Religion und den Tod. Der Film hat witzige und traurige Momente. Der (jüdische) Humor trifft genau mein Humorzentrum und es gab ein paar Szenen, die mich gerührt haben.

Als Schauspieler mag ich Zach Braff nicht, auch mag ich Joey King (die hier seine Tochter spielt) nicht anschauen, dafür mochte ich selbstverständlich Mandy Patinkin (Showtimes „Homeland“) und überraschenderweise hat mir Kate Hudsons in dieser ernsthafteren Rolle gefallen. Vermutlich hat sie noch nie eine bessere Performance gegeben.

Zach Braff hat einen großen Teil dieses Films über Kickstarter finanziert. In den letzten Jahren ist es immer populärer geworden, über Kickstarter nach potentielle Geldgeber für seine Serien- und Indie-Filmprojekte zu suchen. Ist letztlich auch eine gute Werbung, um auf sein Projekt aufmerksam zu machen.

„Wish I Was Here“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2014 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Kill the Messenger“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Thriller mit Jeremy Renner, Ray Liotta, Mary Elizabeth Winstead, Oliver Platt
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Best of Me“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Nicholas Sparks-Verfilmung mit James Maroden und Michelle Monaghan
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Laggies“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Tragikomödie mit Keira Knightley und Sam Rockwell
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Hundred-Foot Journey“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Lasse Hallströms neuer Film mit Helen Mirren. Den würde ich mir nur ihretwegen anschauen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „Die Disappearance of Eleanor Rigby“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Ich liebe diesen Film (mit Jessica Chastain, James McAvoy, Viola Davis, William Hurt, Isabelle Huppert und Bill Hader) eigentlich jetzt schon. Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Magic in the Moonlight“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: neuerster Woody allen Film mit Colin Firth, Emma Stone, Marcia Gay Harden, Jacki Weaver.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 70%

Trailer v. Film: „Calvary“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Tragikomödie mit Brendan Gleeson und Chris O´Dowd
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: "Third Person"

Ich war am 17.07.14 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Third Person“ (dt. Filmtitel: „Dritte Person“, dt. Kinostart: 04.12.14) 136 min drama
dir. Paul Haggis cast: Liam Neeson, Mila Kunis, Adrien Brody, Olivia Wilde, James Franco, Maria Bello, Kim Basinger, Moran Atias

In Paris bekommt der verheiratete Romanautor Michael (Liam Neeson) Besuch von seiner Geliebten (Olivia Wilde).

In Rom lernt der amerikanische Geschäftsmann Scott (Adrien Brody) in einer Bar eine Frau (Moran Atlas) kennen.

In New York befinden sich Julia (Mila Kulis) und ihr Ex Rick (James Franco) in einem erbitterten Sorgerechtsstreit um ihren gemeinsamen Sohn.

C- (Wertung von A bis F) „Third Person“ ist ein nicht enden wollender Episodenfilm. Die einzelnen Geschichten führen einen nach Paris, New York und Rom. Dieser Film ist mal wieder ein Beispiel dafür, dass ein anerkannter Drehbuchautor und Regisseur und eine beeindruckende Besetzung nicht zwangsläufig auch zu einem guten Film führen.

Ich fand einzig die Geschichte um Liam Neesons und Olivia Wildes Figuren unterhaltsam. Die Episoden um Adrian Brodys Charakter fand ich völlig absurd (Wie dämlich kann man denn sein?) und noch dazu öde, die um Mila Kunis´ Figur nur öde. Vielleicht hätte mir der Film gefallen, wenn einzig die Pariser Geschichte erzählt worden wäre. So bin ich leider ungeduldig in meinem Kinosessel hin- und hergerutscht, sobald die beiden einschläfernden Stories weitergingen. Bei diesem Episodenfilm gibt es eine Verbindung der Geschichten untereinander, dazu findet man immer wieder Indizien, ganz zum Schluss wird die Verbindung aber erst aufgeklärt. Das Ende fand ich gut (vielleicht auch, weil der Film nun endlich vorbei war), aber alles andere als neu.

Erneut ein großer Störfaktor für mich war Mila Kunis. Mir ist sie einfach zu gewöhnlich.

Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass die hübsche Olivia Wilde hier splitterfasernackt zu sehen ist.

„Third Person“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2013 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Boyhood“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Ethan Haake und Patricia Arquette
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „This is Where I Leave You“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Tragikomödie mit Tina Fey, Jason Bateman, Rose Byrne, Corey Stoll, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „I Origins“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Sci-Fi mit Brit Marling
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Hundred-Foot Journey“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Lasse Hallströms neuer Film mit Helen Mirren. Den würde ich mir nur ihretwegen anschauen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „A Walk Among the Tombstones“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Thriller mit Liam Neeson. Ich hasse es, wenn Trailer bereits so viel spoilern. Das ist ein Grund, warum ich mir außerhalb des Kinos keine Trailer anschaue.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

San Francisco – Film: "Begin Again"

Ich war am 17.07.14 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Begin Again“ (dt. Titel: „Can a Song Save Your Life?“, dt. Kinostart: 28.08.14) 104 min comedy, drama, musical
dir. John Carney cast: Keira Knightley, Mark Ruffalo, Adam Levine, Hailee Steinfeld, Mos Def, Catherine Keener

Dan (Mark Ruffalo) ist ein New Yorker Musikproduzent. Er war mal sehr erfolgreich, hat aber schon lange keinen Hit mehr gelandet. Er hat ein Alkoholproblem und lebt von seiner Frau Miriam (Catherine Keener) und seiner Tochter Violet (Hailee Steinfeld) getrennt. Jetzt wird er auch noch von seinem Plattenboss Saul (Mos Def) gefeuert, landet abends pleite und angetrunken in einem Nachtclub und wird auf die Sängerin Gretta (Keira Knightley) aufmerksam. Er sieht sofort das Potenzial in der Musikerin und bietet ihr an, mit ihr ein Album zu produzieren. Nur hat er mittlerweile gar nicht mehr die Möglichkeiten, es muss improvisiert werden.

