NYC – Film: "The Queen of Versailles"


Ich war am 25.09.12 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„The Queen of Versailles“ 100 min documentary
dir. Lauren Greenfield cast: David and Jackie Siegel

Im Jahr 1995 hat die ehemalige Schönheitskönigin Jackie ihren jetzigen Mann, den dreißig Jahre älteren Multimillionär David Siegel kennengelernt. David hat seine Millionen mit dem weltweit grössten Timeshare-Unternehmen WESTGATE RESORTS gemacht. Zusammen bekommen sie sieben Kinder und erziehen noch zusätzlich Jackies 16-jährige Nichte. Ein Leben im Überfluss. Es ist das Jahr 2007 und die Siegels lassen sich für rund 100 Millionen Dollar die grösste Privatvilla in den U.S.A. zu bauen. Es soll dem Schloss Versailles nachempfunden sein. Im September 2008 kommt es zur Finanzkrise und die trifft David Siegels Unternehmen, aber auch die Familie. Beruflich muss er viele tausend Mitarbeiter entlassen, der Bau ihrer Versailles-Villa wird selbstverständlich gestoppt und auch von den Hausangestellten können nur wenige gehalten werden. Fortan muss die Familie Siegel wesentlich kleinere Brötchen backen…

A- (Wertung von A bis F) „The Queen of Versailles“ ist ein Dokumentarfilm der beste Unterhaltung garantiert aber zugleich auch nachdenklich stimmt.

Die Kamera begleitet die Familie über drei Jahre. Anfangs sieht man wie die Familie das Geld förmlich zum Fenster rausschmeisst. Bei der sinnlosen Verschwendungssucht möchte man sich manchmal übergeben. Später im Film sieht man wie Jackie einfach komplett verlernt hat, mit Geld umzugehen, ihre Kaufsucht nicht unter Kontrolle hat und jeglichen Bezug zur Realität verloren hat. Darunter leiden u.a. gerade die zahlreichen Haustiere und die Sauberkeit ihres Hauses. Wie soll man aber auch das Haus sauber halten, wenn den meisten Angestellten gekündigt wurde? Jackie gibt auch zu, dass sie sich längst nicht so viele Kinder angeschafft hätte, wenn sie gewusst hätte, dass sie sich eines Tages nur noch vier Kindermädchen leisten können. Kinder, so lernt man von Jackie, machen ganz schön viel Arbeit. Plötzlich können die Siegels auch nicht mehr, wie gewohnt, mit ihrem Privatjet fliegen, sondern müssen Linie fliegen. Die Kinder werden von der Privatschule genommen und kommen auf öffentliche Schulen.

Gut, das Mitleid mit den Siegels hält sich in Grenzen. Lauren Greenfields ehrliche Dokumentation schafft es aber auch, dass man ganz sicher kein Übermass an Schadenfreude empfindet. Es ist ein faszinierendes Portrait zweier durchaus interessanter und irgendwo auch liebenswerter Persönlichkeiten, mit deren Leben man ganz sicher nicht tauschen möchte. Interviewt werden auch das philippinische Kindermädchen und der Chauffeur der Familie. Die Dokumentation zeigt wieder einmal deutlich, dass man auch mit ganz viel Geld keinen Geschmack und Stil kaufen kann.

Die Dokumentation „The Queen of Versailles“ hat auf dem Sundance Film Festival im Jahr 2012 den U.S. Directing Award gewonnen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Chasing Ice“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Dokumentation über den Klimawandel
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 40%

Trailer v. Film: „Just 45 Minutes from Broadway“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Tragikomödie mit Judd Nelson
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Backwards“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Drama mit James Van Der Beek
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

2 Gedanken zu “NYC – Film: "The Queen of Versailles"

  1. Ja da habe ich schon von gehört und Ausschnitte gesehen 😀
    Ich denke die wenigsten Reichen behalten die Bodenhaftung, wobei auch wenige so einen extremen Einbruch hatten wie diese Familie. Hier in good old Germany, hat die Finanzkrise ja niemand ernsthaft geschadet.

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  2. Der Film hält auch echt ein paar Brüller parat. 🙂

    Ja, das mag sein, dass die meisten die Bodenhaftung verlieren. Sie haben aber auch wenig Berührungspunkte mit dem Leben der Normalbürger. Alles wird ihnen von sämtlichen Assistenten und Angestellten abgenommen. :no:

    Viele Neureiche in den U.S.A., die jetzt durch Finanzkrise betroffen waren/sind, haben ihren Reichtum aber auch mit unlauteren Mitteln erworben. Auch bei David Siegel, letztlich hat sein Unternehmen so unglaublich viel Gewinn gemacht, weil sie dem Otto Normalverbraucher Ferienwohnungen verkauft haben, die sie sich eigentlich überhaupt nicht leisten konnten. Alles auf Pump gekauft bis die Blase geplatzt ist. Gut, natürlich kann man sagen: Selbst Schuld. Dieses ganze Pump- und auch Schneeballsystem ist aber dankenswerterweise noch mehr in den U.S.A. üblich.

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