Boston – Film: "The Monuments Men"


Ich war am 08.02.14 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„The Monuments Men“ (dt. Titel: „Monuments Men – Ungewöhnliche Helden“, dt. Kinostart: 20.02.14) 118 min drama, comedy, adaptation
dir. George Clooney cast: George Clooney, Matt Damon, Bill Murray, John Goodman, Jean Dujardin, Bob Balaban, Cate Blanchett, Justus von Dohnányi

1943 in Europa. Die Nazis haben sich europäische Kunstschätze unter den Nagel gerissen und versteckt. Sie würden die Kunstwerke eher vernichten, als dass der Feind sie in die Hände bekommt. Der Kunstexperte Frank Stokes (George Clooney) stellt ein Team von Kunsthistorikern, Restaurateuren und Kuratoren zusammen, die die wertvollen Kunstschätze finden und in Sicherheit bringen sollen.

C (Wertung von A bis F) „The Monuments Men“ basiert auf dem Buch „The Monuments Men: Allied Heroes, Nazi Thieves and the Greatest Treasure Hunt in History“ von Robert M. Edsel. Der Film beruht auf einer wahren Geschichte.

Gut, ich hatte es bereits erwähnt, ich bin mit sehr geringen Erwartungen ins Kino gegangen. So kann man auch nicht enttäuscht werden. Man muss sich aber in Erinnerung rufen, dass „The Monuments Men“ zu Beginn der Oscar-Saison als ernstzunehmender Oscar-Kandidat gehandelt wurde. Irgendwann wurde er dann aber aus der Saison geschoben und hat einen amerikanischen Kinostart Anfang Februar bekommen – das ist ein recht sicheres Indiz dafür, dass der Verleih nicht an den Film glaubt. Es gab dann im Januar eine Pressevorführung für die amerikanischen Kritiker und die haben sich alles andere als begeistert gezeigt. Dadurch bin ich vorgewarnt ins Kino gegangen.

Als Regisseur hat George Clooney zuvor erst vier Filme („Confessions of a Dangerous Mind“, „Good Night, and Good Luck“, „Leatherheads“, The Ides of March) gedreht. Der einzige Film, der mir von diesen vier gar nicht gefallen hat, war „Leatherheads“. „The Monuments Men“ ist nun seine fünfte Regiearbeit und irgendwie vergleichbar mit „Leatherheads“ und leider auch alles andere als geglückt. Es ist ein lahmer Hollywood-Schinken (mit deutscher Finanzbeteiligung und auf deutschem Boden gedreht) mit Starbesetzung. Außerdem ist dieser Clooney-Film ein strukturschwacher wenn nicht gar strukturloser Film.

„The Monuments Men“ hat zweifelsfrei seine Momente (meist sind es Szenen mit Jean Dujardin und John Goodman und Bob Balaban und Bill Murray), aber er fühlt sich nie als richtiger Film an. Es ist mehr eine Aneinanderreihung von guten oder gar nicht guten Szenen. Ein Grund dafür, dass der Film nicht funktioniert, ist weil man so gar nichts über die einzelnen Charaktere erfährt. George Clooney und sein Kumpel Grant Heslov haben hier bei ihrem Drehbuch versäumt, die Charaktere richtig einzuführen und etwas über ihre Beziehung zueinander zu erzählen. Gut, die ganze Meute kennt sich scheinbar von früher, aber woher genau? Was haben sie für eine gemeinsame Vergangenheit? Die Charaktere sind eigentlich heldenhaft, bleiben aber völlig oberflächlich. Dem Film fehlt einfach die Seele. Die Grundidee bzw. die wahre Geschichte, die sich hinter den Monuments Men verbirgt ist doch interessant, warum kommt dann am Ende ein so unbedeutender und öder Film dabei heraus? Irgendwann habe ich einfach nur noch gehofft, dass der Film endlich zu Ende geht.

Gegen die Kamera- und die Regiearbeit habe ich nichts einzuwenden. Auch die Ausstattung war solide, die Filmsets wurden perfekt ausgewählt und wirkten authentisch. Die Filmmusik (obwohl von Alexander Desplat) ging mir allerdings auf die Nerven.

Der deutsche Schauspieler Justus von Dohnányi ist mir positiv aufgefallen. The Wolf of Wall Street und jetzt „The Monuments Men“ haben mir gezeigt, dass Jean Dujardin keine Eintagsfliege im amerikanischen Kino sein muss.

