NYC – Film: "Rush"

Ich war am 24.09.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Rush“ (dt. Filmtitel: „Rush – Alles auf Sieg“, dt. Kinostart: 03.10.13) 123 min drama, biopic
dir. Ron Howard cast: Chris Hemsworth, Daniel Brühl, Olivia Wilde, Alexandra Maria Lara

London 1970. Bei einem Formel-3-Rennen treffen der britische Rennfahrer James Hunt (Chris Hemsworth) und der österreichische Rennfahrer Niki Lauda (Daniel Brühl) das erste Mal aufeinander. Für den britischen Playboy und den vom Ehrgeiz getriebenen Österreicher beginnt ein jahrelanger Konkurrenzkampf, der in einer hochdramatischen Formel-1-Saison im Jahr 1976 endet…

B (Wertung von A bis F) „Rush“ basiert auf einer wahren Geschichte.

Wäre der Film nicht für die Oscars im Gespräch, hätte ich ihn mir wahrscheinlich gar nicht angeschaut. Wenn ich etwas für dusselig und verzichtbar halte, dann Autorennen. Es gibt auch wenig Menschen, die ich noch unsympathischer finde als Niki Lauda. Entsprechend war mir auch nur wenig über die näheren Umstände, die zu seinem tragischen Unfall führten, bekannt. Gar nichts wusste ich über die Rivalitäten zwischen Niki Lauda und James Hunt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich einen Film über Autorennen mit einem deutschen Schauspieler, der bislang auch nicht gerade zu meinen Lieblingen zählte, so gefallen würde. Wenn man, wie ich, den Verlauf der Formel-1-Saison 1976 und den Ausgang der Geschichte zwischen den beiden Rennfahrern nicht kennt, ist gerade das letzte Rennen in Japan unfassbar spannend inszeniert.

Das erste was mir in dem Film auffiel, war Daniel Brühls Stimme. Wenn er englisch spricht, ist seine Stimme kaum zu erkennen. Wenn er deutsch mit österreichischem Akzent spricht hat er mir anfangs wesentlich besser gefallen. In allen Szenen mit (und trotz) Alexandra Maria Lara fand ich ihn besonders gut. Vielleicht musste ich mich aber nur einfach an ihn gewöhnen. Vielleicht hat mich aber auch die Tatsache, dass Daniel Brühl Niki Lauda portraitiert zu sehr abgelenkt. Auch wenn er optisch ganz verändert ausschaut (er sass wohl bis zu 7 Stunden täglich in der Maske, Mark Coulier ist einer der Makeup Designer, der Meryl Streep auch erfolgreich in Margaret Thatcher verwandelt hat). Ich muss aber fair bleiben, Daniel Brühl macht seine Sache richtig gut. Er hat sicherlich auch den etwas schwierigeren Part. Niki Lauda ist im Vergleich zu dem charismatischen Playboy James Hunt sicherlich der – zumindest auf den ersten Blick – wesentlich langweiligere Charakter. Ein eher introvertierter Typ, der etwas streberhaft und bieder wirkt.

Es ist ein Film über die Rivalität zweier so unterschiedlicher Persönlichkeiten. Der disziplinierte, sehr auf Sicherheit bedachte, Perfektionist Niki Lauda, der immer klar seine Meinung sagt und durch seine direkte Art andere Menschen vor den Kopf stösst und der britische Playboy, der Rennfahrer, der immer ein großes Risiko eingegangen ist. Zwei starke Persönlichkeiten, die, und das sieht man eigentlich erst zum Schluss, auch großen Respekt füreinander hatten. Einen Sympathieträger gibt es im Film „Rush“ nicht, beide Rennfahrer sind auf ihre Weise, in meinen Augen, unsympathisch. Am Ende des Films hat Niki Lauda (durch Daniel Brühl) aber tatsächlich ein paar Sympathiepunkte bei mir sammeln können.

Gezeigt werden Formel-3, aber überwiegend Formel-1-Rennen in den 1970er Jahren, in einer Zeit, in der ganz sicher die Rennen nicht den heutigen Sicherheitsstandards entsprochen haben. Viele Freunde und Fans des Autosports damals waren sicherlich auch von der Gefährlichkeit dieser Autorennen fasziniert. Ron Howard („Backdraft“, „Apollo 13“, „A Beautiful Mind“, Frost/Nixon) hat die 1970er Jahre realistisch inszeniert. Vermutlich ist es sogar einer seiner besten Filme.

Auch, wenn man sich – wie ich – nichts aus Autorennen macht, „Rush“ erzählt eine packende Geschichte. Enorm geholfen hat dabei ein solides Drehbuch. Peter Morgan hat bereits mit seinen hervorragenden Drehbüchern Vorlagen für „The Queen“ und „Frost/ Nixon“ geliefert.

Niki Lauda hat sich für eine Zusammenarbeit mit Peter Morgan und Ron Howard bereiterklärt, allerdings nur wenn sie sich an seine Bedingungen halten, zwei davon waren: „Don´t make me look gay and get me to the Oscars“. Gut, man kann davon ausgehen, dass man sich mit so einer Aussage keine neuen Freunde macht. Man kann aber auch darauf wetten, dass es Niki Lauda piepegal ist, was andere von ihm halten. Wenn man „Rush“ sieht, kommt man selbstverständlich nicht auf die Idee, dass Niki Lauda schwul wäre. Heute ist der letzte Tag im September und ich gehe davon aus, dass ein neuer Smoking für die Oscar-Verleihung im März 2014 schon längst in Niki Laudas Schrank hängt.

Die Oscar-Chancen für den Film „Rush“ sind für mich schwer einzuschätzen. Keiner in den U.S.A. interessiert sich wirklich für Formel-1-Rennen. Ron Howard hat aber ein spannendes Biopic inszeniert. Das erste was mir jetzt, Tage später, in den Sinn kommt, wenn ich an den Film zurückdenke, ist der ohrenbetäubende und monströs gute Sound. Definitiv sehe ich eine Nominierung in den Kategorien Bester Ton und Bester Tonschnitt, aber auch in anderen technischen Kategorien. Oscar-Nominierungen sind für folgende Kategorien im Gespräch: Bester Ton, Beste Kameraführung, Bester Schnitt, Bester Hauptdarsteller (Chris Hemsworth), Bester Nebendarsteller (Daniel Brühl), Bester Score (Hans Zimmer), vielleicht Bestes Originaldrehbuch, vielleicht Beste Regie.

Die Schauspieler Chris Hemsworth und Daniel Brühl kann man für ihre Leistung nominieren, muss man aber nicht. Ich sehe Daniel Brühls Rolle mindestens genauso groß wie Chris Hemsworths an. Wenn es zu einer Nominierung kommen sollte, wäre es nur richtig, wenn auch Daniel Brühl für die Beste Hauptrolle nominiert wird. Dieses Jahr ist aber ein Jahr, in dem wahnsinnig viele männliche Schauspieler scheinbar eine Berechtigung haben, in der Kategorie Beste Hauptrolle geführt zu werden. Das ist sicherlich der Hauptgrund dafür, dass für Daniel Brühl eine Kampagne für Beste Nebenrolle geführt wird

Der Film „Rush“ feierte in London seiner Premiere und wurde auf dem Toronto International Film Festival 2013 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Lone Survivor“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Militär-Action-Film nach wahren Begebenheiten mit Mark Wahlberg und Eric Bana. Gilt als Oscar-Film…also – bei aller Liebe…Vielleicht hätte ich mir online den Trailer anschauen sollen, bevor ich meine Oscar-Prognose veröffentlicht habe.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „American Hustle“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: David O. Russells neuer Film mit Christian Bale, Bradley Cooper (Brüller alleine die Dauerwellen-Lockenwickler und das Resultat), Amy Adams, Jeremy Renner und Jennifer Lawrence. Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Grudge Match“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Ein Film, in dem Sylvester Stallone und Robert De Niro alternde Boxer spielen und gegeneinander kämpfen – muss doch nicht wirklich sein. Ich weiß nicht was ich davon halten soll.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei 80% RT

Trailer v. Film: „The Hunger Games: Catching Fire“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Zweiter Teil der Trilogie
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 49%

Trailer v. Film: „About Time“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: britische RomCom mit Bill Nighy, Tom Hollander und Rachel McAdams
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 20%

Trailer von Film: „The Wolf of Wall Street“
Bewertung des Trailer: B (neuer Trailer)
Kommentar: Martin Scorseses neuer Film mit Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Matthew McConaughey, etc. Derzeit ist im Gespräch, dass der Film aufs nächste Jahr verschoben wird. Es gibt wohl Probleme bei der Fertigstellung. Abwarten, dann wäre ein Oscar-Film weniger in dieser Saison.
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Secret Life of Walter Mitty“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ben Stillers Fantasy-Film mit ihm in der Hauptrolle und Kristin Wiig und Sean Penn. Gilt als Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: "You´re Next"

Ich war am 23.09.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„You`re Next“ (dt. Kinostart: 7.11.13) 96 min horror
dir. Adam Wingard cast: Shami Vinson, Nicholas Tucci, Wendy Glenn, A.J. Bowen, Barbara Crampton, Rob Moran, Joe Swanberg , Amy Seimetz

Aubrey (Barbara Crampton) und Paul Davison (Rob Moran) sind sehr wohlhabend. Sie feiern ihren 35. Hochzeitstag und haben ihre vier erwachsenen Kinder eingeladen, mit ihnen Zeit in ihrem abgelegenen Ferienhaus zu verbringen. Alle Kinder haben ihre Partner mitgebracht. Crispian (AJ Bowen) bringt das erste Mal seine neue Freundin Erin (Sharni Vinson) mit. Während des Abendessens kommt es – wieder einmal – zu einem Streit zwischen Crispian und seinem Bruder Drake (Joe Swanberg) als plötzlich auf die Familie geschossen wird…

A- (Wertung von A bis F) Ich habe den Trailer vor einiger Zeit im Kino gesehen und wusste, dass „You´re Next“ ein Horrorthriller ganz nach meinem Geschmack ist. Mit simplen Mitteln wurde hier von Beginn an eine Atmosphäre ständiger Anspannung geschaffen. Damit man zwischendurch keinen Herzinfarkt erleidet, wird die Handlung immer wieder durch witzige Situationen, Sprüche oder Dialoge aufgelockert. Das hat mich an einen meiner Lieblingsfilme („Serial Lover“) erinnert.

Auch kann man sich mit den Charakteren irgendwo identifizieren, sie reagieren normal, so wie man sich in der gegebenen Situation verhalten hätte. Mich nervt es, wenn sich die Protagonisten in Horrorfilmen völlig behämmert verhalten. Die australische Schauspielerin Sharni Vinson fand ich großartig in ihrer Rolle.

Das Drehbuch ist sehr smart, auch wenn ich recht früh geahnt habe, wer hinter den Attacken steckt. Zum Schluss hält der Film auch für mich noch eine Überraschung parat.

„You´re Next“ ist krass, ziemlich blutig, hochspannend und auch lustig, wenn ich mich entscheide, einen Horrorfilm in meine Top Ten 2013 aufzunehmen, hat er sehr gute Chancen, in der Liste zu landen.

„You`re Next“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival im Jahr 2011 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Nothing Left to Fear“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Horrorfilm mit Anne Heche
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 50%

Trailer v. Film: „The Snitch Cartel“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Film über den kolumbianischen Drogenhandel in den 1990er Jahren. Film wurde im letzten Jahr von Kolumbien als bester fremdsprachiger Film eingereicht, hat es aber nicht in die sogenannte shortlist geschafft.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 30%

Trailer v. Film: „Pompeii“
Bewertung des Teasers: C+
Kommentar: Film von Paul W.S. Anderson, der im Februar 14 ins amerikanische Kino kommt…der kann gar nicht gut sein.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Runner, Runner“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Thriller mit Justin Timberlake und Ben Affleck…
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

NYC – Film: "The Grandmaster"

Ich war am 23.09.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„The Grandmaster“ (Originaltitel: „Yi Dai Zong Shi“, dt. Kinostart war der 27.06.13) 130 min martial arts, biopic
dir. Wong Kar-Wai cast: Tony Leung, Zhang Zi-Yi, Song Hye-Kyo, Chang Chen

„The Grandmaster“ zeigt das Leben des südchinesischen Kung-Fu-Meister Ip Man (Tony Leung). Der Film konzentriert sich dabei auf die Zeit nach 1930 bis zu dem Jahr 1952 und hebt die Begegnungen mit der nordchinesischen Kung-Fu-Meisterin Gong Er (Zhang Ziyi) hervor.

C+ (Wertung von A bis F) Ich muss künftig die Finger von solchen Filmen lassen. Asiatische Martial-Arts-Filme können mich scheinbar nur begeistern, wenn sie spannende Non-Stop-Action (wie bei The Raid: Redemption) bieten. Hier war mir eigentlich klar, dass dies kein Film für mich ist. Vor einiger Zeit habe ich aber einen gelungenen Trailer im Kino gesehen und da „The Grandmaster“ gerade von Hongkong als Bester fremdsprachiger Film für die Academy Awards eingereicht wurde, dachte ich, ihm eine Chance geben zu müssen.

Erzählt wird die Lebensgeschichte von Ip Man, einem Kung-Fu-Meister aus Südchina, der der westlichen Welt am ehesten als Mentor von Bruce Lee bekannt ist. Natürlich steht Kung Fu auch für eine Lebensphilosophie und Traditionen.

Die Handlung in „The Grandmaster“ hat mich nicht die Bohne interessiert, die Erzählstruktur fand ich schwierig und die chinesische Sprache hatte auf mich schon fast eine hypnotische Wirkung, so dass ich bereits nach einer halben Stunde völlig ermüdet am liebsten das Kino verlassen hätte. Wenn ich mich aber auf einen Film einlasse, dann wird der auch tapfer bis zum Schluss geguckt. „The Grandmaster“ ist auch keine Katastrophe (wie „The Great Gatsby“, den ich mir auf dem Hinflug angeschaut habe). Ganz sicher kann man Wong Kar-Wai („Chungking Express“, „In the Mood for Love“) einen Sinn für eine elegante Bildsprache nicht absprechen. Richtig verzückt war ich allerdings nur von den grandiosen Außenaufnahmen im Regen oder Schnee. Auch hat Tony Leung eine Präsenz, der man sich kaum entziehen kann.

Gefühlt war der Film unbeschreiblich lang, es gibt aber verschiedene Fassungen von „The Grandmaster“. In dem Kino, in dem ich den Film gesehen habe, war er mit einer Laufzeit von 130 Minuten angegeben (was der Hongkong-Version entspricht). Die amerikanische Version ist eigentlich 108 Minuten. „The Grandmaster“ war der Eröffnungsfilm auf der Berlinale 2013, dort ist er in der kürzeren, internationalen Fassung gezeigt worden.

Ich habe den Film in hochchinesischer und kantonesischer Sprache mit englischen Untertiteln gesehen.

Außerhalb von China, Taiwan und Singapur wurde „The Grandmaster“ erstmalig auf der Berlinale 2013 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Young Detective Dee: Rise of the Sea Dragon“
Bewertung des Trailer: C+
Kommentar: Das ist die Fortsetzung, bzw. das Prequel zu Detective Dee and the Mystery of the Phantom Flame. Ich kann mir nur max. einen asiatischen Martial-Arts-Film pro Jahr anschauen, mein Soll ist erfüllt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „On the Job“
Bewertung des Trailer: B
Kommentar: philippinischer Thriller, lief in Cannes
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß noch nicht

Trailer v. Film: „Wedding Palace“
Bewertung des Trailer: C-
Kommentar: Koreanische RomCom klingt schlimm und sieht auch schlimm aus. Sieht aus wie ein asiatischer Tyler-Perry-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Hobbit – The Desolation of the Smaug“
Bewertung des Trailer: B-
Kommentar: Der 2. Teil, der Trailer sieht nicht schlecht aus, aber wer guckt so etwas heutzutage noch?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Counselor“
Bewertung des Trailer: B+
Kommentar: Ridley Scotts neuer Film, vielleicht ein Oscar-Film. Michael Fassbender ist so unfassbar sexy und diese Stimme…Javier Bardem hat wieder ulkige Haare, auf den ersten Blick habe ich ihn auch nicht erkannt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Vampire Academy“
Bewertung des Trailer: C-
Kommentar: Wieder so ein Kinder-Vampir-Krempel.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „August: Osage County“
Bewertung des Trailer: B
Kommentar: Verfilmung des gleichnamigen Bühnenstücks. Oscar-Film mit Meryl Streep, Julia Roberts, Benedict Cumberbatch, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: "Prisoners"

Ich war am 22.09.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Prisoners“ (dt. Kinostart: 10.10.13) 146 min thriller
dir. Denis Villeneuve cast: Hugh Jackman, Jake Gyllenhaal, Viola Davis, Maria Bello, Terrence Howard, Melissa Leo, Paul Dano

An Thanksgiving sind Keller (Hugh Jackman), seine Frau Grace (Maria Bello) und die beiden Kinder bei ihren Nachbarn, der Birch-Familie eingeladen. Als die beiden kleinen Töchter der Familien verschwinden, wird schnell der Besitzer eines weißen Wohnmobils verdächtigt. Detective Loki (Jake Gyllenhaal) verhört den geistig zurückgebliebenen Alex (Paul Dano), der muss aber bald aus Mangel an Beweisen wieder freigelassen werden. Die Mädchen bleiben spurlos verschwunden. Keller ist felsenfest davon überzeugt, dass Alex die beiden Kinder entführt hat und unternimmt etwas auf eigene Faust, Detective Loki ermittelt hingegen in verschiedene Richtungen…

B- (Wertung von A bis F) Ich glaube, ich bin wieder einmal mit den falschen Erwartungen ins Kino gegangen. Von dem Toronto International Film Festival hat man nur Gutes von „Prisoners“ gehört. „12 Years a Slave“ hat zwar dort überraschend den Publikumspreis gewonnen, aber auf Platz 3 (nach „Philomena“) ist jedoch schon der Film „Prisoners“ gelandet.

Die ganze „Der-Familienvater-dreht-völlig-durch“-Geschichte ist absurd, völlig überzogen und fast ärgerlich. Das hätte man auf ein Minimum beschränken können und dafür etwas mehr über die Protagonisten erzählen können. Auch überschattet diese Story eine eigentlich ganz packende Entführungsgeschichte. Auch wenn der Film in meinen Augen viel zu lang ist, hat er einige gute Spannungsmomente, gescheite, nicht immer vorhersehbare Wendungen und ein gelungenes Ende. Auch ist die Kameraarbeit hervorragend, was nicht groß verwundert, weil dafür Roger Deakins, einer der besten Kameramänner Hollywoods und Lieblingskameramann der Coen Bros., verantwortlich ist.

