NYC – Film: "Blue Caprice"


Ich war am 25.09.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Blue Caprice“ 93 min drama, thriller
dir. Alexandre Moors cast: Isaiah Washington, Tequan Richmond, Joey Lauren Adams, Tim Blake Nelson

Im Jahr 2002 hält ein Scharfschütze drei Wochen lang Washington D.C. und Umgebung in Atem. Scheinbar wahllos wird auf Passanten geschossen. Zehn Menschen sterben und drei werden schwer verletzt.

Rückblick:
Antigua, Karibik. Lee (Tequan Richmond) ist 16 Jahre alt und auf sich allein gestellt. Sein Vater war nie da und seine Mutter hat ihn jetzt allein zurückgelassen. Der Junge beobachtet, wie fürsorglich John Allen Muhammad (Isaiah Washington) mit seinen drei Kindern umgeht. Irgendwann stürzt er sich in die Fluten und wird von John gerettet. John nimmt sich seiner an und als er zurück in die U.S.A. geht, begleitet ihn Lee. Lee sieht in ihm den Vater, den er nie hatte. John ist geschieden und hat den Sorgerechtsstreit verloren, die Kinder werden ihm weggenommen. Er ist verbittert, bis er eines Tages einen folgenschweren Entschluss fasst…

B+ (Wertung von A bis F) Der Film „Blue Caprice“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert. Der Amoklauf wurde unter dem Namen Beltway Sniper Attacks bekannt. Es wurde aus einem Auto, einem blauen Chevrolet Caprice, geschossen. Die Beweggründe der Täter konnten nie vollständig geklärt werden. Der erwachsene Täter wurde zu Tode verurteilt und mittlerweile auch hingerichtet, der damals minderjährigeTäter sitzt seine lebenslängliche Haftstrafe ab.

„Blue Caprice“ ist in jedem Fall ein bemerkenswertes Spielfilmdebüt. Ich denke von diesem (französischen) Regisseur kann man noch einiges erwarten. Der Film spielte in einem meiner Lieblingsprogrammkinos und so bin ich, ohne mich großartig vorher über den Film informiert zu haben, reingegangen. An diese D.C.-Sniper-Story konnte ich mich auch nur noch dunkel erinnern. Mein Gedächtnis wurde dahingehend aber leider auch nicht wirklich aufgefrischt. Man erfährt wenig über die Taten, die Opfer und eigentlich auch wenig über die Täter und das Motiv und dennoch ist es ein intimes Portrait eines verbitterten Mannes. Es ist auch eine Charakterstudie eines Teenagers, der niemanden hat und der einzigen Person, die sich um ihn kümmert, voll und ganz vertraut.

Auch wenn es mich störte, dass man sich hier nicht der Frage angenähert hat, warum Muhammad diese schrecklichen Taten begangen hat und ich gerne gesehen hätte, wie sie vor und während ihrer Taten gelebt hatten, war es ein durchgehend packendes Drama.

Erwähnenswert ist auch der fantastische Score.

„Blue Caprice“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2013 gezeigt.

Trailer zu sehen:

http://www.bluecapricefilm.com

Im IFC Center wurden keine Trailer gezeigt.

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