L. A. – Film: "American Hustle"


Ich war am 21.12.13 in Los Angeles und am 07.01.14 in Washington und habe mir im Kino angeschaut:

„American Hustle“ (dt. Kinostart: 13.02.14) 129 min drama, crime, comedy
dir. David O. Russell cast: Christian Bale, Bradley Cooper, Amy Adams, Jennifer Lawrence, Jeremy Renner, Robert De Niro, Louis C. K., Michael Pena

Ende der 1970er Jahre in New York. Irving Rosenfeld (Christian Bale) ist ein Geschäftsmann, er besitzt eine Glaserei und einige Trockenreinigungen. Sein Geld macht er aber hauptsächlich mit Kunstfälschungen und sonstigen Trickbetrügereien. Seine Freundin Sydney (Amy Adams) unterstützt ihn dabei. Der FBI-Agent Richie DiMaso (Bradley Cooper) erwischt die beiden Betrüger. Statt ins Gefängnis zu wandern, können sie mit dem FBI zusammenarbeiten. Sie sollen dabei helfen, ranghohe Politiker der Bestechung zu überführen.

B+ (Wertung von A bis F) Der Film „American Hustle“ beginnt Ende der 1970er Jahre. In der Zeit führte das FBI seine erste große Undercover-Aktion gegen Korruption von Politikern durch. Die Namen, der an diesem Fall beteiligten Personen wurden geändert und vieles hinsichtlich der Personen ist frei erfunden. Erzählt wird eine fiktive Geschichte, zu Beginn des Films wird aber darauf hingewiesen, dass einiges tatsächlich passierte.

Eigentlich war mir schon mit der Anfangsszene klar, dass ich den Film wenn nicht lieben, dann sehr mögen werde. Alles was ich in der ersten Sequenz mochte, zieht sich dankenswerterweise bis zum Schluss des Films durch. Damit fand ich „American Hustle“ wesentlich besser als David O. Russels, in meinen Augen überbewerteten Film, Silver Linings Playbook aus dem Filmjahr 2012.

„American Hustle“ und The Wolf of Wall Street waren die letzten beiden Prestige-Filme im Filmjahr 2013, die der amerikanischen Presse gezeigt wurde. Diese späte Ankunft in die Oscar-Saison hat David O. Russells Film gleich verwandeln können. Kurz darauf wurde „American Hustle“ nämlich von den New Yorker Film Critic Circle als Bester Film gekrönt. (Allerdings brauchten die New Yorker anscheinend fünf Wahlgänge, damit „American Hustle“ als Gewinner hervorgehen konnte, bei den ersten vier Wahlgängen kamen 12 Years a Slave und „American Hustle“ auf dieselbe Stimmenanzahl. Da es halt nur einen Gewinner-Film geben soll, mussten die New Yorker Filmkritiker so lange wählen bis ein Film mehr Stimmen hatte als der andere).

„American Hustle“ ist ein Film, der beim Gucken unfassbar Spaß macht. Ich wünschte, ich müsste ihn nicht als Oscar-Film bewerten. Denn das ist er In meinen Augen nicht. Kurzes Update zur Oscar-Saison 2013/2014: In zwei Wochen werden die Oscar-Nominierungen bekannt gegeben. Das Rennen sieht momentan so aus, als ob es sich zwischen „12 Years a Slave“ und „American Hustle“ (und Gravity) entscheiden wird.

Bei mir liegt es jetzt zwei Wochen zurück, dass ich „American Hustle“ gesehen habe. Sehr gut habe ich noch in Erinnerung, dass ich im mich im Kino bestens amüsiert habe. Ich weiß noch, dass ich den Film handwerklich (Schnitt, Kamera, Regie) mitunter brillant fand, die Dialoge erstklassig, die Musikauswahl exzellent, ich habe diese imposanten Frisuren vor mir, Christian Bale und Jennifer Lawrence, die Beziehung zwischen Amy Adams und Christian Bales Charakter und ich kann mich tatsächlich auch noch an Bradley Cooper in ein paar entscheidenden Szenen erinnern. Alles andere von dem Film ist mittlerweile völlig weg. Zugegeben, das ist schon weit mehr als mir bei den meisten anderen Filmen bleibt, aber es ist halt auch kein bedeutsamer Film wie „12 Years a Slave“.

