NYC – Film: "The East"


Ich war am 17.06.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

 

„The East“ (dt. Kinostart: 18.07.13) 116 min thriller
dir. Zal Batmanglij cast: Brit Marling, Alexander Skarsgard, Ellen Page, Julia Ormond, Patricia Clarkson, Jason Ritter, Shiloh Fernandez, Toby Kebbell

 

Sarah Moss (Brit Marling) war früher als FBI-Agentin tätig. Jetzt arbeitet sie für die private Sicherheitsfirma Hiller Brood. Von ihrer Chefin Sharon (Patricia Clarkson) bekommt sie einen neuen Auftrag, sie soll sich mit einer falschen Identität in die terroristische Organisation THE EAST einschleusen. THE EAST rächt sich an korrupten, profitgierigen und umweltverschmutzenden Unternehmen. Sie führen ihnen auf drastische Weise ihr Fehlverhalten vor. Für Sarah, die sich für den Auftrag Jane nennt, ist es aber alles andere als einfach, überhaupt nur in die Nähe der Organisation zu kommen und gefährlich ist es auch…

 

A- (Wertung von A bis F) Sowohl der Regisseur als auch die Hauptdarstellerin Brit Marling hatten auch die Idee zum Film und sind Autoren des Drehbuchs. Ihnen ist es gelungen, eine wunderbar glaubwürdige und starke Protagonistin zu entwickeln. Durch Sarah/ bzw. Jane bekommt man nicht nur einen Einblick in diese anarchistischen Untergrund-Bewegung, man hat durch ihre Figur sogar das Gefühl, dabei zu sein. Für mich ist Brit Marlings Figur so klar definiert, dass ich zu jeder Zeit wusste, wie sie tickt. Ihre Reaktionen, ihr Denken, das Hin- und Hergerissen sein zwischen Auftrag und Faszination bzw. sogar mitunter Sympathie für die Organisation waren für mich greifbar. Ich habe mich sogar selbst in so einer Situation gesehen. Vielleicht hat mir der Film daher so gut gefallen.

Selbstverständlich hätte ich mich auch, trotz seines absurden Names (Benji) und mit verlaustem Vollbart und verlotterten Zottelhaaren, in Alexander Skarsgards Charakter verknallt. Und einen sehr ähnlichen Gesichtsausdruck wie Jane ihn zeigt, als sie Benji das erste Mal rasiert, mit einem gepflegten Haarschnitt und in einem Anzug erspäht, hätte auch ich präsentiert.

Nach Brit Marlings Auftritt in Arbitrage habe ich mir noch gedacht, dass ihr großartige Performance in Another Earth wohl eine Ausnahme war und sie eher eine, zumindest schauspielerische, Eintagsfliege. „The Sound of My Voice“ habe ich immer noch nicht geschafft, bis zum Schluss zu schauen, aber durch ihre Performance in „The East“ hat sie mich endgültig von sich überzeugt.

Die amerikanische Charakterschauspielerin Patricia Clarkson („The Station Agent“, „Pieces of April“, „Good Night, and Good Luck“, Lars and the Real Girl) gibt jedem Film eine besondere Note.

Ellen Page gibt mal wieder eine Variante der immergleichen Ellen Page. So war ich, wie so oft in letzter Zeit, zunächst von ihr gelangweilt, später im Film zeigt sie dennoch mal eine etwas andere Facette von sich.

„The East“ könnte in meiner Liste der Top Ten Filme aus dem Jahr 2013 landen. Update: The East ist einer meiner Lieblingsfilme des Jahres 2013.

„The East“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival im Jahr 2013 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Prisoners“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thriller mit Hugh Jackman, Jake Gyllenhaal, Paul Dano, Viola Davis, Melissa Leo. Ich hoffe nur, dass der Trailer nicht zu viel verrät.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Closed Circuit“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thriller mit Eric Bana, Rebecca Hall, Jim Broadbent und Riz Ahmed
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer von Film: „Fruitvale Station“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Film wurde auf dem diesjährigen Sundance-Filmfestival mit zwei großen Preisen ausgezeichnet und gilt mittlerweile als sehr wahrscheinlicher Oscar-Kandidat
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Captain Phillips“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Biopic über den amerikanischen Kapitän Philips, dessen Frachter von somalischen Piraten gekapert wurde. In der Hauptrolle Tom Hanks. Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Rush“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Ron Howards neuer Film. Biopic über die Rennfahrer Niki Lauda (Daniel Brühl) und James Hunt. Daniel Brühl spricht seltsam, eigentlich eher wie ein Amerikaner sich vorstellt, dass ein Ösi spricht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nee, immer noch nicht mein Film

Trailer v. Film: „The Way, Way Back“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Tragikomödie mit Sam Rockwell, Toni Collette, Allison Janney. Leider spielt die Hässliche auch mit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

12 Gedanken zu “NYC – Film: "The East"

  1. Von Brit Marling kenn ich bisher nur „Another Earth“. Gönne ihr den bisherigen Erfolg wirklich sehr 🙂
    (Sie hat an der Georgetown studiert und ein Joboffer von Goldman Sachs abgelehnt, um lieber als Schauspielerin und Drehbuchautorin zu arbeiten. Im Grunde ziemlich riskant, um so schöner, dass es geklappt hat xD).

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  2. Es gibt wohl keine Bank, die machtbesessener, spekulationsfreudiger und profitgieriger ist als Goldman Sachs. Wenn man da arbeitet, muss man so ticken wie der Arbeitgeber. Unmoralisch und widerlich. :## Ich habe eh keine gute Meinung von Banken, Goldman Sachs übertrifft aber alles. Wenn das stimmt, dass sie ein Angebot hatte, spricht es nur für sie, dass sie es ablehnte und ist alles andere als riskant. :yes:

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  3. Muahaha, die perfekte Bank für einen skrupellosen Panda wie mich ;D

    Just kidding, von GS halte ich ebenfalls nichts mehr, seitdem rauskam, wie ihr Risikomanagement die Möglichkeit einer großen Krise vorausgesehen und GS in der Folge Sicherungstransaktionen (bei gleichzeitiger Täuschung ihrer Kunden) durchgeführt hat.

    Marlings Richtungswechsel spricht definitiv für sie, war beruflich aber trotzdem riskant. Überlegen wir mal rein hypothetisch: Du studierst vier Jahre an einer der renommiertesten Unis des Landes, spezialisierst dich dabei auf Economics/Finance, hast ein Joboffer von einer Firma, die im Finanzbereich (trotz allem) für viele immer noch als Traumarbeitgeber gilt, und schlägst dann lieber eine künstlerische Laufbahn ein mit unklaren Erfolgsaussichten ein. Marlings Fall ist natürlich erfreulich (im Gegensatz zum Schicksal anderer Akademikerinnen, die ein Dasein als eye candy in drittklassigen Filmen fristen), aber nehmen wir kurz an, sie hätte keinen derartigen Erfolg gehabt und am Ende wieder auf ihren ursprünglichen Ausbildungsschwerpunkt zurückschwenken müssen. In dem Fall hätte sie sich effektiv im Kreise gedreht, nur mit wesentlich schlechteren Einstiegschancen bei Tier1-Firmen.

    (Btw, auch wenn man bei GS nur zwei Jahre als Analyst bleibt, ist das immer noch eine tolle Position im Lebenslauf, da GS grundsätzlich nur high potentials als Berufseinsteiger einstellt und (zumindest rein fachlich xD) eine solide Ausbildung bietet. Viele wechseln dann in besser bezahlte Jobs oder absolvieren im Anschluss eins der führenden MBA-Programme)

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  4. Goldman Sachs ist für die Leute ein Traumarbeitgeber, die sich nicht mit deren Firmenphilosophie beschäftigt haben oder die sich damit identifizieren können. Wenn es einem egal ist, ob man seine Seele verkauft, dann kann man natürlich auf die Position im Lebenslauf stolz sein. :yes:

    Es gibt jede Menge erfolgreiche A-Schauspieler, die nebenbei ein Studium absolvieren oder absolviert haben, weil sie sich einfach für irgendetwas interessieren, sich weiterbilden möchten oder einfach einen ordentlichen Abschluss in der Tasche haben wollen. Man sollte doch ein Leben lang neugierig bleiben und sich immer wieder weiterbilden. Mir tun die Leute leid, die sich auf ihrer erworbenen Ausbildung ihr ganzes Leben lang ausruhen. Diese Leute enden irgendwann in einem Job, der ihnen zwar einen hohen Lebensstandard ermöglicht, aber wenig Freizeit bietet und sie früher oder später anödet. Am Ende des Lebens werden sie dann sagen, hätte ich mal das oder das gemacht. Traurig das.

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  5. Ich verkaufe meine Seele im Zweifel auch lieber an einen Lebensmittelkonzern oder McDonalds und werde Produkttester (außer für Chicken McNuggets, iiiiih xD) 🙂

    Ok, in Jobs, für die man ein ernsthaftes akademisches Studium braucht, kann man sich in dem Sinne nicht auf der erworbenen Ausbildung ausruhen. Das Studium ist nur die Eintrittskarte.
    Den Punkt mit der Resignation im hohen Alter find ich traurig. In der Hinsicht sind die USA flexibler als die Deutschen (also was Wechsel zwischen verschiedenen Berufen angeht; „Kurswechsel“ werden dort wohlwollender gesehen als hierzulande und nicht gleich als Makel im Lebenslauf).

    Jaaa, Schauspieler mit Studienabschluss. Mein Favorit ist in der Hinsicht Tommy Lee Jones (Harvard).
    Bei Fächern wie Sprachen, Literatur, Geschichte usw. find ich’s nachvollziehbar, wenn man zum Film geht. Ich find’s etwas schade, wenn Leute in der Lage sind formanalytisch anspruchsvolle Studiengänge zu absolvieren (Mathematik, quantitative VWL, Ingenieurs- oder Naturwissenschaften) und sich dann fürs Showbusiness entscheiden (Wenn sie dort wirklich erfolgreich und happy sind, wunderbar, aber wenn nicht, ist’s irgendwie doppelt schade).

    (Silly end)
    Hihi, ich muss grad dran zurückdenken, wie sich ne zwielichtige Agentur vor einigen Jahren mal http://www.goldmansex.com als Adresse angelegt und GS dann dagegen vorgegangen ist, lol ;D

    http://www.wallstreetoasis.com/forums/goldman-sachs-seeks-to-close-goldmansex

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  6. Ja, definitiv sind die Amerikaner mutiger und flexibler was einen, wie Du sagst“ „Kurswechsel“ angeht. Die Aufstiegschancen sind auch größer als bei uns. Da zählt die Arbeitsleistung vermutlich noch mehr als der Abschluss.

    Es gibt super viele Schauspieler, die ein Studium absolviert haben. Von einigen weiß man es (Jodie Foster fällt mir gerade ein), aber bei vielen haben wir uns gar nicht mit deren Lebenslauf beschäftigt und stossen mitunter nur durch Zufall auf deren „Vorleben“. .)

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  7. Bei Jodie Foster weiß es seltsamerweise fast jeder, aber bei vielen anderen scheinbar kaum jemand, dabei gibt es etliche Schauspieler oder Filmemacher, die wesentlich anspruchsvollere Studiengänge studiert haben.

    Ich check seit Jahren bei allen Schauspieler(inne)n und Regisseur(inn)en, die mein Interesse wecken, das Profil auf imdb. Dort gibt es in der Regel auch Angaben zum akademischen Hintergrund.
    Am „lustigsten“ find ich Paul Verhoeven: Er hat das niederländische Äquivalent eines Master of Science in Mathematik und Physik. Sein Fachwissen konnte er dann in „Total Recall“, „Robocop“ und „Starship Troopers“ anwenden, hihi.. ;D

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