TV – Serie: "American Horror Story, Staffel 1"


Ich habe mir die komplette Staffel folgender FX-Serie angeschaut:

 

 

„American Horror Story, Staffel 1“ (wurde in Deutschland auf dem Pay-TV-Sender Fox ausgestrahlt) 12 x approx. 42 min horror, thriller, drama
dir. Ryan Murphy, Alfonso Gomez-Rejon, Bradley Buecker, David Semel, Michael Uppendahl, Tim Hunter, Miguel Arteta, John Scott, Michael Lehmann cast: Dylan McDermott, Connie Britton, Evan Peters, Jessica Lange, Taissa Farmiga, Frances Conroy, Kate Mara, Denis O´Hare, Alexandra Breckenridge guest starring: Zachary Quinto, Eric Stonestreet, Sarah Paulson, Mena Survari

 

 

Vivien (Connie Britton) hatte eine späte Fehlgeburt und ihr Ehemann Ben (Dylan McDermott), der als Therapeut arbeitet, hat sie betrogen. Sie stecken in einer tiefen Ehekrise, als sie beschließen, mit ihrer Tochter Violet (Taissa Farmiga) von Boston an die Westküste nach Los Angeles zu ziehen. Sie finden ein Haus aus den 1920er Jahren, zu einem ungewöhnlich günstigen Preis. Sie erfahren, dass das Haus eine Geschichte hat. Die Vorbesitzer sind auf unnatürlichem Wege zu Tode gekommen. Kaum sind sie eingezogen geschehen mysteriöse Dinge. Sie erfahren immer mehr über das tragische Schicksal der Vorbesitzer und bekommen auch Warnungen, das Haus zu verlassen. Violet ist im Teenager-Alter und depressiv. Sie bekommt Probleme an ihrer neuen Schule und fühlt sich ausgerechnet von einem Patienten ihres Vaters, dem Soziopathen Tate (Evan Peters), angezogen. Was hat es mit der aufdringlichen Nachbarin Constance (Jessica Lange) und ihrer Tochter Adelaide (Jamie Brewer) auf sich? Was spielt die Haushälterin Moira (Frances Conroy) und der Mann mit den Brandverletzungen (Denis O´Hare) für eine Rolle?

 

 

C+ (Wertung von A bis F) Jetzt sind einige Tage vergangen, dass ich mir die letzte Folge der erste Staffel angeschaut habe und finde es immer noch schwer, sie im Ganzen zu bewerten.

Ich bin nun wirklich kein Horrorfilm-Fan, mag mich aber hin und wieder schon ganz gerne gruseln. „American Horror Story“ ist in erster Linie eine außergewöhnliche Serie, die mich von Beginn an fasziniert hat und die beinahe durchweg ungemein spannend inszeniert ist. Sie funktioniert auch als Drama-Serie, der Horror-Plot ist aber wesentlich dominanter. Viele kleine Geschichten oder Charaktere, einige Ideen und Schocker-Szenen erinnern an bekannte Thriller oder Horrorfilme. Man bewegt sich also auf keinem neuen Terrain, aber es ist sicher ungewöhnlich, dies als durchgängige Serie zu sehen. Obwohl ich bestimmt 9 Folgen sehenswert fand, habe ich mich zwischendurch immer mal wieder gefragt, ob mir das nicht doch alles zu dämlich ist. Dann schloss aber eine Szene mit den Charakteren Constance (Jessica Lange) oder Tate (Evan Peters) an und ich war wieder interessiert dabei. Das hielt sich so bis ungefähr Episode 9. Ab da fand ich die Story zu überladen und zu wirr. Die letzten beiden Folgen fand ich dann nur abgedreht, irgendwie David Lynch-mässig (allerdings im schlecht-möglichsten Sinne), einfach ausgesprochen blöd. Für die letzten beiden Folgen hätte ich eine C- oder gar D Bewertung gegeben, aber irgendwie spiegelt das nicht meinen Gesamteindruck der Serie wieder. Für die komplette erste Staffel von „American Horror Story“ wäre also eher eine Bewertung von B-, C+ oder C gerechtfertigt. Letztlich habe ich mich für ein C+ entschieden.

Die Charaktere sind beinahe alle glaubwürdig, manchmal sogar brillant besetzt. Ben bildet für mich die Ausnahme. Dylan McDermotts Schauspiel ist einfach begrenzt. In den meisten Szenen mit Dylan McDermott habe ich mich gefragt, wen ich lieber in der Rolle von Ben gesehen hätte. Ich würde sogar soweit gehen, dass Dylan McDermott der Serie etwas schadet. Wobei ich zugeben muss, dass mir auch die Figur Ben etwas auf die Nerven ging. Dafür habe ich wahnsinnig gerne Conny Britton als Vivien gesehen, ganz zu schweigen von Jessica Lange als Constance und Evan Peters als Tate.

