Boston – "Appaloosa"

Ich war am 22.10.08 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„Appaloosa“ 108 min western, adaptation
dir. Ed Harris cast: Ed Harris, Viggo Mortensen, Jeremy Irons, Renee Zellweger, Robert Knott, Timothy Spall

1882, in der Stadt Appaloosa in New Mexico fürchten sich die Bewohner vor dem zwielichtigen Farmer Randall Bragg (Jeremy Irons) und seiner Bande. Sie stehen im Verdacht, den Marshall der Stadt getötet zu haben. Von der Stadtverwaltung wird Virgil Cole (Ed Harris) als neuer Marshall und Everett Hitch (Viggo Mortensen) als sein Deputy ernannt. Als erste Amtshandlung nehmen die neuen Gesetzeshüter Randall Bragg wegen Mordes an dem früheren Marshall fest. Randalls Gefolgsleute versuchen natürlich, ihren Anführer wieder zu befreien. Zusätzlich taucht die verwitwte Allison French (Renee Zellweger) in Appaloosa auf und sorgt für Aufregung…

A- (Wertung von A bis F) Hin und wieder sehe ich einen Western ganz gerne. Kein dialoglastiger Film, sondern ein Film, der eine entschleunigte Story über eine Männerfreundschaft erzählt, einige Schlägereien und Schiessereien inklusive. „Appaloosa“ ist Ed Harris´ zweite Regiearbeit nach Pollock. Erneut ist ihm ein guter Film gelungen. Die Besetzung ist stimmig, die Chemie stimmt einfach zwischen Ed Harris („The Truman Show“, „A Beautiful Mind“, „The Hours“) und Viggo Mortensen („The Lord of the Rings“, „History of Violence“, Eastern Promises) und daher können sie auch glaubwürdig eine Freundschaft, die nicht vieler Worte bedarf, transportieren. Jeremy Irons als Outlaw ist natürlich grossartig. Ich bin sicherlich kein Fan von Renee Zellweger, was nicht nur damit zusammenhängt, dass ich – abgesehen von „Nurse Betty“ und „Cold Mountain“ – die Filme nicht mochte, in denen sie spielte. Hier hat sie aber ihre Sache ganz gut gemacht. Oscarnominierungen in der Kategorie SCHAUSPIEL sind nicht abwegig.

Trailer zu sehen:

„sehr gut“

Boston – "City of Ember"

Ich war am 22.10.08 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„City of Ember“ 99 min fantasy, science fiction, adaptation
dir. Gil Kenan cast: Bill Murray, Saoirse Ronan, Tim Robbins, Harry Treadaway, Toby Jones, Martin Landau, Marianne Jean-Baptiste

Nach einer rätselhaften Katastrophe auf der Erde wurde tief unter der Erde die Stadt Ember erbaut. Ember war ausgerichtet, sich mit Hilfe von Essenskonserven und eines riesigen Generators für genau 200 Jahren selbst zu versorgen. Jetzt läuft die Zeit ab, es kommt immer öfter zu Stromausfällen und die Stadt droht, in der Dunkelheit zu versinken. Als die Jugendliche Lina (Saoirse Ronan) eine Metallkiste findet, die scheinbar das Geheimnis von Ember enthält, sucht sie mit ihrem Freund Doon (Harry Treadaway) einen Ausweg, der die Rettung der Bewohner von Ember bedeuten könnte…

B- (Wertung von A bis F) Für einen Film, den ich eigentlich nur als „Vorfilm“ für einen viel wichtigeren Film betrachtet habe, habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Die fantastische und heruntergekommene Welt von Ember ist zwar ein erkennbares Filmset, aber ich wurde von der Stadt und ihren aussergewöhnlichen Bewohnern in den Bann gezogen. Etwas zu kurz kamen mir die übergrossen Insekten. Der Film versucht nicht mit aller Gewalt cool auszusehen, sondern möchte „anders“ sein. Er hat sogar etwas poetisches und ist für mich mehr ein Arthouse-Fantasyfilm, dafür würde auch die Besetzung sprechen. Tim Robbins („The Shawshank Redemption“, „Arlington Road“, „Mystic River“), die diesjährige Oscar-Nominierte Saoirse Ronan („Atonement“) und passender könnte es nicht sein, Bill Murray als Bürgermeister von Ember. Die Rolle seines Lebens war für mich zwar – nach wie vor – in einem meiner Lieblingsfilme „Lost in Translation“, aber für diese Rolle als Bürgermeister dieser besonderen Stadt ist er prädestiniert.

