Chicago – Film: "The Blind Side"


Ich war am 16.02.10 in Chicago und habe mir im Kino angeschaut:

„The Blind Side“ (dt. Titel: „Blind Side – Die große Chance“, dt. Kinostart: 25.03.10) 125 min drama, adaptation, biopic
dir. John Lee Hancock cast: Sandra Bullock, Tim McGraw, Quinton Aaron, Lily Collins, Ray McKinnon, Kathy Bates

Der afroamerikanische Teenager Michael Oher, „Big Mike“, (Quinton Aaron) ist in zahlreichen Pflegefamilien aufgewachsen. Er hat kein richtiges Zuhause. Als er eines Abends frierend die Straßen langirrt, wird die Mutter zweier Kinder, Leigh Anne, (Sandra Bullock) auf ihn aufmerksam und bietet ihm an, die Nacht im Haus ihrer Familie zu verbringen. Schon bald wird Big Mike ein Teil dieser wohlhabenden, weißen Familie und Leigh Ann erkennt sein großes sportliches Potential. Um ein Football-Stipendium zu bekommen, muß Big Mike aber auch seine schulischen Leistungen um einiges verbessern. Leigh Ann fördert ihn…

D (Wertung von A bis F) Der Film „The Blind Side“ basiert auf dem Buch „The Blind Side: Evolution of a Game“ von Michael Lewis. Der Film ist ein Biopic über Michael Oher. Einem Spieler der Baltimore Ravens.

Gut, ich wusste natürlich schon vorher, dass ich den Film „The Blind Side“ nicht mögen würde. Solche Stories wurden schon millionenfach zuvor zu durchschnittlichen und manchmal auch guten Filmen verarbeitet. Jetzt, nachdem ich mir den Film angeschaut habe, und mit sehr viel Disziplin auch bis zum Schluß durchgestanden habe, erlaube ich mir zu sagen, dass jedes einzelne Mal, in der ich eine artverwandte Geschichte in der Vergangenheit auf der Leinwand gesehen habe, diese Story besser erzählt, inszeniert und mit wesentlich besseren Schauspielern aufgeführt wurde.

Der Film „The Blind Side“ ist dieses Jahr für den wichtigsten Filmpreis der Branche, den Oscar, nominiert worden. Was für ein Affront gegenüber allen Mitbewerbern und den Filmen, die es ungerechtfertigter Weise nicht geschafft haben, in die Liste der zehn besten Filme der Academy aufgenommen zu werden. Was hat sich die Academy eigentlich dabei gedacht?

Sandra Bullock ist Sandra Bullock. Sie ist sympathisch, aber als sehr gute Schauspielerin ist sie in der Vergangenheit noch nie aufgefallen. Auch hier gibt sie nur eine mittelmässige Performance. Den Oscar, den sie vielen Prognosen zufolge am 07.03.10 entgegennehmen wird (und ich gebe bis zum Schluß die Hoffnung nicht auf, dass doch Meryl Streep verdient gewinnt), bekommt sie dafür, dass sie seit Jahren in den U.S.A. für gute Einspielergebnisse sorgt und dafür, dass sie America´s Sweetheart ist. In dieser Tradition wurden vor ihr u.a. bereits die Damen Julia Roberts, Gwyneth Paltrow, Renee Zellweger und Reese Witherspoon mit einem Oscar ausgezeichnet. Update: Sandra Bullock wurde für ihre Rolle in „The Blind Side“ mit dem Oscar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer von Film:“Babies“
Bewertung des Trailers: ?
Kommentar: Ich bin immer noch ratlos, wer sich so etwas angucken soll…
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0 %

Trailer von Film:“Grown Ups“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Comedy mit Adam Sandler, Kevin James, Chris Rock, Rob Schneider und David Spade
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 80 %

Trailer von Film: „The Back-up Plan“
Bewertung des Trailers: D-
Kommentar: RomCom mit J.Lo
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0 %

Trailer von Film:“Cats and Dogs, The Revenge of Kitty Galore – 3D“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Hilfe!
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0 %

7 Gedanken zu “Chicago – Film: "The Blind Side"

  1. Ich möchte aber trotzdem noch erwähnen, dass der Vergleich Julia Roberts/Sandra Bullock hinkt, Roberts halte ich tatsächlich für eine fähige Schauspielerin, und der Oscar für Erin Brockovich halte ich nach wie vor gerechtfertigt. So *lach*.
    Das D erstaunt mich trotzdem etwas, da der Film in den USA ja offenbar den Massengeschmack trifft – was natürlich nichts heißt, da gibts viel schlimmere Kandidaten. Naja, ich werde ihn mir vermutlich trotzdem ansehen, einfach nur um mich selbst davon überzeugen, was Bullock da macht.

