D.C. – Film: "The Iron Lady"


Ich war am 13.01.12 in Washington und habe mir im Kino angeschaut:

„The Iron Lady“ (dt. Titel: „Die Eiserne Lady“, dt. Kinostart: 01.03.12) 105 min drama, biopic
dir. Phyllida Lloyd cast: Meryl Streep, Jim Broadbent, Olivia Colman, Alexandra Roach, Harry Lloyd

Margaret Roberts wurde im Jahr 1925 als Tochter eines Lebensmittelhändlers und einer Hausschneiderin geboren. Margaret (Alexandra Roach) ist eine idealistische, ehrgeizige junge Dame und wird schon während ihres Studiums in Oxford die erste Präsidentin der konservativen Vereinigung der Studenten. Nach Abschluss ihres Chemiestudiums heiratet sie Denis Thatcher (Harry Lloyd, später Jim Broadbent) hat aber ihrem Mann unmissverständlich klar gemacht, dass sie keine Frau ist, die nur als Ehefrau und Mutter Zuhause sitzt. Sie beginnt ein weiteres Studium. Im Jahr 1953 bekommt sie die Zwillinge Carol und Mark. Nach ihrem Jurastudium wird sie Anwältin und spezialisiert sich auf Steuerrecht. Im Jahr 1959 erhält Margaret Thatcher (Meryl Streep) als Kandidatin der konservativen Partei ein Unterhaus-Mandat. In den Jahren darauf macht sie sich einen Namen als Parlamentssekretärin, als Ministerin für Erziehung und Wissenschaft und wird schließlich zur Parteivorsitzenden gewählt. Im Jahr 1979 wird sie die erste weibliche Premierministerin im Vereinigten Königreich. Bis zu ihrem Rücktritt regierte sie elf Jahre lang.

B (Wertung von A bis F) Der Film hat, insbesondere von den Briten, eigentlich schon vor Kinostart viel Haue bekommen. So habe ich mit dem schlimmsten gerechnet und habe mir den Film eigentlich hauptsächlich wegen Meryl Streeps Performance angeschaut. Ich war angenehm überrascht von dem Film. Ich finde es gar keine schlechte Idee, „The Iron Lady“ aus Sicht einer hochbetagten, dementen Dame, die Margaret Thatcher nun mal heute ist, zu erzählen. Ihr Werdegang wird in Rückblenden erzählt, man sieht sie in ihrer Jugend (auch wunderbar von Alexandra Roach gespielt), sieht wie sie sich immer durchgebissen hat, verfolgt ihre politische Anfänge bis sie sich, in der von Männern dominierenden, britischen Polit-Welt durchsetzt und schließlich sogar als erste Frau zur Premierministerin in Großbritannien gewählt wurde und regiert hat. Der Film zeigt aber auch das Heute, wie die demenzkranke Margaret Thatcher sich mit ihrem längst verstorbenen Mann Denis (Jim Broadbent) unterhält. Ich habe so einen umfassenden Eindruck von dem Charakter bzw. der Person Margaret Thatcher bekommen.

Vielleicht hätte man mit dem Film politisch Stellung beziehen können, finde ich aber nicht notwendig, ich finde es besser, ein relativ objektives Bild der ehemaligen Premierministerin zu zeigen. Klar wird die, einst von Vielen so gehasste, Regierungschefin auch, gerade jetzt als kranke alte Dame, menschlich gezeigt. Aber warum denn auch nicht, mich haben diese Szenen teilweise sehr gerührt. Vielleicht hätte sich der Film aber auch mehr auf ihre tatsächliche Regierungszeit, ihre umstrittene Meinung zu gewissen Dingen (z. B. dass sie eine absolute Gegnerin der deutschen Wiedervereinigung und einer Gemeinschaftswährung in Europa war) konzentrieren müssen, viele Stationen werden nur angerissen und es wird nicht erklärt wie es dazu kam. Man bekommt aber durchaus ein Bild davon, wie kalt, kompromisslos und beratungsresistent Margaret Thatcher war. Persönlich hätte ich gerne noch etwas mehr über die Kinder erfahren, wie es wohl gewesen sein muss mit ihr als Mutter. Aber gut, alles passt wahrscheinlich nicht in 105 Filmminuten. „The Iron Lady“ hat einige Schwächen und ich möchte auch nicht vorenthalten, dass der Film einige Szenen beinhaltet, die einfach schlecht sind und bei denen ich mich gefragt habe, wie die Regisseurin überhaupt auf die Idee kam, sie reinzunehmen.

Meryl Streep ist Maggie Thatcher, da gibt so was von gar keinem Zweifel. Meryl Streep spielt Margaret Thatcher über einen Zeitraum von 40 Jahren und die wunderbare Arbeit der Maskenbildner unterstützt nur noch Meryl Streeps grandiose Performance. Mit ihrer Mimik, Gestik, Stimme, Sprache, ihrem Akzent und ihrem Spiel trifft sie einfach den richtigen Ton. Ich habe irgendwann einfach vergessen, dass ich hier eine Schauspielerin sehe. Zwischendurch ist mir ein Mal eingefallen, dass mich Meryls Granaten-Performance an Hellen Mirrens damals als Queen Elisabeth II. erinnert.

Gut, über die – einen weiteren Rekord brechende – wohlverdiente 17. Oscar-Nominierung brauche ich mich ja nicht mehr auszulassen. Dieses Jahr geht es um den Oscar. Immer wieder habe ich gehört, Meryl Streep erhält nur ihren dritten Oscar, wenn sie besser ist, als in „Sophie´s Choice“. Im Jahr 1982 hat sie ihren letzten Oscar für „Sophie´s Choice erhalten. Seitdem wurde sie weitere 12x für den Academy Award nominiert. Klar ist sie ein Liebling der Academy und man könnte sagen, das ist doch Ehre genug, insgesamt unglaubliche 17 x für den Oscar nominiert zu werden. Man darf aber dabei nicht vergessen, dass sie eben seit mehr als 30 Jahren konstant exzellente Arbeit abgeliefert hat. Ich bin immer der Meinung, die beste Arbeit des Jahres sollte belohnt werden. So einfach ist es aber leider nicht. Die Oscar-Nominierungen sind zwar noch nicht bekanntgegeben worden, man kann aber davon ausgehen, dass Meryl, Michelle Williams und Viola Davis feststehen und Tilda Swinton und Glenn Close oder Charlize Theron als wahrscheinlich gelten. Eine Nominierung für Rooney Mara könnte alles noch etwas durcheinanderbringen. Von Tilda und Glenn Close habe ich es bislang noch nicht geschafft, mir ein Bild zu machen. Die besten Performances, die ich bisher gesehen habe, waren Meryl Streep und Charlize Theron. Für das Filmjahr 2011, also die Oscars 2012, stand eigentlich von Beginn an Viola Davis als Favoritin fest. Viola Davis liefert auch seit Jahren sehr gute Arbeit ab, hat eine Oscar-Nominierung für Doubt und ist „fällig“. Nun hat sie aber in The Help wenn man es genau betrachtet, keine Hauptrolle, wird aber – so ist es wenn es um wichtige Filmpreise geht – für Best Actress „eingereicht“. Davon abgesehen finde ich Viola Davis´Performance in dem Film auch nicht soo auszeichnungswürdig. Sie spielt aber einen sympathischen Charakter und eine richtig gute Rolle kommt ja nun auch für eine afro-amerikanische Schauspielerin nicht jedes Jahr auf den Tisch. Also, alles spricht für Viola Davis (momentan steht keine andere Konkurrentin für Meryl Streep ernsthaft für einen Oscar-Gewinn zur Auswahl). Dieser Tage habe ich aber dennoch das Gefühl, dass es doch auch Meryl Streep sein könnte, die den Goldmann am 26.02.12 überreicht bekommt. Die wichtigen nächsten Tage und Wochen werden mehr Klarheit bringen. Update: Meryl Streep hat für Ihre Rolle in „The Iron Lady“ ihren wohlverdienten dritten Oscar gewonnen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer von Film: „Salmon Fishing in the Yemen“
Bewertung des Trailer: B-
Kommentar: Lasse Hallströms Romanverfilmung mit Ewan McGregor, Emily Blunt und Kristin Scott Thomas
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

Trailer von Film: „Red Tails“
Bewertung des Trailer: C-
Kommentar: 2. Weltkriegsdrama/action mit Terrence Howard und Cuba Gooding Jr.
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Extremely Loud and Incredibly Close“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Stephen Daldrys Drama, das den 11. September 2001 thematisiert.
Besetzung: Tom Hanks, Sandra Bullock, Max von Sydow und Viola Davis. Galt als möglicher Oscar-Favorit bis der Film gezeigt wurde…
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Vow“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Drama mit Rachel McAdams und Channing Tatum. Irgendwie kann ich Rachel McAdams nicht mehr sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 20%

Trailer von Film: „Big Miracle“
Bewertung des Trailer: C-
Kommentar: Buchadaption mit Drew Barrymore und John Krasinski
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „W.E.“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Madonnas Regiearbeit über die Amerikanerin Wallis Simpson und König Edward VIII, der ihretwegen auf den britischen Thron verzichtet hat. Mit Abbie Cornish
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

4 Gedanken zu “D.C. – Film: "The Iron Lady"

  1. Oha, ein halber Roman ;D
    Seinerzeit habe ich die Thatcher echt verachtet. Was für ein Drama für GB – eine schreckliche Person. Ein Grund mehr neugierig auf den Film zu sein. Zurechtgemacht ist die Streep ja gut und ich zweifle keine Sekunde, dass sie perfekt ist. Ich drücke ihr auf jeden Fall die Daumen für den Oscar 🙂

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  2. :)) ja, ich kam etwas ins Plaudern…

    Ich habe selbstverständlich auch die Thatcher gehasst, wie jeder in meinem Umkreis. Also so ein Film wäre damals undenkbar gewesen, aber jetzt sind ja 20 Jahre verstrichen und sie ist jetzt alt und krank.

    Ich fände es toll, wenn sie den Oscar gewinnen würde – glaube aber noch nicht so richtig dran. 🙂

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  3. Interessanter halber Roman! ich bin schon gespannt, den Film in Deutschland zu sehen. Die 2 Trailer waren für mich auch aufschlußreich. Oft schaue ich mir frz.,ital, span.Trailer an und vergleiche mit den deutschen . Gibt es Muster, wie die Sehgewohnheiten der Länder aufgegriffen werden?
    Nochmals tolle Seite, gefällt mir gut.
    Grüße von Movidora

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  4. Ja, da empfehle ich Dir natürlich, ihn im Original zu sehen.

    Interessante Frage, es gibt sicherlich einen Grund, warum in den Ländern unterschiedliche Trailer für Filme geschaltet werden. Ich kenne aber meist nur die amerikanischen Trailer (weil ich überwiegend amerikanische oder britische Filme schaue) und lande mal durch Zufall bei den deutschen. Mir ist aber schon aufgefallen, dass die deutschen Trailer oft nicht identisch mit den Original-Trailern sind. Ich verstehe ja schon nicht, warum sich die deutschen Verleiher manchmal so merkwürdige Titel für Filme aussuchen, wo der Originaltitel auch für den deutschen Kinobesucher aussprechbar oder zu verstehen ist. 🙂

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