Trailer zu sehen:

„sehenswert“

Boston – "W."

Ich war am 17.10.08 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„W.“ (dt. Titel „W. – Ein missverstandenes Leben“, dt. TV-Ausstrahlung am 23.01.09 auf Pro7″) 110 min biopic, comedy, drama
dir. Oliver Stone cast: Josh Brolin, Richard Dreyfuss, James Cromwell, Ellen Burstyn, Jeffrey Wright, Thandie Newton, Elizabeth Banks, Scott Glenn, Rob Corddry

Oliver Stone zeigt wie George W. Bush (Josh Brolin), priviligierter, aber ungeliebter Sohn, schwarzes Schaf der Familie, Trinker, Spieler, Ivy League College Absolvent, mässiger Geschäftsmann, Ehemann, im Alter von 40 Jahren konvertierter Methodist, der immer davon träumte, ein Baseballstar zu sein, Politiker wurde und schliesslich im Jahr 2000 zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde. Mit Hilfe seines Kabinetts mit u.a. Vize Dick Cheney (Richard Dreyfuss), Aussenminister Colin Powell (Jeffrey Wright), Verteidigungsminister Donald Rumsfeld (Scott Glenn) und Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice (Thandie Newton) führt er, als Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte, sein Volk schliesslich in einen sinnlosen Krieg…

B+ (Wertung von A bis F) 18 Tage vor der nächsten Präsidentschaftswahl am 04. November 08 startet Oliver Stone sein Biopic über den derzeit noch amtierenden US Präsidenten George W. Bush. Oliver Stone („Platoon“, „Wall Street“, „Natural Born Killers“) hat mich mit seinen letzten beiden Filmen („Alexander“ und noch schlimmer „World Trade Center“) äusserst verstimmt, jetzt hat er die Chance, einiges wieder gut zu machen. Nach „JFK“ und „Nixon“ nun der dritte Film über einen amerikanischen Präsidenten. Wie ihn Oliver Stone darstellt, ist sein Standpunkt klar, verwunderlich nur, dass er W. so zeigt, dass man aus dem Film rausgeht und tatsächlich Mitleid für ihn empfindet. George W. Bush ist immer auf der Suche nach Anerkennung von seinem Vater (übrigens: brillante und rührende Performance von James Cromwell als Bush Sr.). Der Film ist in nicht überragend, er hat viele Schwächen, aber sicherlich auch einige Lacher. Es ist aber nicht zuletzt der schauspielerischen Leistung zu verdanken, dass „W.“ zu einem lohnenswerten Filmgenuss wurde. Als ich das erste Mal hörte, dass Josh Brolin (No Country for Old Men) George W. Bush spielen sollte, war ich ratlos. Ich frage mich auch heute noch, wie man überhaupt auf ihn gekommen ist, Ähnlichkeiten sind zumindest nicht offensichtlich. Fakt ist, Josh Brolin hat die Gestik, Mimik, Körpersprache und Sprache seines Präsidenten studiert und komplett übernommen, dass man mit Fortschreiten des Filmes nicht mehr einen Unterschied erkannt hätte. Bravo! Josh Brolin dürfte damit die Oscarnominierung sicher sein. Richard Dreyfuss, der den Vizepräsidenten Dick Cheney ganz umwerfend spielt, (übrigens: hat er mit dem derzeitigen Präsidentschaftskandidat John McCain beinahe noch mehr Ähnlichkeit) und James Cromwell als enttäuschter Vater Bush würde ich gleich dazu mit einer Oscarnominierung belohnen…

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„sehenswert“

Boston – "What Just Happened"

Ich war am 17.10.08 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„What Just Happened“ (dt. Titel „Inside Hollywood“, dt. Kinostart 05.03.2009) 110 min comedy, adaptation
dir. Barry Levinson cast: Robert De Niro, Sean Penn, Bruce Willis, John Turturro, Stanley Tucci, Catherine Keener, Robin Wright Penn

Nach einer katastrophalen Testvorführung seines neuesten Filmes „Fiercely“ steht der erfolgreiche Hollywood-Produzent Ben (Robert De Niro), zwischen dem Regisseur (Michael Wincott) mit einem künstlerischen Anspruch und der profitorientierten Studiochefin (Catherine Keener). In einer Woche soll eine Version von „Fiercely“ auf dem Film Festival in Cannes präsentiert werden, die den Bedürfnisse beider Parteien gerecht wird und natürlich dem Publikum gefällt. Zur selben Zeit erscheint der Hollywoodstar Bruce Willis mit Übergewicht und einem Vollbart zur Anprobe für seinen nächsten Film. In zwei Wochen ist Drehbeginn und Bruce, der für sein Talent geliebt werden will, weigert sich, seinen Bart abzurasieren. Ben versucht den eitlen Star umzustimmen, da das Studio damit droht, den Film abzublasen und Bruce Willis zu verklagen…

B+ (Wertung von A bis F) Nachdem Barry Levinson („Rain Man“, „Sleepers“) in der wunderbaren politschen Satire „Wag the Dog“ gezeigt hat, wozu ein Hollywood-Produzent fähig ist, gibt er in diesem Film einen kleinen Einblick in das Leben eines Filmproduzenten und die Abläufe und Spielregeln der amerikanischen Filmindustrie. Durch die Erzählweise, die realistischen Performances und unter Einfügung tatsächlich realer Personen (Bruce Willis und Sean Penn spielen sich selbst) hat der Film etwas dokumentarisches. Dennoch ist es natürlich eine Komödie, die bis in die kleinste Rolle perfekt besetzt ist. Robert De Niro ist dieser Hollywood-Produzent und der von mir so geschätzte John Turturro („The Big Lebowski“) ist als Hollywood-Agent phänomenal witzig. Bruce Willis´Charakter wurde von Alec Baldwin inspiriert,der sich damals zunächst weigerte, sich für den Film „The Edge“ seinen Bart abzurasieren. Herausheben möchte ich noch Michael Wincott, der den neurotischen Regisseur verkörpert. Seine Filmfigur ist (optisch) eine Mischung aus Sean Penn und Keith Richards. In dem Trailer habe ich ihn fälschlicherweise sogar für meinen Lieblingsschauspieler gehalten. Sean Penn („Dead Man Walking“, „I Am Sam“, „21 Grams“, „Mystic River“) selbst war, für meinen Geschmack, zu kurz zu sehen. Ich kann es kaum abwarten, ihn endlich in Gus van Sants Biopic „Milk“ zu sehen. „What Just Happened“ ist sicherlich nichts für ein breites Publikum, mich hat er jedoch sehr amüsiert. Komödien haben es bekanntlich bei der Academy schwer, dennoch sehe ich durch den direkten Bezug zu Hollywood und durch die schauspielerische Qualitäten durchaus Chancen auf eine Oscarnominierung am 22.01.2009.

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„sehr gut“

Boston – "Body of Lies"

Ich war am 17.10.08 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„Body of Lies“ (dt. Titel „Der Mann, der niemals lebte“, dt. Kinostart 20.11.08) 128 min action, thriller adaptation
dir. Ridley Scott cast: Leonardo DiCaprio, Russell Crowe, Mark Strong, Vince Colosimo, Alon Abutbul, Oscar Isaac, Michael Stuhlbarg

Roger Ferris (Leonardo DiCaprio) arbeitet als Top-Undercover-Agent für die CIA im Nahen Osten. Sein derzeitiger Auftrag, den Terroristenführer Al-Saleem (Alon Abutbul) aufzuspüren, führt ihn nach Jordanien. Dabei steht er im direkten Handykontakt mit seinem Vorgesetzten Ed Hoffman (Russell Crowe) in Washington und sucht die Unterstützung des jordanischen Geheimdienstchefs Hani Salaam (Mark Strong)…

C (Wertung von A bis F) Mittelmässiger Spionage-Action-Thriller, der zwar gute Ansätze hat, mich aber im Ganzen nicht überzeugen konnte. Wie man es von Ridley Scott („Blade Runner“, „Thelma & Louise“, „Gladiator“) gewohnt ist, hat der Film eine schöne Bildsprache, leider liefert die Romanvorlage von David Ignatius aber eine unbefriedigende Story. „Body of Lies“ hat durchaus einige Spannungselemente, es war mir allerdings – mit Ausnahme der gelungenen letzten halben Stunde – nicht möglich gewesen, in den Film richtig einzutauchen. Bei Ridley Scotts mittlerweile vierter Zusammenarbeit mit Russell Crowe (in seinem nächsten Projekt zieht er ihm sogar grüne Strumpfhosen an ;D … als Robin Hood) war es für mich aber hauptsächlich interessant, die beiden, von mir sehr respektierten Schauspielgrössen auf der Leinwand zusammen sehen zu können. Wenn ich die beiden hier direkt vergleiche, muss ich sagen, dass Russell mir etwas zu sehr geschauspielert hat und Leo seine Rolle eher gelebt hat und dadurch überzeugender war. Zu meiner grossen Überraschung hat aber der von mir bislang noch nicht wahrgenommenen britische Schauspieler Mark Strong („Syriana“, Stardust) alle beiden Über-Talente etwas blass wirken lassen. Mark Strong hat bei mir mit seiner natürlichen Eleganz und Präsenz schauspielerisch am meisten punkten können. Leoonardo DiCaprios braune Kontaktlinsen waren schon etwas gewöhnungsbedürftig, an seinen verlotterten Bart konnte ich mich bis zum Schluss nicht gewöhnen…

Trailer zu sehen:

„passabel“

DVD – "Angels in America"

Ich habe mir folgenden HBO-Mehrteiler ein zweites Mal angeschaut:

„Angels in America“ (dt. Titel „Engel in Amerika“) 352 min drama, fantasy, adaptation
dir. Mike Nichols cast: Al Pacino, Meryl Streep, Patrick Wilson, Emma Thompson, Jeffrey Wright, Mary-Louise Parker, Justin Kirk, Ben Shenkman, James Cromwell

New York, 1985

Roy Cohn (Al Pacino) ist ein sehr erfolgreicher, aber ebenso gewissenloser Staranwalt. Er verkehrt u.a. in den höchsten Politikerkreisen. Dabei ahnt niemand, dass er Sex mit Männern hat. Jetzt teilt ihm sein Vertrauensarzt (James Cromwell) mit, dass er an AIDS erkrankt ist und nicht mehr lange zu leben hat. Da AIDS in den 80er Jahren noch als „Schwulenkrankheit“ galt, Roy selbst aber Schwule hasst, bleibt er weiterhin bei seiner Lebenslüge…

Joe (Patrick Wilson) arbeitet als Anwalt für den „grossen“ Roy Cohn (Al Pacino), ist selbst auch Republikaner, gläubiger Mormone, mit Harper (Mary-Louise Parker) verheiratet und will sich nicht eingestehen, schwul zu sein. Als er auf Louis (Ben Shenkman) trifft, beginnt er langsam aus seinem bisherigen Leben herauszutreten…

