Chicago – Film: "My Week with Marilyn"


Ich war am 05.12.11 in Chicago und habe mir im Kino angeschaut:

„My Week with Marilyn“ (dt. Kinostart: 19.04.12) 96 min drama, adaptation
dir. Simon Curtis cast: Michelle Williams, Kenneth Branagh, Eddie Redmayne, Judi Dench, Dougray Scott, Dominic Cooper, Julia Ormond, Emma Watson

1956 in London. Der 23-jährige Colin Clark (Eddie Redmayne) bekommt die Chance, als dritter Regieassistent (inoffiziell: Laufbursche) am Set von „The Sleeping Prince“ (der später in „The Prince and the Showgirl“ umbenannt wurde) zu arbeiten. Marilyn Monroe (Michelle Williams) ist mit ihrem frisch angetrauten Ehemann, Arthur Miller (Dougray Scott), angereist. Colin Clark beobachtet auf der einen Seite wie der Regisseur und Hauptdarsteller Laurence Olivier (Kenneth Branagh) schier an an dem neurotischen Starlet verzweifelt ist und auf der anderen Seite Marilyn Monroes Unsicherheit. Nach einem Streit mit Marilyn verlässt Arthur Miller England. Marilyn hat inzwischen Vertrauen zu dem sieben Jahre jüngeren Regieassistenten gefasst und sucht seine Nähe….

B+ (Wertung von A bis F) „My Week with Marilyn“ basiert auf wahren Begebenheiten. Colin Clark hat seinerzeit Tagebuch geschrieben und unter dem Titel „The Prince, the Showgirl and Me“ im Jahr 1995 veröffentlicht.

Gleich die erste Szene fand ich unglücklich. Es sollte die singende, glamouröse Marilyn Monroe zeigen, gesehen habe ich Michelle Williams („Dawson´s Creek“, „Brokeback Mountain“, Blue Valentine) die ordentlich aufgepolstert in ein Kleid gesteckt wurde, um annähernd der kurvenreichen Silhouette Marilyn Monroes näherzukommen. Ich dachte nur, wenn das jetzt so weitergeht, wird es eine peinliche Vorstellung. Es ist schon unglaublich mutig, diese einzigartige Leinwandlegende zu portraitieren. Dankenswerterweise hatte ich die erste Szene schnell vergessen, ich war einfach gefesselt von dem dann Erzählten. „My Week with Marilyn“ wirkt wie eine dieser Dokumentationen mit nachgestellten Szenen. Der Film erzählt von einem Sexsymbol (Marilyn Monroe), die als ernstzunehmende Künstlerin wahrgenommen werden wollte und immer auf der Suche nach Zuneigung und Liebe war und – auf der anderen Seite – von einem hoch angesehenen Theater-und Filmschauspieler (Sir Laurence Olivier), der neidisch auf Marilyns Berühmtheit war. Der Film zeigt aber auch wie anstrengend, voller Selbstzweifel und einsam Marilyn Monroe war. Als ich aus dem Kino kam, hatte tatsächlich das Gefühl, zu verstehen wie diese Frau getickt hat. Auch kann ich nachvollziehen wie Laurence Olivier an dieser, nach außen hin, divenhaften und disziplinlosen Frau schier verzweifelt sein muss. Bezeichnend dafür, dass er in seiner Karriere fortan auf die Arbeit als Filmregisseur verzichtet hat und zurück zum Theater gegangen ist. Später, in den 1970er Jahren hat Sir Laurence Olivier noch ein einziges Mal Regie in einem Film geführt. Schließlich erzählt „My Week with Marilyn“ aber auch wie sich der 23-jährige Regieassistent, in die große Monroe verliebt hat.