Durch diesen Film habe ich wieder einmal festgestellt, dass Hugh Jackman einfach kein guter Schauspieler ist. Auch wenn er sich – wie hier – noch so sehr anstrengt. Schauspielerisch empfand ich Jake Gyllenhall („Brokeback Mountain“,“ Jarhead“, Source Code, End of Watch) herausragend. Er wird ein zunehmend besserer Schauspieler. Melissa Leo (The FighterMildred Pierce, Flight) ist erneut kaum zu erkennen, was nur zeigt wie wandelbar sie ist. Sie sehe ich mittlerweie immer als Bereicherung für einen Film.

„Prisoners“ ist in meinen Augen kein Oscar-Film. Wenn jemand aus dem Ensemble nominiert werden sollte, dann Jake Gyllenhaal und vielleicht Melissa Leo. Jakes Rolle sehe ich als Hauptrolle, eine Oscar-Kampagne wird für ihn jedoch für die beste Nebenrolle geführt.

Regisseur Denis Villeneuve hat mich vor ein paar Jahren mit seinem, für den Oscar nominierten, Film „Incendies“ überrascht. Auch wenn ich seinerzeit etwas zu mäkeln hatte, ist er so intensiv, dass er mir bis heute nicht aus dem Kopf geht,

„Prisoners“ wurde in einem sneak screening auf dem Telluride Film Festival gezeigt, offiziell lief er erstmalig auf dem Toronto International Film Festival.

„Prisoners“ ist derzeit im Gespräch für folgende Oscar-Nominierungen: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Hugh Jackman), Bester Nebendarsteller (Jake Gyllenhaal) Bestes Originaldrehbuch, Beste Kameraführung

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Gravity“
Bewertung des Trailer: B- (erster Trailer)
Kommentar: Alfonso Cuaróns neuer Film mit Sandra Bullock und George Clooney. Oscar-Film, den ich unbedingt in IMAX gucken muss.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Her“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Spike Jonzes neuer Film mit Joaquin Phoenix, Amy Adams und Rooney Mara. Oscar-Film? Joaquin macht wieder einen fantastischen Eindruck
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Fifth Estate“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über WikiLeaks Julian Assange. War mal als Oscar-Film im Gespräch, nach den ersten Screenings nicht mehr so. Mit Benedict Cumberbatch, Daniel Brühl, Stanley Tucci.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Nebraska“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: War mal für den Oscar im Gespräch, dann hat man nicht mehr so viel davon gehört. Ich habe jetzt den Trailer das erste Mal gesehen und für mich ist das ein Oscar-Film. Bruce Dern macht im Trailer schon einen nominierungswürdigen Eindruck.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Dallas Buyers Club“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic und Oscar-Film mit Matthew McConaughey und Jared Leto
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

TV – Serie: "Hannibal, Staffel 1"

Ich habe mir die komplette Staffel folgender NBC-Serie angeschaut:

„Hannibal, 1. Staffel“ (Die erste Staffel ist ab dem 10.10.13 auf SAT.1 zu sehen und ab dem 20.12.13 auf DVD erhältlich) 13 x approx. 42 min thriller
dir. David Slade, Michael Rymer, Peter Medak, Guillermao Navarro, James Foley, Tim Hunter, John Dahl cast: Hugh Dancy, Mads Mikkelsen, Laurence Fishburne, Caroline Dhavernas, Hettienne Park, Lara Jean Chorostecki, Gina Torres, Kacey Rohl, Gillian Anderson

Will Graham (Hugh Dancy) ist Fallanalytiker beim FBI und unterrichtet an der FBI-Academy. Er hat eine besondere Gabe. Wenn er einen Tatort sieht, kann er sich in die Psyche des Mörders versetzen, sieht den Tatablauf bis ins Detail vor Augen. Will durchlebt die Tat praktisch und leidet sehr unter dieser speziellen Fähigkeit. FBI-Agent Jack Crawford (Laurence Fishburne) ermittelt gerade an einem neuen Serienmord und bittet Will Graham um seine Mithilfe. Die FBI Psychiaterin Dr. Alana Bloom (Caroline Dhavernas) empfiehlt außerdem, den forensischen Psychiater Dr. Hannibal Lecter (Mads Mikkelsen) beratend hinzuziehen. Nachdem es zu einem tödlichen Zwischenfall kommt, wird Will von seinem Vorgesetzten Jack Crawford nahegelegt, sich fortan auch von Dr. Hannibal Lecter persönlich behandeln zu lassen. Was keiner ahnt, ist, dass Dr. Lecter selbst ein kannibalischer Serienmörder ist. Dr. Lecter gibt sehr gerne Dinner-Partys zu denen auch die Kollegen vom FBI eingeladen werden…

C- (Wertung von A bis F) Die NBC-Serie „Hannibal“ basiert auf den Charakteren aus Thomas Harris Roman „Red Dragon“. In Brett Ratners gleichnamiger Verfilmung hat Edward Norton die Rolle von Will Graham gespielt und Dr. Hannibal Lecter wurde von Anthony Hopkins verkörpert. „Red Dragon“ ist die Vorgeschichte zu „Silence of the Lambs“. In der Serie spielt Hugh Dancy Will Graham, Dr. Hannibal Lecter wird von Mads Mikkelsen dargestellt. In der NBC-Serie „Hannibal“ wird aber eine andere Geschichte erzählt.

Ich glaube, ich habe in den letzten Jahren zu viele geniale TV-Serien (Dexter, Boardwalk EmpireBreaking BadHouse of Cards und selbstverständlich Homeland) gesehen, um nicht zu erkennen, dass diese Serie gravierende Schwächen hat.

Die Idee aus der originellen Roman- und geliebten Filmfigur Dr. Hannibal Lecter eine Serienfigur zu machen, ist auf dem Papier zunächst ein gelungener Schachzug. Auch fand ich die Besetzung von Mads Mikkelsen als kannibalischer Serienmörder grundsätzlich nicht verkehrt. In den U.S.A. wurde man Monate vor Serienstart mit zahlreichen Trailern und Making-Of-Einspielern bombadiert. Das hat zweifelsohne mein Interesse geweckt. Die Pilot-Folge habe ich dann tatsächlich auch live in der Erstausstrahlung geschaut und war sehr angetan. Als ich jetzt die komplette erste Staffel gesichtet habe, habe ich mich jedoch schon mit der zweiten Folge gefragt, warum die Serie nicht so funktioniert, wie sie funktionieren könnte.

Ein Hauptgrund dafür ist Mads Mikkelsen als Dr. Hannibal Lecter. Mads Mikkelsen hat zwar ein sehr ausdrucksstarkes Gesicht, aber keine Mimik. Sein Gesicht wirkt gleichbleibend, nahezu ohne Regung. Außerdem hat mich seine monotone Stimmlage und seine, irgendwie lispelige Sprache genervt. Er stellt einen kultivierten Mann dar, der beinahe ausschließlich einen klassischen Dreiteiler trägt. Im eleganten Anzug wirkt er aber völlig steif. Die Kleidung ist viel zu eng geschnitten, sein muskulöser, bulliger Körper zeichnet sich zu deutlich ab. Er ist sexy, aber ich fand es völlig unglaubwürdig, dass er sich in dem feinen Zwirn wohlfühlt. Man sieht ihn eigentlich nie in bequemeren Klamotten. Dieser Dr. Hannibal Lecter wirkt in der Serie auf mich oft teilnahmslos, wie eine Pappfigur. Mads Mikkelsen ist für mich hier letztlich leider eine Fehlbesetzung. Entsprechend war ich zu sehr abgelenkt, zu sehr habe ich mir einen anderen Schauspieler in der Rolle gewünscht. Alles in allem habe ich durch die 13 Episoden eine Überdosis Mads Mikkelsen bekommen. So gerne ich mir „The Hunt“ anschauen möchte, ich glaube, ich brauche erst einmal eine Mads-Mikkelsen-freie-Zeit.

Mads Mikkelsen ist in meinen Augen aber nicht das einzige Problem der Serie.

Ein großes Problem sehe ich auch darin, was die Autoren abgeliefert haben. Das Seriendrehbuch wirkt unstrukturiert und mitunter wirr. Der Aufbau der Handlung/en und die Einführung der Charaktere ging mir oftmals zu schnell vonstatten. Dafür wurde in die 13 Episoden inhaltlich viel zu viel reingestopft. Zu viele Serienmordfälle, zu viele tragische Familienschicksale – hier wäre weniger mehr gewesen. Dadurch wurden auch einzelne, faszinierende Serienmorde/Serienmörder, die durchaus nicht uninteressante Beziehung von Jack Crawford zu seiner Ehefrau oder die Figur Abigail vernachlässigt. All das wäre ausbaufähig gewesen, aber für die, in meinen Augen, dramaturgisch vielversprechenden Dinge war scheinbar einfach nicht genug Zeit. Gar nicht nachvollziehbar empfand ich, dass viele Leute, besonders Jack Crawford und seine Ehefrau die persönliche Nähe zu – ausgerechnet – Dr. Hannibal Lecter suchen. Dr. Lecter wirkt hier alles andere als umgänglich und gesellig. Es war für mich gar nicht ersichtlich, warum auch die FBI-Kollegen so häufig seinen Essenseinladungen folgen und auch seinen psychiatrischen Rat suchen. Die gute Beziehung, die einige zu ihm pflegen, kam für mich aus dem Nichts. Den Dinner-Partys, auf denen der berühmte Kannibale seinen Gästen, menschliche Organe serviert, wird allgemein in der Serie zu viel Platz gegeben. So viel, dass es mich schon anödete. Die Serie hat außerdem große Logiklöcher.

