TV – Serie: "Dexter, Staffel 1"


Ich habe die letzten Tage die komplette 1. Staffel dieser U.S. Serie gesehen:

„Dexter, Staffel 1“ (dt. TV-Ausstrahlung bei RTL2 ab 29.09.08 jeden Montag um 22.55 Uhr)
12 Folgen à ca. 55 min crime, drama, suspense, adaptation
dir. u.a. Michael Cuesta, Daniel Cerone, Tony Goldwyn
cast: Michael C. Hall, Jennifer Carpenter, Julie Benz, Erik King, James Remar, Lauren Velez, C.S. Lee, Geoffrey Pierson, David Zayas

Dexter Morgan (Michael C. Hall) arbeitet als Blutspurexperte in der forensischen Abteilung der Polizei von Miami. Er ist bei seinen Kollegen beliebt, verbringt gerne Zeit mit seiner Freundin Rita (Julie Benz) und ihren beiden Kindern und hat eine enge Beziehung zu seiner jüngeren, ehrgeizigen Schwester Debra (Jennifer Carpenter),mit der er zusammen auf derselben Polizeistation arbeitet. Was niemand ahnt, er hat seit frühester Kindheit Mordgelüste und setzt die, mit für ihn befriedigender Regelmässigkeit, um. Sein Adoptivvater Harry (James Remar) hat schon sehr früh vermutet, was in seinem Sohn vorgeht und hat ihm geraten, seine mörderischen Aktivitäten zu kanalisieren. Wenn es schon sein muss, warum nicht die Welt gleich von kriminellem Abschaum befreien? Daran hält sich Dexter, sammelt Hintergrundinformationen über die Verbrecher, die der Justiz entkommen sind, beobachtet und tötet sie und beseitigt anschliessend die menschlichen Überreste unbemerkt. Eines Tages taucht aber ein weiterer, intelligenter Serienmörder – der ICE TRUCK KILLER – auf und scheint Dexters Geheimnis zu kennen und mit ihm spielen zu wollen…

A (Wertung von A bis F) Die 1. Staffel ist angelehnt an den Roman „Darkly Dreaming Dexter“ von Jeff Lindsay. Die Serie lässt einen in die Gedankenwelt eines Serienkillers schauen. Es ist ein originelles Konzept mit einem raffiniert geschriebenem Seriendrehbuch, dazu eine ordentliche Prise Zynismus, perfekt gecastete Schauspieler und schliesslich Regisseure, die ihr Handwerk verstehen.

Bei dem Pilotfolge war ich lediglich interessiert und neugierig was amerikanische Kritiker zu Lobeshymnen hinreissen lässt. Von der komplexen Filmfigur Dexter (Michael C. Hall) war ich jedoch von Anfang an fasziniert. Mit der 1. Folge wird einem dann ein äusserst gelungener Vorspann offenbart. Seit Folge 5 bin ich bedingsloser Fan von Dexter und seiner Serie. Ab Folge 8 wird es richtig gut und bei den letzten beiden Folgen der 1. Staffel (11 und 12) war das Spannungsniveau so hoch, dass ich dann nicht mehr vom DVD-Player und Empfangsgerät wegzubekommen war…

Neben der vielschichtigen Hauptfigur sind noch weitere, teils undurchsichtige Charaktere interessant. Die Besetzung im Überblick:

Dexter Morgan – Michael C. Hall, Theaterschauspieler, der durch die U.S. Serie „Six Feet Under“ bekannt wurde. Er spielt hier den sympathischen, gutaussehenden Mittdreissiger mit autistischen Zügen ebenso überzeugend wie den brutalen Killer. Dexter gibt einem intime Einblicke in das Seelenleben und die Gedankengänge eines intelligenten Serienmörders, zeigt seinen Perfektionismus, seine Prinzipien, seine Unsicherheiten und auch seine Leere.

Debra Morgan – Jennifer Carpenter, hat in „The Excorcism of Emily Rose“ gespielt und ist demnächst in dem Horrorfilm „Quarantine“ zu sehen. Hier spielt sie Dexters jüngere Schwester, die ihn über alles liebt

Rita Bennett – Julie Benz, bekannt durch „Buffy, the Vampire Slayer“ und „Angel“ spielt hier Dexters Freundin. Sie hat mit ihrem Exmann zwei Kinder und wurde von ihm misshandelt. Zunächst verweilt der Ex im Gefängnis.

Harry Morgan – James Remar, bekannt als Samanthas grosse Liebe, Richard, aus „Sex and the City“. Hier nur in Rückblenden zu sehen, er spielt Dexters verstorbenen Adoptivvater, der ebenfalls als Cop arbeitete und Dexter eine Richtung vorgab.

Lieutenant Maria LaGuerta – Lauren Velez, hat in der U.S. Gefängnisserie „Oz“ spielt, hier spielt sie die ambitionierte Chefin von Dexter

Angel Batista – David Zayas, hat ebenfalls in „Oz“ gespielt. Hier der Kollege und Freund von Dexter

Sgt. James Doakes – Erik King, hat auch in „Oz“ gespielt. Kollege von Dexter und der einzige aus seinem Umfeld, der Dexter für einen Psycho hält.

Vince Masuka – C.S. Lee, hat kurze, aber ziemlich gute Szenen

ICE TRUCK KILLER – NO SPOILER – aber soooo guuuut

Alles in allem ist es eigentlich ein grossartiger Film, der knapp 12 Stunden lang geht. Die Serie läuft seit Oktober 2006 sehr erfolgreich in den U.S.A. Michael C. Hall und die Serie ist sowohl für einen Golden Globe, als auch für den wichtigsten Fernsehpreis EMMY nominiert worden. Ab Ende September 2008 wird die 3. Staffel von DEXTER bei SHOWTIME ausgestrahlt. Bei uns wird sie, wie gesagt, bei RTL2 ab 29.09.08 jeden Montag um 22.45 Uhr (direkt nach Californication um 22.15 Uhr) gezeigt. Was für ein Montag? Ich freue mich jetzt schon auf die 2. Staffel, die ich direkt nachlege.

Trailer zu sehen:

5 Gedanken zu “TV – Serie: "Dexter, Staffel 1"

  1. Ich hab viel davon gehört und war sehr gespannt. (Zumal ich ja Michael C. Hall aus „six feet under“ kenne.)
    Bin leider nicht so überzeugt von der Serie. Mir war es dann doch zu wenig konsequent und mir hätte eine düstere Version von Dexter mehr gefallen. Irgendwie wurde mir dieser Killer doch zu lieb dargestellt.
    Ich hatte gehofft, dass der Hauptcharakter es mir schwerer macht ihn zu mögen.(Was eigentlich für einen Killer nicht schwer sein sollte.)
    😉
    So ist es, um in deinem Bewertungssystem zu bleiben, bei mir nur ein B- geworden.
    Also jammern auf hohem Niveau.
    😉

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  2. Na, ich fand gerade die Widersprüche so gut und dass er letztendlich sympathisch dargestellt wird. Im Prinzip ist er so wie Du und ich, nur halt mit einem extremen Hobby/ bzw. einer Sucht. Was ich bislang über Serienmörder gehört habe, ist das Umfeld – nachdem seine Taten entdeckt wurden – auch völlig fassungslos. Ich kannte Michael C. Hall vorher auch nur aus „Six Feet Under“ und fand die Serie anfangs recht gut (habe 2 Staffeln zu Hause), aber er ging für mich irgendwie unter, hatte mich da eher auf die anderen Protagonisten (Peter Krause) konzentriert. Was in dem steckt und was ich finde, was man erst richtig inmitten der 2. Staffel sieht, hätte ich nie gedacht. (Wie gesagt, jetzt gehört er zu meinen TOP TEN ACTORS). Nochmal zu „Dexter“ zurück. Was fandest Du zu wenig konsequent und düster?

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  3. Du sagst:
    „Na, ich fand gerade die Widersprüche so gut und dass er letztendlich sympathisch dargestellt wird.“

    Und da hab ich eine andere Erfahrung beim sehen gehabt. die Widersprüche sind zum Anfang da, aber am Ende wird mir die Figur zu sympathisch dargestellt. Ich finde, dass die Figur „zu sympathisch“ wird. Ich habe keine Angst mehr vor Dexter oder finde ihn böse, sondern mag ihn fast widerspruchslos. Weil er hat ja ein ach so Schlimmes Kindheitstrauma und bringt ja nur die Bösen um und hat ja doch ein ganz normales Leben. Ich hätte mir mehr Abstoßendes an seinem kriminellen Handeln gewünscht (Also mehr blutige Gewalt die von Dexter ausgeht.).
    Da fand ich den Jugendlichen den Dexter laufen lässt und der sich am Ende in der Gefängniszelle umbringt interessanter. Der hatte mit seinem Morden mehr innerlich zu kämpfen, hat Dexter manipuliert und wusste nicht so sehr was er ist und was er sein will. Bei Dexter ist das nicht zu spüren, er hat irgendwie doch schon seinen Platz gefunden. Warum bringt er nicht mal aus Versehen jemand Falsches um (Ein Mensch mit Mordtrieb sollte/könnte so etwas passieren.), wird in die Enge getrieben weil man ihm auf die Schliche kommt…
    Sowas fehlt mir ein bißchen und düsterer hätte ich es auch gern. Mir ist diese helle Florida-Strand-Sonnenschein-Optik zu hell. Da kommt bei mir schon deshalb kein Beklemmendes Gefühl auf.

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  4. Ich finde es interessant, wie unterschiedlich Sachen auf verschiedene Menschen wirken können. Ich verstehe auf jeden Fall was Du meinst. Ich glaube, die bedingungslose Sympathie rührt daher, dass er uns (zynisch) seine Welt erklärt und man darf nicht vergessen, dass er zum Spielball und zum Schluss der Staffel sogar selber zum Opfer wird. Am Anfang ist es für ihn vielleicht nur eine Herausforderung, aber später wird aus dem Spiel Ernst…Ausserdem finde ich, dass er schon irgendwie eine moralische (wenn auch aussergewöhnlich moralische) Figur spielt, da er nur die „Bösen“ umbringt. Die begrenzte blutige Gewaltdarstellung finde ich widerum gut. Ich mag sowieso eher Gewalt im OFF. Durch die Andeutung braucht man ja nicht viel Fantasie, insbesondere wenn er den Tatort komplett mit Folie abdeckt und mit div. Messern und Kettensägen kommt und später mit Leichenteilen weggeht… Aber es stimmt, dass er seinen Platz gefunden hat, zumindest in Staffel eins. In der zweiten kommen wir dann dazu, dass man ihm auf die Schliche kommt und er sich in Frage stellt und man neue Seiten an ihm kennenlernt…Aber alles ist Geschmacksache…

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