NYC – Film: "Sunlight Jr."

Ich war am 26.04.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Sunlight Jr.“ 90 min drama
dir. Laurie Collyer cast: Naomi Watts, Matt Dillon, Norman Reedus, Tess Harper

Melissa (Naomi Watts) und ihr Freund Richie (Matt Dillon) leben immer am Existenzminimum. Durch ihren Job in einem kleinen Supermarkt kommen sie gerade so über die Runden. Richie sitzt im Rollstuhl und bezieht nur eine kleine staatliche Unterstützung. Sie können sich nur ein Zimmer in einem heruntergekommenen Motel leisten. Dann erfährt Melissa, dass sie schwanger ist, sie verliert ihren Job und ihr gewalttätiger Ex-Freund (Norman Reedus) taucht auch wieder auf…

C (Wertung von A bis F) Dem Film kann ich auch etwas positives abgewinnen, so zum Beispiel wird die partielle Querschnittslähmung von Matt Dillons Charakter nicht thematisiert. Er sitzt im Rollstuhl und das ist einfach eine gegebene Situation, relevant für die Story ist das nicht. Erzählt wird eine andere Geschichte. „Sunlight Jr.“ ist eine Liebesgeschichte unter den schwierigen Bedingungen der amerikanischen Wirtschaftskrise. Die Regisseurin Laurie Collyer hat im Anschluss an den Film gesagt, dass sie eines Morgens aufgewacht ist und die Idee zu dem fertigen Film im Kopf hatte. Die Umsetzung ihrer Idee hat für mich leider nicht wirklich gut funktioniert. Der Funke wollte einfach nicht überspringen. Das hatte nicht unerheblich damit zu tun, dass die Chemie zwischen Naomi Watts und Matt Dillon für mich nicht stimmte. Dann hat es auch nicht mehr geholfen, dass ich die einzelnen Charaktere glaubwürdig fand. Vielleicht hat mir eine richtige Sympathiefigur gefällt. „Sunlight Jr.“ ist eine, mitunter sehr intime, Beobachtung des irgendwie frustrierenden Alltags von Melissa und Richie, ohne dabei aber eine richtige Charakterstudie zu sein. Auch war mir die Musik zu dominant und anstrengend. Schade.

„Sunlight Jr.“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2013 aufgeführt. Ich habe ihn auf diesem Festival gesehen. Ich sitze vorzugsweise immer in der letzten Reihe und habe, während des Festivals festgestellt, dass der Platz direkt neben den reservierten Plätzen der beste ist, wenigstens der interessanteste. Während des Films saß die Regisseurin Laurie Collyer direkt neben mir, was ich irgendwie verstörend fand, weil mir der Film so gar nicht gefiel. Drei Plätze weiter saß Michael Moore (mit dem sämtliche Zuschauer ein Foto haben wollten) Viel interessanter war es für mich, die jetzt sehr kurzhaarige Maggie Gyllenhaal im Publikum zu erblicken. Erst später habe ich gelesen, dass die Regisseurin mit ihr seinerzeit den wunderbaren „Sherrybaby“ gedreht hatte.

„Sunlight Jr.“ hat bislang noch keinen amerikanischen Verleih.

Trailer zu sehen:

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben.