Boston – Film: "Lincoln"


Ich war am 27.11.12 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„Lincoln“ (dt. Kinostart: 24.01.13) 149 min drama, biopic, adaptation
dir. Steven Spielberg cast: Daniel Day-Lewis, Sally Field, Tommy Lee Jones, David Strathairn, James Spader, Hal Holbrook, Joseph Gordon-Levitt, John Hawkes, Jackie Earle Haley, Lee Pace, Michael Stuhlbarg, Dane DeHaan, Adam Driver

Abraham Lincoln wurde im Jahr 1860 ins höchste amerikanische Staatsamt gewählt. Er war der erste republikanische Präsident und gilt bis heute als einer der bedeutendsten Präsidenten der U.S. Geschichte. Er war ein Visionär und stand für die Einheit der amerikanischen Nation und Gleichheit aller Menschen. Sein Traum war es, das Unrecht der Sklaverei zu beenden. Verheiratet war Abraham Lincoln mit der sehr gebildeten, reichen Tochter aus den Südstaaten, Mary Todd. Sie galt als manisch-depressiv und verschwenderisch. Zu Beginn seiner zweiten Amtszeit, im Januar 1865 versuchte er den 13. Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung, der die Sklaverei in allen U.S. Staaten verbietet, durchzusetzen. Hierfür brauchte er die Zustimmung seines Kabinetts und des Repräsentantenhauses. Am 14.04.1865 wurde Abraham Lincoln von dem fanatischen Südstaatler und Schauspieler John Wilkes Booth erschossen.

Der Film „Lincoln“ beginnt kurz nach der Wiederwahl von Abraham Lincoln (Daniel Day-Lewis). Der Krieg zwischen den Vereinigten und den Konföderierten Staaten dauert nun bereits seit vier Jahren an und, nachdem der 13. Verfassungszusatz bereits einmal die Zweidrittelmehrheit im Repräsentantenhaus verfehlte, setzt der amerikanische Präsident im Januar 1865 nun alles daran, die Verfassungsänderung durchzusetzen.

B (Wertung von A bis F) „Lincoln“ basiert auf Doris Kearns Goodwins Sachbuch „Team of Rivals: The Political Genius of Abraham Lincoln“.

Das Skript zu „Lincoln“ wurde von dem Dramatiker und Drehbuchautor Tony Kushner (Angels in America) geschrieben. Der Film spielt ausschließlich in den letzten vier Lebensmonaten von Abraham Lincoln, hauptsächlich jedoch im Januar 1865.

Die Handlung bringt es mit sich, dass der Film sehr textreich ist. Unabhängig davon war mir der Film aber etwas zu lang. Man hätte Teile kürzen können. Die Vater/Sohn-Geschichte hätte man in meinen Augen ganz weglassen können. Auch kann Steven Spielberg sicherlich nicht zu hundert Prozent aus seiner Haut, diesmal lenkt er dankenswerterweise in nur ganz wenigen Szenen durch künstliches Licht und Musik ab. Insbesondere bei biografische Dramen mag ich es nicht, wenn die Filmemacher durch diese simplen Tricks versuchen, den Zuschauer emotional zu manipulieren. Für mich hätte „Lincoln“ gerne noch etwas puristischer ausfallen können. Auch passt der, von mir sehr geschätzte, Jackie Earle Haley („Little Children“, „A Nightmare on Elm Street“, „Shutter Island), der hier den Vizepräsident der Konföderierten Staaten spielt, nicht in die Zeit. Vielleicht lenkt sein Äusseres auch zu sehr ab. Ich weiss nicht, was ein paar meiner Mitzuschauer dazu veranlasst hat, das Kino vorzeitig zu verlassen. Ansonsten ist „Lincoln“ nämlich ein ziemlich guter Film.

