NYC – Film: "August: Osage County"


Ich war am 13.01.14 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„August: Osage County“ (dt. Titel: „Im August in Osage County“, dt. Kinostart: 06.03.14) 121 min drama, comedy, adaptation
dir. John Wells cast: Meryl Streep, Julia Roberts, Ewan McGregor, Chris Cooper, Abigail Breslin, Benedict Cumberbatch, Juliette Lewis, Margo Martindale, Dermot Mulroney, Julianne Nicholson, Sam Shepard

Violet (Meryl Streep) ist die Matriarchin der Familie Weston. Sie ist an Krebs erkrankt, bekommt Chemo und steht unter permanenten Medikamenteneinfluss. Jetzt ist ihr Ehemann Beverly (Sam Shepard) verschwunden. Violets Schwester Mattie (Margo Martindale) und Ehemann Charles (Chris Cooper) eilen herbei und ihre älteste Tochter Barbara (Julia Roberts) trifft mit ihrem Ehemann Bill (Ewan McGregor) und ihrer Tochter Jean (Abigail Breslin) ein. Als Beverly kurz darauf tot aufgefunden wird, versammelt sich dann die komplette Familie. Lange haben sich die Verwandten nicht mehr gesehen und vermisst haben sie sich auch nicht gerade. Streit ist praktisch vorprogrammiert, vor allen Dingen weil Violet jedem ihre Meinung klar ins Gesicht sagt…

B (Wertung von A bis F) „August: Osage County“ basiert auf dem gleichnamigen Bühnenwerk. Das Theaterstück hat im Jahr 2008 den Pulitzer Prize for Drama gewonnen und wurde außerdem mit anderen wichtigen Theaterpreisen ausgezeichnet.

Der Film „August: Osage County“ hat eher durchwachsene Kritiken bekommen. Viele haben das Theaterstück gesehen und waren von dem Film entsprechend nicht so angetan. Das Bühnenstück ist mit Unterbrechungen ungefähr 3 1/2 Stunden lang, die Filmfassung nur 2 Stunden. Es wurde also einiges ausgelassen und auch das Ende wurde geändert. Ohne etwas zu spoilern, endet das Theaterstück mit Violets Charakter. Das ursprüngliche Ende im Film war eigentlich auch die Einstellung auf Meryl Streep. Das Filmende ist jedoch bei den Zuschauern in test screenings beanstandet worden, zu negativ empfanden sie es und so wurde es geändert. Passender und konsequenter wäre es zweifelsfrei, wenn der Film mit der Meryl Streep-Szene endet.

„August: Osage County“ ist ein Ensemble-Film und ein Film, der praktisch bis in die kleinste Rolle prominent besetzt ist. So eine Besetzung, die nur aus bekannten oder berühmten Schauspielern besteht, finde ich meist problematisch. Oftmals lenkt mich das zu sehr ab. Hier hat mich das nicht so sehr gestört, vorwiegend weil mich die Charaktere gefesselt haben. Dennoch finde ich nicht alle idealbesetzt. Julia Roberts und Ewan McGregor als Ehepaar finde ich beispielsweise nicht wirklich glaubwürdig. Mein Problem mit Benedict Cumberbatch scheint auch etwas schwerwiegender zu sein. Juliette Lewis sieht mittlerweile nicht nur wahnsinnig fertig aus, sondern auch ziemlich alt. Sie spielt wieder einmal eine Variante von sich selbst. Sie ist aber so eine eigene Type, dass ich mir, jetzt wo ich sie in dieser Rolle gesehen habe, auch keine andere Schauspielerin vorstellen kann.

In „August: Osage County“ haben mir tatsächlich die Schauspieler am meisten gefallen, die nicht ganz so bekannt sind und die man auch nicht so häufig sieht: Julianne Nicholson, Margo Martindale, Chris Cooper und Delmot Mulroney.

Natürlich ist aber auch Meryl Streep hervorragend. Die Rolle der Violet Weston ist sicherlich keine leichte Aufgabe, Violet ist krebskrank, verbittert, boshaft und die ganze Zeit verbal am Austeilen. Meryl Streep liefert hier eine völlig uneitle Performace. Die sogenannten Oscar-Szenen waren für mich nicht die hysterischen, sondern die ruhigen. Wenn Meryl Streep ihre Mimik sprechen lässt, ist das unbezahlbar.