Mit der sechsten Folge (Entrée) gab es eine Veränderung, zunächst zum Besseren. Die Episode erinnert in vielen Einzelheiten an einen der besten Oscar-Gewinner-Filme: Silence of the Lambs. In meinen Augen war die Pilot-Folge (Apéritif), die sechste und später dann auch noch die zehnte Folge (Buffet Froid) die besten Episoden der ersten Staffel von Hannibal. Wenn ich diese Episoden einzeln bewertet hätte, hätte ich ein B-irgendwas gegeben.

Auch die Ausstattung lenkt zu sehr vom Geschehen ab. Im besten Fall fügt sich die Ausstattung wie natürlich in die Handlung ein. Hier schafft sie aber Distanz, die Wohnungen und Räume (z.B. Arbeitszimmer von Dr. Hannibal Lecter, Klinikzimmer von Abigail, Schlafzimmer von Jack Crawford, etc.) wirken auf mich nicht so, als ob da jemand arbeitet oder seine Zeit verbringt. Diese Räume wirken museumsartig oder wie eine Theaterbühne. Vielleicht wäre diese Ausstattung in einer anderen Serie cool, hier passt sie nicht und lenkt auch zu sehr von der Handlung ab. Entwickelt hat die Serie Bryan Fuller („Dead Like Me“, „Heroes“, „Pushing Daisies“) Irgendwo hatte ich gelesen, dass sich Bryan Fuller überlegt hatte, wie David Lynch die Figur des Dr. Hannibal Lecter eingebaut hätte. Das einzige was von der TV-Serie „Hannibal“ in meinen Augen auch nur in die Nähe von einer David Lynch-Inszenierung kommt, ist tatsächlich die Ausstattung.

Der Score ging mir auch auf den Keks, einlullernd und zugleich nervig.

Gut, jetzt habe ich genug aufgezählt, was mir nicht gefällt. Ich mochte aber beispielsweise die von Hugh Dancy verkörperte Serienfigur Will Graham und auch fand ich Hugh Dancy schauspielerisch überzeugend. Er war der Grund, dass ich bis zum Schluss durchgehalten habe. Auch mochte ich teilweise die visuellen Ideen, die hier eingebracht wurden.

Alles in allem ist „Hannibal“ für mich eine Serie, bei der die Chance, aus einer soliden Grundidee eine hervorragende Serie zu machen, nicht genutzt wurde.

Die Charaktere im Einzelnen:

Will Graham – ist Fallanalytiker beim FBI, er unterrichtet an der FBI-Academy. Im Umgang mit Menschen hat er ein Problem, dafür nimmt er streunernde Hunde bei sich Zuhause auf. Er leidet unter seiner Gabe, sich in die Psyche von Serienmördern einfühlen zu können. Gespielt wird Will Graham von dem britischen Schauspieler Hugh Dancy. Er hat in einigen Spielfilmen mitgewirkt, u.a. in „King Arthur“, Evening, Our Idiot Brother, Martha Marcy May Marlene. Mir ist er am meisten durch seine großartige Performance in Adam in Erinnerung. In dem Film hat er einen an Asperger Syndrom leidenden jungen Mann portraitiert. In Brett Ratners Film „Red Dragon“ wurde die Figur des Will Graham von Edward Norton dargestellt. In der TV-Serie Hannibal ist die Figur Will Graham eindeutig die interessanteste.

Dr. Hannibal Lecter – ist forensischer Psychiater, der dem FBI beratend zur Seite steht. Er hilft dabei, Serienmörder zu fassen. Zu dem Zeitpunkt ist niemanden bekannt, dass er selbst ein Serienmörder und Kannibale ist. Er ist kultiviert und hat perfekte Umgangsformen und viele schwören auf seine famosen Kochkünste. Er gibt häufig Dinner-Partys. Er ist mit Dr. Alana Bloom (gespielt von Caroline Dhavernas) befreundet. Gespielt wird Dr. Hannibal Lecter von dem dänischen Schauspieler Mads Mikkelsen. Der breiten Öffentlichkeit wurde Mads Mikkelsen durch seine Rolle als Bösewicht in dem James Bond Film „Casino Royale“ bekannt. Er war auch in u.a. „Valhalla Rising“, „Clash of the Titans“ und „A Royal Affair“ zu sehen. Mit Hugh Dancy hat er bereits zusammen in „King Arthur“ gespielt. Im letzten Jahr wurde er für seine Performance in „The Hunt“ hochgelobt. Den Film muss ich definitiv noch nachholen. In Brett Ratners Film „Red Dragon“ wurde die Figur des Dr. Hannibal Lecter von Anthony Hopkins dargestellt.

Jack Crawford – ist FBI-Agent und Will Grahams Vorgesetzter. Er ist mit Bella (gespielt von Gina Torres) verheiratet. Jack Crawford wird in der TV-Serie von dem amerikanischen Schauspieler Lawrence Fishburne dargestellt. Er hat in vielen Spielfilmen mitgewirkt (u.a. „The Cotton Club“, „Boyz n the Hood“, „Bad Company“, Armored). Der breiten Öffentlichkeit wurde er durch seine Rolle des Morpheus in „The Matrix-Trilogy“ bekannt. In Brett Ratners Film „Red Dragon“ wurde die Figur des Jack Crawford von Harvey Keitel dargestellt.

Dr. Alana Bloom – ist Psychiaterin, Professorin und arbeitet beratend für das FBI, sie kümmert sich um Abigail (gespielt von Kacey Rohl), eine Patientin, deren Vater die eigene Mutter getötet hat. Dr. Alana Bloom wird von der kanadischen Schauspielerin Caroline Dhavernas gespielt. Sie hat in einigen TV-Serien (u.a. „Wonderfalls“, „Law & Order: Criminal Intent“) mitgewirkt und war bereits in einigen Spielfilmen (u.a. Breach, Devil, Wrecked) zu sehen.

Abigail – ist die Tochter eines Serienmörders. Ihr Vater hat auch die eigene Mutter getötet und sie schwer verletzt. Dr. Hannibal Lecter hat auch ein spezielles Interesse an ihr. Gespielt wird Abigail von der kanadischen Schauspielerin Kacey Rohl. Sie hat in einigen TV-Serien mitgewirkt (u.a. in The Killing)

Freddie Lounds – ist Bloggerin, die auf ihrer eigener Website über Verbrechen berichtet. Sie ist hartnäckig und aggressiv in ihrer Recherche. Gespielt wird Freddie Lounds von der kanadischen Schauspielerin Lara Jean Chorostecki. Sie hat bisher einige Auftritte in TV-Serien (u.a. in „Copper“) Im Roman/Film war noch Freddy Lounds noch ein männlicher Zeitungsreporter. In Brett Ratners Film „Red Dragon“ wurde Freddy Lounds von Philip Seymour Hoffman gespielt.

Bella Crawford – ist die Ehefrau von Lawrence Fishburnes Seriencharakter Jack Crawford. Gespielt wird sie von Gina Torres. Die beiden sind auch im wahren Leben miteinander verheiratet.

Die NBC-Serie Hannibal wurde in den U.S.A. vom 4.4.13 – 20.6.13 ausgestrahlt. Eine zweite Staffel wurde bereits bestellt.

Bei den Nominierungen für den wichtigsten Fernsehpreis, den Emmy, wurde die Serie „Hannibal“ komplett übergangen, nicht in einer einzigen Kategorie nominiert…was mich nicht wundert.

Trailer zu sehen:

Die NBC-Website:

http://www.nbc.com/hannibal/

Oscar-Nominierungen 2014, 1. Prognose

Auch wenn das Toronto International Film Festival noch nicht beendet ist, es ist Mitte September 2013 und damit Zeit, meine erste Prognose für mögliche Oscar-Kandidaten für 2014 zu veröffentlichen. Zunächst ein paar Fakten:

Die 86. Academy Awards werden am 2.3.2014 verliehen. Die Oscar-Nominierungen werden am 16.01.2014 bekanntgegeben.

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) hat im Jahr 2013 insgesamt 276 neue Einladungen verschickt. Über eine Einladung konnten sich u.a. freuen: Joseph Gordon-Levitt, Milla Jovovich, Jennifer Lopez, Danny Trejo, Rosario Dawson, Jason Bateman, Emily Mortimer, Michael Pena, Jason Schwartzman, Julie Delpy, Sarah Polley, Jeff Nichols, Prince, Paul Feig, Steve McQueen – um nur ein paar bekannte Beispiele zu nennen. Ob sie die Einladung akzeptiert haben und wer dadurch jetzt tatsächlich in den elitären Kreis der Academy-Mitglieder aufgenommen wurde, ist nicht bekannt.

