Toronto – Film: "Bronson"


Ich war am 03.11.09 in Toronto und habe mir im Kino angeschaut:

„Bronson“ (dt. DVD-Veröffentlichung am 18.02.2010) 92 min drama, biopic
dir. Nicolas Winding Refn cast: Tom Hardy, Terry Stone, Matt King, James Lance, Amanda Burton

Im Jahre 1974 begeht der 19-jährigie Michael Peterson einen bewaffneten Raubüberfall auf ein Postamt. Seine Beute sind 26 britische Pfund und 18 Cents. Er wird zu sieben Jahre Haft verurteilt. Aufgrund div. Gewalttätigkeiten gegenüber Mitgefangenen und Wärtern, Geiselnahmen und der Anzettelung mehrerer Aufstände im Gefängnis wird seine Strafe immer wieder erhöht. Michael Peterson, der sich später Charles Bronson nennt, sitzt bis zum heutigen Tag in einem britischen Gefängnis, seit mittlerweile 34 Jahren, davon 30 Jahre in Einzelhaft. Zwischendurch wurde er auch für unzurechnungsfähig erklärt und wurde ein paar Mal in die geschlossenene psychiatrische Anstalt gesteckt. Charles Bronson gilt als Britanniens gewalttätigster Gefängnisinsasse. Der Film „Bronson“ versucht sich, der Person zu nähern. Tom Hardy spielt die Hauptrolle.

A (Wertung von A bis F) Man kann meinen Geschmack nicht präziser treffen als mit diesem Film. Natürlich haben grundsätzlich Filme, die im Zusammenhang mit den Oscar-Nominierungen genannt werden, meine Aufmerksamkeit. Hier hat aber der Zusatz, dass es sich bei „Bronson“ um den „Clockwork Orange“ des 21. Jahrhunderts handelt, dazu geführt, dass ich schon kurze Zeit später aufgeregt und erwartungsvoll im Kino saß. „Bronson“ ist verstörend und grandios zugleich, daher hinkt der Vergleich zu Stanley Kubricks Meisterwerk nicht. Beide Charaktere, Alex DeLarge aus „Clockwork Orange“ und Charles Bronson aus diesem Film sind sich dabei sicher auch nicht unähnlich, beide leben in ihrer eigenen Realität und es liegt nahe, dass sie nicht vollkommen zurechnungsfähig sind. Nur wird in „Bronson“ über eine reale Person erzählt. Der dänische Regisseur Nicolas Winding Refn versucht einem, Charles Bronson in drei mehr oder weniger surrealen Abschnitten näher zu bringen. Der Film beginnt als Theaterstück, in dem Charles (der immer berühmt sein wollte) sich gibt, wie er immer gesehen werden wollte. Dann gibt es eine Episode die zeigt wie Charles Bronson entlassen wurde und an ziemlich genau 69 Tagen versucht, ein Leben ausserhalb der Gefängnismauern aufzubauen. Im abschließenden Teil ist er im Gefängnis zurück und und man nimmt ihn als Künstler war, der verrückt ist oder auch nicht…

Tom Hardy („Marie Antoinette“, „Dot the I“, RocknRolla) ist hier herausragend. Ich würde mich freuen, wenn er für diese Rolle für einen Oscar nominiert wird. Definitiv wäre es gerechtfertigt, den Film „Bronson“ im nächsten Jahr für einen Academy Award zu nominieren. Es steht außer Frage, dass „Bronson“ in meiner eigenen Top Ten Liste für Filme aus dem Jahr 2009 einen festen Platz eingenommen hat.

Trailer zu sehen:

„grandios“

8 Gedanken zu “Toronto – Film: "Bronson"

  1. Ja finde ich auch. Aber ich finde es auch gut, dass es über so eine interessante Persönlichkeit überhaupt einen Film gibt. Ich hatte z.B. bislang noch nichts über ihn gehört, mein britischer Kollege, den ich nach dem Film erst einmal über ihn und den Film zugetextet habe, übrigens auch nicht.

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  2. ich auch nicht, völlig unbekannt. Dass sollte auch der Sinn von Biopics sein, keine biografien über Leute, die sowieso jeder kennt, sondern einfach über hochinteressante Menschen, die nicht im Licht der Öffentlichkeit stehen.

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  3. Naja ich finde es gibt auch über Leute, die jeder kennt sehr neue und interessante Sachen zu berichten. Ich mag grundsätzlich Biopics. Du hast aber sicherlich recht, dass es auch wichtig ist über unbekannte, aber interessante Persönlichkeiten in Biopics zu berichten.

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