NYC – Film: "Enough Said"


Ich war am 24.09.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Enough Said“ (dt. Filmtitel: „Genug gesagt“, dt. Kinostart: 19.12.13) 91 min comedy
dir. Nicole Holofcener cast: Julia Louis-Dreyfus, James Gandolfini, Toni Collette, Catherine Keener

Eva (Julia Louis-Dreyfus) ist Masseurin, geschieden und alleinerziehende Mutter einer Tochter. Auf einer Party lernt sie die Lyrikerin Marianne (Catherine Keener) kennen, kurze Zeit später auf derselben Party trifft sie auf Albert (James Gandolfini). Eva tauscht mit beiden die Telefonnummer aus. Schon bald befreundet sie sich mit Marianne, die wie sie geschieden ist und eine Tochter hat. Zeitgleich beginnt sie mit Albert auszugehen, obwohl er eigentlich so gar nicht ihr Typ ist….

A– (Wertung von A bis F) „Enough Said“ ist eine Beziehungskomödie. Es geht um Beziehungen über Mütter und Töchter, Väter und Töchter, Beziehungen unter Freundinnen und partnerschaftliche Beziehungen. Auch ist es eine Charakterstudie über eine nicht mehr ganz junge Frau, die sich vielleicht wieder auf eine feste Beziehung einlässt.

Erfrischenderweise wird hier der Körper des Mannes thematisiert. In Spielfilmen ist normalerweise immer wieder die Figur der Frauen ein Thema, meist hat die Protagonistin aufgrund ihres Körpers Minderwertigkeitskomplexe oder es wird sich über dicke Frauen im Allgemeinen lustig gemacht. Das ist meines Erachtens nicht mehr zeitgemäss. In meinem Umfeld sind die Frauen körperbewusst und selbstsicher und wundern sich nicht selten über Männer, die jedes angefressene Pfund an ihrem unförmigen Körper mit Stolz durch die Gegend tragen. Julia Louis-Dreyfus Charakter ist attraktiv und schlank und trifft auf einen witzigen Typen, der aber alles andere als ihrem Beuteschema entspricht. James Gandolfinis Charakter ist schwer übergewichtig. Ob und wie sich die beiden annähern ist äusserst kurzweilig und auch realistisch erzählt.

Dabei zeigt es sich wieder, dass sich ein brillantes Drehbuch am Ende auszeichnet. Die Charaktere und die Dialoge sind glaubwürdig. Die Regisseurin Nicole Holofcener („Lovely & Amazing“, Please Give, „Friends with Money“) hat auch hier wieder die Vorlage zu ihrem Film geschrieben. Beide Hauptdarsteller sind einem natürlich am meisten durch ihre Rollen in den legendären TV-Serien „Seinfeld“ und „The Sopranos“ in Erinnerung. Dennoch gelang es mir, sie praktisch von Anfang an nur als Eva und Albert zu sehen. Zu authentisch und greifbar fand ich ihre Charaktere. Beide Schauspieler sind fantastisch in ihren Rollen. Obwohl mir Julia Louis-Dreyfus noch einen Tick besser gefallen hat. Außerdem komme ich nicht umhin, zu erwähnen, wie gut ihr die Farbe Rot steht.

Traurigerweise ist einer der am meisten unterschätzten Filmschauspieler James Gandolfini (The Taking of Pelham 123Welcome to the Rileys, Zero Dark Thirty, „Not Fade Away“), am 19.06.13 in Alter von nur 51 Jahren verstorben. „Enough Said“ war einer seiner letzten Filme.

Für den Film „Enough Said“ sind folgende Oscar-Nominierungen derzeit im Gespräch: Bester Hauptdarsteller (James Gandolfini), Beste Hauptdarstellerin (Julia Louis-Dreyfus) und Bestes Originaldrehbuch.

„Enough Said“ könnte in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2013 landen.