Jede einzelne Episode beginnt mit einem Rückblick. Als Zuschauer erfährt man was vor teils Jahrzehnten in dem Horrorhaus passierte. Nach dem genialen Vorspann landet man dann aber wieder in dem Heute.

Die Charaktere im Einzelnen, ohne Spoiler:

Ben Harmon – ist Psychotherapeut und mit Vivien (Connie Britton) verheiratet. Sie haben eine gemeinsame Tochter, Violet (Taissa Farmiga). Vivien hatte eine Fehlgeburt und Ben daraufhin eine außereheliche Affäre mit der jungen Hayden (Kate Mara). Als sie in das Haus in Los Angeles gezogen sind, arbeitet Ben von Zuhause aus. Seine Ehefrau traut ihm nicht mehr und dafür gibt es wohl allen Grund… Ben Harmon wird von dem amerikanischen Schauspieler Dylan McDermott gespielt. Dylan McDermott hat bereits eine Hauptrolle in der TV-Serie „The Practice“ übernommen und war aber zuvor schon in Kinofilmen wie u.a. „Twister“, „Steel Magnolias“ und „Miracle on 34th Street“ zu sehen.

Vivien Harmon – ist Hausfrau und war früher Cellistin, sie ist die Ehefrau von Ben (Dylan McDermott) und die Mutter von Violet (Taissa Farmiga). Sie hatte eine späte Fehlgeburt und anschließend wurde sie auch noch von ihrem Ehemann betrogen. Sie beschließt, der Ehe noch eine Chance zu geben. Vivien Harmon wird von Connie Britton gespielt. Connie Britton ist durch ihre Rolle in der TV-Serie „Spin City“ bekannt geworden und hat auch später in der TV-Serie „Friday Night Lights“ gespielt. Sie hat aber auch u.a. in dem Remake von „A Nightmare on Elm Street“ mitgespielt.

Violet Harmon – Tochter von Ben und Vivien. Sie ist ein depressiver Teenager, der sich selbst verletzt. Violet fühlt sich zu einem Patienten ihres Vaters, Tate (Evan Peters) hingezogen. Violet wird von der 17-jährigen Taissa Farmiga gespielt. Taissa ist die Schwester von Vera Farmiga und sieht ihrer Schwester auch sehr ähnlich. Taissa Farmiga ist mir erstmals im letzten Jahr in dem Kinofilm und Regiedebüt von Vera Farmiga „Higher Ground“ aufgefallen. Das war Taissas erste Rolle.

Constance Langdon – ist die Nachbarin von der Famile Harmon, hat aber Jahre zuvor auch in dem Haus der Harmons gewohnt. Constance war früher Schauspielerin und hat vier Kinder, von denen aber zunächst nur Tochter Adelaide (Katelyn Reed/Jamie Brewer) zu sehen ist. Sie taucht immer wieder ungebeten im Haus der Familie Harmon auf. Gespielt wird Constance von Jessica Lange. Die mehrfach für einen Academy Award nominierte Schauspielerin hat zwei Oscars für „Tootsie“ und „Blue Sky“ gewonnen. Bekannt wurde sie schon durch ihre erste Rolle in dem Kinofilm „King Kong“ aus dem Jahr 1976. Später hat sie u.a. in „The Postman Always Rings Twice“ und „Big Fish“ gespielt.

Tate – soziopathischer Patient von Ben (Dylan McDermott). Zum großen Entsetzen von Ben freundet sich Tate mit seiner Tochter Violet (Taissa Farmiga) an. Tate ist für mich einer der interessantesten Charaktere der Serie. Brillant gespielt wird Tate von Evan Peters. Evan Peters hat in der TV-Serie „Invasion“ gespielt und hatte in einigen TV-Serien (u.a. „Monk“, „House“, „Criminal Minds“) Gastauftritte. Er war aber auch in einigen Kinofilmen (u.a. „An American Crime“ und „Kick-Ass“) zu sehen.

Adelaide (Addie) – ist die Tochter von Constance (Jessica Lange). Sie wurde mit dem Down Syndrom geboren. Adelaide taucht auch immer in dem Haus der Harmons auf und verhält sich merkwürdig. Sie spricht Warnungen an die Familie Harmon aus, das Haus zu verlassen. Hat sie seherische Fähigkeiten? In den jungen Jahren wird Adelaide von Katelyn Reed gespielt, später von Jamie Brewer.

Moira – drängt sich als Haushälterin bei der Familie Harmon auf, war auch schon für die Vorbesitzer tätig. Während Frauen sie als ältere Dame mit nur einem Auge sehen, nehmen sie Männer als junge, sehr attraktive sexy Frau wahr. Die jüngere Moira wird von der Schauspielerin Alexandra Breckenridge gespielt. Sie hatte einige Gastauftritt in TV-Serien (u.a. „Charmed“, „Buffy the Vampire Slayer“, „Medium“). Die ältere, viel interessantere, Moira wird von der großartigen Schauspielerin Frances Conroy dargestellt. Sie hat schon in vielen Kinofilmen (u.a. „Scent of a Woman“, „The Aviator“, „Stone“) und in einigen TV-Serien (u.a. „Desperate Housewives“, „How I Met Your Mother“) mitgewirkt. Den meisten wird sie aber durch ihre Rolle in „Six Feet Under“ bekannt sein.

Hayden – ist eine ehemalige Studentin von Ben. Sie hatte eine Affäre mit ihm, die zu einer großen Ehekrise geführt hat. Hayden wird von der amerikanischen Schauspielerin Kate Mara gespielt. Sie hat Auftritte in unzähligen TV-Serien (u.a. „Nip/Tuck“, „24“, „Entourage“) und hat auch bereits in einigen Kinofilmen (u.a. „Brokeback Mountain“, „Transsiberian“) mitgewirkt.

Larry Harvery – ist ein Mann mit schrecklichen Brandverletzungen im Gesicht und auf dem Körper. Was ist ihm zugestossen oder was hat er angerichtet? Er bedrängt Ben (Dylan McDermott). Gespielt wird Larry von Denis O`Hare. Er war schon in unzähligen Kinofilmen (u.a. „Sweet and Lowdown“, „Garden State“, „Michael Clayton“, „Milk“, Changeling“) zu sehen.

„American Horror Story“ wurde für einen Golden Globe für die Beste TV-Serie, Drama nominiert. Jessica Lange hat für diese Rolle einen SAG-Award und einen Emmy Award gewonnen.

„American Horror Story“ lief vom 5.10.11 bis zum 21.12.11 auf dem amerikanischen Kabelsender FX in der Erstausstrahlung. Aufgrund der sehr guten Einschaltquoten wurde eine zweite Staffel bereits in Auftrag gegeben worden.

Die offizielle Website:

http://www.fxnetworks.com/shows/originals/ahs/

Trailer zu sehen:

Der sehr gelungene Vorspann (leider spiegelverkehrt, habe keinen anderen gefunden):

4 Gedanken zu “TV – Serie: "American Horror Story, Staffel 1"

  1. Ach siehste, die wollte ich auch noch weiter gucken. Habe es vor einiger Zeit nur bis Folge 7 geschafft.
    Bin gespannt, ob ich das dann genauso empfinde, bis dahin fand ich sie ganz gut.
    Vivien ist für mich die schwächste Figur, finde sie ziemlich langweilig. Dafür war ich von Lange einfach geplättet – sie ist so großartig hier und ich nehme ihr die Diva sowas von ab :))

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  2. Na da bin ich ja auch gespannt, wie Du die letzten Folgen findest. Ich finde sie absolut überfrachtet, fast schon wie eine Horrorfilm-Parodie. Rückblickend war meine Lieblingsfolge die zweite, glaube ich, jedenfalls wo die Jugendlichen ins Haus eingebrochen sind.

    Vivien ist sicher auch in meinen Augen die interessanteste Figur, sie strahlt aber Bodenständigkeit und Vertrautheit aus, als Einzige. Außerdem mag ich die Schauspielerin sehr gerne.Tate und Constance sind für mich die interessantesten Figuren, beide von wunderbaren Schauspielern perfekt in Szene gesetzt.

    Ich mag die Lange ja eh gerne sehen und hier ist sie wirklich genial. Das haben wohl auch die kreativen Köpfe der Serie begriffen. Die zweite Staffel wird wohl um sie herum gebastelt.

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  3. Ich würde sagen – ich hab vieles schon verdrängt :)) – nach der Halloween Episode ging es steil bergab. Wobei ich das Konzept super fand, auch die Einbindung realer Ereignisse wie The Black Dahlia in den Rückblenden. Da hoffte ich noch es würde mehr David Lynch mäßig, aber im besseren Sinn

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