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  2. Ich lass Dir ja Deine Meinung. 🙂 Sandra Bullock ist, denke ich, keine bessere oder schlechtere Schauspielerin als Julia Roberts. Der Oscar, den Julia Roberts für „Erin Brockovic“ erhalten hat, halte ich für eine der grössten Fehlentscheidungen der Academy. Insbesondere wenn man die Performance ihrer damaligen Mitbewerber betrachtet: Joan Allen in „The Contender“, Juliette Binoche in „Chocolat“, Ellen Burstyn in „Requiem for a Dream“ und Laura Linney in „You Can Count on Me“ betrachtet. Da war jede einzelne Performance besser. Auf Anhieb fällt mir nur eine andere Fehlentscheidung der Academy ein, die mich ähnlich verärgert hat: Denzel Washington für „Training Day“.

    Viele Filme treffen (nicht nur in den U.S.A.) den Massengeschmack („Transformers“), wie Du sagst, das macht die Filme nicht zu guten Filmen. „The Blind Side“ hatte überwiegend ein afroamerikanisches Publikum.

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  3. Ja, Denzel Washington, das sind die „Entschuldigungsentscheidungen“ wie ich sie gerne nenne. Jahrelang bekommen Schauspieler oder Regisseure für großartige Leistungen keinen Preis, und dann für Filme, die zwar gut, aber nicht überragend waren. Siehe Al Pacino für Scent Of A Women, Martin Scorsese für The Departed… Während ich nicht finde, dass Meryl Streep nun für jede Rolle, die sie spielt, nominiert werden muss. Nicht falsch verstehen, sie ist sicherlich in jeder Rolle überragend, aber da ist man dann offenbar nicht in der Lage über den Tellerrand zu blicken und auch mal unbekanntere Schauspielerinnen zu nominieren. Für mich ist beispielsweise auch unklar, dass Melanie Laurent für Inglourious Basterds nicht auch für einen Oscar nominiert wurde wie Christoph Waltz. Die beiden machen mit ihren Leistungen den ganzen Film aus. Aber – und ich glaube, da sind wir zwei uns einig – über die Entscheidungen diverser Preisjurys kann man stundenlang diskutieren und wird nie zufrieden sein.

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  4. Ja genau, ich nenne es den Kompensations-Oscar. Über Denzels Oscar ärgere ich mich wirklich noch heute, hat er doch Russell Crowe den Oscar damals weggenommen! Obwohl er ihn noch eher für „The Insider“ hätte gewinnen müssen, als für „A Beautiful Mind“, naja schließlich hat er ihn für „Gladiator“ gewonnen… Aber „A Beautiful Mind“ hat damals Bester Film gewonnen und ohne ihn und seine Performance wäre der Film nicht das was er ist. Mit Melanie Laurent verstehe ich bis heute auch nicht, sie war überragend. Bei irgendeinem wichtigen Preis (kann mich nicht mehr erinnern) war dafür Diane Krüger nominiert, da dachte ich, das kann doch nicht wahr sein… :no:

    Klar, Meryl ist Liebling der Academy. Weil sie einfach genau das ist, was eine brillante Schauspielerin ausmacht, sie ist wandelbar, wie kaum eine andere, gibt immer 100%, geht in ihren Filmcharakter über und in den meisten Rollen, die sie bislang gespielt hat, ist sie einfach unersetzbar. Von so einem Schlag gibt es leider sehr, sehr wenige. Warum soll sie also nicht dafür belohnt werden?

    Natürlich kann und muß man über Entscheidungen der Jury diskutieren. Ich muß Entscheidungen immer irgendwie nachvollziehen können. 🙂

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