Boston – Film: "Extremely Loud & Incredibly Close"


Ich war am 22.01.12 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„Extremely Loud and Incredibly Close“ (dt. Titel: Extrem Laut und Unglaublich Nah“, dt. Kinostart: 16.02.12) 129 min drama, adaptation
dir. Stephen Daldry cast: Thomas Horn, Tom Hanks, Sandra Bullock, Max von Sydow, Viola Davis, John Goodman, Jeffrey Wright

Der neunjährige Oskar Schell (Thomas Horn) hat seinen Vater (Tom Hanks) bei dem Anschlag vom 9. September 2001 verloren. Er hatte eine enge Beziehung zu ihm. Nach seinem Tod findet er einen kleinen Umschlag mit einem Schlüssel. Oskar geht davon aus, dass ihm sein Vater damit noch irgendetwas mitteilen wollte bzw. der Schlüssel zu irgendetwas führt, dass den unerwarteten Tod des geliebten Vaters erklärt. Er wird in ganz New York nach dem passenden Schloss zu dem Schlüssel suchen…

D- (Wertung von A bis F) „Extremely Loud and Incredibly Close“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jonathan Safran Foer.

Die ersten Journalisten bzw. Filmkritiker, die diesen Film Anfang Dezember gesehen haben und davon ausgegangen sind, hier einen Oscar-Favoriten-Film zu sehen, müssen doch tagelang unter Schock gestanden haben. Ich war ja nun bereits vorgewarnt, aber dass er so schlimm ist, damit hätte ich nicht gerechnet. Der Film ist eine Katastrophe und dass er jetzt aus unerfindlichen Gründen in der Kategorie Bester Film für den Academy Award nominert wurde, macht die Sache noch viel schlimmer.

Filme, die darauf ausgrichtet sind, den Zuschauer zu berühren und es trotz aller Anstrengungen nicht schaffen, sind in meinen Augen, noch weniger zu ertragen als irgendwelche hohlen Actionfilme.

Ich habe das Buch „Extremely Loud and Incredibly Close“ nicht gelesen, bin aber sicher, dass das Geschriebene wesentlich besser sein muss. Wie man auf die Idee kam, diese doch recht platte Story filmisch umzusetzen, ist mir nicht klar. Am Drehbuch sind schon große Schwächen erkennbar, ganz brenzlig wird es wenn es um die Besetzung geht. Wer kam bloß auf die Idee, dieses schreckliche Kind zu besetzen? Gut für sein Aussehen kann er nichts, ich fand ihn schon optisch unzumutbar, aber dann quatscht einen dieser nervtötende altkluge Junge auch noch von Anfang bis Ende ununterbrochen voll. Thomas Horn/Oskar Schell ist so ein Junge, der ganz bestimmt in der Schule in der ersten Reihe sitzt, sich andauernd meldet und alles besser weiß. Damit treibt er so manch einen Lehrer in den Wahnsinn und löst bei all seinen Mitschülern zwangsläufig Aggressionen aus. Seine Mitschüler bewerfen ihn dann andauernd mit allen Dingen, die sie zu fassen bekommen und warten sehnsüchtig darauf, dass es endlich zur Pause klingelt um ihm dann auf dem Hof, mal wieder ordentlich eins auf Mütze hauen zu können. Ich glaube, wenn man nicht selbst so einen Mitschüler in der Klasse hatte, dann war er garantiert in der Parallelklasse. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal aufgrund eines Schauspielers (und Filmcharakters) so dringend das Kino verlassen wollte. In „Extremely Loud and Incredibly Close“ ist es dieser unglaublich unerträgliche Thomas Horn als Oskar Schell, der einen auch noch durch eine unglaublich schrecklich langweilige Story führt. Sandra Bullock war noch nie eine richtig gute Schauspielerin (ich kann es immer noch nicht fassen, dass sie sich jetzt Oscar-Preisträgerin nennen darf), hier muss sie sich aber bei ihrem Filmkind angesteckt haben. Ich fand auch Sandra Bullocks Performance unterirdisch. Der große Lichtblick im Film war für mich Max von Sydow (dieser arme alte Mann muss sich in so vielen Szenen von diesem Kind zutexten lassen, schon alleine dafür ist die Oscar-Nominierung berechtigt). Natürlich hat mir aber auch Jeffrey Wright gefallen, auf ihn ist immer Verlass. Jedenfalls haben die beiden Schauspieler dafür gesorgt, dass ich dem Film kein „F“ gegeben habe.

„Extremely Loud and Incredibly Close“ schreibt Oscar-Geschichte. Er ist der von Kritikern am schlechtesten bewertete Film, der je eine Academy-Award-Nominierung als Bester Film erhalten hat.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Lucky One“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Romanverfilmung. Jetzt hat sich Zac Efron dicke Muskeln antrainiert und sieht immer noch nicht männlicher aus…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Rock of Ages“
Bewertung des Trailers: D+
Kommentar: Filmadaption des gleichnamigen Broadway-Musicals. Als Tom Cruise im Trailer zum Schluss zu sehen war, brach schallendes Gelächter im Publikum aus…und ich habe mich irritiert gefragt, ob seine Rolle tatsächlich als komisch angelegt ist.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht….

Trailer v. Film: „The Vow“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Drama mit Rachel McAdams und Channing Tatum. Irgendwie kann ich Rachel McAdams nicht mehr sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 20%

Trailer von Film: „Big Miracle“
Bewertung des Trailer: C-
Kommentar: Buchadaption mit Drew Barrymore und John Krasinski
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0%

Trailer von Film: „Titanic“
Bewertung des Trailer: B+
Kommentar: James Camerons Film wird im nächsten Jahr in der 3D-Fassung wiederaufgeführt. Mittlerweile habe ich das Gefühl, den Trailer schon mind. 20x gesehen zu haben…
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: mal schauen…

Trailer v. Film: „Gone“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Thriller mit Amanda Seyfried und Jennifer Carpenter
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 60%

Trailer von Film: „Salmon Fishing in the Yemen“
Bewertung des Trailer: B-
Kommentar: Lasse Hallströms Romanverfilmung mit Ewan McGregor, Emily Blunt und Kristin Scott Thomas
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

4 Gedanken zu “Boston – Film: "Extremely Loud & Incredibly Close"

  1. Oh oh :))
    Ein Film, der so nahe am F war hatten wir noch nicht oder?
    Es schmerzt mich immer sehr, wenn so Lieblingsschauspieler wie Max von Sydow in Schrottfilmen mitmacht. Jeffrey Wright mag ich auch gerne.
    …würdest Du Dir tatsächlich Titanic in 3D ansehen???

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  2. Doch doch habe einige D- Bewertungen und die schrammen zwangsläufig am F (E gibt es nicht) vorbei. Ich versuche aber Extrembewertungen zu vermeiden. 🙂

    Max von Sydow ist auch toll, mich erinnert er total an Christopher Plummer, sind auch glaube ich ungefähr gleichalt. Ich habe gerade irgendwo gelesen, dass Christopher Plummer der älteste (normale) Oscar-Preisträger ist, wenn er dann gewinnt.
    Ich habe „Titanic“ nur ein Mal gesehen, warum nicht auf 3D, aber dann muss ich viel Zeit haben und sonst darf nichts Wichtiges im Kino sein. 🙂

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  3. Echt wird so viel Gewese gemacht, wahrscheinlich weil der Oscar-nominiert ist und während der Berlinale läuft. Der hat doch wohl keine guten Kritiken bekommen… ist mir unbegreiflich wie man den Film auch nur im Ansatz gut finden kann. Furchtbarer Junge, aber vielleicht bekommen sie ihn in der Synchro etwas sympathischer hin…nee, dass kann ich mir eigentlich auch nicht vorstellen :no:

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