NYC – Film: "Don Jon"


Ich war am 27.09.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Don Jon“ (dt. Kinostart: 14.11.13) 90 min comedy, drama
dir. Joseph Gordon-Levitt cast: Joseph Gordon-Levitt, Scarlett Johansson, Julianne Moore, Tony Danza, Brie Larson

Jon „Don Jon“ Martello Jr. (Joseph Gordon-Levitt) setzt Prioritäten im Leben. Wichtig sind ihm sein Körper, seine Wohnung, sein Macho-Auto, seine Familie, der wöchentliche Kirchgang inkl. Beichte, seine Kumpels, Weiber, aber was er richtig liebt sind Pornos. Er ist Single, sieht verdammt gut aus und schleppt die Frauen reihenweise ab. Die richtige sexuelle Befriedigung bekommt er aber nur durch einen Pornofilm. Dann trifft er auf Barbara Sugarman (Scarlett Johansson). Genau so stellt er sich seine Traumfrau vor. Für Jon ist es aber nicht so einfach, Barbaras Herz zu erobern. Sie hat bestimmte Vorstellungen von ihrem Traummann und stellt Bedingungen. Barbara sieht auch gerne Filme, nur sind das sicherlich keine Pornofilme. Sie wird seine Leidenschaft für Pornos ganz sicher nicht tolerieren…

B+ (Wertung von A bis F) „Don Jon“ ist das bemerkenswerte Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers Joseph Gordon-Levitt („10 Things I Hate About You“, (500) Days of Summer, Inception, 50/50, The Dark Knight Rises). Er hat auch die Vorlage zu dem Film geschrieben.

Dieses Jahr scheint das Jahr der guten Regie/Spielfilmdebüts zu sein. Mir fallen Evil Dead, Whitewash, The Way, Way Back, Fruitvale Station, Blue Caprice, Short Term 12, Thanks for Sharing, In a World… ein, alles auf ihre Art gelungene erste Filme neuer Regisseure. Wenn, wie bei „In a World…“ und „Don Jon“ auch noch ein bekannter Schauspieler seinen ersten Spielfilm präsentiert, erhält dieser immer eine besondere Aufmerksamkeit.

Man könnte darüber mutmaßen, warum sich Joseph Gordon-Levitt für seinen ersten Spielfilm ausgerechnet das Thema Pornosucht ausgesucht hat. Letztlich empfand ich es aber nur als roten Faden, der sich durch den Film zieht. Jospeph Gordon-Levitts Figur Don Jon ist einfach gestrickt, braucht seine Routine im Leben, viel mehr ist ihm auch nicht wichtig. Den besten Sex hat er mithilfe von Pornofilmen und er erklärt auch plausibel warum ihm Pornos mehr bringen als der Sex mit Frauen. Das ist so ehrlich und direkt und zugleich witzig erzählt, dass in meiner Vorstellung eigentlich permanent gelacht wurde. „Don Jon“ hat einen guten Dialogwitz, aber der Film lebt auch von den Wiederholungen, das Geräusch, wenn er seinen Mac hochfährt, wenn er einmal die Woche im gleichen Unterhemd wie sein Vater mit seiner Familie am Mittagstisch sitzt oder seine Schwester Monica (großartig von Brie Larson gespielt), die zwar anwesend ist, aber doch teilnahmslos überwiegend in ihr Handy glotzt. Das hat einen großen Unterhaltungswert. Die Story um die ältere Lady fand ich nur so mittel, was für mich aber, glaube ich, einzig damit zusammenhängt, dass ich Julianne Moore hier einfach nicht idealbesetzt finde.

Tony Danza hingegen fand ich großartig. Joseph Gordon-Levitt hat sich optisch in der letzten Zeit ordentlich verändert. Aus dem niedlichen Jungen ist ein sehr attraktiver, durchtrainierter, charismatischer Mann geworden. Sogar seine Stimme klingt auf einmal erwachsen. „Don Jon“ ist der erste Film, in dem ich ihn so wahrnehme. Mit Scarlett Johansson kann ich irgendwie nichts anfangen. Sie hat eine gute Figur, aber irgendwie wirkt sie immer etwas billig. Hier passt aber die Rolle der blonden Tussi aus New Jersey wie die Faust aufs Auge.

Mitten im Film habe ich mir notiert, dass „Don Jon“ in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2013 landen könnte, dazu muss ich ihn mir aber noch mal anschauen.

„Don Jon“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2013 gezeigt, damals noch unter dem Filmtitel „Don Jon´s Addiction“.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Out of the Furnace“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thriller mit Christian Bale, Casey Affleck, Woody Harrelson, Willem Dafoe. Christian Bale scheint einfach ein gutes Händchen bei der Rollenauswahl zu haben. Oscarfilm?!
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Pulling Strings“
Bewertung des Trailers: D+
Kommentar: mexikanische RomCom
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Counselor“
Bewertung des Trailer: B+
Kommentar: Ridley Scotts neuer Film, vielleicht ein Oscar-Film. Michael Fassbender ist so unfassbar sexy und diese Stimme…dass Javier Bardem immer so lustige Frisuren haben muss. Oscar-Film?!
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „American Hustle“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: David O. Russells neuer Film mit Christian Bale, Bradley Cooper, Amy Adams, Jeremy Renner und Jennifer Lawrence. Alleine der Trailer zeigt, dass Christian Bale einer der besten Schauspieler unserer Zeit ist. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „About Time“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: britische RomCom mit Bill Nighy, Tom Hollander und Rachel McAdams
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 20%

Trailer v. Film: „Her“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Spike Jonzes neuer Film mit Joaquin Phoenix. Das ist ganz MEIN Film, vielleicht auch ein Oscar-Film. Dem Trailer nach auch eine Oscar-Performance von Joaquin Phoenix.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%!!!

9 Gedanken zu “NYC – Film: "Don Jon"

  1. Ja sag ich doch, ein feiner Film. Gut die Geschichte mit Julianne fand ich etwas zu einfach, aber insgesamt machte der schon echt spaß 🙂
    Johansson war für diese Rolle genau richtig, dieses einfältige oberflächliche liegt ihr.
    Und „Her“ – ja das ist Dein Film :)) Kommt von Look eher 80iger mäßig rüber, aber okay von der Thematik natürlich nicht. Der Trailer wirkt teilweise wie eine Handywerbung, aber ich sag jetzt nichts mehr :-))

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  2. Richtig. Ja für mich war Julianne Moore einfach die Falsche für die Rolle, vielleicht hätte es mit einer anderen Schauspielerin besser funktioniert.

    :)) genau das einfältige, oberflächliche liegt ihr. In „Her“ geht sie für mich ja auch, da hört man ja nur ihre Stimme. :)) Ich mag einfach völlig abgedrehte Filme und auf Spike Jonze (und/oder Charlie Kaufman) kann man sich dahingehend schon verlassen.

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