NYC – Film: "127 Hours"


Ich war am 18.11.10 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„127 Hours“ (dt. Kinostart: 17.02.11) 93 min drama, adaptation
dir. Danny Boyle cast: James Franco, Amber Tamblyn, Kate Mara, Clemence Poesy, Lizzy Caplan, Treat Williams

April 2003. Ohne jemanden von seinem Vorhaben erzählt zu haben, fährt der Naturbursche Aron Ralston (James Franco) zum Mountainbiken und Klettern für das Wochenende in den Canyonlands Nationalpark in Utah. In einem noch abgelegeneren Teil des Parks stürzt er in eine Felsspalte, wobei sein Arm zwischen zwei Felsbrocken eingeklemmt wird. Er hat nicht viele Möglichkeiten, sich aus dieser lebensgefährlichen Lage zu befreien…

A (Wertung von A bis F) „127 Hours“ basiert auf einer wahren Geschichte und Aron Ralstons Autobiografie „Between a Rock and a Hard Place“.

„127 Hours“ ist nicht nur einer der besten Filme des Jahres 2010, für mich ist es einer der besten Filme überhaupt. Wer hätte das gedacht? Als ich vor einigen Monaten davon hörte, dass Aron Ralstons Geschichte als Kinofilm entsteht, habe ich mich gefragt, wer sich so etwas für 1 1/2 Stunden anschauen soll. Nun habe ich, glaube ich, schon zu Slumdog Millionaire  erwähnt, dass man Danny Boyle („Trainspotting“) nie unterschätzen darf. Vor zwei Jahren präsentierte er dem verwöhnten Kinopublikum einen Film, der ausschließlich in Indien spielt, mit ausschließlich indischen Schauspielern und noch dazu zum überwiegenden Teil in Hindi (und damit untertitelt). Mit „Slumdog Millionaire“ begeisterte er sogar die Zuschauer, die Bollywood-Filme (höflich ausgedrückt) für verzichtbar halten, und überzeugte auch die Academy, Sein Film gewann rekordverdächtige acht Oscars.

Mit „127 Hours“ beweist er einmal mehr, was für ein brillanter Filmemacher er ist. Aus praktisch nichts, wenn man mal an die simplen Fakten denkt, erzählt er einen Film, der einen schnell packt (mich schon im Opening) und bis zum Schluß nicht mehr loslässt. „127 Hours“ ist beeindruckend fotografiert ist, lässt viel Raum für die Schönheiten der Natur und zeigt natürlich weit mehr als die bekannten Fakten (und ja, ich musste mir bei der unvermeidbaren oberhammerkrassen Szene die Hände vor die Augen halten). Wie üblich, hat Danny Boyle einen perfekten Soundtrack als Untermalung auch für seinen neuen Film gewählt. Danny Boyle bereichert durch seinen eigenen und mittlerweile unverkennbaren Stil die Filmwelt.

Im Jahr 2000 hat Tom Hanks in Robert Zemeckis „Cast Away“ einen Film komplett alleine getragen. Ich fand den Film gut, würde ihn mir aber kein zweites Mal anschauen. Hier trägt James Franco („City by the Sea“, Pineapple Express, Milk) den Film alleine und zwar so beeindruckend authentisch, sympathisch, voller Charme und Humor, dass dies ganz sicher eine Oscar-Nominierung nach sich ziehen wird. Vermutlich wird er Colin Firths Weg zum ersten Oscar noch etwas spannender gestalten. Im Gegensatz zu „Cast Away“ werde ich mir „127 Hours“ so bald wie möglich noch einmal im Kino anschauen.

Ich kann mir Oscar-Nominierungen für bester Film, beste Regie, bester Hauptdarsteller, bestes adaptiertes Drehbuch, beste Kamera, bester Schnitt sehr gut vorstellen.

Selbstverständlich ist „127 Hours“ festgesetzt in meiner TOP TEN für Filme des Jahres 2010.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Biutiful“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar:Alejandro González Inárritus neues Drama mit Javier Bardem. Film und Javier Bardem könnten eine Oscar-Nominierung erhalten.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Rabbit Hole“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Nicole Kidmans neuer Film macht einen überraschend guten Eindruck. Es hat sich offenbar gelohnt, für einige Monate auf Botox zu verzichten, so wird Frau Kidman jetzt auch für eine Oscar-Nominierung gehandelt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

7 Gedanken zu “NYC – Film: "127 Hours"

  1. Hey, bester Film überhaupt und dann kein A+ ? ;D
    Hört sich nicht uninteressant an. Castaway hatte ich zuerst wie alle Tom Hanks Filme erstmal abgelehnt, mittlerweile habe ich ihn bestimmt drei- oder viermal gesehen. Ich kann ganz gut mit Einmannstücken. James Franco kann aber auch richtig gut spielen, finde ich. Na mal schauen 🙂
    Und „Rabbit Hole“ – gab es in den letzten fünf Jahren nicht mindestens drei Filme mit dem selben Thema?

    Gefällt mir

  2. mmmh, naja zum einen habe ich ja geschrieben EINER DER (weil ich auch der Meinung bin, es gibt nicht DEN besten Film überhaupt – ich hätte schon Schwierigkeiten, wenn alle Filme auf der Welt zertört werden sollen, zehn zu nennen die „überleben“) besten Filme überhaupt, zum anderen versuche ich tatsächlich extreme Bewertungen (A+ und auch F) sehr zu vermeiden, bzw. nur dann zu vergeben, wenn es tatsächlich unvermeidbar ist. (Im Positiven war es aus meiner Erinnerung „Wall-E“ und „Up“, im Negativen, wenn ich von der Schlechtigkeit des Filmemachens Bauchschmerzen und sehr schlechte Laune bekommen habe, wie z.B. dieses Jahr bei „Frozen“… :)) … ;D )

    Bei „127 Hours“ bin ich total euphorisiert aus dem Kino gekommen (dann leider noch in einen Shopping-Rausch verfallen, das steht aber auf einem anderen Blatt… 🙂 ) und habe jetzt, Tage später, immer noch ein sehr gutes Gefühl, wenn ich an den Film denke und wenn ich mir den Trailer noch einmal anschaue, schlägt mein Herz schneller.