Bei „American Hustle“ stehen die Charaktere im Vordergrund und nicht die Geschichte. Auch wenn David O. Russells Film Längen hat, bereitet es großes Vergnügen diese Figuren zu begleiten. Ich hätte ihnen ewig zuschauen können.

Der Regisseur hat in seinem Ensemble die zentralen Parts mit Schauspielern besetzt, mit denen er bereits zuvor gearbeitet hat: Christian Bale („The Fighter“), Amy Adams (The Fighter), Bradley Cooper („Silver Linings Playbook“) und Jennifer Lawrence („Silver Linings Playbook“).

Christian Bale ist großartig. Trotz Übergewicht, ordentlicher Plauze und unmöglicher Was-auch-immer-Frise konnte ich nachempfinden, was Amy Adams Charakter an ihm (sexy) findet.

Jennifer Lawrence ist vermutlich geboren, um anderen Schauspielern die Show zu stehlen. Ihr Part in „American Hustle“ war ursprünglich wesentlich kleiner. David O. Russell ist bekannt dafür, dass er am Set viel improvisieren lässt. Hier merkt man förmlich wie sie sich in ihren Charakter reinfindet und zunehmend durchdreht. Es ist eine schrille Performance, die für mich den Höhepunkt findet, wenn sie anfängt zu singen. Vermutlich hätte sie den Oscar für „American Hustle“ sicher, wenn sie nicht im letzten Jahr einen gewonnen hätte. Ich habe erfahren, dass die Academy Mitglieder in den entsprechenden Vorführungen bei Jennifer Lawrence Namen im Abspann ihre lautstarke Anerkennung gaben.

Bei Amy Adams war ich etwas hin und hergerissen. Sie ist ungewöhnlich freizügig gekleidet und geht sogar irgendwo als verführerischer Vamp durch. Ihr Typ hat mich an die junge Sissy Spacek erinnert. Eine Kleinigkeit hat mich dennoch gestört, bis heute weiß ich es aber nicht zu benennen. Update nach dem zweiten Kinobesuch: Es hat mich gar nichts an ihr gestört.

Jeremy Renner kann hier auch wieder punkten, leider geht er in dem gesamten Ensemble etwas unter.

In dem gesamten Ensemble von „American Hustle“, hätte ich Bradley Cooper schauspielerisch am wenigsten zugetraut. Relativ am Anfang hat er eine Szene (in der Zelle), die mich neugierig werden ließ. Immer noch leicht skeptisch habe ich ihn dann weiter beobachtet, die Szene mit seiner Mutter (wo hat David O. Russell die denn eigentlich schon wieder her?) und spätestens mit der Szene im Studio 54 hat er mich dann endgültig von sich überzeugen können. Diese komische Minipli soll übrigens seine Idee gewesen sein.

Seit der Oscar-Verleihung im Jahr 2013 heißt eine der Kategorien Best Makeup and Hairstyling. Mit der Umbenennung dieser Kategorie dürfte der Frisuren-Oscar wohl an „American Hustle“ gehen.

Bei „American Hustle“ bin ich tatsächlich etwas unsicher, ob ich ihn in meine Bestenliste für 2013 aufnehmen soll. Am liebsten würde ich ihn mir dafür noch einmal anschauen, mal gucken.

Update nach dem zweiten Kinobesuch:

A- (Wertung von A bis F) Mittlerweile ist meine Top Ten Liste erstellt und „American Hustle“ ist gelistet. Der Film ist einfach zu gut, um nicht in meiner Top Ten aufzutauchen. Die Studio 54-Szene, insbesondere mit dem Übergang in die Szene mit dem Bürgermeister und Bales Charakter, die komplizierte, aber glaubwürdige Beziehung zwischen Christian Bales und Amy Adams Charakter, die Dialoge, das ganze Drehbuch ist klasse und Bradley Cooper. Ja, der Film hat ein A- verdient. Im Moment (07.01.14) gilt „American Hustle“ als Oscar-Favorit.

„American Hustle“ gilt als sicherer Kandidat für eine Oscar-Nominierung für Bester Film, auch im Gespräch sind Nominierungen für: Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Christian Bale), Beste Hauptdarstellerin (Amy Adams), Bester Nebendarsteller (Bradley Cooper, Jeremy Renner), Beste Nebendarstellerin (Jennifer Lawrence), Bestes Originaldrehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Bestes Kostümdesign, Bester Schnitt, Bestes Make-up und Beste Frisuren, Bester Ton, Bester Tonschnitt

Die beiden Trailer, die ich im amerikanischen Kino gesehen habe:

Die Website:

http://www.americanhustle-movie.com/site/

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Lone Survivor“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Militär-Action-Film nach wahren Begebenheiten mit Mark Wahlberg und Eric Bana.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Sabotage“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Action/Thriller mit Arnold Schwarzenegger (der auf mich wie Clint Eastwood wirkt) und Sam Worthington (den ich im Trailer gar nicht erkannt habe)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0 %

Trailer v. Film: „Jack Ryan: Shadow Recruit“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Action von und mit Kenneth Branagh, auch mit Chris Pine und Kevin Costner und Keira Knightley.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80% bei mind. 60% RT

Trailer v. Film: „Million Dollar Arm“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: biografischer Baseball-Film mit Jon Hamm und Lake Bell.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Endless Love“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Remake des Films aus dem Jahr 1981 mit Alex Pettyfer. Ach nö.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht.

Trailer v. Film: „RoboCop“
Bewertung des Trailer: A-
Kommentar: Remake des Films aus den 1980er Jahren. Mit Joel Kinnaman, Gary Oldman, Michael Keaton, Samuel L. Jackson, Jackie Earle Haley
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „The Other Woman“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie mit Cameron Diaz und Leslie Mann. (Schön zu sehen, dass auch Cameron Diaz älter wird und noch besser, dass sie auf Botox verzichtet)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „The Monuments Men“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: George Clooneys neuer Film, Zweite Weltkriegsfilm mit George Clooney, Matt Damon, Cate Blanchett, Bill Murray, John Goodman, Jean Dujardin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

7 Gedanken zu “L. A. – Film: "American Hustle"

  1. Ach das hört sich doch sehr vielversprechend an. Ich mochte den Vorgänger ja sehr und liebe Jennifer Lawrence. Amy Adams, ja sie hat im Grunde immer so etwas biederes, das kann ich auch nicht wegdenken. Liegt wahrscheinlich an ihrer Rollenauswahl. Sie ist für mich eher wie Sally Field.
    Nein, die haben diesen miesen Schmachtfetzen „Endless Love“ geremaked? :)) Oh man :))

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  2. Ja die Lawrence ist echt ein Phänomen, ein Hollywoodstar und Charakterschauspielerin zugleich. Ich glaube auch, dass die Frauen und Männer mögen.

    Amy Adams mag ich auch wahnsinnig gerne sehen, es ist hier nur einfache eine so ungewöhnliche Rolle, bzw. so ein Vamp hat sie bislang noch nicht gespielt. Ich weiß nicht, ich nehme es ihr ja ab. Da sie so viele Sommersprossen auf dem ganzen Körper hat und mit den roten Haaren hat sie mich eher an Sissy Spacek erinnert. Ja, ihre Rollenauswahl war zuvor eher nettes Mädchen von Nebenan, jedenfalls fern von sexy.

    Den Originalfilm Endless Love habe ich nicht gesehen, aber kann mir vorstellen, dass der mies war :))

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  3. Habe ihn gerade gesehen und bin begeistert. Man, Bale ist so großartig und die Lawrence. Bei Adams hätte ich mir niemand anderen für die Rolle vorstellen können, war perfekt so 😀
    Wirklich, der Film hätte den ein oder andern Oscar verdient.

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  4. Ahn, Du hast ihn auf der Berlinale gesehen. Den Film in einer Festival-Meute zu sehen, stelle ich mir gut vor. 🙂

    Ja Bale ist toll und Lawrence sowieso. Bei der zweiten Sichtung hatte ich auch keine Probleme mit Amy Adams mehr. 🙂

    Den Oscar, den er in meinen Augen am meisten verdient hätte (Make-up und Frisuren), kann er leider nicht gewinnen. Unfassbarerweise wurde er dafür gar nicht nominiert. :no:

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  5. Nee nee, war nicht innerhalb der Berlinale, sondern eine preview von Cinema, was der Stimmung im Saal aber keinen Abbruch getan hat.
    Habe selten so viel gute gelaunte menschen aus dem Kino kommen sehen.
    Ja Frisuren und MakeUp war toll!

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