Julia Roberts mit ihrer riesigen Präsenz und ihrem übersichtlichen Talent gibt hier eine ziemlich ordentliche Performance. In meinen Augen gibt sie die beste Performance seit „Pretty Woman“ und um Längen besser als die in „Erin Brockovich“ für die sie den Oscar (stellvertretend für ihre gesamte Karriere) gewann. Julia Roberts Rolle ist für mich definitiv eine Hauptrolle, aus strategischen Rollen wurden aber Kampagnen für die beste Nebenrolle geführt. Julia Roberts wurde kürzlich für diese Rolle für einen Oscar als beste Nebendarstellerin nominiert.

Eigentlich war ich kurz davor, „August: Osage County“ ein B- zu geben. Auch wenn ich die Charaktere und die Dialoge sehr unterhaltsam fand, spiegelt eine B- Bewertung eigentlich den grössten Teils des Films für mich wieder. Dann gab es eine Wendung im Film und ab dem Moment mochte ich den Film tatsächlich noch etwas mehr. Meine Lieblingsszene ist auch eher zum Ende des Films (Meryl Streep, Julianne Nicholson und Julia Roberts am Tisch).

„August: Osage County“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2013 gezeigt.

„August: Osage County“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch. Letztlich wurde aber nur Meryl Streep als beste Hauptdarstellerin (ihre 18. Oscar-Nominierung) und Julia Roberts als beste Nebendarstellerin nominiert.

Der amerikanische Kinotrailer:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Labor Day““
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Jason Reitmans neuer Film mit Kate Winslet und Josh Brolin. Galt als Oscar-Kandidat bis er erstmalig gezeigt wurde.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Bears“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Disney-Dokumentation über Grizzlybären in Alaska. Tolle Bilder, ich liebe Tierdokus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Heaven is for Real“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Buchverfilmung mit Greg Kinnear und Kelly Reilly. Drama über Nahtod-Erfahrungen eines dreijährigen Jungen. Dieses Kind im Trailer ist wirklich schon eine Zumutung.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Endless Love“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Remake des Films aus dem Jahr 1981 mit Alex Pettyfer. Ach nö.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht.

Trailer v. Film: „One Chance“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: britischer Film über den Gewinner von Britain´s Got Talent-Gewinner Paul Potts. Interessiert mich gar nicht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Railway Man“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Verfilmung der gleichnamigen Autobiografie. Zweiteweltkriegsdrama mit Nicole Kidman und Colin Firth
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

6 Gedanken zu “NYC – Film: "August: Osage County"

  1. Die Trailer fand ich ja so lala, aber für Margo Martindale werde ich diese Bürde auf mich nehmen (außerdem betet Muddi die Streep an) ;D
    Julianne Nicholson kenne ich nur aus Criminal Intent, habe sie noch nie in einem Spielfilm gesehen.
    Ich staune wirklich, dass sie den Film im Vergleich zum Theaterstück so gekürzt haben, gerade heutzutage, wo 3 Stundenfilme ja nicht ungewöhnlich sind und das mit weit weniger Inhalt :))

    Hm, eine Bärendoku von Disney…sowas kann ich nicht sehen, da heule ich die ganze Zeit, wahrscheinlich passiert einem Hauptbären dann auch noch was Schreckliches! Neenee :))

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  2. Ich muss zugeben, dass ich Margo Martindale noch nie so bewusst wahrgenommen habe. Die ganzen Serien, in denen sie mitgewirkt hat, habe ich entweder (bisher) nicht gesehen oder sie ist mir nicht aufgefallen, auch nicht in den Kinofilmen. Das ändert sich jetzt aber, ich mag sie und muss auch einige der Serien (wie „Justified“) nachholen. 🙂 Julianne Nicholson ist ja auch eher durchs TV bekannt, aber auch die kannte ich nicht wirklich. Die ist mir aber sehr sympathisch. 🙂

    Ja, der Film hätte auch etwas länger sein können.

    Naja so ne Bärendoku geht doch, ein wenig schluchzen tut immer mal gut. :)) Was ich überhaupt nicht mehr gucken kann, und dann auch umschalten muss, wenn so etwas im TV kommt, sind Reportagen über Tierquälereien in jeglicher, sogar der geringsten Form. Vieles kann ich mir angucken aber keine Vernachlässigung oder Quälerei von Tieren. :no:

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