Chicago – Film: "Fair Game"


Ich war am 10.11.10 in Chicago und habe mir im Kino angeschaut:

„Fair Game“ (dt. Kinostart: 25.11.10) 108 min drama, thriller, biopic, adaptation
dir. Doug Liman cast: Naomi Watts, Sean Penn, Ty Burrell, Sam Shepard, Bruce McGill, Noah Emmerich, David Andrews

Valerie Plame (Naomi Watts) ist mit Joe Wilson (Sean Penn), einem ehemaligen US-Botschafter und Diplomaten, verheiratet. Sie haben zwei Kinder. Valerie führt ein Doppelleben als CIA-Agentin, von dem nur ihr Mann und ihre Eltern wissen. Im Auftrag der amerikanischen Regierung fährt Joe im Jahr 2003 nach Niger um dem Hinweis nachzugehen, ob Saddam Hussein dort Uran zum Bau einer nuklearen Waffe gekauft hat. Obwohl Joe diesen Verdacht als komplett unbegründet empfand und in seinem Bericht sogar darauf hindeutet, dass mögliche Dokumente gefälscht wurden, wird die Bush-Regierung angebliche Uran-Käufe als Rechtfertigung nennen, um einen Angriffskrieg gegen Saddam Hussein und den Irak zu beginnen. Joe Wilson veröffentlicht daraufhin einen sehr kritischen Artikel über die Bush-Administration in der New York Times. Kurz nach Erscheinen des Zeitungsartikels wird Joes Frau Valerie als CIA-Agentin enttarnt. Die engsten Mitarbeiter von George W. Bush stehen im Verdacht, die Identität der Agentin gezielt preisgegeben zu haben, um sich damit für Wilsons Artikel zu rächen…

B- (Wertung von A bis F) „Fair Game“ basiert auf Valerie Plames Memoiren „Fair Game: My Life as a Spy, My Betrayal by the White House“. Der politische Skandal, die sogenannte „Plame-Affäre“, wurde seinerzeit weit über die amerikanischen Grenzen hinaus bekannt.

Doug Liman, der es mit „Swingers“ und „Go“ geschafft, zwei Filme zu inszenieren, die ich immer wieder gerne gucke, hat sich mit dem Biopic „Fair Game“ meines Erachtens etwas verzettelt. Wo ich bei seinen Filmen „Go“ und „The Bourne Identity“ schnelle Schnitte oder Wackelkamera als stimmig empfand, empfinde ich die „Wackelkamera“-Perspektiven hier bis auf wenige Szenen ablenkend und irritierend. Die Geschichte von „Fair Game“ ist alleine skandalös, brisant und fesselnd genug.

Sean Penn, diese rebellisch-männliche, intelligente, politisch und sozial engagierte und völlig unangepasste Persönlichkeit aus Hollywood ist mein absoluter Lieblingsschauspieler und ich sehe sein ausdrucksstarkes Gesicht (ja und auch seine tollen Haare) wahnsinnig gerne, vor allen Dingen liebe ich seine sexy Stimme. Man merkt seiner überragenden Darstellung hier wieder an, dass ihm – als erklärter George W. Bush-Gegner – sehr viel an dem Biopic gelegen haben muss. In einigen Szenen hatte ich sogar den Eindruck nicht Joe Wilson spricht und handelt hier, sondern Sean Penn selber.

Nachzuvollziehen wäre für „Fair Game“ eine (für ihn sechste, zwei Academy Awards hat er schon) Oscar-Nominierung für Sean Penn, aber auch eine für David Andrews, der Scooter Libby (den Stabschef des damaligen Vizepräsidenten Dick Cheney) spielt, der mich hier absolut überzeugt hat.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „True Grit“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Neuer Coen-Bros Film, Remake des John Wayne-Western von 1969 mit Jeff Bridges, Josh Brolin und Matt Damon
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Restless“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Gus Van Sants neues Drama mit Mia Wasikowska (die mich schon mit ihrem letzten Film „The Kids Are All Right“ von ihrer Natürlichkeit überzeugte
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Dilemma“
Bewertung des Trailers: D
Kommentar: Ron Howards neuer Film. Eine Komödie mit Vince Vaughn, Kevin James, Jennifer Connelly, Winona Ryder und Queen Latifah
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 10% (wenn ich echt Langeweile habe)

Trailer v. Film: „Unknown“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: ein in Berlin gedrehter Thriller mit Liam Neeson, Diane Kruger, der MAD MEN-Schönheit January Jones, Frank Langella, Bruno Ganz
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Rite“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Horrorfilm mit Anthony Hopkins
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80 % (für Anthony Hopkins)

4 Gedanken zu “Chicago – Film: "Fair Game"

  1. Habe gerade die Verlosung für die Preview verpasst *jammer*
    Hm, also bemängelst Du vor allem die filmische Umsetzung der Actionszenen? Ich glaube mit diesen schrecklichen Handkamera-Wir-Sind-Voll-Dabei Einstellungen müssen wir leben. Viele Regisseure wissen wahrscheinlich gar nicht mehr wie man anders Dynamik in den Film bekommt :))
    Ja Sean Penn ist zwar gar nicht mein Typ, aber ich sehe ihn auch wirklich gerne. Er kann einfach alles gut spielen, vom Looser bis zum toughen Politiker.

    So so, „Der Marshall“ wurde von den Coens neuverfilmt. Weiß ich nicht so recht, ob mir das gefällt. Ich mag das Original so sehr.

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  2. Oh Mist, naja, der kommt ja eh gleich ins dt. Kino, würde ihn sowieso im Original (wie alle Filme) empfehlen.

    Also ich bemängel hier die meisten Handkamera-Szenen, es handelt sich hierbei ja nicht um einen Actionfilm, wo die Voll-Dabei-Szenen angebracht wären, sondern um ein solides Biopic mit einer verdammt guten Story, bei der man nicht m.E. nicht zu Hilfs- oder Stilmitteln greifen muss. Ich denke einfach, dass jeder andere gute und souveräne Regisseur hier einen besseren Film inszeniert hätte.

    Ja, wenn ich mir tatsächlich einen Traummann „backen“ müsste, würde da irgendwie Sean Penn aus dem Ofen kommen. Ich sehe einfach komplizierte Persönlichkeiten als eine Art Herausforderung an. :))

    Ich kenne das True Grit-Original – wieder einmal – nicht. Du willst doch damit nicht andeuten, dass Du einen Coen-Bros-Film „auslassen“ willst?! :no: Witzig finde ich, dass bislang tatsächlich keiner diesen Film gesehen hat und alle schon irgendwie davon schwärmen…

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  3. Ja ja ich weiß, dass es ein Biopic ist. Was ich meinte, dass der Trend zur Handkamera geht, wenn Bewegung oder Stress dargestellt werden soll. Natürlich macht das ein wirklich guter Regisseur nicht unbedingt. Ist eben so eine unangenehme Modeerscheinung.

    „Der Marshall“ habe ich bestimmt 10 Mal gesehen, wenn nicht öfter, aber selbstverständlich werde ich ihn auch von den Coens sehen, geht gar nicht anders. Natürlich stehen sie bei einem Remake unter noch kritischeren Blicken, erst recht bei einem so wunderbaren eigentlich perfekten Klassiker. Der Einzige, der mich hier schon jetzt stört ist Matt Damon :))

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  4. Wow, 10 Mal? Unglaublich, ich bin sicher, dass ich keinen einzigen Film so oft gesehen. Na dann wird es bei Dir ja vielleicht schwierig für „True Grit, 2010“. Die Coens haben allerdings das Drehbuch geschrieben und werden, denke ich, wie immer, ihren eigenen Stempel auf den Film setzen. Mit Matt Damon kann ich mittlerweile auch etwas verstehen. Sehe ihn zwar gegenüber seinem alten Bostoner Kumpel Affleck als Schauspiel-Genie an, habe jetzt aber auch gerade wieder einen Film mit ihm gesehen, wo er mich tatsächlich störte.

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