In einem meiner Blog-Beiträge (zu „Fruitvale Station“) hatte ich bereits erwähnt, dass die Academy einen neuen Präsidenten hat. Das alleine wäre sicher nicht so erwähnenswert, aber es ist eine Frau. In 86 Jahren Oscar-Geschichte gab es erst zwei andere Frauen, die der Academy vorstanden. Eine davon war Bette Davis im Jahr 1941. (Sie hat aber bereits nach zwei Monaten den Job geschmissen). Das ist aber noch nicht alles, Cheryl Boone Isaacs ist afroamerikanisch und das ist sicher ungewöhnlich – in einer (immer noch) von weißen, alten Männern dominierenden Academy.

Kurz nachdem die neue Präsidentin angekündigt wurde, wurde bekanntgegeben, dass Ellen DeGeneres die nächste Oscar-Verleihung moderieren wird.

Harvey Weinstein könnte mal wieder einen Oscar für eine seiner Damen (für das Jahr 2014 für Meryl Streep, Julia Roberts, Judi Dench, Oprah Winfrey, Octavia Spencer oder Nicole Kidman) gewinnen. Derzeit ist noch nicht erkennbar, welche Dame er dabei in den Vordergrund stellt. (Ich hoffe nicht Oprah, aber ich befürchte)

Meryl Streep ist im Gespräch für eine, einen weiteren Rekord brechenden, 18. Oscar-Nominierung. Sie soll fantastisch sein. Es gab schon einiges Hin und Her, ob für sie eine Kampagne für Hauptrolle oder Nebenrolle geführt wird. Die Academy entscheidet letztlich aber selbst, in welcher Kategorie die Schauspieler landen.

Es könnte auch zu einigen Doppel-Nominierungen bei den Schauspielern kommen (Amy Adams für American Hustle und/oder Her, Tom Hanks für Captain Phillips und/oder Saving Mr. Banks, Matthew McConaughey für Dallas Buyers Club und/oder The Wolf of Wall Street und/oder Mud, Mark Ruffalo für Can a Song Save Your Life? und/oder Foxcatcher und oder/Thanks for Sharing, Benedict Cumberbatch für August: Osage County und/oder 12 Years a Slave und/oder The Fifth Estate

Außerdem könnte ein deutscher Schauspieler tatsächlich für den Oscar nominiert werden. Als ich das vor einigen Monaten das erste Mal hörte, konnte und wollte ich es noch nicht glauben, aber Daniel Brühl ist tatsächlich im Gespräch für eine Oscar-Nominierung (am wahrscheinlichsten für „Rush“, aber auch noch nicht komplett ausgeschlossen für „The Fifth Estate“ oder „A Most Wanted Man“)

Wie kommt meine Oscar-Prognose zustande? Am Anfang sind es die Favoriten auf dem Papier, die sogenannten Oscar-Projekte (dafür eignen sich immer gut: Biopics, Dramen, auch gut: Kostümdramen, aber richtig gut: Zweite-Weltkriegs-Dramen, Buch- und oder Bühnenadaptionen) in der Kombination mit dem Drehbuchautor und dem oder der Regisseur/Regisseurin. Die Besetzung ist selbstverständlich auch wichtig. Bei allen bietet es sich an, dass sie eine Oscar-Vergangenheit, sprich eine (oder mehrere) Oscar-Nominierungen haben, noch idealer eignen sich zweifelsohne Oscar-Gewinner. Nicht unerheblich ist der oder die Produzenten (wenn Academy-Liebling George Clooney unter den Produzenten ist, fliesst das auch rein). Die jahrelange Erfahrung hat aber gezeigt, dass man mit einem tollen Film oder einer exzellenten Performance alleine noch keine Oscar-Nominierung erhält. So werden also teure Kampagnen für die Filme und Schauspieler geführt. Der amerikanische Verleiher, der sich schon mal einen Namen bei den Oscars gemacht haben sollte, ist also ebenso wichtig. Wenn man nichts oder nur wenig davon davon hat, ist der Traum vom Oscar aber noch nicht gleich beendet.

Ein Beispiel dafür gab es bei den letzten Oscar-Nominierungen, im Jahr 2013. Benh Zeitlin hat mit seinem allerersten Film und völlig unbekannten Darstellern gleich mal einen prima Film präsentiert, hat den auf dem Sundance Film Festival vorstellen dürfen und hat dort dann den Grand Jury Prize gewonnen, dann hat er seinen Film auf dem Cannes Film Festival gezeigt, dort hat er die Goldene Kamera, den Preis für den besten Debütfilm gewonnen. Benh Zeitlins „Beasts of the Southern Wild“ war praktisch seit Januar permanent im Gespräch, Fox Searchlight hat den Film dann im Juni 2012 ins amerikanische Kino gebracht. Er hat sehr gute Kritiken bekommen und all das hat ihn bis zur Oscar-Nominierung, genau ein Jahr später, im Januar 2013 getragen. So kann es also auch funktionieren. Ist aber, ehrlich gesagt, selten.

Wichtig sind immer die Filmfestivals. So versuchen die Produzenten, die ahnen, dass sie einen Oscar-Film an der Hand haben, dann auch manchmal richtig Druck auf den Regisseur auszuüben. Der soll seinen Film für Telluride, Toronto oder wenigstens New York fertigstellen. Da lässt sich sogar ein Martin Scorsese unter Druck setzen, wie zuletzt mit seinem 3D-Werk „Hugo“. Er hat seinen unfertigen Film in einem sneak screening während des New York Film Festivals gezeigt. Auch ihm hat das geholfen, im Januar 2012 wurde sein Film mit den meisten (11) Nominierungen geehrt.

Für meine Oscar-Prognose ist wichtig, wie ein Film, ein Regisseur oder die Schauspieler bei den wichtigen Festivals abschneidet. Einige Filme liefen bereits auf den wichtigen Festivals (Sundance, Cannes, Venedig, Telluride und derzeit in Toronto). Das ist oftmals der Moment, bei dem die filmischen Oscar-Werke das erste Mal vor Publikum gezeigt werden. Wie wurde der Film/die Performances vom Publikum aufgenommen, was sagen die sogenannten Experten? Davon bilde ich mir dann meine eigene Meinung und so ist meine Oscar-Liste also seit Monaten permanent in Bewegung. Die derzeit (Stand 13.09.13) wahrscheinlichsten Nominierungen sind der Reihe nach geordnet. Einige Filme sind noch nicht fertiggestellt oder es gab andere Gründe warum sie bisher noch nicht gezeigt wurden. Bei diesen Filmen ist es einzig das Projekt, dass mich an einen Oscar-Film glauben lässt. Die ersten 10 bzw. 5 (bei den Regisseuren und Schauspielern) haben im Moment gute Chancen unter den Nominierten zu sein. Ich habe mir auch überlegt, wer derzeit gewinnen könnte. Das ist natürlich im September noch sehr weit hergeholt. Die Filme, die Regisseure und die Schauspieler denen ich derzeit die meisten Chancen auf einen Oscar-Gewinn einräume, stehen bei mir an erster Stelle. Derzeit habe ich „12 Years a Slave“ als Gewinner-Film, obwohl Steve McQueens Sklaven-Drama alles andere als leichte Kost sein soll. Schätzungsweise wird er alle Kritikerpreise abräumen, aber der Oscar-Gewinner-Film wird, wie in den letzten Jahren („Argo“, „The Artist“, „The King´s Speech“), ein Film, der auch der breiten Masse gefällt. Wie werden sehen.

Von den Filmen, die irgendwann mal (oder immer noch) für einen Oscar im Gespräch waren, habe ich folgende bisher gesehen (gelistet in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen haben): Mud, Stories We Tell, Frances Ha, Monsters University, Despicable Me 2, Fruitvale Station, Blackfish, Blue Jasmine, The Spectacular Now, Ain´t Them Bodies Saints, Lee Daniels´The Butler, The Place Beyond the Pines, Before Midnight Update: The Great Gatsby, Prisoners, The Grandmaster, Enough Said, Rush, Short Term 12, Thanks for Sharing, In a World…, Captain Phillips, The Fifth Estate, Gravity, 12 Years a Slave, All is Lost, The Counselor, Dallas Buyers Club, Blue is the Warmest Colour, Kill Your Darlings, The Book Thief, Inside Llewyn Davis, The Hunger Games: Catching Fire, Nebraska, Frozen, Philomena, Oldboy, Out of the Furnace, Her, Saving Mr. Banks, American Hustle, The Wolf of Wall Street, The Great Beauty, August: Osage County, Lone Survivor, Labor Day

Bester Film 2014, Stand 13.09.13 (bis zu 10 Filme können nominiert werden):

12 Years a Slave, dir. Steve McQueen, cast: Chiwetel Ejiofor, Michael Fassbender, Benedict Cumberbatch, Paul Dano und Lupita Nyong´o Genre: Drama, Biopic. Wurde in einer Sneak in Telluride gezeigt, feierte seine Weltpremiere in Toronto. Amerikanischer Verleih: Fox Searchlight Pictures

American Hustle, dir. David O. Russell, cast: Christian Bale, Bradley Cooper, Amy Adams, Jeremy Renner, Jennifer Lawrence Genre: Drama Amerikanischer Verleih: Sony Pictures

Gravity, dir. Alfonso Cuarón, cast: Sandra Bullock, George Clooney Genre: Sci-Fi Wurde erstmalig in Venedig gezeigt, Amerikanischer Verleih: Warner Bros.