Mit Ausnahme von dieser ausdruckslosen Darstellerin aus den Harry Potter Filmen, sind in „My Week with Marilyn“ alle Schauspieler idealbesetzt und jede/ jeder beeindruckt auf ihre/ seine Weise. Michelle Williams wird als heiße Kandidatin für eine sichere Oscar-Nominierung im nächsten Jahr gehandelt. Sie kommt der Monroe schon sehr nahe, immer mal wieder gibt es einige Sekunden im Film, da könnte man sogar denken es wäre die Leibhaftige, die sie hier eingespielt haben. Wichtiger war aber, dass sie überzeugend die Präsenz und den Charakter des größten Stars seinerzeit rüberbringt. Das ist ihr, wie erwähnt, geglückt. Gerechtfertigt wäre aber auch eine Oscar-Nominierung für Kenneth Branagh und Eddie Redmayne. Der britische Theaterschauspieler Eddie Redmayne hat auch schon in Filmen („The Good Shepherd“, „The Other Boleyn Girl“) mitgewirkt, aufgefallen ist er mir bislang aber nicht. Wenn ich ihn hier mit seiner intensiven, authentischen Performance sehe, frage ich mich, wie es sein kann, dass er mir nicht zuvor ins Auge gefallen ist.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Young Adult“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Jason Reitmans neue Tragikomödie mit einer scheinbar brillanten Charlize Theron. Auch mit dabei Patrick Wilson und Patton Oswalt. Oscar-Potential. Ich glaube, der Film wird mir gefallen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „War Horse“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: „War Horse“ gilt immer noch als möglicher Oscar-Film. Für mich immer noch ein „Arbeitsfilm“.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Girl with the Dragon Tattoo“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: David Finchers Remake der gleichnamigen Stieg Larsson-Verfilmung mit Daniel Craig, Rooney Mara, Robin Wright. So, die ersten haben nun endlich diesen Film gesehen, dürfen aber noch nichts sagen bzw. darüber schreiben. Das Einzige was durchklingt, ist, dass Rooney Mara der Oberknaller sein muss.
Wie oft schon im Kino gesehen: 7 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Wanderlust“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie mit Paul Rudd und Jennifer Aniston. Wenn die Aniston nicht mitspielen würde…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Artist“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Ein schwarz-weißer Stummfilm, so etwas sieht man heutzutage einfach nicht mehr im Kino. „The Artist“ hält sich seit Monaten schon als einer der Oscar-Favoriten bei den Oscars 2012.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Iron Lady“
Bewertung des Trailers: B- (Teaser)
Kommentar: Biopic über die britische Premierministerin Margaret Thatcher mit Meryl Streep
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

2 Gedanken zu “Chicago – Film: "My Week with Marilyn"

  1. 🙂 Ich glaube nicht das ein so überragender Künstler wie Laurence Olivier wegen der Monroe aufs Regieführen verzichtet hat. Das er an ihr verzweifelte ist schon eher. Für mich ist Olivier der großartigste Darsteller/Künstler des letzten Jahrhunderts, kein Vergleich mit der Monroe. Der Prinz und die Tänzerin war einfach kein kommerzieller Erfolg.
    Ich bin immer skeptisch wenn irgendeine „Nebenfigur“ Tagebuch schreibt hat und dann ihre Sicht als ultimative Wahrheit hinstellt.
    Eigentlich finde ich persönlich auch, dass es nun wirklich genug Material über Marilyn Monroe gibt, aber gut scheinbar ist da noch Bedarf. Verstehe mich nicht falsch, ich kenne praktisch jeden Film mit ihr, habe einen großen Teil unzählige Male gesehen, aber man kann das Leben eines Menschen auch überdramatisieren.

    Obwohl ich Null Lust darauf habe müsste ich das Larsson Remake schon gucken, um zu sehen ob Rooney Mara tatsächlich besser ist als Noomi Rapace. Kann ich nicht ansatzweise glauben, denn die Ausschnitte waren ja ziemlich mau.
    Lustig, dass Du Charlize Theron so magst, ich finde nichts an ihr. 🙂

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  2. 🙂 Ich finde es absolut faszinierend wenn Du mit Aussagen um die Ecke kommst, mit denen ich so gar gerechnet habe. Dass Laurence Olivier einer der großartigsten Künstler des letzten Jahrhunderts für Dich war, ist so eine. Toll. 🙂

    Ja, darum geht es hier einer der großartigsten Künstler, der nie so berühmt war und ein berühmtes Sexsymbol, dass nie richtig als Künstlerin ernstgenommen wurde. Unterschiedlicher konnten sie nicht sein. Vielleicht sollte man skeptisch sein, wenn eine, wie Du sagst, Nebenfigur über die Zeit berichtet, aber was soll´s, wir müssen uns halt auf Zeitzeugen verlassen. Letztlich ist uns hier aber auch nichts Neues erzählt worden. Wir wussten schon vorher, dass die Monroe verletzlich, unsicher, tablettenabhängig und was weiß ich noch alles, war. Hier wird es nur glaubhaft auf der Leinwand gezeigt und es wird ganz sicher nicht überdramatisiert. Es wird gezeigt, wie sie wahrscheinlich einfach war, sie wird auch ganz sicher nicht unsympathisch gezeigt. Für das was sie war, ist sie eh unangreifbar.

    Im Abspann wurde geschrieben, dass er auf Regiearbeiten dann verzichtet hat, ich glaube schon, dass ihm Filme mit sogenannten Stars nach dieser Erfahrung einfach zu anstrengend war.

    Ich habe halt die schwedischen Original-Filme nicht gesehen und habe keine Vergleichsmöglichkeit. Im Trailer kommt aber schon rüber, dass Rooney Mara eine intensive Performance bringt. Mal sehen, ich muss mir selbst ein Bild machen.

    Charlize Theron finde ich zum einen bildhübsch (nach dem Motto: hübscher geht wirklich nicht) und ich mag das zynisch-zickige bei Frauen. Aber auch hier muss ich den Film im Ganzen sehen. 🙂

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