„Enough Said“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2013 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „All is Lost“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Robert Redford im Überlebenskampf. Ihn sehe ich derzeit als Oscar-Gewinner für diese Rolle. Das wäre sein erster Schauspiel-Oscar.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Mandela: Long Walk to Freedom“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Biopic über Nelson Mandela mit Idris Elba in der Hauptrolle. Galt mal als Oscar-Film, nicht mehr.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 60%

Trailer v. Film: „Inequality for All“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Dokumentation über den schwindenden Mittelstand in den U.S.A.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Enzo Avitabile Music Life“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Jonathan Demmes neue Dokumentation über den italienischen Musiker
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Nebraska“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: War mal für den Oscar im Gespräch, man hört nicht mehr so ganz so viel davon. Um so öfter ich den Trailer sehe, um so besser gefällt er mir.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

17 Gedanken zu “NYC – Film: "Enough Said"

  1. Ja logisch war das ein Programmkino – meinst Du wegen der Trailer. :))

    Ach, und „Gravity“ ist bestimmt toll, oder? Der hat ja eine umwerfende Prozentzahl bei Rotten Tomatoes erzielt. Hast Du den in 2D, 3D oder IMAX gesehen? Ich kann den erst in 2 Wochen oder so sehen, weil ich ihn unbedingt in IMAX gucken will.

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  2. Ich war in der Astor Filmlounge und der Film war in 3D. Ich muss sagen, so schön das Kino ist, aber für 3D taugt es meiner Meinung nach nicht. Das IMAX wäre da die bessere Wahl gewesen.
    Den Film an sich fand ich nicht überragend. So schön die Bilder waren, irgendwie passte mir die Bullock nicht. Und das Ende war ja nun…*hust* Die Musik hat mich auch genervt.
    Insgesamt fand ich den Streifen sehr berechnend, auch wenn er ein paar lustige und spannende Momente hatte.

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  3. Die Astor Filmlounge ist doch kein 3D-Kino? Häh? Die ziehen echt den Leuten das Geld aus der Tasche, unglaublich. :no:

    Echt nicht? Ich mag die Bullock ja nicht so und auch das Oscar-Gerede geht mir auch ein bisschen auf die Nerven. Eigentlich kann sie doch gar nicht so gut sein bzw. sooo gut sein.

    Spoiler mal nicht den Film, aber fandest Du ihn vorhersehbar?

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  4. Sag ich doch, ich fand das 3D dort auch nicht besonders.
    Heute haben sie nur dem Stern das Geld aus der Tasche gezogen und den Wahnsinnigen, die für ein Petit Four 7 Euro bezahlt haben. War ne Preview 🙂

    Ja natürlich. ;-))

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  5. *wink* Wie findest du die Astor Filmlounge generell als Kino? Bei uns in Frankfurt ist der Zuschauerraum quasi ein Theaterrundbau. Aus meiner Sicht eine Fehlkonstruktion, weil man noch schräger als in einem normalen Kino auf die Leinwand schaut, wenn man keinen mittigen Platz bekommt.. *traurig rumroll* xD

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  6. Ich finde die Astor Filmlounge richtig klasse. Viele Pressevorführungen sind dort (leider bin ich meistens nicht in Berlin) und dann spielen sie die Filme auch in der OV oder OmU. Das Einzige was mir an diesem Kino nämlich sonst nicht gefällt, ist, dass sie die Filme nicht in den Originalfassungen zeigen. Ansonsten großartig, super bequem, man kann seinen Kaffee Latte trinken, etc. Ich persönlich würde auch mehr Geld ausgeben, wenn dafür diese Popcorn-und Nacho-fressenden Massen ferngehalten werden. :))

    Logischerweise muss man in der Mitte sitzen.

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  7. Sie ist bequem :))
    Ansonsten hat man sich im Vergleich zum vorherigen THX Filmpalast verschlechtert, weil nun die Sitzreihen zur Mitte abgesenkt wurden und man einen ungünstigen Winkel zur Leinwand hat 8egal wo man sitzt). Auch fand ich den Ton bei Gravity zu leise.

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  8. Yay, das klingt echt gut *neidisch guck*. Ich war bei uns in Frankfurt bisher dreimal dort und hab’s dann sein lassen. Bequemere Sitze und Getränke, die einem an den Platz gebracht werden, find ich cool, aber statt Popcorngeraschel hat man klirrende Cocktailgläser, den Duft von Käse oder eingelegten Oliven und Leute, die sich wegen eines 16-Euro-Tickets wie Neureiche aufführen (und leider auch während der Filme schlechter benehmen, als ich es aus meinen Programmkinos oder den Wochenend-Spätvorstellungen im Cinestar Metropolis gewohnt bin). Jaaa, vielleicht ziehe ich irgendwann doch nach Berlin um! 🙂

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  9. P.S.: Oh weh, das klang sicherlich sehr abfällig *schäm*. Mein Frust über die Frankfurter gehört natürlich nicht unter deinen holden Blog! Zwecks Stimmungsaufhellung möchte ich an dieser Stelle einen Spruch aus „Hannah Montana“ zitieren:

    „Hey babe, are you from Tennessee? ‚Cause you’re the only ten I see.“

    (Sorry xDDD)

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  10. Erst mal, Du brauchst Dich nicht immer zu entschuldigen, wenn mir was nicht passt, dann lasse ich Dich das wissen. :))
    Es ist nur so, dass ich einen Job habe und sehr viel unterwegs bin und ich gar keine Chance habe, so schnell zu reagieren. Also keine Panik. 🙂

    Also, ich liebe einfach die Programmkinos (und die Astor Lounge in Berlin ist für mich auch irgendwie eines), weil a) da für mich bessere Filme laufen und b) auch das Publikum (aus der Natur der Sache) etwas anspruchsvoller und erwachsener ist. Da spreche ich aber überwiegend von den U.S.A. (weil ich einfach auch so selten in Deutschland ins Kino gehe).

    Sehr wohl stimme ich Dir aber zu, dass auch unter den Leuten die (vermeintlich) Geld haben, auch einige darunter sind, die keine gute Kinderstube haben und sich nicht zu benehmen wissen. Das gibt´s auch in den höheren Klassen in einem Flugzeug. In den Kinocentern ist es (auch hier spreche ich wieder überwiegend von den U.S.A.) aber häufiger, dass ich mich aufregen muss oder die Person darauf ansprechen muss, dass sie mich stören (Handynutzung, Gelaber während des Films, etc.). als ich das in einem Programmkino muss. Wenn ich recht überlege, muss ich mich in den amerikanischen Programmkinos gar nicht aufregen. 🙂

    In den U.S.A. gibt´s auch einige Restaurant-Kinos, in denen Du die Kellner zwischendurch auch rufen kannst. Das ist auch eine verstörend klingende Form von Kinobesuch. Aber es funktioniert – meistens, ohne große Zwischenfälle.

    Ich glaube, es sind immer die Erfahrungen, die man macht.

    Über die Frankfurter Kinos kann ich leider gar nichts sagen, das ist bei mir zu lange her. 🙂

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  11. Aba ich entschuldige mich so gern… (freilich nur bei Damen xD). Nein, Jux beiseite, in diesem Fall wollte ich nur verhindern, dass man den Eindruck bekommt, ich läster über Kinogeher mit niedrigem Einkommen. I know, dass du wegen Langstreckenflügen manchmal mehrere Tage offline bleiben musst… *sniff* ://

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  12. Haha, nun ja, das waren junge Leute aus der Kategorie „Die Kino-Bediensteten von oben herab behandeln und dem Sitznachbarn zwei Minuten später vom eigenen Job mit 9 Euro Stundenlohn erzählen“.

    Ja, ich denke, das ist ein guter Konsens. Die Prolle meiden! *happy rumroll* xD

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  13. Technisch top, aber das Finale war für mich ein Downer und hat bei uns im Saal für Gelächter gesorgt. Nun ja, zumindest sehe ich den Handfeuerlöscher neben meinem Nachtisch nun mit ganz anderen Augen… ;D
    Würde den Film gerne nochmal in nem IMAX sehen. Einige Sequenzen waren visuell echt der Hammer…

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