NYC – Film: "Locke"


Ich war am 25.04.14 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Locke“ (dt. Titel: „No Turning Back – Locke“, dt. Kinostart: 19.06.14) 85 min drama
dir. Steven Knight cast: Tom Hardy voices: Olivia Colman, Ruth Wilson, Andrew Scott, Ben Daniels, Tom Holland

Ivan Locke (Tom Hardy) ist Familienvater und arbeitet als Bauleiter. Nachdem er einen Anruf erhalten hat, steigt er in sein Auto und fährt in Richtung London. Sein eigentlich geordnetes Leben mit einem guten Job, mit einer Frau und Kindern ist erheblich durcheinander geraten.

B+ (Wertung von A bis F) „Locke“ ist eine faszinierende Charakterstudie mit einem überragenden Tom Hardy in der Hauptrolle.

Ich bin leider mit etwas falschen Erwartungen ins Kino gegangen. Der Trailer, der im amerikanischen Kino gezeigt wurde, suggerierte, dass „Locke“ ein Thriller ist. Das ist er aber in meinen Augen nicht. Was nicht bedeuten soll, dass er nicht auch bis zum Schluss fesselnd ist. Ich würde „Locke“ aber eindeutig der Kategorie Drama zuordnen. Es ist ein außergewöhnliches Kammerspiel. Es gibt einen Schauspieler und der Film spielt ausschließlich in einem Auto. „Locke“ ist eine Charakterstudie, bei dem man mit jedem, der von Ivan Locke über die Freisprechanlage getätigten Telefonate mehr über den Protagonisten erfährt. Man findet heraus was Locke für ein Typ ist und was sein Problem zu sein scheint.

Tom Hardy (Bronson, Warrior, Tinker Tailor Soldier Spy, The Dark Knight Rises) muss den Film ganz alleine schultern. Die ganze Zeit sitzt er in seinem Wagen. Er hat begrenzte Möglichkeiten zu gestikulieren, hauptsächlich ist es sein Gesicht, seine Mimik und wie facettenreich er seine Stimme und Sprache einsetzt, die diese Performance und diesen Film so außergewöhnlich machen. In „Locke“ zeigt sich erneut, was er für ein fantastischer Schauspieler Tom Hardy ist. Da der Film sehr auf Tom Hardys Stimme und Sprache setzt, empfehle ich dringend, den Film in der Originalfassung zu sehen.

Das Drehbuch und die Dialoge sind simple, aber clever und voller Symbolik. Der Regisseur hat später erzählt, dass, als er das Drehbuch für „Locke“ schrieb, die ganze Zeit Tom Hardy für diese zentrale Rolle im Kopf hatte. Auch hat er gesagt, dass die Dreharbeiten acht Tage (bzw. acht Nächte) gedauert haben. Insgesamt wurden 16 Versionen von dem Film gedreht. Die kurze Drehzeit war für das Zustandekommen des Low-Budget-Projekts mit Tom Hardy als Hauptdarsteller sehr wichtig, da es anders schwer in den Zeitplan des britischen Schauspieler gepasst hätte. Mittlerweile gilt er bekanntermassen als einer der gefragtesten Hollywood-Stars.

„Locke“, ist nach dem Film „Redemption“, erst der zweite Spielfilm bei dem Steven Knight Regie führt. Zuvor hat er einige Drehbücher geschrieben, u.a. für Stephen Frears Film „Dirty Pretty Things“ und David Cronenbergs Film Eastern Promises.

Erwähnen muss ich noch, dass es für mich im Film doch auch ein paar wenige Schwächen gibt. Das sind die Momente, in denen Ivan Locke zu jemanden spricht, aber nicht am Telefon.

Tom Hardy ist für diese Rolle bereits für eine Oscar-Nominierung im Gespräch. Er hat dieses Jahr aber noch zwei weitere Filme („The Drop“, „Child 44“) für die er nominiert werden könnte.

„Locke“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2013 gezeigt. Ich habe den Film in einem meiner New Yorker Lieblingsprogrammkinos, dem Angelika Film Center, gesehen. Der Regisseur, Steven Knight, war anwesend und hat sich nach dem Film den zahlreichen Fragen des Publikums gestellt.

Der Trailer, der im amerikanischen Kino gezeigt wurde:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Obvious Child“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: RomCom, die in Sundance lief
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 70%

Trailer v. Film: „Night Moves“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Kelly Reichardts neuer Film mit Jesse Eisenberg, Dakota Fanning und Peter Sarsgaard
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem Tribeca FF gesehen

Trailer v. Film: „Violette“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: französischer Biopic über Violette Leduc
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Ivory Tower““
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Dokumentation über die gestiegenen Kosten einer Universitäts-Ausbildung in den U.S.A.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

2 Gedanken zu “NYC – Film: "Locke"

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