B+ (Wertung von A bis F) „Begin Again“ ist ein charmanter kleiner Film über Musik, das unkonventionelle Entstehen einer Band und eines Albums, aber auch über die Musikindustrie und die schönste Stadt der Welt.

Wahrscheinlich funktioniert der Film nur, wenn einem die gespielten Songs auch gefallen. Ich mochte sie, jetzt eine Woche später geht mir ein bestimmtes Lied immer noch nicht aus dem Kopf. Mir gefiel aber auch die darum erzählte Geschichte und das dann doch nicht so vorhersehbare Ende.

Für mich stechen zwei Szenen im Film hervor. In der einen landet Mark Ruffalos Charakter nach einem schlechten Tag in der Bar und wird das erste Mal auf Keira Knightleys Stimme und ihren Song aufmerksam. Eine ähnliche Szene gibt es gleich zu Beginn des Film, nur in dem zweiten Anlauf sieht man sie mit seinem musikalischen Verständnis. Auch mochte ich die längere Sequenz, in denen Mark Ruffalo und Keira Knightleys Charaktere sich ihre Lieblingssongs auf den iPods vorspielen und sich dabei quer durch die Stadt treiben lassen.

Mark Ruffalo spielt hier, wie meist, eine Version von den Charakteren, die er bereits in der Vergangenheit gespielt hat. Das selbstverständlich auch wieder exzellent, aber ich kann auch nachvollziehen, wenn man von ihm etwas gelangweilt ist.

Wie bereits in Seeking a Friend for the End of the World mag ich Keira Knightley hier. Vielleicht weil sie diesen Typ Frau einfach glaubwürdig verkörpern kann. Die Rolle nehme ich ihr einfach ab. Sie hat eine wohlklingende Stimme und Sprache und das hört sich überraschenderweise auch im musikalischen Gebrauch angenehm an. Die Songs hat sie alle selbst gesungen. Hut ab.

Hailee Steinfeld habe ich das erste und einzige Mal zuvor in True Grit gesehen. Für diese Rolle hat sie zurecht eine Oscar-Nominierung erhalten. Jetzt ist sie größer und etwas trampelig und irgendwie fehlt ihr (hier) das gewisse Etwas. Ich bin gespannt, ob und welche Richtung sich ihre Karriere weiterentwickelt.

Adam Levine (von der Band Maroon 5) spielt hier den Ex-Freund von Keira Knightley und einen erfolgreichen, aber nicht so guten Sänger. In der Rolle überzeugt er natürlich auch im Film, zumindest bis er irgendwann mit einem, alles andere als hipstermässigen Al-Qaida-Bart auftaucht. Mit diesem seltsamen Aussehen hat er mich komplett aus dem Film gehauen.

Der ursprüngliche (und in Deutschland benutzte) Filmtitel „Can a Song Save Your Life?“ passt besser zu dem Film und ist auch nicht so austauschbar und nichtssagend wie der Filmtitel „Begin Again“. Angeblich mochte das amerikanische Testpublikum den ursprünglichen Titel nicht.

„Begin Again“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Song.

„Begin Again“ wurde (seinerzeit noch unter dem Titel „Can a Song Save Your Life?)“ erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2013 gezeigt.

Trailer zu sehen:

Keira Knightley singt „Lost Stars“:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Last of Robin Hood“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über Errol Flynn mit Kevin Kline als Errol Flynn und Dakota Fanning und Susan Sarandon
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Frank“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Tragikomödie mit Michael Fassbender in der Titelrolle. Leider kann man sein Gesicht den ganzen Film über nicht sehen. Grrr
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Trip to Italy“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung von „The Trip“, den ich leider noch nicht gesehen. Ist aber mit Steve Coogan, also werde ich ihn nachholen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „St. Vincent“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Tragikomödie mit Bill Murray, Melissa McCarthy, Chris O´Dowd und Naomi Watts (die ich im Trailer nicht erkannt habe). Oscar-Film Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: „Dawn of the Planet of the Apes“

Ich war am 17.07.14 in San Francisco und am 25.07.14 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Dawn of the Planet of the Apes“ (dt. Titel: „Planet der Affen – Revolution“, dt. Kinostart: 07.08.14) 130 min sci-fi, fantasy, sequel
dir. Matt Reeves cast: Andy Serkis, Jason Clarke, Gary Oldman, Keri Russell, Toby Kebbell, Judy Greer, James Franco, Kodi Smit-McPhee

 

10 Jahre nach dem Ausbruch der tödlichen Seuche ist beinahe die komplette Menschheit zum Opfer gefallen. Ein paar hundert Überlebenden sind immun gegen das, im Labor entstandene Virus und haben sich in San Francisco gruppiert.

Seit zwei Jahren haben die Affen Caesar (Andy Serkis) und seine Untertanen keinen Menschen mehr gesehen. Dann kommt es in ihrem Waldgebiet zu einer Konfrontation mit einer kleinen Menschengruppe um Malcolm (Jason Clarke). Caesar will keinen Krieg gegen Menschen führen, Koba (Toby Kebbell), der sehr unter den Menschen leiden musste, sieht das etwas anders…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Dawn of the Planet of the Apes“ ist der Fortsetzungsfilm von Rise of the Planet of the Apes aus dem Jahr 2011. Beide Filme sind eine Neuauflage der Originalfilme „Planet of the Apes“. „Dawn“ schließt zehn Jahre nach den Ereignissen von „Rise“ an und führt die Geschichte weiter.