Bei diesem Filmprojekt hat George Clooney sogar seinen Papa Nick mit ins Boot geholt. Zum Ende des Films hat er einen kurzen Auftritt als älterer Frank Stokes (George Clooney).

Der amerikanische Trailer:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Draft Day“
Bewertung des Trailer: B
Kommentar: Sportfilm mit Kevin Costner, Frau Affleck und, ja, Frank Langella
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Railway Man“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Verfilmung der gleichnamigen Autobiografie. Zweiteweltkriegsdrama mit Nicole Kidman und Colin Firth
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Sabotage“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Action/Thriller mit Arnold Schwarzenegger (mit einem extrem straff gezogenen Gesicht) und Sam Worthington.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0 %

Trailer v. Film: „The Edge of Tomorrow“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Tom Cruise und Emily Blunt. Die Musik passt nicht zum Trailer. Ich weiß nicht, ob ich schon wieder bereit bin, einen Tom-Cruise-Film zu sehen.
?Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ?

Trailer v. Film: „The Amazing Spider-Man 2“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Schon der zweite Teil der Reihe? Diese Neuverfilmung sieht gar nicht gut aus. Andrew Garfield ist m. E. auch der Falsche. Hier spielen auch Sally Field, Paul Giamatti, Campbell Scott und, vor allen Dingen, Dane DeHaan mit. Na toll, ich habe mir vorgenommen, jeden Film mit Dane DeHaan zu sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mmmmh?

Trailer v. Film: „X-Men: Days of the Future Past“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Noch so ein Marvel-Mist. Noch so ein Film mit Nicht-Schauspieler Hugh Jackman. Da muss ich die Kritiken abwarten.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Pompeii“
Bewertung des Theaters: B+
Kommentar: Film von Paul W.S. Anderson, der im Februar 14 ins amerikanische Kino kommt?der kann gar nicht gut sein. Gucken wir mal.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: Gucken wir mal

8 Gedanken zu “Boston – Film: "The Monuments Men"

  1. Schade, auf den hatte ich eigentlich gehofft, aber man liest nirgendwo was Positives :/

    Dafür haben „American Hustle“ und „The Wolf of Wall Street“ meine Erwartungen übertroffen. Kann gut nachvollziehen, dass sie in deiner Top 10 gelandet sind 🙂

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  2. Na bei der Besetzung hofft man natürlich grundsätzlich. 🙂

    Echt, Deine Erwartungen sogar übertroffen? Bei den beiden Filmen hatte ich von vornherein eine recht große Erwartung. Ich war mir nur nicht sicher, ob ich „Wolf“ mögen werde. 🙂

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  3. Von Ablauf her fand ich den Film eigentlich flüssig und zusammenhängend, aber eben sehr altbacken. Erinnerte mich an die alten 50iger und 60iger Kriegskomödien. Der wahre und ernste Hintergrund wird mir zu sehr verschmalzt und überzogen, trotzdem fand ich lustgerweise Matt Damon mit am Besten :)) Cate Blanchets Rolle war für mich albern und erinnerte mehr an Indiana Jones als an bessere Zeiten 🙂
    Ja der Dujardin – er hat was, aber so richtig ernst nehmen kann ich ihn nicht.

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  4. Ja, flüssig in den einzelnen Episoden, aber irgendwie keine richtige Handlung, vielleicht hätten sie für den Plot einzig nach einem Kunstwerk auf der Spur sein sollen – ich weiß nicht. Dadurch, dass man auch nichts über die Charaktere wusste, konnte ich auch nicht mit den Charakteren richtig mitfiebern oder traurig sein, weil Bill Murray (unter der Dusche) traurig war. :no:

    George Clooney liebt ja diese 1950er, 1960er Jahre Zweiteweltkriegs-Kumpelkomödien, The Monuments Men sollte eine Hommage an diese Filme sein.

    Ja, Cate Blanchett fand ich auch nicht doll, boah Indiana Jones war so schlimm. :))

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  5. Ja die Murry-Duschszene wirkte dick aufgetragen, wobei das nicht so hätte sein müssen, denn eigentlich war das ne ganz warmherzige Angelegenheit.
    Ja okay, wusste ich nicht, dass das ne Hommage sein sollte. Die ist ihm dann aber gelungen :))

    Stimmt der 4. IJ war grauselig und Blanchet so künstlich gestelzt.

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