Chicago – Film: "Like Crazy"


Ich war am 05.12.11 in Chicago und habe mir im Kino angeschaut:

„Like Crazy“ 89 min drama
dir. Drake Doremus cast: Anton Yelchin, Felicity Jones, Jennifer Lawrence, Charlie Bewley

Die britische Anna (Felicity Jones) studiert in Los Angeles. Dort lernt sie Jacob (Anton Yelchin) kennen. Die Beiden verlieben sich unsterblich ineinander. Als ihr Studentenvisum abläuft, beschließt sie spontan, doch noch den Sommer mit ihrem Liebsten in den U.S.A. zu verbringen. Damit ist sie illegal im Land und muss, bei ihrer nächsten Einreise in die U. S. A., mit Konsequenzen rechnen. Die amerikanische Einreisebehörde verweigert ihr die Einreise, sie muss zurück nach England und darf fortan nicht mehr nach Amerika. Jetzt müssen Anna und Jacob eine Fernbeziehung führen, ob das auf die Dauer gutgeht?

B (Wertung von A bis F) Sich mit amerikanischen Behörden anzulegen, ist keine gute Idee. Erst recht nicht sollte man die amerikanischen Einreisebehörde (insbesondere seit dem 11.09.2001) verärgern, das ist wohl auch klar. Ich denke, das ist selbst Leuten bekannt, die noch nie mit U.S.-Behörden zutun hatten. Soviel Dämlichkeit wie hier der Filmfigur Anna unterstellt wird, finde ich unrealistisch. Anna hat gerade ihr Studium beendet und ist schätzungsweise Mitte 20, also nicht blöd und lebensunerfahren. Ebenso unerklärbar fand ich, dass Jacob als Möbeldesigner nicht einfach nach England geht, um bei Anna zu sein. Aber gut, irgendwann habe ich mich dann mit der realitätsfremden Basis der Story abgefunden und mich aufs Wesentliche konzentrieren können. Erzählt wird eine Liebesgeschichte, und zwar eine glaubwürdige. Nicht nur, dass man den beiden großartigen Schauspielern abnimmt, ein Paar zu sein, auch alle Schwierigkeiten und Unsicherheiten, die eine Fernbeziehung mit sich bringt, fliessen hier ein. Alles wirkt sehr echt und ich war gespannt, wie sie ihre Probleme lösen. Gerade habe ich gelesen, dass die beiden Schauspieler viel improvisiert haben, kein Wunder also, dass sich die Gespräche auch so natürlich angehört haben. Schwierig bei solchen Filmen finde ich immer das Ende. Hier muss ich sagen, gut geglückt, genau so kann es sich zugetragen haben.

Felicity Jones ist im Gespräch für eine Oscar-Nominierung im nächsten Jahr. Ich finde, dass sie recht hübsch ist und Ausstrahlung und Präsenz hat, schauspielerisch würde ich sie jedoch nicht hervorheben. Anton Yelchin ist ebenso authentisch, vor allen Dingen überzeugen die Beiden aber als Paar.

„Like Crazy“ hat auf dem Sundance Film Festival 2011 den Grand Jury Prize: Dramatic Film gewonnen. Felicity Jones wurde für ihr Schauspiel ebenfalls auf dem Festival augezeichnet.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Kinyarwanda“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Drama zu Zeiten des Völkermordes in Ruanda
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 30%

Trailer v. Film: „The Odd Life of Timothy Green“
Bewertung des Trailers: D
Kommentar: Dem Trailer nach ein unerträgliches Disney-Fantasy-Drama mit der Joel Edgerton und er Frau von Ben Affleck
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Extremely Loud and Incredibly Close“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Stephen Daldrys Drama, das den 11. September 2001 thematisiert. Besetzung: Tom Hanks, Sandra Bullock, Max von Sydow und Viola Davis. Gilt als möglicher Oscar-Film, obwohl ihn immer noch keiner gesehen hat…
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Vow“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Drama mit Rachel McAdams und Channing Tatum
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 50%

Trailer v. Film: „We Bought a Zoo“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Cameron Crowes neuer Film galt als Oscar-Kandidat, nachdem er vorgeführt wurde, nicht mehr…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

4 Gedanken zu “Chicago – Film: "Like Crazy"

  1. Hm Yelchin hatte mich ja zuletzt nicht so überzeugt, so in einem Liebesfilm…?
    Felicity Jones, ja die erinnert manchmal an Gemma Arterton oder umgekehrt – ich mag die britischen Mädels :))
    Und was die Unglaubwürdigkeit der Geschichte angeht: ah l’amour – da macht man verrückte Sachen.

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  2. Sicher, aber die Tragweite liegt dem Europäer an und für sich nicht unbedingt so auf der Hand. Du bist da ja fast zu Hause, wir beäugen das hysterische Gehabe doch eher ungläubig. Da wird es nicht wenige geben: ach so schlimm kann es doch nicht sein, ich bin doch Britin oder Deutsche. Das glaube ich schon.

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  3. Mmmh, vielleicht hast Du Recht. Mir ist es halt extrem aufgestossen. Ich habe jetzt schon seit ein paar Wochen schlechte Laune, weil ich nächstes Jahr ein neues US-Arbeitsvisum beantragen muss. Diesen ganzen unglaublichen bürokratischen Kram, die Schikane und dass man den Botschaftsangestellten so hilflos ausgeliefert ist, finde ich unerträglich.

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