NYC – Film: "Labor Day"


Ich war am 02.02.14 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Labor Day“ (dt. Kinostart: 08.05.14) 111 min drama, adaptation
dir. Jason Reitman cast: Kate Winslet, Josh Brolin, Gattlin Griffith, Tobey Maguire, J.K. Simmons, Clark Gregg, Tom Lipinski

Im Jahr 1987. Der dreizehnjährige Henry (Gattlin Griffith) wird von seiner Mutter Adele (Kate Winslet) großgezogen. Seitdem sein Vater (Clark Gregg) die Familie verlassen hat, leidet seine Mutter unter starken psychischen Problemen. Sie verlässt nur noch selten das Haus. Am Freitag eines Feiertagswochenendes geht Henry mit seiner Mutter einkaufen. Im Supermarkt wird er von einem blutenden Mann (Josh Brolin) angesprochen. Dieser Mann zwingt die Beiden, ihn mit zu sich nach Hause zu nehmen. Es stellt sich heraus, dass es sich bei ihm um einen entflohenen Sträfling handelt. Der Mann, namens Frank, ist ein verurteiltet Mörder. Henry beobachtet derweil wie seine Mutter durch Frank langsam aufblüht und ihn nicht mehr gehen lassen will…

C- (Wertung von A bis F) Der Film „Labor Day“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Joyce Maynard.

Der kanadische Regisseur Jason Reitman hat zuvor erst vier Spielfilme gedreht und alle vier („Thank You for Smoking“, „Juno“, „Up in the Air“ und „Young Adult“) fand ich entweder großartig oder wenigstens richtig gut. Warum hat er sich also für Verfilmung eines grauslichen Romans entschieden. Ich habe das Buch nicht gelesen, die Vorlage zu diesem Film kann jedoch nur mit einem Groschenroman vergleichbar sein.

Der Film „Labor Day“ kann sich nicht wirklich entscheiden, was er sein will: Thriller, Erotikthriller, Backsendung mit Softporno-Touch, Familiendrama, Liebesfilm, Film übers Erwachsenwerden, dann wieder Drama, usw. „Labor Day“ ist all das und zugleich nichts, dazu noch (teilweise) Rosamunde Pilcher-Romantik und viel zu eindringliches Gedudel. Das fand ich ziemlich schwer zu ertragen. Dazu kommt noch, dass dieser Junge (Gattlin Griffith), der nun auch eine der Hauptrollen spielt, schlecht gecastet wurde. Die Geschichte wird aus Sicht des Jungen erzählt, Tobey Maguire, der den erwachsenen Henry spielt, ist der Erzähler – was die ganze Sache auch irgendwie nicht besser macht. Ich gebe zu, dass ich mich beinahe den kompletten Film mit dem Gedanken rumgeschlagen habe, das Kino zu verlassen.

Ich fand die erzählte (Liebes)Geschichte ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Bei „Labor Day“ wird mit genauen Zeitangaben gearbeitet. Die starke emotionale Bindung hat sich über einen Zeitraum von nur vier Tagen entwickelt. Wären die Einblendungen der Tage nicht gewesen, hätte ich gedacht, es wären Wochen oder Monate gewesen. Dann wären auch die lebensverändernden Entscheidungen nachvollziehbarer gewesen, so eher nicht. Das Verhalten der Beteiligten in bestimmten Situationen (beispielsweise mit dem geistig zurückgebliebenen Jungen) ist absurd und realitätsfremd.

Auf Josh Brolin bin ich spätestens seit „Oldboy“ nicht mehr gut zu sprechen. Dieser Film hat daran nichts ändern können. Was mich allerdings fasziniert hat, ist der junge Mann, der Josh Brolins Charakter Frank in jungen Jahren spielte. Tom Lipinski hat hier eine frappierende Ähnlichkeit mit Josh Brolin. Ich hätte mir gewünscht, dass er bereits in „Oldboy“ den jüngeren Brolin gespielt hätte – auch wenn der Film dadurch auch nicht besser geworden wäre.

Letztlich war Kate Winslet die Einzige, die mich davon abgehalten hat, das Kino vorzeitig zu verlassen.

„Labor Day“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2013 gezeigt.

Der Film war im Vorfeld für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch. Nicht mehr, als man ihn gezeigt hat. Kate Winslet wurde für dieses Rolle für einen Golden Globe nominiert.

Der amerikanische Trailer:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Draft Day“
Bewertung des Trailer: B
Kommentar: Sportfilm mit Kevin Costner (schon wieder), Frau Affleck und Frank Langella
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Million Dollar Arm“
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer)
Kommentar: biografischer Baseball-Film mit Jon Hamm und Lake Bell.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Endless Love“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Remake des Films aus dem Jahr 1981 mit Alex Pettyfer. Ach nö.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nee

Trailer v. Film: „Heaven is for Real“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Buchverfilmung mit Greg Kinnear und Kelly Reilly. Drama über Nahtod-Erfahrungen eines dreijährigen Jungen. Dieses Kind im Trailer ist wirklich schon eine Zumutung.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Interstellar“
Bewertung des Theaters: B+
Kommentar: Christopher Noland neuer Sci-Fi-Film mit Matthew McConaughey (ich liebe seine Stimme), Anne Hathaway (Boah – Kotz), Jessica Chastain, Michael Caine
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Other Woman“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie mit Cameron Diaz und Leslie Mann. (Schön zu sehen, dass auch Cameron Diaz älter wird und noch besser, dass sie auf Botox verzichtet)
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 51%

Trailer v. Film: „Noah“
Bewertung des Trailer: B-
Kommentar: Darren Aronofskys neuer Film, Bibel-Verfilmung mit Russell Crowe als Noah
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

4 Gedanken zu “NYC – Film: "Labor Day"

  1. Für die Kritik ist C- doch noch gut.
    Ja hört sich nach kruder Story an und ich stehe nicht auf diesen Mischmasch aus Krimi oder Drama und endlosen Bettszenen oder wildem Gerammel. Ich frage mich nicht selten, ob man damit eine Klientel bedienen will, die sich nicht traut einen richtigen Porno zu sehen :))

    Waaas, ein Film mit Frank Langella mit 0% Sehwahrscheinlichkeit?!
    Zur Strafe musst Du Bambi aushalten :))
    Aha, „The Other Woman“ bekommt seine ersten Chancenpunkte.

    Gefällt mir

  2. Ja, stimmt C- klingt zu harmlos, das sind die Bonuspunkte für Kate 🙂 Der aufmerksame Beobachter sieht aber, dass ich ihn unter „schlecht“ kategorisiert habe. :))

    Nee, nee hier gibts kein wildes Gerammel, hier wird nur in endlosen Szenen gefesselt und in matschigen Pfirsichen rumgepanscht, das mag die frustrierte Hausfrau sicherlich erotisierend finden. :))

    Entschuldigung, Frau Affleck und dann noch Costner in einem American Football-Film und in einer Mini-Rolle Langella – Neeee.

    Ich hoffe ja, dass die Hathaway nur ein Cameo gibt (oder man nur ihre Stimme hört) oder so. Boah, das wird trotzdem hart.

    Ja, an „The Other Woman“ habe ich mich gewöhnt, außerdem dachte ich, dass wäre die Hübsche aus „The Wolf of Wall Street“ (ist sie aber nicht und dann stand schon die Prozentzahl) 🙂

    Gefällt mir

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