In „Rise of the Planet of the Apes“ hat man Caesar aufwachsen gesehen, ich mochte diesen Film (Bewertung: B-, aus meiner Erinnerung heraus, dachte ich, ihn besser bewertet zu haben), die Fortsetzung hat mir dann offensichtlich noch besser gefallen. So muss ein Blockbuster aussehen. Eine gute, spannende Handlung mit erstklassigen Spezialeffekten, einer überzeugenden Ausstattung und atemberaubenden Szenenbildern. Die 170 Millionen Produktionskosten sind gut und sichtbar investiert.

Der Regisseur von „Dawn of the Planet of the Apes“ ist Matt Reeves. Nach dem, in meinen Augen unsäglichen „Cloverfield“ und dem „Let Me In“-Remake ist dies beeindruckenderweise erst sein dritter Kinofilm.

In „Dawn of the Planet of the Apes“ geht es nun endlich und hauptsächlich um die Affen. Die Menschen spielen in diesem Film nur noch eine Nebenrolle, dafür werden die Affen den Menschen immer ähnlicher. Ein Film, der seinen Filmtitel auch verdient. Gleich nach der Einführung taucht man in die Welt ein, die sich die Affen aufgebaut haben. Sie leben in einem Waldgebiet in und um San Francisco, man sieht wie sie sich vermehrt haben, sich weiterentwickelt haben, intelligenter wurden, man versteht, in was für einer Gemeinschaft sie leben, versteht die Beziehungen untereinander und ihre Regeln, letztlich versteht man die Affen. Caesar ist der Anführer der Affen und man ist praktisch zu jeder Zeit (emotional) an seiner Seite. Man sieht wie wichtig ihm seine eigene kleine Familie ist und wie sehr ihm seine Artgenossen am Herzen liegen. Caesar vertraut einzig den Affen, misstraut den Menschen, seine Meinung wird er aber über den Verlauf der Ereignisse überdenken müssen.

So sehr mir immer das Herz aufging wenn Caesar auf der Leinwand auftauchte, so faszinierend fand ich Koba. Gelungener Charakteraufbau und Weiterentwicklung, so muss ein Bösewicht sein. Mit seiner Vielschichtigkeit sorgt Koba immer für Unterhaltung und für die eine oder andere Überraschung. Dennoch haben mich seine Aktionen das eine oder andere Mal beinahe aus dem Film geworfen. Die Rivalität zwischen Caesar und Koba entsteht langsam. Das Virus, das fast die Menschheit ausgerottet hat, hat die Laboraffen Caesar und Koba intelligenter werden lassen. Warum Caesar englisch spricht verstehe ich, es ergibt auch einen Sinn, dass Koba englisch spricht. Bei ihm hat es mir aber hin und wieder Probleme bereitet, dass er so gut englisch spricht. Auch mochte ich nicht wirklich, dass sie untereinander englisch sprechen. Update nach dem zweiten Kinobesuch: Ich habe keinerlei Probleme mehr mit Koba und/oder dass die Affen englisch reden.

Bereits bei dem Vorgängerfilm „Rise“ gab es die Diskussion, ob Andy Serkis´ Motion-Capture-Performance für den Oscar nominiert werden kann und sollte. Die kommen mit diesem Film natürlich wieder auf, Caesar war bereits in „Rise“ die Seele des Films, in „Dawn“ sieht das nicht anders aus, man fühlt jederzeit mit ihm. Natürlich darf man die exzellente Arbeit der Makeup-Artisten nicht herunterspielen, aber was Andy Serkis mit seinem Blick, seiner Mimik, seiner Ausstrahlung, Präsenz, Körpersprache und Bewegung in seine Figur einbringt, ist eine Meisterleistung. Meiner Meinung nach gibt Andy Serkis hier definitiv eine Oscar-Performance. Toby Kebbell, der hinter der Figur Koba steht, könnte man in die Diskussionen um eine Oscar-Nominierung eigentlich auch mit einbeziehen. Vielleicht sollte man für die Motion-Capture-Performances wenigstens über eigene Kategorie bei den Academy Awards nachdenken.

Von der menschlichen Performances würde ich einzig den australischen Schauspieler Jason Clarke („Zero Dark Thirty“) hervorheben. Ansonsten schwächelt der Film immer, wenn die Geschichte zu nah und zu lange ausschließlich bei den Menschen ist.

Ohne dass ich es geplant habe, habe ich „Dawn of the Planet of the Apes“, wie bereits den Vorgängerfilm, in einem Kino in San Francisco gesehen. Selten fand ich es so cool einen Film, in der Stadt, in der er tatsächlich spielt, zu sehen.

Zum Schluss gab es Applaus vom (vorwiegend jungen) Publikum.

Ich mag das Ende von „Dawn of the Planet of the Apes“. Der dritte Teil dieser Reihe wurde bereits Anfang Januar bestätigt, ich bin gespannt, wie die Geschichte weitergeht. Matt Reeves wird auch bei „Planet of the Apes 3“ (Arbeitstitel) Regie führen.

„Dawn“ ist für folgende Oscars im Gespräch: Bester Ton, bester Tonschnitt, beste visuelle Effekte, bestes Make-up und beste Frisuren und eine Oscar-Nominierung für Andy Serkis

Da ich auf der deutschen Website des Films einen synchronisierten Trailer gesehen habe, rate ich dringend zu der Originalfassung. Außerdem empfiehlt es sich, diesen Film in einem Kino mit der größtmöglichen Leinwand zu sehen. Ich habe ihn in der 2D-Fassung gesehen. Voraussichtlich werde ich mir „Dawn of the Planet of the Apes“ diese Woche ein zweites Mal anschauen.

Update nach dem zweiten Kinobesuch:

A- (Wertung von A bis F) Ich habe mir eine Woche nachdem ich „Dawn“ im Kino gesehen habe, ihn mir ein zweites Mal im Kino angeschaut. Ich habe meine ursprüngliche Bewertung tatsächlich noch nach oben korrigiert. Ich war ja bereits beim ersten Mal begeistert, jetzt finde ich den Film nahezu perfekt. Ich gebe ungern ein uneingeschränktes „A“, ich war aber kurz davor eines zu vergeben. Definitiv wird er aber jetzt in meiner Top Ten-Kategorie für Filme aus dem Jahr 2014 geführt und wer weiß, vielleicht taucht er am Ende in meiner finalen Liste auf.

Wie bereits weiter oben erwähnt, habe ich mit der zweiten Sichtung kein Problem mehr mit Kobas Verhalten (es gibt einfach Psychopathen auf der Welt und bei den Affen wird es da keine Ausnahme geben). Auch hat mich Kobas Englisch nicht mehr aus dem Konzept gebracht. Beim zweiten Mal habe ich die Gelegenheit genutzt, mehr auf Caesars Sohn Blue Eyes und den Orang-Utan Maurice zu achten. Beide finde ich großartig. Ich liebe aber Caesars Gesicht und da sind bei mir auch wieder ein paar Tränen vor Rührung gekullert. Außerdem finde ich es klasse, mit welcher Kameraeinstellung die Geschichte der Affen beginnt und mit welcher sie endet.

Viele Trailer Spoilern mir den Film zu sehr, daher habe ich mich dafür entschieden, auf eine kurze (geschnittene) Szene aus dem Film hinzuweisen:

Caesars Geschichte in folgendem Featurette zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Get On Up“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Biopic über James Brown (wenn bloß Octavia Spencer nicht zu sehen wäre)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x (1x)
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „November Man“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actionthriller mit Pierce Brosnan
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „The Judge“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Tragikomödie mit Robert Downey Jr., Robert Duvall, Vera Farmiga und Billy Bob Thornton. Mal gucken, ob der oscarmäßig was reißen kann.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x (1x)
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Unbroken“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Angelina Jolies Biopic/Drama mit Jack O´Connell. Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Fury“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: David Ayers neuer Film. Kriegsfilm mit Brad Pitt (der sich seit ein paar Monaten jetzt auch Oscar-Gewinner nennen darf) Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Gone Girl“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: David Finchers neuer Film. Mit Ben Affleck, Rosamunde Pike, Neil Patrick Harris. Ich kenne die Romanvorlage, für den Film wurde (von der Romanautorin, die für den Film das Drehbuch geschrieben hat) das Ende geändert. Oscar-Film?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Exodus: Gods and Kings“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ridley Scotts neuer Film mit Christian Bale, Joel Edgerton, Aaron Paul, Ben Kingsley und Sigourney Weaver. Ich weiß nicht, warum dieses Jahr so viele Bibel-Filme rauskommen. Die Bilder im Trailer wirken sehr imposant.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x (1x)
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: fraglich

vorgeschaltete Trailer beim zweiten Kinobesuch:

Die Trailer von „Get On Up „, „The Judge“ und „Exodus: Gods and Kings“ wurden auch hier gezeigt, ansonsten aber folgende Trailer:

Trailer v. Film: „Guardians of the Galaxy“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Marvel-Mist
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Equalizer“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actionthriller mit Denzel Washington (der hier einen guten Eindruck macht) und Melissa Leo
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 51%

Trailer v. Film: „The Skeleton Twins“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Komödie mit Kristen Wiig, Luke Wilson und Bill Hader
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Maze Runner“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Fantasy/Sci-Fi-Buchverfilmung
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Montréal – Film: "X-Men: Days of Future Past"

Ich war am 03.07.14 in Montréal und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„X-Men: Days of Future Past“ (dt. Titel: „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“, dt. Kinostart war der 22.05.14) 131 min fantasy, action, sequel, adaptation
dir. Bryan Singer cast: Hugh Jackman, James McAvoy, Michael Fassbender, Jennifer Lawrence, Halle Berry, Anna Paquin, Ellen Page, Peter Dinklage, Ian McKellen, Patrick Stewart

Im Jahr 2023. Die Sentinels haben die Macht übernommen. Die Mutanten stehen im Krieg mit diesen Robotern. Unzählige Todesfälle auf Seiten der Mutanten sind bereits zu beklagen. Professor X (Patrick Stewart) und Magneto (Ian McKellen) beschließen, Wolverine (Hugh Hackmann) fünfzig Jahre zurück in die Vergangenheit zu schicken, damit er dafür sorgt, dass die Sentinels nie kreiert werden. Ursprünglich hat Trask (Peter Dinklage) die Sentinels geplant, um seine Feinde, die Mutanten, auszulöschen.

B- (Wertung von A bis F) „X-Men: Days of Future Past“ basiert auf den Geschichten „Days of Future Past“ von Chris Claremont und John Byrne. Es ist eine Fortsetzung zu den Comic-Verfilmungen „X-Men: The Last Stand“ und X-Men: First Class.

Ich beurteile „X-Men Days of Future Past“ weder als Kenner noch als Fan dieser Comic-Reihe. Ich beurteile diesen Film als jemand der bevorzugt amerikanische Indie-Filme sieht, hin und wieder aber auch vor einem Blockbuster nicht zurückschreckt.

Mit Patrick Stewart, Ian McKellen, Michael Fassbender, James McAvoy, Jennifer Lawrence und Peter Dinklage werden die X-Men und Trask, der Feind der X-Men von einer Schauspiel-Elite verkörpert. Ich gebe zu, dass das für mich ein großen Reiz dieser Comic-Verfilmung ausmacht. Die Story um die Mutanten, die Aussätzigen, finde ich aber auch recht gelungen.

