Berlin – Film: "Moonrise Kingdom"


Ich war am 29.05.12 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Moonrise Kingdom“ (dt. Kinostart war der 24.05.12) 94 min drama, comedy
dir. Wes Anderson cast: Jared Gilman, Kara Hayward, Edward Norton, Bill Murray, Frances McDormand, Tilda Swinton, Jason Schwartzman, Bruce Willis, Harvey Keitel

Im Jahr 1965 beschließt der zwölfjährige Pfadfinder Sam Shakusky (Jared Gilman) aus dem Sommercamp zu büxen, um mit seiner großen Liebe, der gleichaltrigen Suzy Bishop (Kara Hayward) durchzubrennen. Der Pfadfinder-Leiter Ward (Edward Norton) und seine Gruppe, der Sheriff (Bruce Willis) und Suzys Eltern (Frances McDormand und Bill Murray) sind ihnen aber schon sehr bald auf den Fersen…

B- (Wertung von A bis F) Entweder man mag die schrägen Filme von Wes Anderson oder man mag sie nicht. Ich mag seine bis ins kleinste Detail so liebevoll und skurril inszenierten Filme. Wes Anderson besitzt die Gabe, den Zuschauer mit seinen Filmen in eine komplett andere Welt zu versetzen. Er zählt zu den wenigen Regisseuren, die eine unverkennbar eigene Handschrift haben. Anhand eines beliebigen Standbildes aus einem seiner Filme würde man zweifelsfrei erkennen, dass dies ein Wes Anderson-Film ist.

Leider hat „Moonrise Kingdom“ für mich nicht funktioniert. Völlig begeistert war ich bis zu der Szene, die veranschaulichte, dass Sam und Suzy weggerannt sind weil, sie sich ineinander verliebt haben. Nicht dass Sam nicht authentisch wäre. Ganz im Gegenteil, Sam Shakusky wird erschreckend echt von Jared Gilman verkörpert. Auch fand ich es glaubwürdig, dass er sich in die zauberhafte Suzy verliebt hat. Aber umgekehrt? Suzy verliebt sich in dieses hässlich-bebrillte Mondgesicht an Pfadfinder, der nicht nur alleine aufgrund seiner altklugen Art unbeliebt ist? Ab dem Moment war ich raus aus der Geschichte und leider bin auch nicht mehr reingekommen.

Während des Films habe ich mich dann auch gefragt, seit wann Nerds eigentlich nicht mehr als gänzlich uncool gelten. Es ist jetzt schon seit einigen Jahren in Filmen zu beobachten, den Übergang muss ich irgendwie verpasst haben. Ich finde Nerds nur sympathisch wenn sie irgendetwas als liebenswert auszeichnet, ansonsten lösen sie bei mir Aggressionen aus. Sam gehört für mich in die zweite Kategorie.

Auch wenn mir durch den Filmcharakter Sam der Film vermasselt wurde, mochte aber vieles andere an „Moonrise Kingdom“. Ein so typisches Anderson-Ensemble, die einzigartige Anderson-Ausstattung und vor allen Dingen den überragenden Soundtrack. Der Abspann wurde mit einem genialen Musikstück von dem französischen Komponisten Alexandre Desplat unterlegt. Das musste ich mir dann unmittelbar bei iTunes runterladen.

„Moonrise Kingdom“ feierte seine Weltpremiere auf den Filmfestspielen in Cannes. Im Jahr 2012 wurde er als Eröffnungsfilm gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Amador“ (Amador und Marcelas Rosen“) – synchronisierter Trailer
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: spanisches Drama, der Trailer zeigt auf, dass die Synchro ganz grauenhaft ist.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 70%

Trailer v. Film: „Ai Weiwei Never Sorry“ – OmU Trailer
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Dokumentation über den bekannten chinesischen Künstler
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 50%

Trailer v. Film: „The Way“ – synchronisierter Trailer
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Emilio Estevez´Film über eine Pilgerreise (hier: Jakobsweg) mit Martin Sheen und Deborah Kara Unger
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 60%

Trailer v. Film: „Tabu – Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden“ – deutscher Trailer
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Film über den österreichischen Dichter Georg Trakl und seine inzestuöse Beziehung zu seiner Schwester
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Kino in Berlin

Nach langer Zeit war ich mal wieder in dem Hackesche Höfe Kino. Die Kinokarte für einen Film in der Originalfassung mit Untertiteln ist bei sehr nettem Personal bereits ab 6.50 Euro zu erwerben. Auch wenn es in in diesem Kino rätselhafterweise auch wieder mal nur süßes Popcorn gibt, so überwiegt bei mir die Freude darüber, dass es hier keine Platzkarten gibt. Man kann sich also im Kinosaal entscheiden, in welchen der gut gepolsterten Sitze man sich fallen lassen möchte. Die Werbung in meiner 15.45 Uhr Vorstellung hat (nur) fünf Minuten gedauert, anschließend die Trailer, dann ging der Vorhang aber leider wieder zu. Irgendjemand müsste mir mal einleuchtend erklären, warum in deutschen Kinos dieses „Vorhang-auf-Werbung-Trailer-Vorhang-wieder-zu-2 Minuten-später-Vorhang-wieder-auf“-Spiel immer gespielt werden muss, bevor ein Film anfängt. Diesmal hat diese Arie aber dankenswerterweise insgesamt nur 15 Minuten angedauert.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.