NYC – Film: "Upstream Color"


Ich war am 30.04.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Upstream Color“ 96 min drama, thriller, sci-fi
dir. Shane Carruth cast: Amy Seimetz, Shane Carruth, Andrew Sensenig

Kris (Amy Seimetz) wird von einem Mann entführt, festgehalten und gezwungen eine bestimmte, selbstgezüchtete Made zu schlucken. Seitdem steht sie wie unter Drogen. Irgendwann ist sie wieder frei hat aber keinerlei Erinnerungen. In einem Zug trifft Kris auf Jeff (Shane Carruth), sie sind sich sehr nahe. Haben sie beide das Gleiche durchgemacht und was bedeutet das alles?

B+ (Wertung von A bis F) „Upstream Color“ ist auch wieder so ein Film über den ich inhaltlich nichts zuvor gelesen habe. Meine Zusammenfassung der Handlung habe ich kurz gehalten, mehr sollte man auch nicht wissen, wenn man ein ganz besonders abgefahrenes Filmerlebnis haben möchte. Es ist ein Film, den man kaum beschreiben kann und vielleicht auch nicht sollte, bevor man ihn mindestens ein zweites Mal gesehen hat. Dieser Film regt definitiv zum Nachdenken an, lässt einen aber auch mit vielen Fragen zurück.

„Upstream Color“ ist ein experimenteller, sehr poetischer, ideenreicher, bildgewaltiger, intimer Film mit einem umwerfenden Sound.

Die Story ist ganz sicher verwirrend, ein Film, bei dem man noch Tage später über einzelne Bedeutungen grübelt. Dabei scheitert er aber nicht an seinem eigenen Anspruch wie Christopher Nolans völlig überbewertete Film „Inception“ oder Danny Boyles „Trance“.

Shane Carruth hat hier nicht nur das Drehbuch geschrieben, Kamera und Regie geführt, die Filmmusik komponiert, er war auch für den Filmschnitt zuständig, hat den Film mitproduziert und ist eigener Verleiher, nebenbei hat er noch eine der Rollen im Film gespielt. Gut, das haben sicherlich viele, die kein Geld haben und eines Tages groß rauskommen möchten. Nur das Resultat wird sicherlich ein anderes sein. „Upstream Color“ ist ein kleines Meisterwerk. Eigentlich ist es genau der Film, den ich mir in den letzten Jahren von Terrence Malick gewünscht hätte. In Carruths zweitem Film sind auch klare Einflüsse von David Lynch, David Cronenberg – und was weiss ich von wem noch alles – zu spüren.

Shane Carruths Erstlingswerk „Primer“ wurde seinerzeit mehrfach ausgezeichnet und muss von mir demnächst auch gesichtet werden.

Der Film verdient eine große Leinwand und eine perfekte Soundanlage. Das gestaltet sich bereits in den U.S.A. schwierig. Ich hatte Glück, dass er im IFC Center gezeigt wurde. Für Deutschland ist mir bislang noch kein Kinostart bekannt. Das ist sehr schade, weil „Upstream Color“ praktisch fürs Kino gemacht ist und sehr wahrscheinlich auch nur so hundertprozentig wirkt.

„Upstream Color“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2013 gezeigt. Dort hat er den Special Jury Award for Sound Design gewonnen.

„Upstream Color“ hat mich so beeindruckt, dass er – zumindest vorläufig – in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2013 landet.

Trailer zu sehen:

Im IFC Center wurden vor dem Film keine Trailer gezeigt.

6 Gedanken zu “NYC – Film: "Upstream Color"

  1. „Primer“ ist schon ziemlich spartanisch. Tolle Denkansätze und mit mehr Geld hätte man da sicherlich was großartiges draus machen können. Da warte ich ja noch auf ein Remake 😉
    Aber ich denke, sofern der hier läuft, werde ich mir „Upstream Color“ auch ansehen. Klingt ja wieder verheißungsvoll 😀

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  2. Ach spartanisch mag ich. Ja es sollte halt nicht billig aussehen, aber ich habe oftmals den Eindruck, wenn ihnen wesentlich mehr Geld zur Verfügung gestellt wird, dann verlieren sie etwas an ihrer Kreativität. :no:

    „Upstream Color“ hat mich schon beeindruckt, ich muss mir den auch unbedingt noch ein Mal anschauen. 🙂

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