Für mich hat der Film erst richtig in der Vergangenheit, also im Jahr 1973, angefangen. Bis zu dem ganzen Zerstörungs-Gedöns hat er mir auch gut (übersetzt ungefähr B+) gefallen. Dann habe ich aber völlig den Faden verloren, Fassy, Sentinels, Halle Berry – wer, was und warum habe ich nicht wirklich verstanden und hat mich auch völlig erschöpft. Überhaupt ist der Film viel zu lang. Meine Lieblingsszene ist zweifelsfrei die Zeitlupenszene im Pentagon.

Wolverine mit seiner seltsamen Haartracht und seinem aufgepumpten Körper ist für mich der größte Störfaktor im Film. Zum einen finde ich diesen Mutanten am uncoolsten von allen und dann wird er auch noch von dem schlechtesten Schauspieler in diesem Film dargestellt. Hugh Jackman mit seinen max. zwei Gesichtsausdrücken erinnerte mich hier an eine etwas jüngere Ausgabe von Clint Eastwood.

Selbstverständlich wird es auch zu diesem Film eine Fortsetzung geben.

Ich habe den Film in der 2D-Fassung gesehen.

„X-Men: Days of Future Past“ ist auch für einige Oscars im Gespräch: Bester Ton, bester Tonschnitt und beste visuelle Effekte

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Into the Storm“
Bewertung des Trailers: B (neuer, dieses Mal Trailer)
Kommentar: Katastrophenfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nö, denke nicht

Trailer v. Film: „When the Game Stands Tall“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Sportfilm mit Laura Dern und Jim Caviezel
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Teenage Mutant Ninja Turtles“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Das kann doch wohl echt nicht deren Ernst sein.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: Pffff

Trailer v. Film: „Dawn of the Planet of the Abes“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Die Fortsetzung von „Rise“, den ich sehr mochte. Als ich diesen Trailer hier, Anfang Juli, das erste Mal gesehen habe, wusste ich nicht, ob ich damit klarkomme, dass Caesar englisch spricht. Gestern habe ich „Dawn“ gesehen, nur bei Koba hatte ich etwas Probleme.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Kingsman: The Secret Service“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Matthew Vaughns neuer Film, Comicbuch-Verfilmung mit Colin Firth, Michael Caine und Samuel L. Jackson
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

VOD – Film: "Frequencies"

Folgenden Film habe ich mir als VOD über iTunes (U.S.) angeschaut:

„Frequencies“ (alternativer Filmtitel: „OXV: The Manual“) 105 min sci-fi, fantasy, drama
dir. Darren Paul Fischer cast: Daniel Fraser, Eleanor Wyld, Dylan Llewellyn, Georgina Minter-Brown, Owen Pugh, David Broughton-Davies, Emma Powell, Lily Laight, Charlie Rixon, David Barnaby

In einem Paralleluniversum sind die Menschen mit einer Frequenz ausgestattet, die ihr Leben bestimmt. Diejenigen mit einer hohen Frequenz haben Glück im Leben, sind aber dafür emotionslos, vergleichbar mit einem Roboter, ohne Seele. Die Menschen mit einer niedrigen Frequenz sind emotional, das Schicksal meint es aber nicht so gut mit ihnen. Bei Marie (Lily Laight, Eleanor Wyld) wurde in früher Kindheit festgestellt, dass sie eine sehr hohe Frequenz hat, bei Zak (Charlie Rixon, Dylan Llewellyn, Daniel Fraser) hingegen wurde eine sehr niedrige Frequenz gemessen. Gegensätzlicher könnten die Beiden nicht sein. Es wird ihnen dringend davon abgeraten, sich zu nahe zu kommen. Sie treffen sich dennoch ein Mal pro Jahr wieder. Ihr Zusammentreffen darf aber nie länger als eine Minute dauern, da ansonsten eine so starke Energie von den Beiden ausgeht, die in ihrer Umwelt erhebliche Schäden verursachen kann. Marie sieht das Treffen stets als wissenschaftliches Experiment, wohingegen Zak sich eigentlich schon als Kind in Marie verliebt hat. Gibt es irgendeine Möglichkeit, ihr Schicksal zu manipulieren?

B- (Wertung von A bis F) „Frequencies“ ist ein kleiner britischer Science-Fiction-Fantasy-Film, der seine Stärke aus der Handlung zieht und ohne Spezialeffekte auskommt. Der Autor und Regisseur des Films hat eine simple, aber eindrucksvolle (Liebes-)Geschichte geschrieben und die mit einer feinen und klaren Bildsprache versehen. Ohne groß etwas hineinzuinterpretieren, ist „Frequencies“ ein sehenswerter Film. Wenn man über den Film nachdenkt, gewinnt er sogar. Die Schauspieler sind alle idealbesetzt und klasse.

Ich habe mir „Frequencies“ unter eher ungünstigen Bedingungen angeschaut. Die Leihdauer des Films war beinahe abgelaufen und daher „musste“ ich ihn mir angucken – Lust hatte ich eigentlich nicht, mir den Film anzuschauen. Dennoch gefiel er mir praktisch von Anfang an. Ich vermute, dass, wenn ich ihn mir erneut anschaue (und das werde ich), ich ihn noch positiver bewerte.

„Frequencies“ ist im Mai in einigen Kinos in den U.S.A. gestartet und war zeitgleich als Video on Demand erhältlich.

Trailer zu sehen:

Gestern wurden Jogi und seine Jungs Fußball-Weltmeister. Glückwunsch und danke für das schöne Turnier. Wenn alles über die Helden gesagt und gezeigt wurde, bin ich gewillt, meine Interessen auch wieder in andere Richtungen zu lenken.