    Ich finde auch, dass James Franco ein fantastischer Schauspieler ist. Echt? Magst Du Tom Hanks nicht, :no: Ich finde man hat ihn sehr lange nicht in guten Rollen gesehen, aber wenn ich an „Philadelphia“ und „Forrest Gump“ denke und wie herausragend er war.

    Stimmt, die Basisgeschichte von „Rabbit Hole“ hat man in den letzten Jahren tatsächlich öfter verfilmt gesehen. Wenn mir jemand jedoch eine Geschichte erzählt, die in ein schönes Gerüst von Film verpackt ist und die schauspielerisch richtig gut umgesetzt ist, ist mir egal,ob ich die Geschichte in anderer Version schon mehrmals gesehen habe. Bei „Rabbit Hole“ wird sich das noch zeigen müssen.

    Gefällt mir

  3. Geht es Dir etwa ähnlich wie mir? Hochgefühle verursachen bei mir oft den Wunsch mich mit Sachen einzudecken, die ich eigentlich nicht wirklich in der 1526en Variante brauche wie Taschen, Schuhe, Schmuck, MakeUp… :))
    Ich mochte Tom Hanks in vielen Rollen, doch irgendwann war er mir einfach zu präsent und ich muss gestehen, dass ich „Forrest Gump“ ziemlich schrecklich finde und „Philadelphia“ na ja. Tom Hanks mag ich also nur in Maßen. Unbestritten ist er ein guter Schauspieler, auch wenn er für meinen Geschmack keine große Bandbreite hat.

    Gefällt mir

  4. 🙂 Ja, ja ganz schlimm… Wobei ich der Meinung bin, man kann nie genug Taschen, Schuhe, Klamotten und Schminke haben… :))

    Ich kann mir nicht vorstellen, was man an „Forrest Gump“ schrecklich finden kann, ernsthaft. :no: Ich muss Dir leider widersprechen, ich finde schon, dass er eine ordentliche Bandbreite hat, sonst hätte er einem nicht glaubhaft machen können, dass er diese geistig-zurückgebliebene Persönlichkeit, der Aids-Kranke und dieser Ost-Europäer in „The Terminal“ (alle Filme vorausgesetzt, dass man sie auch im Original gesehen hat, anders ist Forrest und Terminal sicher kaum zu ertragen) ist. Was ich jedoch finde, was den Beginn seiner Karriere mit den ganzen Komödien und RomComs, und den jetzigen Zeitpunkt seiner Karriere mit diesem für mich schlechten „Charlie Wilson`s War“ und diesen unerträglichen Dan Brown-Verfilmungen angeht, dass er im Moment keine so breite Bandbreite mehr hat bzw. zeigt. Ich glaube, er konzentriert sich im Moment mehr auf das Produzieren.

    Gefällt mir

  5. Was „Forrest Gump“ betrifft: ich habe wirklich Probleme mit der Darstellung von Behinderten im Hollywoodkino. Mag sein, dass es da oberflächlich gesehen gute Leistungen gibt (ich denke da auch an „Gilbert Grape“), an sich finde ich das aber weder unterhaltsam noch spaßig, besonders wenn die Hauptfigur behindert ist. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich schon so lang in der Behindertenhilfe arbeite oder was auch immer (Rainman mochte ich aber ebenfalls nie).
    Was Hanks Bandbreite an Figuren angeht, hast Du natürlich recht, dennoch sieht er immer gleich aus finde ich. „Terminal“ ist nun wieder einer seiner besseren Filme. Ich sage ja in Maßen sehe ich viele seiner Filme gerne.

    Gefällt mir

  6. Ah, okay verstehe. Kann Deinen Standpunkt nachvollziehen, finde aber, dass auch Behinderte ein gutes Recht haben, in Hollywood „vorzukommen“. Sie dürfen dabei natürlich nicht ausgenutzt werden, wie auch immer. Ich finde z. B. nicht, dass der geistig zurückgebliebene Forrest als Figur missbraucht wurde, dafür wurde er auch viel zu hinreissend und liebenswert gezeigt. Bei „Forrest Gump“ wurde einfach nur eine Figur als roter Faden genommen, um einen großen Teil der amerikanischen Geschichte zu erzählen. Du magst recht haben, dass Produzenten gerne mal geistig oder körperlich eingeschränkte Figuren nehmen, um Filmpreise zu gewinnen. Ich finde, da muss man von Performance zu Performance und Film zu Film neu und für sich bewerten.

    Und Ja, optisch kann sich Tom Hanks tatsächlich kaum verändern (vielleicht mit Ausnahme von „Philadelphia“ und „Cast Away“

    Gefällt mir

  7. Durchaus, auch Menschen mit geistiger Behinderung sollten im Film eine Plattform finden wie das optimaler aussehen sollte weiß ich auch nicht so recht, ist wirklich eine Gefühlssache.
    Bei „FG“ fand ich die Kombination aus geistiger „Zurückgebliebenheit“ und spaßiger Geschichtsstunde einfach nicht so gut.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.