TV – Serie "Mad Men, Staffel 1"


Ich habe mir die komplette 1. Staffel folgender Fernsehserie angeschaut:

„Mad Men, Staffel 1“ 13 x ca. 50 min drama
dir. Tim Hunter, Alan Taylor u.a. cast: Jon Hamm, John Slattery, Vincent Kartheiser, January Jones, Christina Hendricks, Elisabeth Moss, Michael Gladis, Bryan Batt, Maggie Siff, Rosemarie DeWitt

März 1960. In einigen Monaten werden sich die Amerikaner bei den Präsidentschaftswahlen zwischen den Kandidaten Richard Nixon und John F. Kennedy entscheiden. In der feudalen Madison Avenue in New York arbeitet Don Draper (Jon Hamm) als Creative Director bei der renommierten Werbeagentur STERLING COOPER. In der Firma dreht sich alles um Marketingstrategien, Präsentationen und um das Werben von Neukunden, dabei kommen aber auch Romanzen im Büro nicht zu kurz. Die hartnäckigen Versuche des jungen ehrgeizigen Managers Pete Campbell (Vincent Kartheiser), Dons Kompetenz und Kreativität infrage zu stellen, lassen den gelassenen Creative Director unbeeindruckt. Don Drapers Ehefrau Betty (January Jones) lebt mit den beiden Kindern in der Vorstadt, während seine Freundin Midge (Rosemarie DeWitt) in Manhattan wohnt. Es stellt sich heraus, dass dies nicht das Einzige ist, was er vor anderen geheim hält…

C+ (Wertung von A bis F) Die AMC-Serie „Mad Men“ und Jon Hamm als bester TV-Schauspieler haben dieses Jahr einen Golden Globe erhalten. Am letzten Sonntag (21.09.08) hat „Mad Men“ zusätzlich den sogenannten Fernseh-Oscar EMMY als Beste Fernsehserie in der Kategorie Drama bekommen. (Off Topic: ich habe mich sehr über Jeremy Pivens EMMY für seine Rolle in einer meiner Lieblingsserien Entourage gefreut)

Ich bin von der Serie „Mad Men“ nicht überzeugt. Einer der Gründe dafür ist sicherlich die leise, ausgedehnte Old School-Erzählweise. Ausserdem hat mir nicht gefallen, dass einige Geschichten angerissen werden, aber erst einige Episoden später (wenn überhaupt) wieder aufgenommen werden. Durch die Vielzahl der Charaktere (die sich zudem – bei den Männern durch die Frisuren und die Anzüge – noch ähneln) fand ich den Einstieg auch relativ schwierig. Dennoch, ich finde es mutig, eine Drama-Serie zu produzieren, die in den 60er Jahren angesiedelt ist. Zweifelsfrei ist es den Machern gelungen, einen in diese Zeit zu versetzen. Wichtig dabei war, ausschliesslich „unbekannte“ Schauspieler zu besetzen. Die nötige Authentizität wurde nicht alleine durch das Setdesign, die Kostüme, Frisuren, Musik und Sprache erreicht, sondern sicherlich auch durch die Darstellung der Gesellschaft und der moralischen Werte.

Frauen waren darauf reduziert, hübsch auszuschauen, früh „gut“ zu heiraten, Kinder zu gebären, sich um Haushalt und die Familie zu kümmern und penibel darauf zu achten, dass ihr Ruf nicht beschädigt wird. Alleinstehende Frauen haben maximal als Sekretärin gearbeitet bis sie vielleicht dort einen passenden, erfolgreichen Mann gefunden haben. In der Zwischenzeit war es scheinbar normal, dass sie den Männern in der Firma für eine Affäre bereitstanden.

Männer profilieren sich derweil in ihrem Job, sind ehrgeizig und auf Erfolg getrimmt. Sie haben eine Familie ausserhalb der Stadt und zur Entspannung, wie selbstverständlich, eine Geliebte in der Stadt.

Rassismus spielt noch eine ganz andere Rolle. Es gibt wenig Berührungspunkte mit anderen Bevölkerungsgruppen und -schichten. Schwarze arbeiten als Reinigungspersonal oder max. Fahrstuhlführer. Homosexualität existiert natürlich auch, aber ist beinahe unsichtbar.

Es sind aber natürlich auch die oberflächlichen Dinge, die diese Serie authentisch wirken lassen. „Mad Men“ spielt in der besseren Gesellschaft, die Damen sind immer perfekt gekleidet und frisiert. Die Herren tragen beinahe ausnahmslos gepflegte, meist dunkle Anzüge, weisse Hemden und Krawatten. Es wird beinahe permanent geraucht (der Arzt raucht während der Untersuchung seiner Patientin, Schwangere rauchen, etc.) und es gehört zum guten Ton, sogar am Tage, im Büro und ganz zu schweigen von abends, Whiskey oder ähnlich starke Getränke zu sich zu nehmen.

Die Serie hat mir vom Style, von der Authentizität und von dem Hauptdarsteller Jon Hamm gut gefallen, von der Dramaturgie nicht. Einzig die vorletzte Episode (Folge 12) fand ich spannend und brillant. Die Schauspieler:

Don Draper – Jon Hamm spielt hier den gutaussehenden, coolen Creative Director, zuvor war er in einigen Fernsehrollen (u.a. in „Providence“) zu sehen und demnächst in „The Day the Earth Stood Still“

Roger Sterling – John Slattery spielt hier Dons Chef, war mir vor allen Dingen durch seinen Gastauftritt bei „Sex and the City“ bekannt, zuletzt bei Charlie Wilson´s War

Pete Campbell – Vincent Kartheiser ist hier ein Loser, überehrgeizig und versucht an Dons Stuhl zu sägen, war zuvor in „Angel“ zu sehen

Betty Draper – January Jones, spielt Dons naive Ehefrau, die unterschätzt wird. War zuletzt in „We Are Marshall“ zu sehen

Joan Holloway – Christina Hendricks spielt die sexy Büromanagerin bei STERLING COOPER, hatte Gastauftritte bei u.a. „Without A Trace“ und „Cold Case“

Peggy Olsen – Elisabeth Moss wird hier als Dons neue Sekretärin eingestellt, hat Ambitionen. Sie war schon bei „The West Wing“ zu sehen.

Paul Kinsey – Michael Gladis spielt hier einen Texter und hatte zuvor schon Gastrollen bei „Law and Order“ und „Criminal Intent“

Salvatore Romano – Bryan Batt ist der Art Director bei der Werbeagentur, eher Nebenrolle, fand seinen Charakter und ihn interessant. Er ist Theaterschauspieler und hatte ebenso Gastauftritte in „Law and Order“ und „Criminal Intent“

Rachel Menken – Maggie Siff spielt hier die reiche Kaufhausbesitzerin und Kundin von STERLING COOPER, Theaterschauspielerin und zuletzt auch bei „Michael Clayton“ zu sehen.

Trailer zu sehen:

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