Schon im Vorfeld, mit den ersten veröffentlichten Trailern, gab es in den U.S.A. viele Diskussionen, ob der Brite Daniel Day-Lewis den richtigen Ton des amerikanischen Präsidenten trifft. Damit war nicht nur seine Sprache und Stimme gemeint, sondern auch, ob Day-Lewis überhaupt in der Lage ist, den sympathisch-kauzigen, warmherzigen und so beliebten Abraham Lincoln zu spielen. Daniel Day-Lewis ist einer der besten Schauspieler der heutigen Zeit. Wer, wenn nicht er kann so überzeugend in scheinbar jeden x-beliebigen Charakter schlüpfen. In „Lincoln“ habe ich von Anfang an nicht Daniel Day-Lewis gesehen, sondern ausschließlich Abraham Lincoln. Es ist alles andere als unwahrscheinlich, dass Daniel Day-Lewis mit dieser Performance seinen dritten Oscar gewinnt. Damit würde einen Rekord brechen als erster Schauspieler, der drei Academy Awards als Bester Hauptdarsteller erhalten hat. Bisher hat allerdings noch kein Schauspieler für einen Steven Spielberg-Film einen Oscar gewonnen.

Begeistert war ich aber auch von James Spader (wo hat der eigentlich die ganze Zeit gesteckt?), Michael Stuhlbarg (der mittlerweile zu meinen Lieblingsschauspielern zählt), Lee Pace, der zweimaligen Oscar-Gewinnerin Sally Field und natürlich auch von Tommy Lee Jones, dem gute Chancen eingeräumt werden, mit seiner Rolle hier seinen zweiten Oscar zu erhalten.

Steven Spielberg hat seinen Film „Lincoln“ kurz nach den amerikanischen Präsidentschaftswahlen 2012 ins Kino gebracht. U.S.-Präsident Barack Obama wurde letzten Monat gerade für eine zweite Amtsperiode wiedergewählt und ich weiss nicht, ob es ein Zufall ist, dass drei politische Filme (Argo, „Lincoln“, Zero Dark Thirty) im Oscar-Rennen 2012/2013 gegeneinander antreten. Jeder Film hat irgendwie auf seine eigene Art einen aktuellen Bezug zu Themen, die Amerika bewegen.

„Lincoln“ ist im Gespräch für folgende Oscar-Nominierungen: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Daniel Day-Lewis), Bester Nebendarsteller (Tommy Lee Jones), Bester Nebendarstellerin (Sally Field), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Schnitt, Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bester Ton, Bestes Kostümdesign, Beste Filmmusik

„Lincoln“ wurde erstmalig auf dem New York Film Festival gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Side Effects“
Bewertung des Trailers: B
?Kommentar: Thriller von Steven Soderbergh mit Jude Law, Rooney Mara und Channing Tatum
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Gangster Squad“
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer)
Kommentar: Thriller mit Sean Penn, Ryan Gosling, Josh Brolin, Nick Nolte, Giovanni Ribisi, Michael Pena – hoffentlich nicht wieder einer dieser Filme, der eine geniale Besetzung hat und trotzdem ein großer Flop ist. Nach dem letzten Trailer habe ich das Gefühl.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Les Misérables“
Bewertung des Trailers: C (neuer Trailer)
Kommentar: Musical mit Hugh Jackman, Russell Crowe, Amanda Seyfried, Anne Hathaway. Da muss ich ganz stark sein…
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Zero Dark Thirty“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Kathryn Bigelows neuer (Oscar)Film mit Jessica Chastain, Joel Edgerton, James Gandolfini.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Oz: The Great and Powerful“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Sam Raimis Verfilmung von „The Wonderful Wizard of Oz“ mit James Franco und Michelle Williams
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Parental Guidance“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Komödie mit Billy Crystal, Bette Midler, Marisa Tomei
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 40%

Trailer v. Film: „The Lone Ranger“
Bewertung des Teasers: B+
Kommentar: Action/Western mit Johnny Depp
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiss nicht…

3 Gedanken zu “Boston – Film: "Lincoln"

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.