Saving Mr. Banks, dir. John Lee Hancock, cast: Emma Thompson, Tom Hanks, Paul Giamatti Genre: Drama, Biopic Amerikanischer Verleih: Walt Disney Pictures

The Wolf of Wall Street, dir. Martin Scorsese, cast: Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Matthew McConaughey, Jean Dujardin Genre: Black Comedy, Biopic Amerikanischer Verleih: Paramount Pictures

Captain Phillips, dir. Paul Greengrass, cast: Tom Hanks, Catherine Keener Genre: Drama, Thriller, Biopic Wird (offiziell) erstmalig auf dem New York Film Festival gezeigt. Amerikanischer Verleih: Sony Pictures

Inside Llewyn Davis, dir. Joel & Ethan Coen, cast: Oscar Isaac, John Goodman, Carey Mulligan, Justin Timberlake Genre: Drama Wurde erstmalig in Cannes gezeigt. Amerikanischer Verleih: CBS Films

Lee Daniels´The Butler, dir. Lee Daniels, cast: Forest Whitaker, David Oyelowo, Oprah Winfrey Genre: Drama Film läuft seit dem 16.08.13 in den amerikanischen Kino. Amerikanischer Verleih: The Weinstein Co.

The Monuments Men, George Clooney, cast: George Clooney, Matt Damon, Cate Blanchett, Bill Murray, John Goodman, Jean Dujardin Genre: Drama, World War II Amerikanischer Verleih: Sony Pictures

Foxcatcher, dir. Bennett Miller, cast: Channing Tatum, Steve Carell, Mark Ruffalo, Vanessa Redgrave Genre: Drama, Biopic Amerikanischer Verleih: Sony Pictures Classics

Rush, dir. Ron Howard, cast: Chris Hemsworth, Daniel Brühl, Olivia Wilde Genre: Drama, Biopic Wird (offiziell) erstmalig in Toronto gezeigt. Amerikanischer Verleih: Universal Pictures

August: Osage County, dir. John Wells, cast: Meryl Streep, Julia Roberts, Ewan McGregor, Chris Cooper, Abigail Breslin, Benedict Cumberbatch Genre Drama Wird (offiziell) erstmalig in Toronto gezeigt, Amerikanischer Verleih: The Weinstein Co.

Dallas Buyers Club, dir. Jean-Marc Vallée, cast: Matthew McConaughey, Jared Leto Jennifer Garner Genre: Drama, Biopic Amerikanischer Verleih Focus Features

The Secret Life of Walter Mitty, dir. Ben Stiller, cast: Ben Stiller, Kristen Wiig, Sean Penn Genre: Drama, Fantasy, Remake Wird (offiziell) erstmalig auf dem New York Festival gezeigt. Amerikanischer Verleih: 20th Century Fox

All is Lost, dir. J. C. Chandor, cast: Robert Redford Genre: Drama Film wurde erstmalig in Cannes gezeigt. Amerikanischer Verleih: Lionsgate

The Counselor, dir. Ridley Scott, cast: Michael Fassbender, Javier Bardem, Brad Pitt, Penélope Cruz, Cameron Diaz Genre Thriller Amerikanischer Verleih: 20th Century Fox

Fruitvale Station, dir. Ryan Coogler, cast: Michael B. Jordan, Octavia Spencer Genre: Drama, Biopic Film lief in Sundance und läuft seit dem 12.07.13 in den amerikanischen Kinos. Amerikanischer Verleih: The Weinstein Co.

Labor Day, dir. Jason Reitman, cast: Kate Winslet, Josh Brolin Genre: Drama Film wurde erstmalig in Telluride gezeigt. Amerikanischer Verleih: Paramount Pictures

Prisoners, dir. Denis Villeneuve, cast: Hugh Jackman, Viola Davis, Maria Bello, Terrence Howard, Melissa Leo, Paul Dano Genre: Thriller Film wurde erstmalig in Telluride gezeigt. Amerikanischer Verleih: Warner Bros.

Nebraska, Alexander Payne, cast: Bruce Dern, June Squibb Genre: Drama Film wurde erstmalig in Cannes gezeigt. Amerikanischer Verleih: Paramount Pictures

Blue Jasmine, dir. Woody Allen, cast: Cate Blanchett, Alec Baldwin, Bobby Cannavale, Sally Hawkins Genre: Drama Film läuft dem 26.06.13 in den amerikanischen Kinos. Amerikanischer Verleih: Sony Pictures Classics

Her, dir. Spike Jonze, cast: Joaquin Phoenix, Amy Adams, Rooney Mara, Olivia Wilde Genre: Sci-Fi Der Film wird erstmalig auf dem New York Film Festival gezeigt. Amerikanischer Verleih: Warner Bros

Philomena, dir. Stephen Frears, cast: Judi Dench, Steve Coogan Genre: Drama Film lief erstmalig in Venedig. Amerikanischer Verleih: The Weinstein Co.

Short Term 12, dir. Destin Daniel Cretton, cast: Brie Larson Genre: Drama Wurde bereits auf dem South by Southwest Festival gezeigt und läuft seit dem 23.08.13 in den amerikanischen Kinos. Amerikanischer Verleih: Cinedigm

Lone Survivor, dir. Peter Berg, cast: Mark Wahlberg, Eric Bana, Emile Hirsch, Ben Foster Genre: Drama, War Amerikanischer Verleih: Universal Pictures

Mud, dir. Jeff Nichols, cast: Matthew McConaughey, Tye Sheridan Genre: Drama. Film lief in Sundance und seit dem 26.04.13 in den amerikanischen Kinos. Mud ist mit The Place Beyond the Pines die erste DVD, die an die Academy-Mitglieder geschickt wurde. Amerikanischer Verleih: Roadside Attractions

The Book Thief, Brian Percival, cast: Geoffrey Rush, Emily Watson Genre: Drama, World War II Amerikanischer Verleih: 20th Century Fox

Before Midnight, dir. Richard Linklater, cast: Ethan Hawke, Julie Delpy Genre: Drama Film lief in Sundance und läuft seit dem 24.05.13 in den amerikanischen Kinos. Amerikanischer Verleih: Sony Pictures Classics

Parkland, dir. Peter Landesman, cast: Paul Giamatti, Jackie Earle Haley, Billy Bob Thronton, Jacki Weaver Genre: Drama Lief erstmalig in Venedig. Amerikanischer Verleih: Exclusive Media Group

Mandela: Long Walk to Freedom, dir. Justin Chadwick, cast: Idris Elba, Naomie Harris Genre: Drama, Biopic Film wurde erstmalig in Toronto gezeigt. Amerikanischer Verleih: The Weinstein Co.

The Fifth Estate, dir. Bill Condon, cast: Benedict Cumberbatch, Daniel Brühl, Stanley Tucci, Laura Linney Genre: Drama, Biopic Film lief offiziell erstmalig in Toronto. Genre: Drama, Biopic Amerikanischer Verleih: Dreamworks

Der Film „Enemy“ hat noch keinen amerikanischen Verleih. Brandaktuell wurden „Can a Song Save Your Life?“, „The Railway Man“, „Tracks“ und „The Disappearance of Eleanor Rigby: Him and Her“ von The Weinstein Co. gekauft, momentan wird aber gemunkelt, dass die Filme erst 2014 herauskommen.

Bester Regisseur 2014, Stand 13.09.13

Steve McQueen, 12 Years a Slave
Alfonso Cuaron, Gravity
David O. Russell, American Hustle
John Lee Hancock, Saving Mr. Banks
Alexander Payne, Nebraska
Paul Greengrass, Captain Phillips
Bennett Miller, Foxcatcher
John Wells, August: Osage County
Lee Daniels, Lee Daniels´The Butler
Joel Coen & Ethan Coen, Inside Llewyn Davis
Martin Scorsese, The Wolf of Wall Street
Ben Stiller, The Secret Life of Walter Mitty
George Clooney, Monuments Men
Ryan Googler, Fruitvale Station
JC Chandor, All is Lost
Ron Howard, Rush
Woody Allen, Blue Jasmine
Denis Villeneuve, Prisoners
Spike Jonze, Her
Jason Reitman, Labor Day
Brian Percieval, The Book Thief
Jeff Nicholson, Mud
Derek Cianfrance, The Place Beyond the Pines
Stephen Frears, Philomena
Asghar Farhadi, The Past
Ridley Scott, The Counselor
Richard Linklater, Before Midnight
Scott Cooper, Out of the Furnace

Bester Schauspieler 2014, Stand 13.09.13

Robert Redford, All is Lost
Chiwetel Ejiofer, 12 Years a Slave
Matthew McConaughey, Dallas Buyers Club
Forest Whitaker, Lee Daniels´The Butler
Bruce Dern, Nebraska
Oscar Isaac, Inside Llewyn Davis
Tom Hanks, Captain Phillips
Leonardo DiCaprio, The Wolf of Wall Street
Michael B. Jordan, Fruitvale Station
Christian Bale, American Hustle
Michael Fassbender The Counselor
Hugh Jackman Prisoners
Benedict Cumberbatch, The Fifth Estate
Joaquin Phoenix Her
Michael Fassbender The Counselor
Christian Bale Out of the Furnace
Idris Elba, Mandela: Long Walk to Freedom
Ben Stiller, The Secret Life of Walter Mitty

Beste Schauspielerin 2014, Stand 13.09.13

Cate Blanchett, Blue Jasmine
Amy Adams, American Hustle
Sandra Bullock Gravity
Meryl Streep August: Osage County
Judi Dench Philomena
Emma Thompson Saving Mr. Banks
Kate Winslet, Labor Day
Brie Larson, Short Term 12
Adèle Exarchopoulos, Blue is the Warmest Color
Julia Roberts August: Osage County
Nicole Kidman, Grace of Monaco
Marion Cotillard, The Immigrant
Berenice Bejo, The Past
Julie Delpy, Before Midnight
Rooney Mara, Ain´t Them Bodies Saints
Jessica Chastain, The Disappearance of Eleanor Rigby
Felicity Jones, The Invisible Woman
Sophie Nelisse, The Book Thief
Greta Gerwig, Frances Ha
Naomi Watts, Diana

Bester Nebendarsteller 2014, Stand 13.09.13

Michael Fassbender, 12 Years a Slave
Jared Leto, Dallas Buyers Club
Tom Hanks, Savings Mr. Banks
Mark Ruffalo, Foxcatcher
John Goodman, Inside Llewyn Davis
Steve Carell, Foxcatcher
Bradley Cooper, American Hustle
Daniel Brühl, Rush
Geoffrey Rush, The Book Thief
Josh Brolin, Labor Day
David Oyelowo, Lee Daniels´The Butler
Benedict Cumberbatch, August: Osage County
Tim Roth, Grace of Monaco
Jake Gyllenhaal, Prisoners
Alec Baldwin, Blue Jasmine
Jonah Hill, The Wolf of Wall Street
Matt Damon, Monuments Men
George Clooney, Gravity
Javier Bardem,The Counselor
Woody Harrelson, Out of the Furnace
Casey Affleck, Out of the Furnace
Will Forte, Nebraska
Matthew McConaughey, The Wolf of Wall Street
Matthew McConaughey, Mud
Bradley Cooper, The Place Beyond the Pines
Ben Foster; Ain´t Them Bodies Saints
Bobby Cannavale, Blue Jasmine
P.S. Hoffman, Most Wanted Man
Jeremy Renner, American Hustle

Best Supporting Actress 2014, Stand 13.09.13

Lupita Nyong`o, 12 Years a Slave
Oprah Winfrey, Lee Daniels´The Butler
Sally Hawkins, Blue Jasmine
Octavia Spencer Fruitvale Station
Melissa Leo, Prisoners
Margo Martindale, August: Osage County
June Squibb, Nebraska
Kristin Scott Thomas, The Invisible Woman
Vanessa Redgrave, Foxcatcher
Cate Blanchett, Monuments Men
Amy Adams, Her
Jennifer Lawrence, American Hustle
Carey Mulligan, Inside Llewyn Davis
Maria Bello, Prisoners
Viola Davis, Prisoners
Laura Linney,The Fifth Estate
Cameron Diaz,The Counselor
Catherine Keener, Captain Philips
Jennifer Lawrence American Hustle
Naomie Harris, Mandela: Long Walk to Freedom
Marcia Gay Harden, Parkland
Jacki Weaver, Parkland

TV – Serie: "Top of the Lake"

Ich habe mir alle Folgen des Sundance-Channel-Mehrteilers angeschaut:

„Top of the Lake“ (in D. am 7.11. und 14.11.13 bei ARTE zu sehen) 7 x approx. 47 min drama, thriller
dir. Jane Campion, Garth Davis cast: Elisabeth Moss, Peter Mullan, Holly Hunter, David Wenham, Thomas M. Wright, Jacqueline Joe

In der abgelegenen Kleinstadt Laketop in Neuseeland wird die zwölfjährige Tui (Jacqueline Joe) dabei beobachtet, wie sie komplett bekleidet in den See steigt, scheinbar in der Absicht, sich selbst zu töten. Sie wird ins Krankenhaus gebracht und dort wird festgestellt, dass sie im ungefähr fünften Monat schwanger ist. Robin Griffin (Elisabeth Moss) ist Polizistin, sie lebt und arbeitet in Sydney. Derzeit ist sie aber bei ihrer an Krebs erkrankten Mutter in Neuseeland zu Besuch. Robin wird gebeten, das junge Mädchen zu befragen. Sie soll herausfinden, von wem Tui geschwängert wurde. Was weiß Tuis krimineller und gewalttätiger Vater Matt Mitcham (Peter Mullan)? Der Polizeichef von Laketop, Al Parker (David Wenham), steht Robin zur Seite. Die Ermittlungen stellen sich als schwierig dar, da die Bewohner der Kleinstadt mauern. Plötzlich ist auch noch das Mädchen spurlos verschwunden. Für Robin wird die Suche nach Tui auch zu einer Konfrontation mit ihrer Vergangenheit…

B+ (Wertung von A bis F) Jane Campions „Top of the Lake“ ist ein sehr atmosphärisches und hochspannendes Drama und zugleich ein Thriller, der Einblicke in menschliche Abgründe gewährt. Der Mehrteiler funktioniert wie ein Spielfilm, durch die Länge von beinahe sechs Stunden wird der Handlung und den Charakteren viel Zeit und Raum gegeben, um sich zu entwickeln.

Da ist die Hauptfigur Robin (gespielt von Elisabeth Moss) mit einer tragischen Familiengeschichte. Die Suche nach der verschwundenen Zwölfjährigen wird für Robin auch zu einer Suche nach sich selbst. Auch trifft sie ihre Jugendliebe Johnno (gespielt von Thomas M. Wright ) wieder. Johnno ist ein Sohn des Gangsterbosses Matt Micham (gespielt von Peter Mullan). Matt Mitcham ist unberechenbar, keiner in dem Kaff wagt es, sich gegen ihn zu stellen. Bis auf GJ (gespielt von Holly Hunter), die spirituelle Führerin einer kleinen Gruppe von älteren, seelisch angeschlagenen Frauen. Sie haben sich auf einem Grundstück niedergelassen, das Matt für sich beansprucht. Dem lokale Polizeichef Al Parker (David Wenham) sind viele illegale Dinge, die in der Kleinstadt passieren, scheinbar bekannt. Wer hat nun die 12-jährige Tui geschwängert und hat man sie getötet, um die Spuren zu verwischen? Das ist die Hauptfrage, aber die Geschichte ist viel komplexer und mysteriöser. Es gibt einige Wendungen in dem Mehrteiler, einige habe ich geahnt, andere kamen auch für mich überraschend. Fesselnd war diese Miniserie immer, ich finde sogar, dass sie kontinuierlich spannender wurde. Es gibt aber auch einige amüsante Szenen. Das inszenierte Ende empfand ich als nicht ganz so befriedigend.

Bei dem Mehrteiler empfiehlt es sich, ihn hintereinander zu schauen.

Elisabeth Moss ist mir noch sehr präsent als Peggy Olson aus der AMC-Serie Mad Men. Dadurch brauchte ich auch einen Moment, um sie in ihrer Rolle als Detective Robin Griffin zu akzeptieren. In dem Mehrteiler spielt die amerikanische Schauspielerin eine Australierin/ bzw. Neuseeländerin. Bisher ist man es ja eher gewohnt, australische oder neuseeländische Schauspieler zu sehen, die auch sprachlich als Amerikaner überzeugen. Erst nachdem ich „Top of the Lake“ komplett gesehen habe, habe ich gelesen, dass Elisabeth Moss gar keine Australierin oder Neuseeländerin ist. Für mich hat sie aber definitiv wie eine gesprochen. Nachdem ich Elisabeth Moss jetzt über beinahe sechs Stunden begleitet habe, bin ich auch restlos von ihr als Schauspielerin überzeugt. Ihr Aussehen und ihre schauspielerischen Brillanz haben mich stellenweise sogar an die junge Jodie Foster erinnert.

Peter Mullan (Tyrannosaur) ist hier grandios – mehr Worte braucht man über diese Performance nicht zu verlieren.

Für meinen Geschmack sehe ich Holly Hunter („Raising Arizona“, „Broadcast News“, „The Piano“, „Thirteen“) zu selten. Auch ihre unverwechselbare Stimme habe ich vermisst. Um so erfreulicher war es, sie hier wiederzusehen. Holly Hunters leicht durchgeknallte GJ und die auch leicht wirren Frauen, die sie umgeben, sorgen für einige schrille Szenen.

„Top of the Lake“ wurde in voller Länge erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2013 gezeigt. Ab dem 18. März 2013 hatte der Mehrteiler dann seine Erstausstrahlung auf dem amerikanischen Sundance Channel.

Der TV-Mehrteiler wurde für acht Emmy-Awards nominiert, darunter Outstanding Miniseries or Movie, Outstanding Directing, Outstanding Writing, Outstanding Cinematography und Elisabeth Moss als beste Hauptdarstellerin Elisabeth Moss, sowie Peter Mullan als bester Nebendarsteller.

Sundance Channel Website:

http://www.sundancechannel.com/series/top-of-the-lake/

Trailer zu sehen:

DVD – Film: "The Place Beyond the Pines"

Folgenden Film habe ich mir auf DVD angeschaut:

„The Place Beyond the Pines“ (dt. Kinostart war der 13.06.13, in D. auf DVD ab 7.11.13 erhältlich) 140 min drama
dir. Derek Cianfrance cast: Ryan Gosling, Bradley Cooper, Eva Mendes, Ray Liotta, Ben Mendelsohn, Rose Byrne, Dane DeHaan, Bruce Greenwood

Luke ist Motorradstuntman und tingelt mit seiner Show von Jahrmarkt zu Jahrmarkt. Als er auf dem Rummelplatz in Schenectady, New York arbeitet, wird er von seiner Ex-Affäre Romina (Eva Mendes) besucht. Er erfährt, dass sie ein gemeinsames Kind haben. Luke kündigt seinen Job, um in der Nähe von Romina und seinem Sohn zu bleiben. Nur so einfach ist es nicht, seine Ex-Flamme hat einen neuen Partner und Luke braucht auch Geld, um seine kleine Familie zu versorgen. Er freundet sich schließlich mit Robin (Ben Mendelsohn) an und schlägt eine kriminelle Laufbahn ein…

A- (Wertung von A bis F) Recht schnell habe ich gemerkt, dass ich „The Place Beyond the Pines“ wesentlich lieber im Kino gesehen hätte. (Wollte ich auch, aber…lange Geschichte) Jedenfalls verdient der Film die volle Aufmerksamkeit.

In meiner Inhaltsangabe habe ich bewusst nur den ersten Teil der Geschichte angerissen. Erzählt werden aber drei einzelne Geschichten, die miteinander verbunden sind. Es ist ein komplexes Vater-Söhne-Drama, das mich dramaturgisch auch das eine oder andere Mal überrascht hat.

Bradley Cooper („The Hangover, Silver Linings Playbook) hat mich hier das erste Mal richtig schauspielerisch von sich überzeugen können. Vielleicht ist er eines Tages ein Schauspieler, den auch ich dauerhaft ernst nehmen kann. Bei Matthew McConaughey hätte ich das vor einigen Jahren auch nicht gedacht. Vom Typ her sind sich die beiden sehr ähnlich, meine Sympathien sind aber eindeutig bei Matthew McConaughey, dem ich mittlerweile die Daumen für seine erste Oscar-Nominierung im Jahr 2014 drücke. Seine bemerkenswerte Performance in „The Place Beyond the Pines“ könnte Bradley Cooper im nächsten Jahr zu seiner bereits zweiten Oscar-Nominierung für „American Hustle“ verhelfen.

Mittlerweile verspüre ich eine leichte Müdigkeit was Ryan Gosling angeht. Wer mich aber erneut beeindruckt hat, ist Ben Mendelsohn (Animal Kingdom, The Dark Knight Rises und selbstverständlich Dane DeHaan (Chronicle, Lincoln)

„The Place Beyond the Pines“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival im Jahr 2012 aufgeführt. Der Film ist im April ins amerikanische Kino gekommen und zusammen mit „Mud“ waren es die ersten DVDs, die an die Academy-Mitglieder geschickt wurden.

Wenn auch nicht an vorderster Front, aber „The Place Beyond the Pines“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Bester Nebendarsteller Bradley Cooper und Ryan Gosling

Trailer zu sehen:

HBO-Films: "Behind the Candelabra"

Folgenden HBO-Film habe ich mir angeschaut:

„Behind the Candelabra“ (dt. Titel: „Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll“, dt. Kinostart: 3.10.13) 119 min drama, adaptation, biopic
dir. Steven Soderbergh cast: Michael Douglas, Matt Damon, Rob Lowe, Dan Aykroyd, Debbie Reynolds, Scott Bakula

Im Sommer 1977. Der bisexuelle Scott Thornson (Matt Damon) fährt mit seinem Bekannten, dem Filmproduzenten Bob (Scott Bakula), nach Las Vegas. Sie schauen sich die Show des exzentrischen Pianisten und Entertainers Liberace (Michael Douglas) an. Bob macht die beiden schließlich bekannt. Der junge Scott ist von dem ganzen Glamour, dem Reichtum und auch von Liberace fasziniert. Liberace fühlt sich von dem attraktiven jungen Mann angezogen und bietet Scott einen Job an. Schon bald zieht Scott bei dem berühmten Künstler ein. Wie selbstverständlich entwickelt sich eine Liebesbeziehung. Der junge Mann verfällt irgendwann dem Alkohol und den Drogen und für Liberace wird es immer Männer geben, die jünger und hübscher sind als sein derzeitiger Liebhaber…

B+ (Wertung von A bis F) Steven Soderberghs Film „Behind the Candelabra“ basiert auf Scott Thorsons Memoiren „Behind the Candelabra: My Life with Liberace“. Der Film konzentriert sich auf die letzten 10 Jahre in Liberaces Leben und die Beziehung zu seinem wesentlichen jüngeren Liebhaber Scott Thornson.

Ich bin froh, dass es dieser Film ist, mit dem sich Steven Soderbergh (vorerst) vom Regiehandwerk verabschiedet. Die letzten drei Filme, die Sonderbergh ins Kino gebracht hat (Haywire, Magic Mike und Side Effects) waren für mich alles andere als gelungene Werke.

Das Liberace-Biopic ist definitiv eine der besseren Inszenierungen von Steven Soderbergh.

„Behind the Candelabra“ erzählt eine Geschichte über zwei einsame schwule Männer. Der junge Mann wächst in Pflegefamilien auf und sucht nach seinem Platz im Leben und der sehr wohlhabende, berühmte Mann ist eigentlich nur von Menschen umgeben, die er bezahlt, damit sie ihm Gesellschaft leisten. Es ist eine Liebesgeschichte, bei der eigentlich von vornherein klar ist, dass sie nicht für die Ewigkeit bestimmt ist. Eine Liebe, die nicht in der Öffentlichkeit gelebt werden durfte. Zwischendurch habe ich mich gefragt, ob Scott eigentlich Liberace wirklich geliebt hat oder zum Ende der Beziehung mehr über den Verlust des luxuriösen Lebensstandards frustriert war. Die Schlusseinstellung fand ich dahingehend sehr rührend. Beide Männer waren auf ihre Art von ihrem Partner fasziniert – das fand ich glaubhaft und greifbar.

Das allererste was mir auffiel, war Michael Douglas´veränderte Stimme und Sprache. Unwesentlich später habe ich nur noch Liberace gesehen. Der Schauspieler verschwindet vollständig hinter seiner Filmfigur. Dunkel kann ich mich noch an die Erscheinung Liberace erinnern, auch wenn ich seinerzeit so gar nichts mit dieser schillernden Figur anfangen konnte.

Bei Matt Damon habe ich etwas länger gebraucht, bis ich von ihm als Scott Thornson überzeugt war. Zugegebenermassen war ich anfangs auch zu sehr damit beschäftigt herauszufinden, wie alt seine Figur eigentlich sein soll. Matt Damon sieht hier wesentlich jünger aus als er ist (ich hätte ihn vielleicht auf Mitte/Ende 20 im Film geschätzt), aber hier hätte ich gerne eine Vorgabe gehabt, damit ich mich noch besser auf seinen Filmcharakter konzentrieren hätte können. Im Nachhinein habe ich gelesen, dass er zu Beginn den 17 oder 18 Jahre alten Scott darstellen soll – das konnte ich ihm keinesfalls abnehmen. Letztlich gibt Matt Damon aber eine exzellente Performance, nur ist es Michael Douglas von dem man nicht seine Augen lassen kann.

Ich war so gefesselt von Michael Douglas, dass mir Dan Aykroyd erst sehr spät im Film überhaupt aufgefallen ist.

Rob Lowe ist natürlich mega. Er spielt einen viel zu glatt gezurrter Schönheitschirurgen. Er hat angegeben, dass die Dreharbeiten sehr schmerzhaft waren – das glaubt man gerne, wenn man ihn so sieht.

Auch wenn „Behind the Candelabra“ in Europa eine Kinoauswertung bekommt, ist es ein Fernsehfilm. Heutzutage ist das für einen amerikanischen Film bekannterweise keine Abwertung mehr, insbesondere nicht, wenn es sich dabei um eine HBO-Produktion handelt. Der einzige Unterschied ist, dass der Film und seine sensationellen Performances nicht für Academy Awards nominiert werden können.

Steven Soderbergh hatte in einem Interview erklärt, dass er den Film gerne ins amerikanische Kino gebracht hätte. Ganz Hollywood hat jedoch abgelehnt, den Film zu finanzieren. Angeblich hätten sie nicht gewusst, wie sie diesen Film vermarkten können. Es wäre eh nur ein Film für ein schwules Publikum, bekam der Regisseur nicht nur ein Mal zu hören. Um so erfreulicher, dass „Behind the Candelabra“ bei HBO die höchsten Einschaltquoten für einen Film seit neun Jahren erzielen konnte.

Wenn schon nicht für den wichtigsten Filmpreis, so wurde „Behind the Candelabra“ aber bereits für den wichtigsten Fernsehpreis nominiert. Insgesamt 15 Emmy-Nominierungen hat der Film enthalten (darunter Beste Miniserie bzw. Film, Bester Regisseur, Bestes Drehbuch, Bester Hauptdarsteller Michael Douglas, Bester Hauptdarsteller Matt Damon, Bester Nebendarsteller Scott Bakula) Update:“Behind the Candelabra“ hat insgesamt 11 Emmy-Awards gewonnen, 8 in technischen Kategorien und am 22.09.13 bei der Primetime Emmy Verleihung noch die wichtigen für Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Michael Douglas).

„Behind the Candelabra“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival im Jahr 2013 gezeigt. Der Film wurde ab Ende Mai 2013 auf HBO gezeigt.

Trailer zu sehen: