San Francisco – Film: "The Ides of March"


Ich war am 19.10.11 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„The Ides of March“ (dt. Titel: „The Ides of March – Tage des Verrats“, dt. Kinostart: 22.12.11) 98 min drama
dir. George Clooney cast: Ryan Gosling, George Clooney, Philip Seymour Hoffman, Paul Giamatti, Marisa Tomei, Evan Rachel Wood, Jeffrey Wright, Max Minghella, Jennifer Ehle

Die Benennung des demokratischen Präsidentschaftskandidaten steht kurz bevor. Die Entscheidung wird zwischen dem liberalen Gouverneur von Pennsylvania Mike Morris (George Clooney) und dem konservativen Senator von Arkansas Ted Pullman (Michael Mantell) fallen. Derjenige, der die Abstimmungen in Ohio gewinnt und die Unterstützung des einflussreichen Senators Thompson (Jeffrey Wright) erfährt, ist so gut wie Präsident der Vereinigten Staaten. Die republikanische Partei ist bei dieser Präsidentschaftswahl einfach zu schlagen. Stephen Meyers (Ryan Gosling) ist Medienberater und arbeitet direkt unter Wahlkampfleiter Paul Zara (Philip Seymour Hoffman) für Mike Morris. Eines Tages bekommt er einen Anruf vom gegnerischen Wahlkampfleiter Tom Duffy (Paul Giamatti). Tom Duffy bittet Stephen um ein Treffen…

B (Wertung von A bis F ) „The Ides of March“ wurde von Beau Willimons Bühnenstück „Farragut North“ adaptiert, welches von Howard Deans Präsidentschaftskampagne im Jahr 2004 inspiriert wurde. Die Verfilmung weist aber mehr Ähnlichkeiten zu der Kampagne (und dem Skandal) des damaligen demokratischen Kandidaten John Edwards auf. George Clooneys charmanter Mike Morris gleicht aber auch in seiner Präsenz und Rhetorik Barack Obama. Alleine das Shepard Fairey-Wahlkampfplakat von Kandidat Morris ist dem von Obama im Wahlkampf 2008 nachempfunden.

„The Ides of March“ ist ein sehenswerter und spannender Politthriller, aber für mich keinesfalls ein Oscar-Film. Vielleicht hatte ich zu hohe Erwartungen an den Film an sich. Ich möchte mich aber nicht beschweren, ich habe immer großes Vergnügen, den Dialogen von herausragenden Charakterdarstellern zu folgen. George Clooney hat für sein Projekt Ryan Gosling, Philip Seymour Hoffman, Paul Giamatti, Marisa Tomei, Jeffrey Wright, Evan Rachel Wood und Jennifer Ehle gewinnen können. Mit Abstand gibt P.S. Hoffman hier die beste Performance des Ensembles. Sobald er auftaucht beherrscht er die Leinwand. Für mich ist das eine klare Oscar-Nominierung. Marisa Tomei sehe ich immer gerne, leider hat sie hier nur eine kleine Rolle. Evan Rachel Wood hat mich auch wieder einmal überzeugen können und sogar Paul Giamatti fand ich brillant. George Clooney hat das nötige, wie man sagt, präsidiale Charisma, das ein Kandidat braucht, um Präsident der Vereinigten Staaten zu werden. Auch wenn seine Rolle in „The Ides of March“ nur eine Nebenrolle ist, ich nehme ihm in jeder Sekunde den möglichen Präsidentschaftskandidaten ab. Die Hauptrolle spielt hier aber Ryan Gosling. Ryan Goslings Charakter fand ich fragwürdig. Von der charakterlichen Entwicklung der Filmfigur Stephen Meyers habe ich mich irgendwie überrumpelt gefühlt. Erst ist er idealistisch, definitv smart und glaubt an seinen Kandidaten und dann dieser Fehler, der an sich schon Fragen aufwirft. Schließlich dieser abrupte Wandel. Fand ich schwierig und irgendwie unglücklich. Ryan Gosling („The Notebook“, „Half Nelson“, Blue Valentine, Drive) hat mir überwiegend verdammt gut in seiner Rolle gefallen, manchmal hat er sogar George Clooneys Charakter etwas Charisma genommen. Meines Erachtens konnte Ryan Gosling jedoch diese hohe schauspielerische Qualität nicht durchgängig halten.

Die Chancen bei den Oscars als bester Film schätze ich derzeit (Oktober 2011) eher gering ein. Es gibt derzeit immer noch Filme, die noch nicht komplett fertiggestellt sind, bzw. noch nicht der Presse vorgeführt wurden. Wenn diese Filme ihrem Favoriten-Status nicht gerecht werden, könnte „The Ides of March“ wieder mit ins Spiel kommen, zumal auch bis zu zehn Filme nominiert werden. Nominierungen für die Schauspieler sind wahrscheinlich. Ganz weit vorne sehe ich dabei Philip Seymour Hoffman als bester Nebendarsteller. Möglich aber auch Paul Giamatti als bester Nebendarsteller. Eine Nominierung für Ryan Gosling als bester Hauptdarsteller ist nicht abwegig.

„The Ides of March“ ist Clooneys vierte Regiearbeit. Für mich ist „Good Night, and Good Luck“ nach wie vor seine beste Arbeit hinter der Kamera.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Anonymous“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: In den U.S.A. wird, damit man sich nicht langweilt, wenn man viel zu früh im Kino erscheint, immer First Look von aktuellen Film- und Fernsehproduktionen gezeigt. In den letzten Monaten war „Anonymous“ dort oft vertreten. Den eigentlichen Trailer zu dem Film habe ich aber tatsächlich das letzte Mal im April im Kino gesehen. Ich bin immer noch skeptisch, dass Roland Emmerich einen Film zustande gebracht hat, der auch mir gefällt. Was man so hört, soll der Film aber ordentlich sein, insbesondere in technischen Kriterien und Ausstattung.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 70 %

Trailer v. Film: „Contraband“
Bewertung des Trailers: C- (neuer Trailer)
Kommentar: Actioner mit Mark Wahlberg und Kate Beckinsale
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Descendants“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film mit George Clooney. Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Girl with the Dragon Tattoo“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: David Finchers Remake der gleichnamigen Stieg Larsson-Verfilmung mit Daniel Craig, Rooney Mara, Robin Wright. An Rooney Mara habe ich mich mittlerweile gewöhnt und ich bin gespannt auf diese Performance. Trailer ist mir zu lang. Oscar-Film oder Oscar-Potential, wird sich zeigen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „J. Edgar“
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Clint Eastwoods Biopic über den ersten FBI Direktor J. Edgar Hoover. Mit Leonardo DiCaprio, Armie Hammer, Jeffrey Donovan, Judi Dench, Naomi Watts. Wow, danke für diesen neuen Trailer!
Jetzt habe ich einen besseren Eindruck von dem Film und ein fast schon wieder gutes Gefühl für Leos Performance. Armie Hammer gefällt mir im Trailer. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Tinker, Tailor, Soldier, Spy“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Spionagethriller nach dem Roman von John le Carré. Film mit Gary Oldman, Colin Firth, Tom Hardy, John Hurt, Toby Jones, Mark Strong. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

5 Gedanken zu “San Francisco – Film: "The Ides of March"

  1. Ah spannend. Will ich sehen (von den Trailern vielleicht nur 3).
    Man, ich trete zur Zeit echt auf der Stelle und schaffe praktisch keinen Film, den ich sehen wollte und leide dabei… :))
    Heute geht’s erstmal in die „Killer Elite“. Da mache ich mir keine so große Hoffnung. Nächste Woche gucke ich den unsäglichen Hathawaystreifen an (zwei an einem Tag *würg*) ^^

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  2. Ich trete auch im Moment etwas auf der Stelle. Ich schaffe es praktisch nur während der „Arbeitszeit“ ins Kino zu gehen. Ich muss jetzt aber tatsächlich auch ein paar Filme in Berlin gucken.

    Hast Du eine Wette verloren? :)) Der soll so gar nicht gut sein und dann noch die Hathaway. :no:

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  3. Nein nein, aber Previewkarten gewonnen. Meine Freundin will auch reingehen. Vielleicht ist sie nächsten Dienstag ja verhindert :))
    „Killer Elite“ war auch nicht der Burner. Eigentlich hat mir überraschenderweise Dominic Purcell am besten gefallen. Der Typ den er gespielt hat und seine Maske passten einfach wie die Faust aufs Auge; sonst glänzt er ja eher durch Talentfreiheit :))

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