TV – Serie: "Broadchurch, 1. Staffel"

Ich habe mir die komplette Staffel von folgender BBC-America-Serie angeschaut:

„Broadchurch, 1. Staffel“ (in Deutschland ab dem 21.05.15 auf DVD, Blu-ray und als Video on Demand erhältlich) 8 x approx 45 min drama, thriller
dir. James Strong, Euros Lyn cast: Olivia Colman, David Tennant, David Bradley, Jodie Whitaker, Pauline Quirke, Arthur Darvill, Andrew Buchan, Vicky McClure, Charlotte Beaumont, Jonathan Bailey, Adam Wilson, Carolyn Pickles, Joe Sims, Simone McAullay, Matthew Gravelle

Detective Sergeant Ellie Miller (Olivia Colman) lebt und arbeitet in dem kleinen Küstenstädtchen Broadchurch in Südengland. Gerade kommt sie aus ihrem Mutterschaftsurlaub zurück. Eigentlich sollte sie bei ihrer Rückkehr befördert werden. An ihrem ersten Arbeitstag wird ihr jedoch mitgeteilt, dass seit einer Woche jemand von Außerhalb die Stelle des Detective Inspectors ausfüllt. An ihrem ersten Arbeitstag wird auch noch die Leiche des elfjährigen Danny Latimer (Oskar McNamara) am Strand aufgefunden. Ellies neuer Vorgesetzter, Detective Inspector Alec Hardy (David Tennant) leitet die Ermittlungen. Ellie ist in einer schwierigen Situation, der verstorbene Junge war mit ihrem Sohn Tom (Adam Wilson) befreundet und jetzt muss sie auch noch mit diesem seltsamen Alec Hardy an dem Fall zusammenarbeiten. Die Obduktion ergibt, dass der Junge wahrscheinlich ermordet wurde. In der Kleinstadt kennt jeder jeden, wer hat also Danny getötet? Jeder Einwohner gerät bald in Verdacht. Die lokale Zeitung und die nationalen Medien werden auch bald auf diesen Fall aufmerksam und behindern die Ermittlungen. Die Polizei steht unter großem Druck, den Mörder des Jungen schnellstmöglich zu finden.

B (Wertung von A bis F) „Broadchurch“ ist ein spannender, atmosphärischer Krimi-Mehrteiler aus Großbritannien. Wie bereits bei „True Detective“ ist aber auch die Bezeichnung Serie nicht falsch. Mit den acht Episoden trifft es Miniserie wohl auch hier vielleicht am Besten. Die zweite Staffel von „Broadchurch“ ist bereits in Produktion. Dankenswerterweise spielen David Tennant und Olivia Colman dann auch wieder die Hauptrollen. Voraussichtlich wird die zweite Staffel da anschließen, wo die erste Staffel endete.

Bei dieser ersten Staffel von „Broadchurch“ steht die Suche nach dem Kindermörder im Mittelpunkt. Die Serie lebt von dem faszinierende Zusammenspiel der beiden Polizisten, Detective Sergeant Ellie Miller (Olivia Colman) und ihrem Vorgesetzten, Detective Inspector Alec Hardy (David Tennant). Ich habe eine Weile (eigentlich bis Folge 6) völlig im Dunkeln getappt, wer der Mörder des Jungen ist. Irgendwann gerät praktisch jeder Einwohner unter Verdacht. Vielleicht hat es geholfen, dass die einzelnen Schauspieler bei der Besetzung auch nicht mehr wussten, als die Ereignisse in der ersten Episode. Es gibt einige Wendungen in der Erzählung. Die Geschichte ist bis zur letzten Folge spannend.

Ich habe „Broadchurch“ im April 14, relativ zeitgleich mit der ersten Sichtung der HBO-Miniserie „True Detective“ (1. Staffel) geschaut. Auch wenn die beiden Serien eigentlich völlig unterschiedlich sind, habe ich tatsächlich auch ein paar Ähnlichkeiten festgestellt. Zwei ermittelnden Polizisten, die charakterlich sehr verschieden sind und irgendwie miteinander klarkommen müssen. Ganz langsam nähern sich die Beiden an. Beide Serien leben von der Chemie und dem Zusammenspiel der beiden Protagonisten. Es gibt sogar eine relativ ähnliche Szene. In „True Detective“ lädt Woody Harrelsons Charakter Marty erstmalig seinen, ihm seltsam erscheinenden Partner zum Essen bei sich zu Hause ein, seine Frau und seine Kinder sollen ihn kennenlernen. Begeistert ist Matthew McConaugheys Charakter Rust nicht über die Einladung, gar nichts kann er mit solchen gesellschaftlichen Verpflichtungen anfangen. In „Broadchurch“ ist es Olivia Colmans Ellie, die ihren spröden, ungeselligen Vorgesetzten Alec Hardy zum Abendessen nach Hause einlädt. Auch sie will ihn ihrer Familie vorstellen. Alec hält davon ebenso wenig, er sieht keinen Sinn darin, sich privat mit jemanden, noch dazu Arbeitskollegen zu treffen. Ja, Alec Hardy und Rust Cohle sind sich in gewisser Weise ähnlich. Selbstverständlich ist der kantige Alec Hardy mein Lieblingscharakter von „Broadchurch“. An seinen Gesichtsausdruck kann man meist ablesen, was er denkt. Dazu haut er gerne den einen oder anderen trockenen Spruch raus – ich könnte ihm ewig zuschauen.

Olivia Colman ist auch in „Broadchurch“ wieder exzellent. Gerade durch die Beziehung von David Tennants und Olivia Colmans Charakteren ist Broadchurch so sehenswert, das kann ich nicht oft genug betonen.

„Broadchurch“ ist aber auch ein Ensemble-Drama, in dem (in meinen Augen mit einer einzigen Ausnahme) eigentlich alle Schauspieler großartig sind. Alle Schauspieler und die jeweiligen Figuren tragen ihren Beitrag zum Erfolg der Serie bei. Die Figuren Susan und der Kioskbesitzer stechen für mich dennoch etwas aus dem Ensemble heraus.

Ein paar Anmerkungen zu einigen Episoden:

Episode 5: Auch wenn es herzzerreissend ist, ich mag das Ende dieser Folge. Außerdem war ich hier spätestens in Alec Hardy verknalllt

Episode 6: Mir ist hier mehr oder weniger zufällig etwas aufgefallen, mit der letzten Folge, in der aufgeklärt wurde, wer der Täter ist, hatte ich hier ein gutes Gespür.

Episode 7: Ich mag die beiden Verhöre von Ellie und Alec, auch wie sie zusammengeschnitten wurden. Hier gab es bereits einen klaren Hinweis auf den Täter.

Episode 8: Der Mörder wird gestellt. Alec Hardy ist eine großartige Figur. Tolles, emotionales Staffelende. Leider hat mir die Performance des Täters nicht gefallen. Wenn zwei hervorragende Schauspieler neben einem mittelmässigen Schauspieler agieren, wirkt Letzterer schnell noch mieser als er eigentlich sowieso schon ist.

Im April 14 hatte ich die DVD der Serie „Broadchurch“ schon seit einiger Zeit Zuhause. Zu dem Zeitpunkt stand sie direkt nach „True Detective“ auf meiner Must-See-Liste. Dann habe ich aber auf meinem Urlaubsflug von Deutschland nach New York festgestellt, dass wir in unserem Bordprogramm (zumindest in der Business Class) alle Episoden zur Verfügung stellen. So habe ich auf meinem 8-Stunden-Flug die komplette erste Staffel sehen können. Wenn das mal nicht die ideale Beschäftigung für einen sonst so öden Langstreckenflug ist.

Die wichtigen Charaktere im Einzelnen:

Broadchurch – ist eine fiktiven Küstenstadt in der Grafschaft Dorset im Südwesten von England. Es ist eine Kleinstadt, in der jeder jeden kennt und die Engländer gerne auch mal ihre Ferien verbringen. Broadchurch und deren Gemeinde sind ein wichtiger Bestandteil der Serie. Das malerische Küstenörtchen Broadchurch bildet das Fundament für die Geschichte und sorgt für die nötige Atmosphäre und Stimmung. Die erzählte Geschichte zeigt wie ein Verbrechen eine Kleinstadt erschüttern kann.

Detective Sergeant Ellie Miller – Ellie ist in Broadchurch aufgewachsen, kennt jeden einzelnen Bewohner der kleinen Küstenstadt. Sie ist eine gute Polizistin wurde aber dennoch bei der Besetzung der Stelle des Detective Inspector übergangen und muss sich nun mit ihrem neuen Vorgesetzten Alec Hardy auseinandersetzen und mit ihm an der Aufklärung des Falles arbeiten. Sie kann ihn nicht leiden, mit seiner Art bringt er sie so oft auf die Palme, viel zu ruppig, rüde und distanziert ist er. Die umgängliche Ellie Miller wird von der britischen Schauspielerin Olivia Colman gespielt. Die britische Schauspielerin Olivia Colman kommt ursprünglich aus dem Comedy-Fach. Ich bin dankbar, dass sie irgendwann die Chance bekam, ins dramatische Fach zu wechseln. Mir ist sie das erste Mal in „Tyrannosaur“, einem meiner Lieblingsfilme aus dem Jahr 2011, aufgefallen. Ich habe sie mittlerweile in einigen Rollen gesehen, immer nehme ich ihr die Rolle ab, die sie gerade spielt. Gespielt hat sie u.a. in folgenden Kinofilmen: „Hot Fuzz“, Tyrannosaur, The Iron Lady, Hyde Park on Hudson und konnte kürzlich erst in Locke durch ihre Sprechrolle überzeugen.

Detective Inspector Alec Hardy – Er ist Ellies Vorgesetzter, Einzelgänger, leitender Ermittler in dem Mordfall, Eigenbrötler, alleinstehend, ist stets schlecht gelaunt, genervt, gesundheitlich ist er sehr angeschlagen, hat auch ein Geheimnis, ist zynisch, sieht keinen Sinn darin, freundlich zu sein und ist überhaupt nicht an sozialen Kontakten interessiert. Er mag Beth für ihre Professionalität. Er hasst es, in Broadchurch zu arbeiten. Er ist ganz klar meine Lieblingsfigur dieses Mehrteilers. Ich mag einfach unangepasste Persönlichkeiten.Er ist auch der Einzige aus der Serie „Broadchurch“, der auch in dem amerikanischen Remake mitspielt. Alec Hardy wird von dem schottischen Theater-, Film- und Fernseh-Schauspieler David Tennant gespielt. Bekannt geworden ist David Gennant durch seine Rolle in der BBC-Serie „Doctor Who“, für die er viele Auszeichnungen gewonnen hat. Er hat in unzähligen Projekten mitgewirkt. Ich habe meinen neuen Lieblingsschauspieler jedoch bisher einzig in dem Remake von Fright Night gesehen.

Beth Latimer – Sie ist die Mutter des verstorbenen Danny. Sie ist Marks Ehefrau, die beiden haben noch eine fünfzehnjährige Tochter, Chloe. Beth ist ihrem Mann Mark gegenüber misstrauisch, irgendetwas verheimlicht er ihr. Aber auch sie verheimlicht ihrem Ehemann etwas. Gespielt wird Beth von der britischen Schauspielerin Jodie Whittaker. Sie hat in einigen britischen Serien gespielt und u.a. in dem Kinofilm Attack the Block.

