D.C. – Film: "Chef"


Ich war am 20.06.14 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Chef “ (dt. Filmtitel: „Kiss the Cook“, dt. Kinostart: 28.05.15) 115 min comedy

dir. Jon Favreau cast: Jon Favreau, Sofia Vergara, John Leguizamo, Emjay Anthony, Scarlett Johansson, Oliver Platt, Bobby Cannavale, Dustin Hoffman, Robert Downey Jr.

Carl Casper (Jon Faverau) arbeitet als Chefkoch in einem In-Restaurant in Los Angeles. Nachdem er mit dem einflussreichen Restaurantkritiker Ramsey Michel (Oliver Platt) aneinandergeraten ist und auch noch mit seinem Chef (Dustin Hoffman) in Streit gerät, ist er plötzlich arbeitslos. Ohne seinen stressigen Job hat er aber Zeit, sich mehr um seinem 11-jährigen Sohn Percy (Emjay Anthony) zu kümmern. Zunächst fliegt er mit seinem Sohn und seiner Ex, Inez (Sofia Vergara) nach Miami. Bald setzt er auch eine neue Geschäftsidee um.

B- (Wertung von A bis F) „Chef“ ist ein Film über das Kochen, die Beziehung von Vater und Sohn, soziale Medien und eine Geschäftsidee.

Grundsätzlich finde ich es völlig blöd, anderen Menschen beim Kochen zuzuschauen. Diese ganzen aus dem Nichts aufgetauchten Kochshows im deutschen Fernsehen kann ich mir überhaupt nicht erklären. Warum sollte ich mir angucken, wie einer vor meinen Augen etwas Leckeres brutzelt, wenn ich eh nicht probieren darf? Vom Konzept gibt es nur eine Sendung, die nicht komplett an mir vorbeizieht. Zugegebenermassen habe ich mir bei diesem Konzept sogar schon die eine oder andere kulinarische Anregung geholt, mich locken aber hauptsächlich, wie die unterschiedlichen Kandidaten wohnen und eingerichtet sind, wie sie sich geben und wie sie sich untereinander verstehen.

Da die Suche nach Aufmerksamkeit bei mir auch nicht sonderlich ausgeprägt ist, halte ich auch den Gebrauch von Facebook und Twitter für unnütz. Die Idee, die sich hinter 1 Second Everyday verbirgt, wurde im Film „Chef“ plausibel und schön umgesetzt. In diesem Film wird viel gekocht und viel gewittert und beides fand ich nicht gänzlich überflüssig, weil es in eine zwar nicht neue, aber ganz okaye Geschichte eingebaut wurde. Der Film hat aber einige Längen im Mittelteil. „Chef“ erzählt von einem bekannten Koch und Vater eines Kindes für das er in der Vergangenheit immer zu wenig Zeit hatte. Durch seine plötzliche Arbeitslosigkeit sieht er auch die Gelegenheit, sich mit seinem Jungen (recht unaufdringlich und natürlich portraitiert von Emjay Anthony) zu beschäftigen.

Jon Favreau gleicht optisch mittlerweile einem Wallross. Es gefällt mir, dass sein schweres Übergewicht in diesem Film auch thematisiert wird. Weniger gut, präziser ausgedrückt unvorstellbar fand ich, dass Jon Favreaus Charakter mit Sofia Vergaras Charakter zusammen war. Das klang mir zu sehr nach einer absurden männlichen Fantasievorstellung. Ansonsten mochte ich besonders die Chemie und das Zusammenspiel zwischen Jon Favreaus Carl Casper und den Charakteren von Oliver Platt, John Leguiziamo und Robert Downey Jr.. Einem Interview mit Jon Favreau habe ich entnommen, dass bei den Dialogen viel improvisiert wurde. Scarlett Johansson gefällt mir wesentlich besser mit dunklen Haaren. Oliver Platt ist großartig hier, er spielt den Restaurantkritiker sehr glaubhaft, vielleicht hat er sich da was bei seinem Bruder Adam abgeschaut, der ist nämlich ein bekannter New Yorker Restaurantkritiker.

„Chef“ ist ein Film, den ich eigentlich schon auf dem diesjährigen Tribeca Film Festival sehen wollte. Es sprach sich ziemlich schnell herum, dass es lohnenswert ist, diesen Film zu schauen. Und so funktionierte letztlich die Erfolgsgeschichte dieses Filmprojektes. Für „Chef“ wurde so gut wie gar keine Werbung eingesetzt. Anfang Mai wurde er in nur wenigen Kinos in New York und L.A. gestartet, durch hervorragende Kritiken und – was noch wichtiger ist – Mundpropaganda wollten sich immer mehr Zuschauer diesen Film im Kino ansehen.

Ich verfolge Jon Favreaus Arbeit seit dem Film „Swingers“ aus dem Jahr 1996 (einen Film, den ich liebe, auch wenn ich ihn seit Jahren nicht mehr geschaut habe). Ob als Autor, Schauspieler, Regisseur oder Produzent, seine Karriere könnte man, ohne sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen, als eindrucksvoll und vielseitig bezeichnen. Alleine seine Talkshow „Dinner for Five“, bei denen er immer andere Hollywood-Größen zum Essen und Plaudern eingeladen hat, ist legendär und hat mir einige interessante Einblicke in die amerikanische Filmbranche gegeben. Ich hoffe, dass er diese Show eines Tages fortsetzt. Mit den Filmen „Iron Man“, Iron Man 2  und Cowboys & Aliens hat er dann auf einmal über ein riesiges Budget als Regisseur verfügen können. Sehr wohlwollend nehme ich zur Kenntnis, dass er mit „Chef“ zu seinen Indie-Film-Wurzeln zurückgekehrt ist.

Mit seinem nächsten Kinoprojekt als Regisseur (das Live-Action-Remake von Disneys „The Jungle Book“) bewegt er sich dann aber wieder Richtung Blockbuster.

Der Film „Chef“ wurde erstmalig auf dem South by Southwest Filmfestival 2014 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Begin Again“

Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)

Kommentar: RomCom mit Mark Ruffalo und Keira Knightley. Hieß früher (und auf deutsch bzw. für deutsche Kinobesucher) „Can a Song Save Your Life?“ Der ursprüngliche Filmtitel ist wesentlich besser.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Sex Tape“

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Komödie mit Cameron Diaz, Jason Segal, etc.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei mind. 80% RT


Trailer v. Film: „The Green Inferno“

Bewertung des Teasers: B- (neuer, diesmal Teaser)

Kommentar: Eli Roths neuer Horrorfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Fluffy Movie“

Bewertung des Trailers: ???

Kommentar: Stand-up comedy als Film mit einem schwergewichtigen Komiker (Gabriel Iglesias), von dem ich noch nie gehört habe.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

2 Gedanken zu “D.C. – Film: "Chef"

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