TV – Serie "True Blood, Staffel 1"


Ich habe mir die komplette Staffel folgender U.S.-Serie angeschaut:

„True Blood, Staffel 1“ (läuft in D. seit Mai’09 im Pay-TV-Programm „13th Street“) 12 x ca. 55 min. drama, horror, fantasy, adaptation
dir. Alan Ball, John Dahl, Marcus Siega, Nick Gomez cast: Anna Paquin, Stephen Moyer, Rutina Wesley, Sam Trammell, Ryan Kwanten, Chris Bauer, Nelson Ellis, Carrie Preston, Michael Raymond-James, Alexander Skarsgard, Lizzy Caplan, Michelle Forbes, Zelijko Ivanek, Stephen Root

„True Blood“ spielt in der heutigen Zeit in der (fiktiven) Kleinstadt Bon Temps im U.S. Bundesstaat Louisianna. Durch die Erfindung von synthetischem Blut (Tru Blood) ist es den Vampiren möglich, ganz normal (zumindest nachts) unter den Menschen zu leben. Die Menschen begegnen den Vampiren angstfrei, der Umgang mit Vampiren ist jedoch verpönt.

Sookie Stackhouse (Anna Paquin) arbeitet als Kellnerin in dem Restaurant von Sam Merlotte (Sam Trammell). Sie kann Gedanken lesen, was ihr Leben nicht unbedingt angenehmer gestaltet. Eines Abends betritt Vampir Bill (Stephen Moyer) das Lokal und sie ist schnell fasziniert…

A (Wertung von A bis F) Die TV-Serie „True Blood“ ist angelehnt an die Romane „The Southern Vampire Mysteries“ von Charlaine Harris. Ein Roman dieser Folge ist Alan Ball in die Hände gelangt, der die Serie entwickelt, geschrieben, produziert und teilweise auch Regie geführt hat. Alan Ball hat einen Oscar für das beste Drehbuch für „American Beauty“ und diverse Preise für seine Serie „Six Feet Under“ erhalten.

Nun sind in der Vergangenheit Vampir-Filmen selten und Vampir-Serien nie in die Nähe meines Aufmerksamkeitsbereiches gelangt. Lange genug konnte ich mich auch erfolgreich gegen „True Blood“ wehren. In den letzten Monaten lagen mir aber zu viele Bekannte und Kollegen in den Ohren, mir doch diese tolle Serie anzuschauen. Meine, wie ich immer fand, eindeutig klare Argumetation („Ich finde Vampire doof“) zog, für meinen Geschmack, zu viele „Aber“-Argumente nach sich. Zugegebenermaßen habe ich mir hin und wieder auch Teile einer Episode auf HBO angeschaut und fand das was ich sah auch optisch ansprechend, nur kannte ich die Charaktere nicht und konnte keinen Bezug zu der Serie aufbauen. Naja und dann war die erste Staffel vor einigen Wochen bei Borders im Angebot…

Mir gefällt es, wie die Vampire in der Serie gezeigt werden. Das Ganze erinnert doch stark an die Homosexuellen-Bewegung in den U.S.A. Alan Ball zeigt mit seiner Serie, was extremer Glaube und Sex mit Menschen anrichten kann. Die Menschen lassen sich sexuell mit Vampiren ein („fang bangers„) und nehmen die aufputschende Modedroge „V“ bzw. „V-Juice“ (Vampir-Blut).

„True Blood“ spart ganz sicher nicht an Gewalt- und Sexszenen, dabei kommt aber auch der Humor nicht zu kurz. Einige Male habe ich wirklich schallend lachen müssen. Dann sind da noch einige Feinheiten. Auf dem Tisch liegt eine Tageszeitung mit der Schlagzeile „ANGELINA IS ADOPTING A VAMPIRE BABY“ oder in dem angesagten Vampir-Club FANGTASIA (alleine der Name ist toll) hängt ein Bild von dem, zur Erstausstrahlung auf HBO noch amtierenden U.S.-Präsidenten George W. Bush, wie er mit seinen Fangzähnen in den Hals der Freiheitsstatue beisst. Politisch korrekt werden in Anlehnung an die African-Americans die Blutsauger Vampire-Americans genannt. Klar, das gefällt mir.
Dann spielt „True Blood“ natürlich noch in den pittoresken Südstaaten. Trotz meines Jobs habe ich es tatsächlich immer noch nicht geschafft, diese Gegend zu bereisen und finde sie daher sehr exotisch, spannend, auch gruselig aber schön…

Ich habe „True Blood“ nicht als Vampir-Serie empfunden. Sicher existieren die, aber es geht vordergründig um die Bewohner dieser Kleinstadt, ihre Beziehungsprobleme oder Probleme mit Alkohol und Drogen, ihre sexuelle Veranlagerung. Einige sind tiefgläubig und andere haben ihre Geheimnisse und dann geschieht ein brutale Mordserie, die aufgeklärt werden muss. Es gibt einige Überraschungen und natürlich gibt es auch Vampire.

Mit Folge 8 (von 12) bin ích zum Fan von „True Blood“ geworden. Dann drohte mir Schlafentzug, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.

Das Casting ist in meinen Augen (mit einer Ausnahme) äusserst erfolgreich gewesen. Anna Paquin als Sookie Stackhouse ist das Gesicht von „True Blood“, ohne sie wäre die Serie nicht vorstellbar, auch haben mir folgende Charaktere besonders gut gefallen: Tara, Lafayette, Jason, Eric, Rene, Eddie, Amy, MaryAnn und der Magister. Der tatsächlich Einzige, den ich nicht idealbesetzt finde, ist leider ein Hauptcharakter: Vampire Bill. Ich finde, man hätte hier noch weiter suchen müssen, bis man einen männlicheren, sexier Typen gefunden hätte. Später in der Serie habe ich mich etwas an ihn gewöhnt, bin aber dennoch nur mittelzufrieden. Er guckt aber auch immer so dümmlich, aber das ist natürlich Geschmacksache.

Die Charaktere – natürlich ohne Spoiler – im Einzelnen:

Sookie Stackhouse – (Anna Paquin) arbeitet im Merlotte´s als Kellnerin, ist Waise, wohnt bei ihrer Oma, kann Gedanken lesen und verliebt sich in Vampir Bill. Die kanadische Schauspielerin Anna Paquin hat bereits im Alter von 11 Jahren einen Oscar für ihre Rolle in „The Piano“ erhalten, später hat sie in „25th Hour“ und der „X-Men“-Reihe mitgespielt. Für ihre Rolle in „True Blood“ hat sie einen Golden Globe gewonnen.

Bill Compton – (Stephen Moyer) Vampir, der neu in die Kleinstadt Bon Temps kommt. Er hat hier jedoch in seinem vorherigen Leben gelebt. Er ist 173 Jahre alt und verliebt sich in Sookie. Zuvor hat Stephen Moyer z.B. in „Quills“ und 88 Minutes  gespielt.

Jason Stackhouse – (Ryan Kwanten) ist der ältere Bruder von Sookie und Womanizer. Der australische Schauspieler hat u.a. in „Dead Silence“ gespielt.

Tara Thornton – (Rutina Wesley) ist die beste Freundin von Sookie. Sie arbeitet auch als Kellnerin im Merlotte´s. Sie lebt bei ihrer alkoholkranken, gläubigen Mutter. Im Pilotfilm hat eine andere Schauspielerin Tara gespielt. Rutina Wesley ist ab Folge 1 dabei.

Sam Merlotte – (Sam Trammell) ihm gehört das Restaurant, er ist verliebt in Sookie und hat ein Geheimnis.

Lafayette Reynolds – (Nelson Ellis) arbeitet als Koch im Merlotte´s, ist der Cousin von Tara und schwul.

Arlene Fowler – (Carrie Preston) arbeitet als Kellnerin im Merlotte´s, hat zwei Kinder, ist mit Sookie befreundet und mit Rene zusammen.

Rene Lenier – (Michael Raymond-James) ist ein Arbeitskollege und der beste Freund von Jason. Rene führt eine Beziehung mit Arlene.

Eric Northman – (Alexander Skarsgard) Vampir, ihm gehört die Bar FANGTASIA und er ist der „Chef“ der Vampire von Louisianna. Der schwedische Schauspieler war u.a. in „Zoolander“ zu sehen.

Amy – (Lizzy Caplan) Freundin von Jason

Maryann Forrester – (Michelle Forbes) Sozialarbeiterin, die Tara hilft…aber das ist sicher nicht alles.

Eddie – (Stephen Root) Vampir, schwul. Stephen Root hat u.a. in „White Oleander“ gespielt

Magister – (Zelijko Ivanek) oberster Vampir, perfekt besetzt mit diesem Schauspieler, der mir schon in „Damages“ so gut gefiel.

Eigentlich wollte ich eine „A-„-Bewertung geben. Wie gesagt, habe bis zum Schluss mit der Besetzung von Vampire Bill Probleme. Dann sind aber die letzten beiden Folgen der Serie so unübertroffen gut geschrieben und umgesetzt, dass ich ein uneingeschränktes „A“ vergebe. Wenn Autoren einen guten Job machen, sollte man dies schliesslich auch würdigen.

So, ich habe eine neue Lieblingsserie und zwar eine, von der ich im Leben nicht gedacht hätte, dass sie zu meiner wird. Wenn es nach mir gehen würde, wäre Staffel 2 gleich im DVD-Player eingelegt, aber die ist am 13. September 2009 erst in der Erstausstrahlung auf HBO zu Ende gegangen.

Der Vorspann:

Trailer zu sehen:

4 Gedanken zu “TV – Serie "True Blood, Staffel 1"

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