TV – Serie: "Top of the Lake"


Ich habe mir alle Folgen des Sundance-Channel-Mehrteilers angeschaut:

„Top of the Lake“ (in D. am 7.11. und 14.11.13 bei ARTE zu sehen) 7 x approx. 47 min drama, thriller
dir. Jane Campion, Garth Davis cast: Elisabeth Moss, Peter Mullan, Holly Hunter, David Wenham, Thomas M. Wright, Jacqueline Joe

In der abgelegenen Kleinstadt Laketop in Neuseeland wird die zwölfjährige Tui (Jacqueline Joe) dabei beobachtet, wie sie komplett bekleidet in den See steigt, scheinbar in der Absicht, sich selbst zu töten. Sie wird ins Krankenhaus gebracht und dort wird festgestellt, dass sie im ungefähr fünften Monat schwanger ist. Robin Griffin (Elisabeth Moss) ist Polizistin, sie lebt und arbeitet in Sydney. Derzeit ist sie aber bei ihrer an Krebs erkrankten Mutter in Neuseeland zu Besuch. Robin wird gebeten, das junge Mädchen zu befragen. Sie soll herausfinden, von wem Tui geschwängert wurde. Was weiß Tuis krimineller und gewalttätiger Vater Matt Mitcham (Peter Mullan)? Der Polizeichef von Laketop, Al Parker (David Wenham), steht Robin zur Seite. Die Ermittlungen stellen sich als schwierig dar, da die Bewohner der Kleinstadt mauern. Plötzlich ist auch noch das Mädchen spurlos verschwunden. Für Robin wird die Suche nach Tui auch zu einer Konfrontation mit ihrer Vergangenheit…

B+ (Wertung von A bis F) Jane Campions „Top of the Lake“ ist ein sehr atmosphärisches und hochspannendes Drama und zugleich ein Thriller, der Einblicke in menschliche Abgründe gewährt. Der Mehrteiler funktioniert wie ein Spielfilm, durch die Länge von beinahe sechs Stunden wird der Handlung und den Charakteren viel Zeit und Raum gegeben, um sich zu entwickeln.

Da ist die Hauptfigur Robin (gespielt von Elisabeth Moss) mit einer tragischen Familiengeschichte. Die Suche nach der verschwundenen Zwölfjährigen wird für Robin auch zu einer Suche nach sich selbst. Auch trifft sie ihre Jugendliebe Johnno (gespielt von Thomas M. Wright ) wieder. Johnno ist ein Sohn des Gangsterbosses Matt Micham (gespielt von Peter Mullan). Matt Mitcham ist unberechenbar, keiner in dem Kaff wagt es, sich gegen ihn zu stellen. Bis auf GJ (gespielt von Holly Hunter), die spirituelle Führerin einer kleinen Gruppe von älteren, seelisch angeschlagenen Frauen. Sie haben sich auf einem Grundstück niedergelassen, das Matt für sich beansprucht. Dem lokale Polizeichef Al Parker (David Wenham) sind viele illegale Dinge, die in der Kleinstadt passieren, scheinbar bekannt. Wer hat nun die 12-jährige Tui geschwängert und hat man sie getötet, um die Spuren zu verwischen? Das ist die Hauptfrage, aber die Geschichte ist viel komplexer und mysteriöser. Es gibt einige Wendungen in dem Mehrteiler, einige habe ich geahnt, andere kamen auch für mich überraschend. Fesselnd war diese Miniserie immer, ich finde sogar, dass sie kontinuierlich spannender wurde. Es gibt aber auch einige amüsante Szenen. Das inszenierte Ende empfand ich als nicht ganz so befriedigend.

Bei dem Mehrteiler empfiehlt es sich, ihn hintereinander zu schauen.

Elisabeth Moss ist mir noch sehr präsent als Peggy Olson aus der AMC-Serie Mad Men. Dadurch brauchte ich auch einen Moment, um sie in ihrer Rolle als Detective Robin Griffin zu akzeptieren. In dem Mehrteiler spielt die amerikanische Schauspielerin eine Australierin/ bzw. Neuseeländerin. Bisher ist man es ja eher gewohnt, australische oder neuseeländische Schauspieler zu sehen, die auch sprachlich als Amerikaner überzeugen. Erst nachdem ich „Top of the Lake“ komplett gesehen habe, habe ich gelesen, dass Elisabeth Moss gar keine Australierin oder Neuseeländerin ist. Für mich hat sie aber definitiv wie eine gesprochen. Nachdem ich Elisabeth Moss jetzt über beinahe sechs Stunden begleitet habe, bin ich auch restlos von ihr als Schauspielerin überzeugt. Ihr Aussehen und ihre schauspielerischen Brillanz haben mich stellenweise sogar an die junge Jodie Foster erinnert.

Peter Mullan (Tyrannosaur) ist hier grandios – mehr Worte braucht man über diese Performance nicht zu verlieren.

Für meinen Geschmack sehe ich Holly Hunter („Raising Arizona“, „Broadcast News“, „The Piano“, „Thirteen“) zu selten. Auch ihre unverwechselbare Stimme habe ich vermisst. Um so erfreulicher war es, sie hier wiederzusehen. Holly Hunters leicht durchgeknallte GJ und die auch leicht wirren Frauen, die sie umgeben, sorgen für einige schrille Szenen.

„Top of the Lake“ wurde in voller Länge erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2013 gezeigt. Ab dem 18. März 2013 hatte der Mehrteiler dann seine Erstausstrahlung auf dem amerikanischen Sundance Channel.

Der TV-Mehrteiler wurde für acht Emmy-Awards nominiert, darunter Outstanding Miniseries or Movie, Outstanding Directing, Outstanding Writing, Outstanding Cinematography und Elisabeth Moss als beste Hauptdarstellerin Elisabeth Moss, sowie Peter Mullan als bester Nebendarsteller.

Sundance Channel Website:

http://www.sundancechannel.com/series/top-of-the-lake/

Trailer zu sehen:

2 Gedanken zu “TV – Serie: "Top of the Lake"

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