Prior (Justin Kirk) ist seit mehr als vier Jahren glücklich mit seiner grossen Liebe Louis (Ben Shenkman) zusammen. Als bei Prior AIDS ausbricht, wird Louis mit dieser Situation nicht fertig und verlässt, schweren Herzens, seinen geliebten Freund…

Hannah (Meryl Streep) ist die Mutter von Joe (Patrick Wilson) und selbst strenggläubiger Mormone. Als Joe ihr am Telefon offenbart, schwul zu sein, fährt sie umgehend vom fernen Utah nach New York City…

Belize (Jeffrey Wright) ist mit Prior (Justin Kirk) und Louis (Ben Shenkman) befreundet und trifft, in der Ausübung seiner Profession als Krankenpfleger, auf Roy Cohn (Al Pacino)…

Harper (Mary-Louise Parker) ist mit ihrem Eheman Joe (Patrick Wilson) nach New York gezogen. Die unglückliche Ehe hat sie psychisch krank gemacht und in ihrem tiefsten Inneren ahnt sie, dass ihr Ehepartner homosexuell ist…

Emily (Emma Thompson) arbeitet als Krankenschwester und lernt dadurch Prior (Justin Kirk) kennen…

B+ (Wertung von A bis F) Der HBO-Mehrteiler ist die Adaption des gleichnamigen Theaterstücks von Tony Krushner. Tony Krushner hat zahlreiche Preise dafür erhalten, u.a. den Pulitzer Preis. Der Regisseur Mike Nichols, der grossartige Filme wie „The Graduate“ und „Heartburn“ auf die Kinoleinwand brachte, hat „Angels in America“ für das Fernsehen inszeniert. Dabei hat er ausnahmslos alle Schauspieler perfekt gecastet und in Szene gesetzt. Unterteilt in sechs Kapiteln gestaltet Nichols dieses Drama über AIDS und Homosexualität in den 80er Jahren in New York visuell sehr fantasievoll. Ich habe es nicht so mit Glauben und Esoterik und hatte bei einigen, wenigen Momenten meine Probleme mit dem Film. Da der Film jedoch nicht missionarisch arbeitet, mir die Funktion der Engel irgendwie gefallen hat und Dank des wunderbar zynischen Drehbuches und der Charaktere ist hier ein beinahe perfekter Film (Mehrteiler) entstanden. Die übertriebene Inszenierung und Darbietung von Emma Thompson als Engel war für mich der ausschlaggebene Punkt, dass es halt nicht ein genialer Mehrteiler wurde.

In „Angels in America“ geht es um AIDS, Homosexualität, Vorurteile, Moral, Glauben, Gewissen, Rassismus, Trauer, Schuld, Einsamkeit, Träume, Liebe , Tod und natürlich Engel…

Im Jahr 2003 wurde „Angels in America“ mit allen wichtigen Preisen (u.a. GOLDEN GLOBE und EMMY) ausgezeichnet. Zusätzlich haben die Schauspieler Al Pacino, Meryl Streep, Jeffrey Wright und Mary-Louise Parker entsprechende Preise gewonnen.

Zu den Schauspielern:

Al Pacino („Scarface“, „The Godfather-Trilogy“, „The Insider“) hat mich in letzter Zeit öfter durch sein übertriebenes Schauspiel enttäuscht. Dennoch habe ich viele seiner Filme gesehen und bin sogar 2005 seinetwegen nach NYC geflogen, um ihn am Broadway in Oscar Wildes „Salome“ zu bewundern. In „Angels in America“ gibt er eine seiner besten Performances. Wenn man ihn mag, muss man ihn in dieser Rolle gesehen haben.

Meryl Streep zählt erst seit einigen Jahren zu meinen Lieblingsschauspielerinnen, was mich in die (nicht unglückliche) Lage versetzt, jetzt viele ihrer früheren Werke zu sehen. Meryl wurde bereits 14x für den OSCAR nominiert, hat ihn allerdings bisher nur 2x erhalten („Kramer vs. Kramer“, „Sophie´s Choice“). Sie ist unglaublich wandelbar, authentisch und „lebt“ tatsächlich immer ihre jeweiligen Rolle, so auch hier. Sie ist hier in vier verschiedenen Rollen zu sehen, wenn man es nicht weiss, erkennt man sie als Rabbi zu Beginn des Mehrteilers nicht. Es macht immer Spass, ihr zuzuschauen.

