HBO-Films: "Temple Grandin"


Folgenden HBO-Film habe ich mir auf DVD angeschaut:

„Temple Grandin“ 108 min biopic
dir. Mick Jackson cast: Claire Danes, Catherine O´Hara, Julia Ormond, David Strathairn

Temple Grandin wurde im Jahr 1947 in Boston geboren. Ein Neurologe diagnostiziert bei ihr im Alter von vier Jahren Autismus und rät ihrer Mutter, sie ins Heim zu geben. Ihre Mutter schickt Temple jedoch stattdessen zu Sprachtherapien, ermöglicht ihr eine Ausbildung an Privatschulen und eine akademische Laufbahn. Sie schreibt schließlich ihre Doktorarbeit in Fach Tierwissenschaften. Seit 1990 lehrt sie dieses Fach an der Colorado State University. Sie hat eine Viehhaltungs-Methode entwickelt, durch die die kommerzielle Tierhaltung in den U.S.A. inzwischen wesentlich tierfreundlicher geworden ist. Temple Grandin erfuhr erst mit 15 Jahren den Grund für ihr Anderssein, sie hat das Asperger-Syndrom, eine milde Form des Autismus.

Der Film erzählt über die junge Temple Grandin (Claire Danes), ihre Schulzeit, Zeit an der Uni und ihre ersten Schritte in der Arbeitswelt.

B+ (Wertung von A bis F) Ich habe seit längerer Zeit nicht so ein gelungenes Biopic gesehen. Der Film lässt uns etwas an Temple Grandins Welt teilhaben. Ihre aussergewöhnliche Vorstellungskraft und Gedankenwelt wird von dem Regisseur wunderschön und auch nachvollziehbar in Szene gesetzt. Außerdem zeigt der Film einen weiteren Aspekt der Krankheit Asperger Syndrom auf. So wusste ich nicht, wie intensiv autistische Menschen Geräusche wahrnehmen. Die Problematik, dass Autisten menschliche Nähe als unangenehm empfinden ist weitläufig bekannt, Temple Grandin kann sich jedoch in Tiere reinversetzen. Da ihre eigene Wahrnehmung und ihre Denkweise denen der Tiere ähnelt, half sie schließlich den Umgang mit Tieren zu verbessern und zählt heute noch zu einer der besten Tierpsychologinnen.

Mit Claire Danes („Romeo & Juliet“, „The Hours“, „Stage Beauty“ ) musste ich hier zunächst einen kurzen Moment warm werden, dann aber gibt sie zugegebenermaßen eine so hervorragende Performance, dass ich mir jetzt keine andere Schaupielerin in der Rolle mehr vorstellen kann. Auch Julia Ormond („Sabrina“, „Smilla´s Sense of Snow“, Surveillance), die nebenbei bemerkt hier eine unglaubliche Ähnlichkeit mit Claire Danes hat, überzeugt hier als liebende Mutter. Der ewig unterschätzte und viel zu selten in richtig guten Filmen zu sehende David Strathairn („Dolores Clairborne“, „L.A. Confidential“, „Good Night, and Good Luck“) spielt hier ihren sympathischen Professor.

„Temple Grandin“ ist ein humorvolles, interessantes und auch sehr rührendes Biopic, dass bei einer Kinoverwertung sicherlich auf direktem Wege in Richtung Oscars marschiert wäre. Es ist wohl schon lange kein Geheimnis mehr, dass der Bezahlsender HBO unglaublich anspruchsvolle Fernsehfilme produziert.

Bei der Primetime Emmy Verleihung am 29.08.2010 wurde der HBO-Film „Temple Grandin“ mit insgesamt fünf Awards ausgezeichnet: bester Fernsehfilm, beste Regie, beste Hauptdarstellerin (Claire Danes), beste Nebendarstellerin (Julia Ormond), bester Nebendarsteller (David Strathairn)

Trailer zu sehen:

4 Gedanken zu “HBO-Films: "Temple Grandin"

  1. Ja mag sein, meist wenn ich die Danes gesehen habe, war sie richtig gut, auch wenn es die Filme nicht waren… Julia Ormond verwechsel ich immer mit der anderen, auf die ich im Moment nicht komme (ich sehe sie in einem Film vor mir: mit einem gebrochenen Bein ans Bett gefesselt und ihre Tochter wird, glaube ich, entführt… Tolle Beschreibung… :)) egal), könnte aber auch in jedem Film durch Juliette Binoche ersetzt werden. 🙂

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