Mark Latimer – Er ist der Vater des verstorbenen Danny und Beths Ehemann. Die beiden haben noch eine 15-jährige Tochter namens Chloe. Er arbeitet als selbständiger Klempner. Er verheimlicht seiner Frau Beth etwas. Gespielt wird Mark von dem britischen Schauspieler Andrew Buchan. Er hat in vielen britischen Serien mitgewirkt und auch in dem Kinofilm Nowhere Boy gespielt.

Chloe Latimer – Sie ist die Schwester des verstorbenen Danny. Sie hat einen älteren Freund, davon wissen aber ihre Eltern nichts. In ihrem Zimmer wird Kokain gefunden. Gespielt wird Chloe von der britischen Schauspielerin Charlotte Beaumont. Sie wird demnächst in dem neuesten Film der Geschwister Wachowski „Jupiter Ascending“ zu sehen sein.

Tom Miller – Er ist Ellies und Joes elfähriger Sohn, er war mit dem verstorbenen Danny befreundet. Er hat ein Geheimnis vor seinen Eltern. Tom wird dem britischen Schauspieler Adam Wilson gespielt. Er hat zuvor in einigen britischen TV-Produktionen mitgewirkt.

Susan Wright – Sie ist eine Einzelgängerin, etwas mysteriös. Sie wohnt mit ihrem Hund in einem Wohnwagen am Strand. Gespielt wird Susan Wright von der britischen Schauspielerin Pauline Quirke. Ich mag diese Figur auch sehr. Sie hat zuvor in zahlreichen britischen TV-Serien mitgespielt.

Maggie Radcliffe – Sie ist die Herausgeberin der lokalen Zeitung Echo. Maggie wird von der britischen Schauspielerin Carolyn Pickles gespielt. Sie hat zuvor in einigen britischen TV-Serien gespielt.

Jack Marshall – Er ist der Kioskbesitzer in Broadchurch. Ich mag seine Figur sehr gerne. Jack wird von dem britischen Theater- Film und Fernsehschauspieler David Bradley gespielt. Er war unter anderen in der TV-Serie „Game of Thrones“, den Harry Potter-Verfilmungen und dem Kinofilm Harry Brown mitgespielt

Reverend Paul Coates – Er ist der Priester von Broadchurch. Gespielt wird er von dem britischen Schauspieler Arthur Darvill. Er hat auch in der Serie „Doctor Who“ gespielt

Nigel Carter – Er ist Angestellter, Kollege und Freund von Mark, dem Vater des verstorbenen Danny. Gespielt wird Nigel von dem britischen Schauspieler Joe Sims. Er hat zuvor bereits in einigen britischen TV-Serien mitgespielt.

Karen White – Sie ist Journalistin des Daily Herald. Sie kommt aus London nach Broadchurch weil sie ein interessante und skandalöse Geschichte wittert. Karen White wird von der britischen Schauspielerin Vicky McClure gespielt. Sie hat zuvor in einigen britischen TV-Serien gespielt.

Olly Stevens – Er arbeitet als Reporter bei der lokalen Zeitung Broadchurch Echo. Beruflich will er vorankommen. Olly ist Ellies Neffe. Olly wird von dem britischen Schauspieler Jonathan Bailey gespielt. Er hat zuvor in zahlreichen britischen TV-Serien mitgespielt.

Becca Fisher – Sie ist Australierin, ihr gehört das Hotel in Broadchurch. Gespielt wird Becca von der australischen Schauspielerin Simone McAullay. Sie hat zuvor in einigen australischen TV-Serien mitgespielt.

Joe Miller – Er ist der Mann von Ellie udn Vater ihrer beiden Kinder. Er ist Hausmann, hat früher als Sanitäter gearbeitet. Gespielt wird Joe von dem britischen Schauspieler Matthew Gravelle. Er hat bereits in den Mehrteilern „Baker Boys“ und „The Bibel“ mitgespielt.

Die Serie „Broadchurch“ lief erstmalig und äußerst erfolgreich vom 4.3.-22.04.13 im britischen Fernsehen auf ITV. In den U.S.A. wurde „Broadchurch“ im August und September 2013 auf BBC America ausgestrahlt. In Deutschland wird die Serie aller Voraussicht nach auf SAT 1 gezeigt werden, vermutlich jedoch erst im Jahr 2015. Update: Das ZDF hat im Mai´15 die komplette erste Staffel von „Broadchurch“ ausgestrahlt.

Das amerikanische Remake von „Broadchurch“ wird noch im Herbst 2014 auf FOX ausgestrahlt. Es wird 10 Teile geben und der Titel des Mehrteilers ist „Gracepoint“. Von dem ursprünglichen britischen Ensemble wird einzig David Tennant eine Rolle haben. David Tennant spielt auch in der amerikanischen Version den Detective, heißt dort aber Emmett Carver. Olivia Holmanns Charakter Ellie Miller wird von Anna Gunn („Breaking Bad“) verkörpert. Ich habe mir den Trailer bereits angeschaut und bin alleine davon schon überzeugt, dass das Original wesentlich besser ist. Nur ist das amerikanische Remake mit Michael Pena, Nick Nolte und der großartigen Jacki Weaver auch sehr gut besetzt und reizt mich daher natürlich auch. Dennoch – war es wirklich nötig, ein amerikanisches Remake zu drehen?

Mein Beitrag zu der zweiten Staffel von „Broadchurch“ ist hier zu lesen.

Trailer zu sehen:

Trailer mit dem Lied, das durch den Mehrteiler führt: