HBO-Films: "Behind the Candelabra"


Folgenden HBO-Film habe ich mir angeschaut:

„Behind the Candelabra“ (dt. Titel: „Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll“, dt. Kinostart: 3.10.13) 119 min drama, adaptation, biopic
dir. Steven Soderbergh cast: Michael Douglas, Matt Damon, Rob Lowe, Dan Aykroyd, Debbie Reynolds, Scott Bakula

Im Sommer 1977. Der bisexuelle Scott Thornson (Matt Damon) fährt mit seinem Bekannten, dem Filmproduzenten Bob (Scott Bakula), nach Las Vegas. Sie schauen sich die Show des exzentrischen Pianisten und Entertainers Liberace (Michael Douglas) an. Bob macht die beiden schließlich bekannt. Der junge Scott ist von dem ganzen Glamour, dem Reichtum und auch von Liberace fasziniert. Liberace fühlt sich von dem attraktiven jungen Mann angezogen und bietet Scott einen Job an. Schon bald zieht Scott bei dem berühmten Künstler ein. Wie selbstverständlich entwickelt sich eine Liebesbeziehung. Der junge Mann verfällt irgendwann dem Alkohol und den Drogen und für Liberace wird es immer Männer geben, die jünger und hübscher sind als sein derzeitiger Liebhaber…

B+ (Wertung von A bis F) Steven Soderberghs Film „Behind the Candelabra“ basiert auf Scott Thorsons Memoiren „Behind the Candelabra: My Life with Liberace“. Der Film konzentriert sich auf die letzten 10 Jahre in Liberaces Leben und die Beziehung zu seinem wesentlichen jüngeren Liebhaber Scott Thornson.

Ich bin froh, dass es dieser Film ist, mit dem sich Steven Soderbergh (vorerst) vom Regiehandwerk verabschiedet. Die letzten drei Filme, die Sonderbergh ins Kino gebracht hat (Haywire, Magic Mike und Side Effects) waren für mich alles andere als gelungene Werke.

Das Liberace-Biopic ist definitiv eine der besseren Inszenierungen von Steven Soderbergh.

„Behind the Candelabra“ erzählt eine Geschichte über zwei einsame schwule Männer. Der junge Mann wächst in Pflegefamilien auf und sucht nach seinem Platz im Leben und der sehr wohlhabende, berühmte Mann ist eigentlich nur von Menschen umgeben, die er bezahlt, damit sie ihm Gesellschaft leisten. Es ist eine Liebesgeschichte, bei der eigentlich von vornherein klar ist, dass sie nicht für die Ewigkeit bestimmt ist. Eine Liebe, die nicht in der Öffentlichkeit gelebt werden durfte. Zwischendurch habe ich mich gefragt, ob Scott eigentlich Liberace wirklich geliebt hat oder zum Ende der Beziehung mehr über den Verlust des luxuriösen Lebensstandards frustriert war. Die Schlusseinstellung fand ich dahingehend sehr rührend. Beide Männer waren auf ihre Art von ihrem Partner fasziniert – das fand ich glaubhaft und greifbar.

Das allererste was mir auffiel, war Michael Douglas´veränderte Stimme und Sprache. Unwesentlich später habe ich nur noch Liberace gesehen. Der Schauspieler verschwindet vollständig hinter seiner Filmfigur. Dunkel kann ich mich noch an die Erscheinung Liberace erinnern, auch wenn ich seinerzeit so gar nichts mit dieser schillernden Figur anfangen konnte.

Bei Matt Damon habe ich etwas länger gebraucht, bis ich von ihm als Scott Thornson überzeugt war. Zugegebenermassen war ich anfangs auch zu sehr damit beschäftigt herauszufinden, wie alt seine Figur eigentlich sein soll. Matt Damon sieht hier wesentlich jünger aus als er ist (ich hätte ihn vielleicht auf Mitte/Ende 20 im Film geschätzt), aber hier hätte ich gerne eine Vorgabe gehabt, damit ich mich noch besser auf seinen Filmcharakter konzentrieren hätte können. Im Nachhinein habe ich gelesen, dass er zu Beginn den 17 oder 18 Jahre alten Scott darstellen soll – das konnte ich ihm keinesfalls abnehmen. Letztlich gibt Matt Damon aber eine exzellente Performance, nur ist es Michael Douglas von dem man nicht seine Augen lassen kann.

Ich war so gefesselt von Michael Douglas, dass mir Dan Aykroyd erst sehr spät im Film überhaupt aufgefallen ist.

Rob Lowe ist natürlich mega. Er spielt einen viel zu glatt gezurrter Schönheitschirurgen. Er hat angegeben, dass die Dreharbeiten sehr schmerzhaft waren – das glaubt man gerne, wenn man ihn so sieht.

Auch wenn „Behind the Candelabra“ in Europa eine Kinoauswertung bekommt, ist es ein Fernsehfilm. Heutzutage ist das für einen amerikanischen Film bekannterweise keine Abwertung mehr, insbesondere nicht, wenn es sich dabei um eine HBO-Produktion handelt. Der einzige Unterschied ist, dass der Film und seine sensationellen Performances nicht für Academy Awards nominiert werden können.

Steven Soderbergh hatte in einem Interview erklärt, dass er den Film gerne ins amerikanische Kino gebracht hätte. Ganz Hollywood hat jedoch abgelehnt, den Film zu finanzieren. Angeblich hätten sie nicht gewusst, wie sie diesen Film vermarkten können. Es wäre eh nur ein Film für ein schwules Publikum, bekam der Regisseur nicht nur ein Mal zu hören. Um so erfreulicher, dass „Behind the Candelabra“ bei HBO die höchsten Einschaltquoten für einen Film seit neun Jahren erzielen konnte.

Wenn schon nicht für den wichtigsten Filmpreis, so wurde „Behind the Candelabra“ aber bereits für den wichtigsten Fernsehpreis nominiert. Insgesamt 15 Emmy-Nominierungen hat der Film enthalten (darunter Beste Miniserie bzw. Film, Bester Regisseur, Bestes Drehbuch, Bester Hauptdarsteller Michael Douglas, Bester Hauptdarsteller Matt Damon, Bester Nebendarsteller Scott Bakula) Update:“Behind the Candelabra“ hat insgesamt 11 Emmy-Awards gewonnen, 8 in technischen Kategorien und am 22.09.13 bei der Primetime Emmy Verleihung noch die wichtigen für Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Michael Douglas).

„Behind the Candelabra“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival im Jahr 2013 gezeigt. Der Film wurde ab Ende Mai 2013 auf HBO gezeigt.

Trailer zu sehen:

5 Gedanken zu “HBO-Films: "Behind the Candelabra"

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