Patrick Wilson („Little Children“, „Hard Candy“) Seinetwegen habe ich mir gerade „Angels in America“ noch einmal angeschaut. Damals kannte ich ihn noch nicht. Hier wirkt der Theaterschauspieler noch sehr jung, wächst aber mit seinen Aufgaben und zum Schluss konnte er beinahe aus dem Schatten der anderen Über-Schauspieler heraustreten.

Jeffrey Wright (war in Julian Schnabels „Basquiat“ zu sehen) ist hier wunderbar als zynischer Krankenpfleger. Demnächst ist er in dem neuen James Bond „Quantum of Solace“ zu sehen.

Mary-Louise Parker („Fried Green Tomatoes“) ist gerade in der amerikanischen Serie „Weeds“ zu sehen und gibt hier eine überragende Leistung.

Justin Kirk ist ebenfalls in der amerikanischen Serie „Weeds“ zu sehen und zeigt hier zusammen mit Ben Shenkman (aus einem meiner Lieblingsfilme „Requiem for a Dream“) eine glaubwürdige Liebesgeschichte.

Emma Thompson fand ich ihn dem Weihnachts-Liebesfilm „Love Actually“ noch grossartig, hier war sie gut.

Dieser Mehrteiler lief bereits mindestens ein Mal im Fernsehen.

Trailer zu sehen:

DVD – "Pollock"

Ich habe mir auf DVD folgenden Film angeschaut:

„Pollock“ 117 min drama, adaptation, biopic
dir. Ed Harris cast: Ed Harris, Marcia Gay Harden, Amy Madigan, Jennifer Connelly, Val Kilmer, John Heard

Die junge Malerin Lee Krasner (Marcia Gay Harden) lernt im Jahr 1941 in New York den amerikanischen Künstler Jackson Pollock (Ed Harris) kennen. Sie erkennt schnell sein überragendes Talent, verzichtet auf eine eigene Karriere, fördert ihn und macht ihn schliesslich mit der einflussreichen Galeristin Peggy Guggenheim (Amy Madigan) bekannt. Eines Tages heiraten Lee und Pollock und ziehen nach Long Island. Obwohl sich der Maler mittlerweile einen Namen machen konnte, plagen ihn Selbstzweifel und Geldmangel. Er verfällt immer mehr dem Alkohol, wird von Lee verlassen und stirbt schliesslich im Alter von nur 44 Jahren bei einem tragischen Autounfall.

B+ (Wertung von A bis F) Jackson Pollock ist einer der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts, der Film basiert auf der Biografie „Jackson Pollock: An American Saga“ und behandelt fünfzehn Jahre seines Lebens. Der Film ist das Regiedebut von Ed Harris, der hier zugleich die Hauptrolle spielt. Ed Harris hat für diese Rolle eine Oscarnominierung erhalten, allerdings gegen Russell Crowe in „Gladiator“ verloren. Bis zum heutigen Tag hat Ed Harris bereits vier Oscarnominierungen („Truman Show“, „Apollo 13“, „Pollock“ und „The Hours“), ich fand ihn ihn „Pollock“ perfekt besetzt, dennoch finde ich, dass er für „The Hours“ noch eher einen Oscar verdient gehabt hätte. Gerade ist seine zweite Regiearbeit, der Western „Appaloosa“, in den U.S.A. gestartet und hat sehr gute Kritiken bekommen, vielleicht wird Ed Harris nächstes Jahr für seine Arbeit belohnt. Marcia Gay Harden wurde zu Recht mit dem Oscar für ihre Darbietung in „Pollock“ ausgezeichnet.

Trailer zu sehen: